Frauengruppe mit Ewald Hepting, ca. 1938

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Eine Gruppe von Frauen hat einen Ausflug ins Grüne unternommen. Am Rand einer Weide, vor dem dunklen Hintergrund des Waldes, stellen sie sich für ein gemeinsames Foto auf. Einige der Frauen haben sich untergehakt, man steht eng beieinander.

Mitten unter ihnen steht ein kleiner Junge: Ewald Hepting (1933-2010). Er ist gewissermaßen der »Hahn im Korb«. Seine Mutter Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995) steht hinter ihm und legt ihm die Hand auf die Schulter. Aufmerksam blickt er in die Kamera. Vielleicht nicht ganz freiwillig Teil dieser Frauenrunde, so ganz ohne gleichaltrige Spielkameraden – und doch sichtbar in ihrer Mitte aufgehoben.

V.l.n.r.: 1 Elisabeth Hepting (geb. Münzer, 1897-?), 2 Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995), 3 Ewald Hepting (1933-2010), 4 ???, 5 ???, 6 Mathilde Keller (verh. Kranzer), 7 ???, 8 Elisabeth Obert (geb. Bader, 1909-1997), 9 ???, 10 ???

Standort des Fotografen: ???

Albert und Katharina Jonner, ca. 1920

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Der Landwirt Albert Jonner (ca. 1873-1926) lässt sich zusammen mit seiner Ehefrau Katharina Jonner (geb. Thoma, 1875-1955) fotografieren. Die beiden stehen nebeneinander im Freien, ernst und aufrecht, wie es für solche Aufnahmen der Zeit typisch ist. Vermutlich ist das Foto in der Nähe ihres Anwesens am Alenberg entstanden.

Um 1905 heirateten Albert und Katharina Jonner und übernahmen das Elternhaus der Ehefrau (Alemannenstr. 1). Das landwirtschaftliche Anwesen wird beim Großbrand am 28. Juli 1921 zerstört, anschließend jedoch am selben Standort wieder aufgebaut. Nur wenige Meter entfernt befindet sich das 1901 angelegte Wasserreservoir auf dem Alenberg – möglicherweise wird hier das Foto des Ehepaares aufgenommen.

Katharina Jonner wurde am 25. Oktober 1875 als Tochter des Maurers Albert Thoma und dessen Ehefrau Maria Thoma (geb. Gromann) in Löffingen geboren. Ihr Ehemann stirbt am 25. Mai 1926 im Alter von nur 53 Jahren. Katharina Jonner überlebt ihn um fast drei Jahrzehnte und stirbt am 16. Februar 1955.

Standort des Fotografen: 47.886368, 8.344709

Männergruppe bei einem Ausflug, ca. 1910

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Eine große Schar Männer hat sich vor einem Gebäude zu einem Gruppenfoto versammelt. In fünf Reihen liegen und stehen sie dicht beieinander, geschniegelt in Anzügen und mit Hüten – einheitlich im Auftreten und doch individuell in Haltung und Ausdruck. Einige rauchen, andere halten Spazierstöcke in den Händen. Ein Mann in der zweiten Reihe hat ein Buch aufgeschlagen, als wolle er dem Moment eine besondere Bedeutung verleihen.

Auffällig ist, dass das Foto nur fragmentarisch überliefert ist: Die Anordnung der Gruppe deutet auf eine ursprünglich ausgewogene, wohl symmetrische Komposition hin. Am rechten Bildrand bricht diese jedoch ab – mehrere Personen sind angeschnitten, sodass anzunehmen ist, dass dort mindestens eine Handvoll Personen verloren gegangen ist.

Im Hintergrund sind an den Fenstern weitere Personen zu sehen, darunter auch Frauen und Kinder, die sich neugierig zum Fotografen wenden. Das Gebäude selbst wirkt wie ein Ausflugslokal. Vielleicht entsteht die Aufnahme bei einem Vereinsausflug, möglicherweise zum Titisee?

Wer weiß, wo das Foto aufgenommen wird? Wer erkennt die Männer? Sind sie Mitglieder der 1846 gegründeten Museumsgesellschaft?

1.Reihe, liegend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 [Eugen Hepting (1891-1915)], 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 [Hans Scheuregger], 8 ???, 9 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Pfarrer ???, 4 [??? Thoma], 5 Alfred Köpfler (1880-1939) (mit Buch), 6 ???, 7 [Ferdinand Eggert], 8 ???, 9 ???, 10 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 ???, 12 ???
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 Konrad Bader (1868-1958), 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 Rupert Hepting (1866-1932), 9 ???, 10 ???, 11 ???
5.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 [Karl Ritter (1850-1927)], 5 [Johann Preuß???], 6 ???, 7 ???, 8 Leo Münzer (1871-1952), 9 ???, 10 ???

Standort des Fotografen: ???

Sofie Hepting beim Wasserreservoir auf dem Alenberg, ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Das Wasserreservoir auf dem Alenberg ist zwar kein architektonisches Schmuckstück – und doch wird es im Laufe der Zeit zu einem beliebten Fotomotiv. Spaziergänger*innen, die im Alenbergwäldchen unterwegs sind, lassen sich gerne vor der markanten Tür ablichten. So auch diese Frau, die mit Mantel und Tasche für einen Moment innehält. Es ist Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995), die direkt neben dem Wasserreservoir in ihrem Elternhaus (Alemannenstr. 1) aufgewachsen ist.

Über der schweren Eisentür ist die Jahreszahl »1901« zu erkennen. Sie verweist auf das Baujahr des Reservoirs. Bis dahin war die Wasserversorgung im Städtchen oft unzureichend. Abhilfe schuf der Bau einer Hochdruckwasserleitung vom Waldgebiet bei der »Stierhütte« bis in den Ort – mit Hausanschlüssen und dem Wasserbehälter auf dem Alenberg. Ein aufwendiges Projekt: Die Kosten beliefen sich auf 100.400 Mark.

Standort des Fotografen: 47.886323, 8.344697

Musikkapelle im »Gebertsaal«, ca. 1926-1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Die Musikkapelle hat ihren großen Auftritt. Auf einer provisorisch wirkenden Bühne haben die Musiker Platz genommen – dicht nebeneinander, die Instrumente bereit. Einige heben ihre Gläser, als wäre der Auftritt bereits zu Ende. Vor der Bühne stehen Tische und Stühle, auf denen Flaschen und Gläser stehen. Menschen im Publikum sind in diesem fotografischen Moment aber nicht zu sehen.

Wo genau die Aufnahme entstanden ist, lässt sich nicht sicher sagen. Vieles spricht jedoch dafür, dass sie im 1925/26 neu erbauten »Gebertsaal« aufgenommen wurde. In den Jahren vor der Fertigstellung der Festhalle diente er als zentraler Veranstaltungsort des Städtchens – für Fasnacht, Theater und Konzerte. Ab 1927 verlagern sich größere Veranstaltungen dann zunehmend in die Festhalle.

V.l.n.r.: 1 August Strobel, 2 Franz Zepf, 3 Heinrich Thoma, 4 Karl Sibold, 5 Johann Maier, 6 Karl Hepting, 7 Rupert Hepting

Standort des Fotografen: vermutlich 47.884497, 8.347049

Umzug auf dem oberen Rathausplatz, ca. 1956

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Eng gedrängt stehen die Zuschauer*innen auf dem oberen Rathausplatz. Kinder recken die Hälse oder werden auf den Arm genommen, Erwachsene blicken in Richtung Festumzug. Gerade zieht ein festlich geschmückter Wagen vorbei, gezogen von zwei Pferden. Tannenreisig und kleine Bäumchen verleihen ihm einen beinahe waldartigen Charakter. Der Reiter ist Hermann Fehrenbach.

Auch das Städtchen selbst hat sich herausgeputzt: Das Rathaus ist beflaggt, die »alte Sonne« mit Girlanden geschmückt. Ein Umzug, wie er nur zu besonderen Anlässen stattfindet.

Vermutlich wird das Foto anlässlich des Kreisfeuerwehrtages 1956 aufgenommen. Für den Festumzug zum 100-jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr im Juni 1963 passt die warme Kleidung der Menschen nicht. Sicher ist die Datierung jedoch nicht.

Standort des Fotografen: 47.884073, 8.344932

Fünf Festteilnehmerinnen vor dem »Gebertsaal«, ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Sabine Hornstein zur Verfügung.

Vor dem 1925/26 gebauten »Gebertsaal« (Obere Hauptstr. 11) stehen fünf junge Frauen. Sie stehen dicht nebeneinander, die Arme eingehakt, und blicken selbstbewusst in die Kamera. Ihre Kleider sind sorgfältig gewählt – modisch, mit Volants und leichten Stoffen, dazu passende Schuhe und kleine Handtaschen. An der Brust tragen sie Anstecknadeln, ein weiteres Zeichen, dass hier ein Fest gefeiert wird.

Links und rechts des Eingangs stehen kleine Tannenbäumchen, geschmückt mit Papierstreifen. Offensichtlich wird heute Hochzeit gefeiert! Der »Gebertsaal« bildet den passenden Rahmen für solche Feiern. Er ist Treffpunkt und Festsaal.

V.l.n.r.: 1 Else Häusle (verh. Weiss, 1911-?), 2 ???, 3 Agathe Beha (verh. Geisinger, 1906-1972), 4 Anna Benz (verh. Strobel, 1906-1986), 5 Maria Beha (verh. Maier)

Standort des Fotografen: 47.884471, 8.346889

Zwei Frauen beim Café »Schönblick«, ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Ursula Moch-Weiss zur Verfügung.

Neben dem Café »Schönblick« (Stadionstr. 6) stehen zwei junge Frauen auf der Wiese und blicken in die Kamera. Das 1929 erbaute Haus macht seinem Namen alle Ehre: Von hier aus eröffnet sich ein weiter Blick über das Städtchen. Die Dächer der Häuser in der Haslachstraße, der Oberen Hauptstraße und der Vorstadtstraße liegen förmlich zu Füßen. Ist das Feuerwehrhaus (Florianweg 1) noch nicht gebaut? Oder ist es aus dieser Perspektive nicht zu sehen?

Im Hintergrund erhebt sich der Alenberg mit seinem Wäldchen. Zwischen den Bäumen ist die Friedhofskapelle zu erkennen, deren kleines Türmchen mit Kreuz aus dem Grün herausragt. Das Café mit angeschlossener Pension wird von Ernst Wurster und seiner Frau betrieben und ist ein beliebtes Ziel zur Einkehr.

Die beiden Frauen auf der Wiese sind Else Häusle und Mathilde Keller. Sie sind Klassenkameradinnen – und ihre Freundschaft hat offenbar auch die Schulzeit überdauert.

V.l.n.r.: 1 Else Häusle (verh. Weiss, 1911-?), 2 Mathilde Keller (verh. Kranzer, 1911-?)

Standort des Fotografen: 47.883374, 8.349115

Hilde Selb auf dem Alenberg, ca. 1935

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Hilde Selb (geb. Laufer, 1887-1969) steht auf dem Alenberg und blickt hinunter auf das Städtchen. Neben ihr breitet eine Fichte ihre Äste aus, während sich unterhalb des Hanges die dicht gedrängten Häuser der Altstadt ausbreiten. In ihrer Hand hält sie eine kleine Handtasche; ihr dunkles Kleid wirkt schlicht und elegant – vielleicht ist sie gerade auf einem Sonntagsspaziergang unterwegs.

Aus dem Dächergewirr ragt der Rathausturm hervor. Dahinter erhebt sich der Turm der katholischen Pfarrkirche St. Michael, der das Stadtbild prägt und weithin sichtbar ist. Jenseits des Städtchens öffnet sich die Landschaft mit Feldern und sanften Hügeln der Baar.

Der Blick vom Alenberg gehört zu den schönsten Aussichtspunkten auf Löffingen. Spaziergänger*innen kommen hierher, um kurz innezuhalten und über das Städtchen zu schauen – so wie Hilde Selb an diesem Tag.

Standort des Fotografen: 47.885624, 8.344861

2 Fotos: Kindergartenfest, ca. 1985

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Renate Meder zur Verfügung.

Im Kindergarten wird gefeiert. Auf einer kleinen Holzbühne tanzen Kinder im Kreis um ein Geflecht aus Seilen – ein Bändertanz, bei dem sich die Stränge nach und nach umeinander winden. Die Kinder heben die Arme, drehen sich und folgen aufmerksam den Anweisungen der Erzieherin. Sie halten konzentriert die Seile fest und bewegen sich im Rhythmus. Noch ist das Geflecht ungeordnet, doch mit jeder Runde entsteht langsam ein Muster.

Die Bühne ist liebevoll geschmückt: Rote und gelbe Papiergirlanden spannen sich entlang des Geländers, daneben steht ein großer Sonnenschirm aus Bast – fast wie aus einem Urlaubsort. Im Hintergrund sitzen Eltern und Gäste im Gras oder auf Bänken und verfolgen das Programm.

Wochenlang wurde für das Kindergartenfest geübt: Lieder, kleine Tänze und Spiele. Für die Kinder bedeutet der Auftritt vor Publikum ein großes Abenteuer – und für die Eltern einen Moment, den man gern fotografisch festhält.

Zu sehen sind u.a. Birte Meder.

Standort des Fotografen: 47.883181, 8.346912

Martin und Luise Laufer, ca. 1900

Fotograf: Leo Molitor, Neustadt | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Der Landwirt Martin Laufer und seine Ehefrau Luise Laufer (geb. Siefert) lassen sich im Fotostudio fotografieren – ein bewusster Schritt, kein beiläufiger Schnappschuss. Solche Porträts entstehen nicht nebenbei. Man zieht das beste Gewand an, nimmt Haltung an und lässt sich für die Nachwelt festhalten.

Martin Laufer (1854-1922) trägt Uniform. Der hochgeschlossene Waffenrock sitzt tadellos, auf der Schulter die Rangabzeichen. Am Revers ist deutlich das Ordensband des Eisernen Kreuzes zu erkennen – eine Auszeichnung, die er im Krieg 1870/71 erhalten haben dürfte. Für den Ersten Weltkrieg ist er bereits zu alt: Als dieser 1914 beginnt, ist er bereits 60 Jahre alt. Das Foto muss also deutlich früher entstanden sein.

Sein markanter Schnurrbart und der feste Blick verleihen ihm eine würdevolle Strenge. Neben ihm steht Luise Laufer (geb. Siefert, 1864-1929). Ihr Haar ist sorgfältig frisiert, das dunkle Kleid mit Spitzenbesatz und hoher Bluse zeugt von bürgerlichem Selbstverständnis. Ihr Gesicht wirkt ruhig, beinahe sanft – ein Gegenpol zur militärischen Strenge ihres Mannes.

Geheiratet hatten die beiden am 29. Mai 1884. Martin Laufer, geboren am 3. Oktober 1854 als Sohn des Landwirts Martin Laufer sen. und Ursula Laufer (geb. Schneider), führt mit Luise Laufer ihre Landwirtschaft in der Bittengasse. Luise Laufer war am 13. April 1864 als Tochter des Landwirts Albert Siefert und Agnes Siefert (geb. Egle) geboren worden. Zwei alteingesessene Familien verbanden sich.

1919 verkaufen sie ihr Anwesen. Zehn Jahre später, 1929, wird es beim Großbrand in der Kirchstraße ein Raub der Flammen. Martin Laufer erlebt das nicht mehr: Er stirbt am 29. Mai 1922 – auf den Tag genau 38 Jahre nach seiner Hochzeit. Luise Laufer überlebt ihn um sieben Jahre und stirbt am 27. Dezember 1929 im Alter von 65 Jahren.

Standort des Fotografen: Neustadt

Personengruppe am Waldrand, ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Drei junge Menschen stehen am Waldrand. Hinter ihnen ragen dunkle Tannen auf. Im Mittelpunkt des Fotos: Mathilde Keller (1911-?). Sie trägt ein helles Kleid mit feinem Strickjäckchen, dazu weiße Strümpfe und Riemchenschuhe. Eingerahmt wird sie von zwei jungen Männern.

Links von ihr steht ein junger Mann im zweireihigen Anzug mit Krawatte. Die Frisur ist geschniegelt, die Haltung aufrecht. Es ist ihr Bruder Ernst Keller (1912-1985), der selbstverständlich an ihrer Seite steht. Rechts hingegen ein weiterer junger Mann, ebenfalls im Anzug, mit Einstecktuch und Blume am Revers. Mathilde Keller legt ihm die Hand auf die Schulter – eine kleine, aber deutliche Geste der Vertrautheit. Ist es ihr Freund?

Mathilde Keller ist die Tochter des Taglöhners und Leichenschauers Josef Keller (1881-1955) und seiner Ehefrau Rosalie (geb. Schmid, 1884-1962). Sie wächst in einfachen Verhältnissen auf.

V.l.n.r.: 1 Ernst Keller (1912-1985), 2 Mathilde Keller (verh. Kranzer, 1911-?), 3 ???

Standort des Fotografen: ???