Gasthaus »Adler« und Haus Limb in der Unteren Hauptstraße, ca. 1907-1914

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Franz Hofmeier zur Verfügung.

Zwei Geschäfte teilen sich ein stattliches Gebäude in der Unteren Hauptstraße. Erst 1907 wird das ursprünglich einheitliche Haus in zwei Hälften geteilt. Links richtet Friseurmeister Julius Limb (1883-1968) sein Geschäft ein. Große Schaufenster nehmen fast die gesamte Breite des Erdgeschosses ein. Über ihnen wirbt ein Schild mit »Anfertigung moderner Haararbeiten« sowie mit »Drogen Parfümerien Cigarren«. Vor dem Eingang stehen Julius Limb im weißen Friseurkittel und weitere Personen für den Fotografen bereit.

In der rechten Gebäudehälfte betreiben der Gastwirt Heinrich Faller (1872-1927) und seine Ehefrau Mathilde Faller (geb. Bausch, 1875-1952), den Gasthof »Adler«. Das schmiedeeiserne Wirtshausschild hängt weithin sichtbar an der Hausecke. Im Erdgeschoss gibt es hier lediglich den Eingang; von dort führt eine Treppe hinauf zur Gaststube im ersten Stock.

Noch ist gut zu erkennen, dass beide Haushälften ursprünglich zusammengehören. Im Laufe der Jahrzehnte werden sie jedoch mehrfach umgebaut und unterschiedlich gestaltet. Fassaden, Fenster und Eingangsbereiche entwickeln sich immer stärker auseinander, sodass heute kaum noch auffällt, dass hier einst ein einziges Gebäude stand.

Weiter links setzt sich die Häuserzeile fort. Zu erkennen sind die Bäckerei des Bäckermeisters Ernst Straub (Untere Hauptstr. 6) und die Restauration Benz (Untere Hauptstr. 8).

Standort des Fotografen: 47.883649, 8.343892

Blick aus dem Gasthaus »Adler« mit Wirtshausschild, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

Fast scheint das schmiedeeiserne Wirtshausschild vom Gasthaus »Adler« über dem Städtchen zu schweben. Von einem Fenster im zweiten Obergeschoss des Gasthauses fällt der Blick hinaus auf den unteren Rathausplatz. Das reich verzierte Schild mit dem Adler ragt weit über die Fassade hinaus und beherrscht die Aufnahme. Gastwirt des »Adlers« ist zu dieser Zeit Heinrich Faller.

Rechts erhebt sich das Rathaus, davor steht das Kriegerdenkmal zur Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Links ist das Haus des Schmiedemeisters Emil Fürst (Rathausplatz 5) zu sehen. An seinem Giebel wächst ein Spalierbaum empor. Dem Gebäude bleibt allerdings nicht mehr viel Zeit: Beim Großbrand von 1921 wird es zerstört.

Das Foto zeigt Löffingen damit unmittelbar vor einer tiefgreifenden Veränderung des Stadtbildes. Gerade solche Aufnahmen sind nach dem Brand von besonderem Wert, weil sie Häuser und Straßenzüge dokumentieren, die kurz darauf verschwinden und beim Wiederaufbau ein völlig neues Aussehen erhalten.

Veröffentlicht wird die Aufnahme 1921 in der Zeitschrift »Badische Heimat« als Bild Nr. 27 unter der Bezeichnung »Wirtshausschild zum Adler«. Ein neunseitiger Beitrag führt die Leser*innen anhand von insgesamt 28 Ansichten wie auf einem Rundgang durch das Städtchen. Verfasst wird er von Max Wingenroth (1872-1922), Kunsthistoriker, Leiter der Städtischen Sammlungen in Freiburg und Schriftleiter der Zeitschrift. Herausgeber ist der 1909 gegründete »Landesverein Badische Heimat e. V.«, der sich der Geschichte, Kunst, Landschaft und Volkskunde Badens widmet. Der Großbrand von 1921 dürfte den unmittelbaren Anlass dafür geben, das alte Löffingen noch einmal ausführlich in Wort und Bild vorzustellen.

Standort des Fotografen: 47.883581, 8.343731

Haus Limb und Gasthaus »Adler« in der Unteren Hauptstraße, 1927

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Franz Hofmeier zur Verfügung.

Völlig durch Kletterpflanzen zugewuchert zeigt sich hier das Haus Limb (Untere Hauptstr. 4). Nur durch am Gartenzaun angebrachten Reklameschilder erfährt man, welche Waren Julius Limb verkauft. Auf diesem Bild wird das Ausmaß des idyllischen Vorgärtchens deutlich. Es nimmt fast die Hälfte des gepflasterten Gehwegs ein. Hinter dem Zaun plätschert sogar ein kleiner Springbrunnen.

Das Foto entsteht an einem Festtag, wie der Flaggenschmuck zeigt, vermutlich anlässlich des Gausängerfestes. Am 31. Juli 1927 findet ein Festumzug statt. Julius Limb gehört dem Festausschuss des Sängerfestes an. Rechts angrenzend ist das Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.883360, 8.343888

Demetriusstraße hinter dem Gasthaus »Adler«, 1930

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Georg Willmann zur Verfügung.

Die Demetriusstraße verengt sich hinter dem Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2). Vom Gasthaus führt ein Übergang hinüber zu der ehemaligen Tanzlaube und zu den Stallungen, links im Bild.

Im rechten Teil des Bildes sieht man die Rückansicht der Bäckerei Straub (Untere Hauptstr. 6). In der Enge der Altstadt muß auch der kleinste Platz als Lagermöglichkeit genutzt werden. Auch ein Misthaufen hat seinen Platz zu finden.

Standort des Fotografen: 47.883402, 8.343482

Limbs Tankstelle in der Unteren Hauptstraße, ca. 1940

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gertrud Geisinger zur Verfügung.

Zu sehen sind Friseurmeister Julius Limb (1883-1968) und seine Ehefrau Maria (geb. Nägele). Julius Limb betreibt vor seinem Friseursalon auch eine Tankstelle. Der Tankwagen ist vorgefahren und Julius Limb ist voll in Aktion für die Übernahme das Benzins. Interessant ist das Kennzeichen »IVB« des Tankwagens und der seitliche Aufdruck »STANDARD« des Benzinherstellers.

Standort des Fotografen: 47.883418, 8.343822

Gasthaus »Adler« und Haus Limb in der Unteren Hauptstraße, ca. 1945-1954

Verlag Anton Rebholz

Diese Ansichtskarte entsteht in der Nachkriegszeit. Das traditionsreiche Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) wird von Metzgermeister Fritz Seilnacht (1901-1987) und seiner Ehefrau Mathilde Seilnacht (1904-1996) betrieben, der Tochter der früheren Wirtsleute Faller. Neben dem Gasthaus führen die Seilnachts auch eine eigene Metzgerei, wie an der Fassade geschrieben steht. »Feine Fleisch- und Wurstwaren – Gute Küche – Reelle Weine – Fürstenberg-Biere« lautet eine Werbeanzeige aus dem Jahr 1951.  Werbetafeln sind auch an der Fassade angebracht, die für »Fürstenberg«-Bier und »Coca-Cola« werben.

Vor dem Nachbarhaus (Untere Hauptstr. 4) hat Friseurmeister Julius Limb (1883-1968) ein eingezäuntes Vorgärtchen angelegt, in dem er gerade steht. Neben seinem Friseurgeschäft betreibt er eine Tankstelle. Schließlich steht das Haus verkehrsgünstig direkt an der Durchgangsstraße. Der Fotograf passt einen Moment ab, in dem gleich drei parkende Autos mit auf das Foto kommen. Neben dem Haus Limb schließt sich die Bäckerei Straub (Untere Hauptstr. 6) an. Am Ende der Straße ist der »alte Benzbau« (Untere Hauptstr. 8) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883655, 8.343871

Schneeabfuhr in der Demetriusstraße, ca. 1946-1953

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gottlieb Mayer zur Verfügung.

Hinter dem Gasthaus »Adler« fährt Gottlieb Mayer den Schnee mit einem von Pferden gezogenen Schlitten ab, um Platz in der engen Gasse zu schaffen. Der Übergang zur ehemaligen Tanzlaube des Gasthauses »Adler« ist beseitigt. Nur ein herausragender Gebäudestumpf erinnert an sie. Im Hintergrund ist die Fassade der Metzgerei von Johann Werne (Demetriusstraße 14) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883543, 8.343487

Demetriusstraße hinter dem Gasthaus »Adler«, ca. 1950

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Verena Neumann zur Verfügung.

Eng geht es zu am unteren Ende der Demetriusstraße! Immerhin kann ein Traktor gerade noch durchfahren. Auf ihm sitzt Familie Mayer für ein Familienfoto, u.a. der Landwirt Gottlieb Mayer und seine Ehefrau Luise geb. Schopferer. Links hinter dem Traktor ist der Misthaufen zu sehen, der in der engen Gasse ebenfalls seinen Platz findet.

Der Übergang, der früher vom Gasthaus »zum Adler« zur ehemaligen Tanzlaube und zu den Stallungen führte, ist abgerissen. An der Brandwand am linken Bildrand ist noch am Mauerwerk zu erkennen, wo sich der Anbau befand. 

 Standort des Fotografen: 47.883463, 8.343455

Wirtsstube vom Gasthaus »Adler«, ca. 1950-1960

Verlag Gebrüder Metz | Stadtarchiv Löffingen

Die Wirtsstube vom Gasthaus »Adler« befindet sich im ersten Stockwerk. An der niedrigen, holzvertäftelten Decke sind mehrere Gemälde mit religiösen Motiven angebracht. Das Foto wird von den Wirtsleuten Seilnacht als Werbepostkarte verkauft. Auf der Karten-Rückseite heißt es, dass der »Adler« ein »gut bürgerliches Haus« sei, dessen »Fremdenzimmer mit fließend Wasser« ausgestattet seien.

Aus dem Fenster ganz links fällt der Blick auf das gegenüber liegende Haus am Rathausplatz 6. Durch die Gardine hindurch ist zu entziffern, dass sich darin das Lebensmittelgeschäft »Gottlieb« befindet.

Standort des Fotografen: 47.883591, 8.343645

Totenehrung auf dem Rathausplatz anlässlich der Stadterhebung, 27. Mai 1951

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.

Die Feierlichkeiten zur Wiederverleihung der Stadtrechte beginnen am Sonntag, den 27. Mai 1951 mit einem Festgottesdienst in der katholischen Pfarrkirche. Im Anschluss versammelt sich die Festgemeinde auf dem unteren Rathausplatz zur Totengedenkfeier. Schließlich befinden sich auf diesem Platz zwei Denkmäler zur Totenehrung: Vor dem Rathaus steht das Kriegerdenkmal für die Kriegsteilnehmer des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 und am Mailänder Tor hängen Gedenktafeln mit den Namen der im Ersten Weltkrieg 1914-1918 Gefallenen.

Der neue Demetriusbrunnen wird erst 1954 geschaffen und »Den Gefallenen des Zweiten Weltkrieges«, »Den Vermissten des Zweiten Weltkrieges« und »Den Opfern der Heimat« gewidmet.

3. von links: Alfred Köpfler, links von der Fahne: Josef Heiler, rechts neben der Fahne: Leopold Strobel?

Standort des Fotografen: 47.883799, 8.343951

Untere Hauptstraße mit der Bäckerei Straub, ca. 1951-1954

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise ??? zur Verfügung.

Links im Bild ist die Bäckerei Straub (Untere Hauptstr. 6) zu sehen. Maria Straub, die Tochter von Ernst Straub, heiratete den Bäckermeister Wilhelm Willmann. Die beiden führen die Bäckerei des Vaters weiter. Die Scheunentoreinfahrt ist im Erdgeschoss durch ein Fenster und im ersten Stockwerk durch zwei Fenster ersetzt. Statt der zwei Einzelgauben erstreckt sich über das ganze Dach eine Schleppgaube. Vor dem Haus steht ein Opel Olympia 51.

Daneben ist der Friseursalon von Julius Limb (Untere Hauptstr. 4) mit seiner Tankstelle und das Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) zu erkennen. Auf dem unteren Rathauspatz, der sich im Hintergrund anschließt, fehlt der Demetriusbrunnen, der im Zweiten Weltkrieg zerstört und erst 1954 neu erbaut wurde. Auch auf dem Dach des Mailänder Tores sind die Kriegszerstörungen noch deutlich zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.883306, 8.343831

Umzug auf dem Rathausplatz beim Kreisfeuerwehrfest, 6./7. Juni 1953

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.

Vier Zwerge mit Zipfelmütze und rauschendem Bart tragen ein Schild, auf dem »Die Feuerwehr als Beschützerin der Heimat« geschrieben steht. Dahinter schließt sich der Festumzug mit der Musikkapelle an. Im Hintergrund sind die geschmückten Häuser der Unteren Hauptstraße mit dem Haus Geiger (Untere Hauptstr. 1) und dem Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) zu erkennen.

Das Bild entsteht anlässlich des Kreisfeuerwehrfestes, das im Juni 1953 in Löffingen veranstaltet wird. Gleichzeitig feiert man das 90. Gründungsjubiläum der Löffinger Wehr.

Standort des Fotografen: 47.883741, 8.343743