3 Fotos: Löwenbiss bei den Dreharbeiten zur TV-Serie »Schwarzwaldklinik«, 12. Juli 1985

Fotograf: Wolfram J. Mehl, Hamburg | Dies Fotos stellten dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Ein spektakulärer Zwischenfall überschattet die Dreharbeiten zur TV-Serie »Schwarzwaldklinik«. Regisseur Hans-Jürgen Tögel (1941-2026) liegt auf der Straße, umklammert von Löwe »Fritzchen«. Ein Tierpfleger und weitere Helfer greifen ein. Das Foto hält einen Moment fest, der wenig später bundesweit durch die Presse geht – und lange Zeit Gesprächsstoff im Städtchen bleibt.

Eigentlich soll »Fritzchen« an diesem Morgen nur für eine Filmszene durch das Mailänder Tor trotten. Der Filmlöwe gilt als zahm und menschenfreundlich. Nach dem Drehbuch sollen ahnungslose Passant*innen beim Anblick des Tieres erschrecken und in die umliegenden Geschäfte flüchten. Mehrmals wird die Szene geprobt. Doch der Löwe wirkt auf dem ungewohnten Gelände zunehmend nervös. Plötzlich läuft er nicht mehr wie vorgesehen, sondern weicht nach links und rechts aus. Erst ein Stück Fleisch bringt ihn wieder auf Kurs.

Kurz darauf treten Regisseur Hans-Jürgen Tögel und einige Mitarbeiter*innen näher an das Tier heran. Offenbar zu nahe: Um »Fritzchen« herum bewegen sich plötzlich zahlreiche fremde Menschen und Beine. Als sich eines davon in seine Richtung bewegt, schnappt der Löwe zu. Tögel schreit auf und steht zunächst unter Schock. An seiner linken Wade ist eine handflächengroße Hautverletzung entstanden. Der Tierpfleger bekommt den Löwen sofort wieder unter Kontrolle, sodass ein Betäubungsschuss nicht notwendig wird. Nach dem Unfall wird sofort Hilfe gerufen. Dr. Wolfgang Dilger versorgt den verwundeten Regisseur noch am Drehort, anschließend bringt ihn das Rote Kreuz in das Kreiskrankenhaus Neustadt. Die Dreharbeiten in Löffingen werden abgebrochen.

Die Aufnahme wirkt heute fast voyeuristisch. Doch schon 1985 wird der Löwenbiss zum Medienereignis: Fotos des verletzten Regisseurs erscheinen in Lokal- und Regionalzeitungen, aber auch bundesweit und im Ausland. Tögel selbst verwendet nach seiner Genesung ausgerechnet dieses Foto sogar als Autogrammkarte und signiert es für Fans. Damit wird aus einem schmerzhaften Unfall am Rande der »Schwarzwaldklinik« schließlich selbst ein Stück Fernsehgeschichte.

Standort des Fotografen: 47.883560, 8.343864

13 Fotos: Feuerwehreinsatz beim Flugzeugabsturz in Bachheim, Juli 1988

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Dichter schwarzer Rauch steigt über dem alten Sportplatz in Bachheim auf. Ein Kleinflugzeug liegt zerbrochen auf der Wiese, Tragflächen und andere Wrackteile sind weit verstreut. Die Feuerwehr rückt mit Blaulicht an, Schläuche werden ausgerollt und Wasser und Löschschaum auf das qualmende Wrack gespritzt. Was wie ein schweres Flugzeugunglück aussieht, ist allerdings sorgfältig inszeniert: In Bachheim finden Dreharbeiten für die ZDF-Fernsehserie »Schwarzwaldklinik« statt.

Für die Szene wird einiges aufgefahren. Ein Pyrotechniker sorgt auf Kommando für Rauch und Feuer, ein künstlich aufgeschütteter Erdhaufen stellt die Spur des abgestürzten Flugzeugs dar, sogar umgeknickte Bäume gehören zur Kulisse. Fahrzeuge der Löffinger Feuerwehr, ein Krankenwagen und ein Polizeiauto rasen mit Sirene und Blaulicht über das Gelände. Die Feuerwehrleute spielen dabei gewissermaßen sich selbst. Immer wieder wird die Szene wiederholt, bis Bewegungen, Löscharbeiten und Kameraperspektiven stimmen. Schließlich liegt das Wrack unter einer dicken Schicht Löschschaum.

In sicherem Abstand verfolgen Regisseur Hans-Jürgen Tögel (1941-2026) und sein Team das Geschehen. Die Dreharbeiten locken aber auch zahlreiche Schaulustige an. Der ungewöhnliche Einsatz wird auch Kreisbrandmeister Fritz Isele (1940-2024) lange in Erinnerung bleiben. Auf einem der Fotos steht Feuerwehrmann Rudolf (Rudi) Jordan (1942-2024) mit Helm vor dem ausgebrannten Wrack und blickt direkt in die Kamera.

Dass eine Folge der erfolgreichen Fernsehserie ausgerechnet hier entsteht, ist für Bachheim und Löffingen etwas Besonderes. In den 1980er-Jahren ist die »Schwarzwaldklinik« ein Publikumsliebling und macht den Schwarzwald weit über Deutschland hinaus bekannt. Entsprechend groß ist in vielen Gemeinden das Interesse, selbst einmal als Drehort aufzutauchen. Ein paar Minuten Fernsehzeit versprechen Aufmerksamkeit – und so wird auch der fingierte Flugzeugabsturz zu einem kleinen lokalen Ereignis.

Standort des Fotografen: 47.856530, 8.406805

2 Fotos: Einebnung der Müllkippe »Suppenschüssel«, November 1987

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Heiner Wider zur Verfügung.

Die offizielle Mülldeponie des Landkreises befand sich in den 1980er Jahren an der B31 in Titisee-Neustadt. Aber auch in Löffingen existierte seit Jahrzehnten ein Müllabladepatz in der so genannten »Suppenschüssel«, oberhalb der Mauchachschlucht auf dem Weg nach Dittishausen. Angesichts des steigenden ökologischen Bewusstseins ist es überfällig, dass der Müllabladeplatz 1987 geschlossen wird.

Am 5. November 1987 rückt eine Planierraupe an, um die Müllkippe einzuebnen und anschließend mit einer Kompostschicht zu überdecken, damit – im wörtlichen Sinne – Gras darüber wachsen kann. Der Untergrund ist aber so weich, dass die schwere Planierraupe in Schieflage gerät und umstürzt.

Standort des Fotografen: 47.891497, 8.356491

Unfall des NSDAP-Parteiautos auf dem Rathausplatz, ca. 1933-1938

Verlag A. Rebholz / Stadtarchiv

Ein NSDAP-Parteiauto ist mitten im Städtchen von der Straße abgekommen und gegen die Hauswand von der Metzgerei Riegger (Rathausplatz 3) gefahren. Wenn da mal nicht überhöhte Geschwindigkeit und Alkohol am Steuer mit im Spiel war.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist das Rathaus zu sehen. In einem Schaukasten der NSDAP-Ortsgruppe hängen Bekanntmachungen und NSDAP-Propagandamaterial. Ob er auch gleichzeitig als »Stürmer-Kasten« dient und darin auch die antisemitische Hetzzeitung »Der Stürmer« zum kostenlosen Lesen ausgehängt wird, ist unbekannt.

Standort des Fotografen: 47.884028, 8.344423

2 Fotos: Unfall des NSDAP-Parteiautos auf dem Rathausplatz, ca. 1933-1938

Verlag A. Rebholz / Stadtarchiv

Ganz offensichtlich hat da jemand zu früh die Kurve nehmen wollen! In der Berichterstattung der Lokalzeitungen konnte bislang leider trotz intensiver Recherchen kein Hinweis auf diesen Verkehrsunfall gefunden werden. Vermutlich entschied man sich gegen eine Berichterstattung, da der Unfall etwas heikel erschien. Schließlich handelt es sich um ein NSDAP-Parteiauto, das mitten im Städtchen von der Straße abgekommen ist. Wenn da mal nicht Alkohol am Steuer im Spiel war! 

Das Auto mit dem KFZ-Kennzeichen »IVB 153362« kam an der Hauswand vom Haus Riegger (Rathausplatz 3) zu stehen. Über der Eingangstür ist der Schriftzug »Metzgerei Johann Riegger Wursterei« zu lesen. 1938 übernahm Metzgermeister Max Rohrer das Haus und die dazugehörige Metzgerei. Rechts daneben ist der Laden von Buchbinder Anton Rebholz (Rathausplatz 2) zu sehen, der mit einer Hakenkreuz-Fahne geschmückt ist. Schaulustige stehen herum, die das Unfallgeschehen kommentieren.

Standort des Fotografen: 47.883981, 8.344419