Weinscheune in der Kirchstraße beim Scheunenfest, 1977

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Das Scheunentor steht weit offen. Es gehört zum Ökonomiebereich des Hauses von Witwe Lina Fehrenbach geb. Hasenfratz (1901-1991) in der Kirchstraße. Sie führt die Landwirtschaft schon eine ganze Weile nicht mehr – nicht erst seit dem Tod ihres Ehemannes Franz Fehrenbach (1897-1976) im Vorjahr.

Heute verwandelt sich die Scheune in eine »Weinscheune« und lädt zum Verweilen ein. Denn die Hexengruppe veranstaltet zum wiederholten Mal ihr Scheunenfest. Anlässlich der Einweihung des Hexenbrunnens 1975 hatten die Hexen kurzerhand drei Scheunen festlich hergerichtet, um die Gäste bei ungünstiger Witterung im Trockenen bewirten zu können. Zwei Jahre später ist das Scheunenfest schon zur Tradition geworden. Als Hingucker steht vor der »Weinscheune« auf der Straße ein Holzkarren, auf dem alte Weinfässer liegen. Na, dann Prost und zum Wohl!

Standort des Fotografen: 47.883300, 8.344894

4 Fotos: Stadtpfarrer Litterst bei der Fahrzeugweihe, 1. Mai 1999

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Traditionell findet am 1. Mai in der Witterschneekirche die Wallfahrtseröffnung mit einem Gottesdienst und anschließender Fahrzeugweihe statt. Auch in diesem Jahr lockt es wieder viele Autofahrer*innen und sonstige Fahrzeugführer*innen aus dem gesamten Hochschwarzwald nach Löffingen.

Dekan Hermann Litterst (1929-2013) geht zusammen mit zwei Ministrant*innen über die zugeparkten Wiesen rund um die Wallfahrtskirche und segnet mit Weihwasser Fahrzeuge aller Art, PKWs, Motorräder, Roller, Fahrräder und Traktoren. Für Litterst, der seit 1977 in der katholischen Pfarrgemeinde St. Michael wirkt, ist es die letzte Fahrzeugweihe, da er im Herbst in den Ruhestand geht.

Die Ministrant*innen sind Eva Thurau und Raphael Picht. Unter den Wallfahrer*innen sind u.a. zu sehen: Alexander Gromann, `??? Zipfel (Rötenbach) und Adelheid Zipfel geb. Vögt (Rötenbach).

Standort des Fotografen: 47.893550, 8.335996

20-Jährige beim Sammeln von Brennmaterial in der Wartenbergstraße, 1995

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Die 20-Jährigen sind nicht nur am »Schmutzigen Dunschdig« im Einsatz, wenn sie den Narrenbaum aufstellen und »auf die Laterne« der Laternenbrüder vereidigt werden. Auch am »Fasnet Mändig« beteiligen sie sich selbstverständlich beim Narrenumzug. Und dann sind sie am »alten Fasnetsunndig« nochmal gefordert: An diesem Tag versteigern sie den Narrenbaum und verbrennen dann mit dem Fasnetfunken die Fasnacht.

Hier sind ein paar 20-Jährige damit beschäftigt, in der Wartenbergstraße eifrig Brennmaterial einzusammeln, wie z.B. alte Weihnachtsbäume. Der Anhänger ihres Traktors ist schon gut gefüllt. Angesichts des winterlichen Wetters, der Kälte und des Schnees lockt wohl die Aussicht auf das wärmende Feuer des Fasnetfunkens. Gleichzeitig mögen die 20-Jährigen dem Ereignis auch ein bisschen wehmütig entgegenblicken, denn mit dem Abbrennen endet nicht nur eine tolle Fasnacht, sondern auch ihre Sonderrolle als 20-Jährige.

V.l.n.r.: 1 Rebecca Fetz, 2 Marita Beha, 3 Daniel Schätzle, 4 Jörg Ganter, 5 Isabell Meßmer, 6 Mathias Thurau

Standort des Fotografen: 47.887812, 8.344892

Jugendfeuerwehr vor der Festhalle, 1988

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willman zur Verfügung.

Die Festhalle wird weitgehend von dem Feuerwehrauto verdeckt, aber der Schriftzug »Festhalle« ist gerade noch zu lesen. Der Aufnahmeort für das Foto ist insofern passend, als dass vom 5. August bis 8. August 1988 gleich zwei Feste gefeiert werden: Die freiwillige Feuerwehr feiert ihr 125. Gründungsjubiläum und die Jugendfeuerwehr wird 20 Jahre alt!

Gegründet wurde die Jugendfeuerwehr 1968 unter Brandmeister Fritz Adrion. Die Betreuung der Jugendlichen übernahm damals Löschmeister Gerhard Pfeifer – und er erfüllt diese Aufgabe immer noch, weshalb er zusammen mit Kommandant Fritz Isele (1940-2024) und den Jugendlichen für das Gruppenfoto posiert. Seit Anfang der 1980er Jahre gehören auch Jugendliche aus Dittishausen der Jugendfeuerwehr an.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Kommandant Fritz Isele, 2 Matthias Schneider, 3 Konrad Isele, 4 Stefan Fritsche, 5 Christian Maier (Dittishausen), 6 Martin Bächle (Dittishausen), 7 Matthias Thurau, 8 Markus Wiggert, 9 Gerhard Pfeifer
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Joachim Heizmann, 2 Bernd Jordan, 3 Thomas Wörwag, 4 Roland Sauer (Dittishausen), 5 Tobias Neumaier, 6 Martin Siebler (Dittishausen)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Matthias Pfeifer, 2 Christian Heizmann I, 3 Christian Heizmann II, 4 Christian Isele, 5 Peter Fritsche, 6 Michael Mayer

Standort des Fotografen: 47.883020, 8.347588

2 Fotos: Mayer-Kinder mit LKW der Firma Mayer, 1953

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Brigitte Mayer zur Verfügung.

Die beiden Brüder Erwin Mayer und Manfred Mayer lächeln in die Kamera. Sie werden vor dem nagelneuen Firmenwagen des elterlichen Familienunternehmens fotografiert: Der ganze Stolz gilt dem ersten Mercedes-LKW. Unübersehbar funkelt der Stern. Das Nummernschild weist das Kennzeichen »FB« auf, das von 1949 bis 1956 in Baden gültig ist.

Die Firma wurde 1910 von Georg Mayer gegründet, um vor allem Holz für die Holzindustrie, insbesondere für die Firma Josef Benz AG, zu transportieren. Im Winter wurden die Pferde vor den Schneepflug gespannt. Ab 1935 wurde der Fuhrpark zunehmend motorisiert, denn ab diesem Jahr kamen auch Traktoren zum Einsatz. Jetzt nach dem Zweiten Weltkrieg wird der erste Lastkraftwagen zum Transport von Langholz angeschafft. 1979 steigt das Familienunternehmen in den Container-Service ein, anfänglich mit nur einem LKW und 20 Containern.

Standort des Fotografen: ???

Neubau vom Haus Sibold in der Kirchstraße, 1983

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Zur Zeit klafft mitten im Altstadtring eine Lücke, durch die man von der Kirchstraße aus zum Farrenstall in der Bittengasse hindurchblicken kann. Aber die Vorbereitungen zur Errichtung eines Neubaus sind in vollem Gange. Die Brandmauern von den beiden Nachbarhäusern, Laufer zur linken (Kirchstr. 17) und Stephani zur rechten (Kirchstr. 21), werden abgestützt.

Am 15. Juli 1982 war das Haus von Landwirt Adolf Sibold abgebrannt. Zerstört wurden sowohl der Wohnbereich als auch die Ökonomie, in der das Feuer ausgebrochen war. Die Brandruine wurde im September 1983 abgetragen. Der Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses erfolgt nach Plänen des Rötenbacher Architekten Eugen Knöpfle. Im Herbst 1984 wird der Bau fertiggestellt und die Dorgeriemarkt-Kette »Schlecker« eröffnet im Erdgeschoss eine Filiale.

Standort des Fotografen: 47.883119, 8.344534

Sofie Stöhr mit Kindern in der Rötengasse, ca. 1942

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Helga Küßner und Christa Egle zur Verfügung.

Sofie Stöhr (1903-1977) steht neben einem Anhänger, auf dem drei Kinder sitzen. Das Mädchen in der Mitte ist ihre Tochter Helga (geb. 1938). Sie trägt ein kariertes Sommerkleid. Der Anhänger ist leer. Das Holz, das darauf transportiert wurde, ist bereits abgeladen.

Im Hintergrund ist das Haus Ganter (Maienlandstr. 8) zu sehen. Direkt vor dem Haus verläuft die Rötengasse, die zum Alenberg hinaufführt. Es handelt sich wirklich um eine enge Gasse, denn die Einmündung in die Maienlandstraße ist noch nicht begradigt und auch noch sehr steil.

V.l.n.r.: Sofie Stöhr, Alfons Schlenker (1937-1998), Helga Stöhr (verh. Küßner), ???

Standort des Fotografen: 47.885307, 8.341829

2 Fotos: Wehrmachtssoldaten in der Unteren Hauptstraße, 9. März 1940

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Gertrud Geisinger zur Verfügung.

Vor dem Friseursalon Limb (Untere Hauptstr. 4) steht der Fotograf und hält den Moment mit der Kamera fest, in dem Wehrmachtssoldaten durch das Städtchen ziehen. Sie marschieren in Kolonnen und haben Pferdefuhrwerke mit sich. Obwohl schon der 9. März ist, herrscht winterliches Wetter.

Der Blick fällt auf die Häuser der anderen Straßenseite, das Gasthaus »Sonne« (Kirchstr. 29), das Kaufhaus A. Zimmermann (Untere Hauptstr. 7) , das Uhrengeschäft von Wilhelm Maier (Untere Hauptstr. 5) und die Metzgerei von Friedrich Seilnacht (Untere Hauptstr. 3).

Noch ist es die Zeit der »Blitzkriege« und »-siege«. Am 1. September 1939 hat Deutschland mit dem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg begonnen. In genau einem Monat, am 9. April 1940, wird die Wehrmacht Dänemark und Norwegen überfallen. Am 10. Mai 1940 wird der Überfall auf die Niederlande, Belgien und Luxemburg folgen, um die Voraussetzung zur Invasion Frankreichs zu schaffen.

Standort des Fotografen: 47.883500, 8.343771

Traktor mit Güllewagen, ca. 1959

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Adolf Benz zur Verfügung.

Die technische Ausstattung der Landwirtschaft wird immer moderner. Stolz sitzt Emil Benz (geb. 1936) auf seinem Traktor der Marke »Kramer«, der von der 1925 gegründeten Firma »Gebrüder Kramer« mit Sitz in Gutmadingen produziert wurde. Vermutlich handelt es sich um einen »Kramer KL 11«, der von 1953 bis 1956 gebaut wurde.

Er zieht einen alten Karren mit Holzrädern hinter sich her, auf den ein Güllefass montiert ist. Adolf Benz bringt auf den Feldern im Gewann »Stettholz« Gülle als Dünger aus. Noch liegt zwar teilweise Schnee, aber es scheint zu tauen und der Boden nicht mehr tiefengefroren zu sein.

Standort des Fotografen: ???

Erster Krankenwagen des DRK vor dem Dreschschuppen, 1965

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Martin Lauble (DRK-Ortsverein Löffingen) zur Verfügung.

Dieser VW-Krankenwagen ist der ganze Stolz der DRK-Ortsgruppe. Denn es ist das erste Fahrzeug überhaupt. Im Februar 1965 erwarb man ihn gebraucht von der DRK-Ortsgruppe Furtwangen für 3.500 DM. Die Krankentransportleitung wird von Bereitschaftsführer Emil Schmid übernommen, der auch gleichzeitig rund um die Uhr Telefondienst leistet. Im ersten Jahr fährt der Krankenwagen zu 135 Einsätzen aus. 1967 wird er wegen Reparaturanfälligkeit durch ein anderes Fahrzeug ersetzt.

Standort des Fotografen: 47.887561, 8.352637

Ausschnitt: Gasthaus »Löwe«, ca. 1901-1903

Verlag J. G. Fleig, Hornberg / Stadtarchiv

Dies ist die älteste bekannte Ansicht vom Gasthaus »Löwe« (Rathausplatz 11). Sie ist ein Ausschnitt aus einer Mehrbildkarte, die am 24. März 1903 ins elsässische Sausheim gesendet wird. Vor dem Gasthaus steht eine Pferdekutsche. Sie soll vermutlich signalisieren, dass gerade Gäste angekommen sind, die in dem Gasthaus einkehren oder vielleicht sogar übernachten. Gleichzeitig erinnert die Kutsche daran, dass der »Löwen« früher Poststation war.

Dem Wirtshausschild ist zu entnehmen, dass das Gasthaus nicht einfach nur »Löwen« heißt, sondern einen Namenszusatz trägt: »Hộtel de Lion d‘or«. Seit 1882 hatte das Gasthaus diesen französischen Zusatz, um offenbar französische Kundschaft anzusprechen. Dies ist durchaus bemerkenswert. Denn das Verhältnis zwischen den beiden »Erbfeinden« Deutschland und Frankreich ist nach dem Krieg 1870/71 alles andere als freundschaftlich.

Standort des Fotografen: 47.883875, 8.344696

Mann vor dem Wegweiser am Mailänder Tor, 1956

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Petra Nobs zur Verfügung.

Auf dem unteren Rathausplatz steht ein Mann. Er lehnt sich lässig an den Wegweiser vor dem Mailänder Tor. Nach links führt die Bundesstraße 31 in Richtung Neustadt und Freiburg, nach rechts ins 17 Kilometer entfernte Donaueschingen. Über den modernen Entfernungsschildern mit schwarzer Schrift auf gelbem Grund hängen zwei holzgeschnitzte Wegweiser, die pittoresk anzuschauen sind. Besonders hoch sind die Schilder nicht angebracht, da dürfen auch die Fahrzeuge nicht zu hoch sein, wollen sie darunter durchpassen.

Der Blick fällt durch das Mailänder Tor in die Maienlandstraße. An der Kreuzung zur Ringstraße steht ein Güllewagen. Dahinter ist das Haus Strobel (Maienlandstr. 3) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883876, 8.343851