Kinder des Jahrgangs 1921/22 bei einem Ausflug, ca. 1928

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.

Heute bleibt die Schulbank leer. Die Kinder des Jahrgangs 1921/22 sind zu einem Ausflug ins Grüne aufgebrochen und versammeln sich für ein Erinnerungsfoto auf einer Wiese. In drei Reihen sitzen und stehen sie dicht beieinander. Dabei ist die Geschlechtertrennung kaum zu übersehen: Vorne haben ausschließlich die Mädchen Platz genommen, während die Jungen in den beiden hinteren Reihen stehen und sitzen. Einzige Ausnahme ist ein Mädchen, das in der Mitte der dritten Reihe steht.

Auch die Kleidung erzählt von ihrer Zeit. Gleich mehrere Jungen tragen Matrosenanzüge mit dem charakteristischen breiten Kragen. Diese Kindermode ist im Kaiserreich außerordentlich beliebt, hält sich aber noch lange darüber hinaus. Die Mädchen tragen Kleider und Schürzen, manche mit großen weißen Kragen oder Schleifen im Haar.

Ein besonders schönes Detail trägt der Junge ganz links in der hinteren Reihe bei sich: An einem Riemen hängt ihm eine kleine Blechdose vor dem Bauch. Vermutlich steckt darin sein Proviant für unterwegs. Schließlich macht ein Wandertag hungrig.

Wo der Ausflug hinführt, ist nicht bekannt. Dichter Wald und Gebüsch bilden die Kulisse. Für die Kinder dürfte es ein kleines Abenteuer sein – und das Gruppenfoto hält einen jener besonderen Schultage fest, an denen einmal nicht Lesen, Schreiben und Rechnen auf dem Stundenplan stehen.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Hedwig Egle (1921-1929), 4 ???, 5 Agathe Köpfler (verh. Jordan, 1922-1982), 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Mathilde Wider (verh. Schwörer, 1921-2015), 4 Karl Benz (1921-2010), 5 ???

Zum Jahrgang gehören auch: Gertrud Brugger (verh. Heitzmann, 1921-2005), Elisabeth Gebert (verh. Keller, 1921-2006), Hildegard Heizmann (verh. Pfeifer, 1922-2008), Maria Honold. (verh. Göhry, 1921-1997), Hedwig Thoma (1921-2006), Hans Geisinger (1921-1993), Karl Heiler (1921-2007), Martin Mayer (1922-2008), Fritz Straub (1921-2007), Fritz Fritsche (1922-1968)

Standort des Fotografen: ???

Männergruppe im Gasthaus XXX, ca. 1925-1930

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Eng zusammengerückt sitzt eine Männergesellschaft an einem langen Tisch. Ob es sich um einen regelmäßigen Stammtisch, eine gesellige Runde oder vielleicht doch um eine Arbeitsbesprechung handelt, ist nicht bekannt. Auffällig ist jedenfalls, dass mit Bürgermeister Adolf Kuster (1874-1946) und den Lehrern Eugen Steidlinger (1873-1939) und Alfred Zwingert (1880-1938) mehrere bekannte Persönlichkeiten des Städtchens vertreten sind. Auch ein uniformierter Mann sitzt mit am Tisch. Zu welcher Organisation er gehört, lässt sich auf dem Foto nicht sicher erkennen. Denkbar wäre etwa ein Beschäftigter der Reichsbahn.

Der Aufnahmeort bleibt also vorerst ein Rätsel. Dabei bietet die Wirtsstube zahlreiche Hinweise. Der untere Teil der Wände ist mit Holz vertäfelt, links steht ein aufwendig verzierter Kachelofen. An den Wänden hängen Reklametafeln für »Fürstenberg Bier« und »Stern-Brezel«, außerdem ein Werbeplakat des Löffinger Maschinenhändlers Christian Faller. Rechts ist ein Fahrplan der Reichsbahn angebracht. Ob die Aufnahme deshalb im Bahnhofslokal entsteht? Dagegen spricht, dass die Fenster nicht recht zu bekannten Ansichten des 1945 zerstörten Bahnhofsgebäudes passen.

Schade ist, dass auch die an der Wand befestigte Zeitung nicht besser zu erkennen ist. Wären Schlagzeilen oder Erscheinungsdatum lesbar, ließe sich die Aufnahme genau datieren. Adolf Kuster ist von 1920 bis 1933 Bürgermeister in Löffingen. Alfred Zwingert wird 1932 zum Oberlehrer in Bühlertal ernannt und verlässt das Städtchen. Das Foto muss also davor entstanden sein. Es bleibt nur die Einordnung zwischen 1925 und 1930 – und die Hoffnung, dass vielleicht jemand die Wirtsstube oder weitere Männer der Runde erkennt.

V.l.n.r.: 1 Lehrer Eugen Steidlinger (1873-1939), 2 ???, 3 ???, 4 ??? (verwackelt), 5 ???, 6 Lehrer Alfred Zwingert (1880-1938), 7 ???, 8 ???, 9 Bürgermeister Adolf Kuster (1874-1946), 10 ???

Standort des Fotografen: ???

4 Fotos: Abholung von Primizant Franz Benitz am Bahnhof, 6. April 1935

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Feierlich zieht eine große Prozession vom Bahnhof in Richtung Städtchen. Vorneweg gehen die Ministranten in ihren weißen Chorhemden, dahinter folgt eine Gruppe von Geistlichen. In ihrer Mitte steht derjenige, dem an diesem Tag die besondere Aufmerksamkeit gilt: Franz Benitz (1908-1944) in schwarzer Soutane. Am Vorabend seiner Heimatprimiz wird der Neupriester am Bahnhof abgeholt und von Familie, Geistlichkeit und Gemeinde zu einer Andacht in der katholische Pfarrkirche St. Michael begleitet.

Zahlreiche Löffinger*innen säumen die Bahnhofstraße. Auch aus den geöffneten Fenstern des »neuen Benzbaus« (Ringstr. 8) verfolgen Bewohner*innen den vorbeiziehenden Zug. Die Angehörigen der Familie Benitz haben sich festlich gekleidet.

Frühlingshaft ist das Wetter an diesem Apriltag allerdings nicht. Die Bäume sind noch kahl, auf der Straße liegt Schneematsch. Festtagskleidung, Chorhemden und Soutanen treffen auf nasses, kaltes Aprilwetter. Dennoch haben sich viele Menschen eingefunden, denn eine Primiz ist für eine katholisch geprägte Gemeinde ein besonderes Ereignis – auch in der NS-Zeit.

Franz Benitz wurde am 31. März 1935 durch den Freiburger Erzbischof Conrad Gröber zum Priester geweiht. Am 7. April feiert er in seiner Heimatgemeinde Löffingen seine erste Messe. Geboren wurde er am 2. April 1908 als Sohn des Weinhändlers Joseph Benitz und dessen Ehefrau Anna Benitz (geb. Glunk). Er wuchs in einer tief im katholischen Milieu verwurzelten Familie auf. Nach der Priesterweihe wirkt er als Vikar in Sinzheim bei Rastatt, Weingarten bei Karlsruhe, Schwetzingen und Mannheim. Am 5. Dezember 1940 wird Franz Benitz zur Wehrmacht eingezogen und verbringt als Sanitäts-Obergefreiter rund drei Jahre an der Ostfront in der Sowjetunion. Dort erkrankt er an Fleckfieber. Während eines Heimaturlaubs in Löffingen bricht die Krankheit aus. Er wird in das Lazarett nach Donaueschingen gebracht, wo er am 30. März 1944 stirbt – nur wenige Tage vor seinem 36. Geburtstag. Beigesetzt wird er auf dem Friedhof seiner Heimatgemeinde.

Bei den Familienangehörigen sind Joseph Benitz (1897-1981), Hedwig Benitz (geb. Steidlinger, 1900-1995), Paul Benitz (1899-1979) und Albert Benitz (1905-1996) zu erkennen.

Unter den Zuschauer*innen am Straßenrand stehen u.a. Hilda Schultheiß (verh. Schulz) und Josepha Roth (verh. Rappenegger, 1915-1993).

Standort des Fotografen: 47.883737, 8.342193

Klasse 5b der Realschule mit Lehrerin Kern, 1991

Archiv der Realschule

Frühlingshaft präsentiert sich die Klasse 5b für ihr Gruppenfoto. Auf der saftig grünen Wiese blüht bereits der Löwenzahn, während die Büsche im Hintergrund noch weitgehend kahl sind. Die Schüler*innen verteilen sich in mehreren Reihen – vorne wird gehockt, dahinter steht man dicht beieinander. Rechts hat sich ihre Klassenlehrerin Ehren (Erentraud) Kern dazugestellt.

Auch die Kleidung verrät unverkennbar die frühen 1990er-Jahre: bunte Sweatshirts, auffällige Muster, weite Pullover und Jeans bestimmen das Bild. Im Hintergrund ist das Gebäude der Realschule mit seinen langen Fensterbändern und einer auffälligen orangefarbenen Jalousie zu erkennen.

Ehren Kern unterrichtet von 1990 bis 1998 an der Löffinger Realschule. Für die Schüler*innen der 5b liegt der Wechsel von der Grundschule noch nicht lange zurück. Nun gehören sie zur jüngsten Jahrgangsstufe der Realschule – und stehen noch ziemlich am Anfang ihrer gemeinsamen Schulzeit.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 Lehrerin Ehren (Erentraud) Kern
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???

Zum Jahrgang gehören: Holger Barsch, Oliver Khisa, Tobias Langenbacher, Tobias Lauble, Christian Lumpe, Wolfgang Sibold, Lars Sukale, Markus Teuber, Thorsten Walz, Diana Blatter, Alexandra Bratek, Sabrina Frei, Silke Frey, Yvonne Gautard, Ramona Herchenbach, Selina Kienzler, Marina Langenbacher, Rebekka Petermann, Carolin Schubnell, Ute Vogt, Nina Wehrle, Simone Wolf

Standort des Fotografen: 47.883280, 8.347614

Haus Benitz in der Alenbergstraße, ca. 1923-1927

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Noch ist das Wohn- und Geschäftshaus Benitz (Alenbergstr. 7/9) ein Neubau. Nach dem verheerenden Großbrand vom 28. Juli 1921, bei dem Familie Benitz gleich drei Häuser verliert, entsteht das stattliche Doppelhaus nach Plänen der Wiederaufbaukommission unter Leitung des Freiburger Architekten Carl Anton Meckel (1875-1938). Anfang 1923 werden die Wohn- und Geschäftsräume nach und nach bezogen.

Das Gebäude überragt die benachbarten Häuser der Alenbergstraße deutlich. Für den Fotografen ist die Familie auf beide Balkone getreten. Unten stehen mehrere Angehörige um Anna Benitz (geb. Glunk, 1870-1959), oben haben die beiden erwachsenen Söhne Joseph Benitz und Paul Benitz Platz genommen. So wird aus der Aufnahme zugleich ein Familienfoto und ein stolzes Bild des gerade erst wiederaufgebauten Hauses.

Unterer Balkon, v.l.n.r.: 1 Albert Benitz (1905-1996), 2 ???, 3 Anna Benitz (geb. Glunk, 1870-1959), 4 ???
Oberes Balkon, v.l.n.r.:
1 Joseph Benitz (1897-1981), 2 Paul Benitz (1899-1979)

Besonders interessant ist eine handschriftliche Ergänzung auf dem Abzug. Quer über die Fassade steht in blauer Schrift: »Weinkellerei – Joseph Hogg – Branntweine«. Offenbar dient das Foto als eine Art Entwurf: Familie Benitz plant, mit einer großen Werbeschrift auf die im Haus betriebene Weinhandlung aufmerksam zu machen. Noch existiert die Beschriftung nur auf dem Foto – auf Aufnahmen von 1927 ist sie dann tatsächlich an der Fassade angebracht.

Standort des Fotografen: 47.885040, 8.344570

Narrengruppe beim Rathausbrunnen, Fasnacht 1913

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Ein bunter Haufen hat sich rund um den Rathausbrunnen zum Erinnerungsfoto versammelt. Kaum ein Kostüm gleicht dem anderen: Zu sehen sind phantasievoll Verkleidete. Manche Kostüme wirken aufwendig, andere offensichtlich improvisiert. Über der närrischen Gesellschaft wacht die »Schnitterin« auf der Brunnensäule.

1913 wird in Löffingen besonders ausgiebig Fasnacht gefeiert. Die »Laternenbrüder« begehen ihr 25-jähriges Gründungsjubiläum und veranstalten einen großen Narrenumzug. Im Jahr zuvor und auch 1914 hält man sich dagegen mit größeren närrischen Aktivitäten zurück. Umso mehr scheint 1913 alles auf die Straße zu drängen, was sich irgendwie verkleiden lässt.

Die Aufnahme vermittelt schön, wie Fasnacht funktioniert. Fertige Kostüme lassen sich nicht einfach in großer Auswahl kaufen. Stoffe, alte Kleidungsstücke und vorhandene Accessoires werden wiederverwendet, umgearbeitet und neu kombiniert. Gerade aus diesen begrenzten Möglichkeiten entsteht eine erstaunliche Vielfalt – der Phantasie sind offenbar kaum Grenzen.

Im Hintergrund steht das frühere Fürstenbergische Amtshaus (Rathausplatz 2/3). Zu diesem Zeitpunkt ist das Gebäude bereits seit rund einem halben Jahrhundert in zwei Haushälften geteilt, deren Fassaden sich deutlich voneinander unterscheiden. In der linken Hälfte befindet sich das Postamt.

Standort des Fotografen: 47.883877, 8.344703

Nachwuchs der Trachtengruppe am Reichberg, ca. 1962

Verlag St. Michaels-Drogerie Rosa Pacher, Löffingen | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Auf der Wiese am Fuße des Reichbergs stellt sich der Nachwuchs der Trachtengruppe zum Gruppenfoto auf. Die Mädchen tragen ihre farbenfrohen Trachten, die Jungen Lederhosen mit Hosenträgern. Einige knien im Gras, die anderen stehen dahinter. Zwischen ihnen blühen die ersten Löwenzähne – ein frühlingshaftes Bild vor der Kulisse des Städtchens.

Im Hintergrund lässt sich gut erkennen, wie Löffingen über seinen alten Ortskern hinauswächst. In der Gartenstraße entsteht ein Neubaugebiet, dahinter ziehen sich die Häuser der Seppenhofer Straße entlang. Deutlich zu sehen ist das Städtische Krankenhaus mit seinem 1957 eingeweihten Erweiterungsbau. Über den Dächern ragt der Turm der katholischen Pfarrkirche St. Michael empor und beherrscht wie seit Generationen die Silhouette.

Die Aufnahme verbindet damit Tradition und Fortschritt: Im Vordergrund präsentiert sich der Nachwuchs in Tracht, während sich hinter ihm das moderne Löffingen der Nachkriegszeit ausbreitet.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Werner Kienzler (geb. 1948), 3 Helmut Pacher, 4 Willi Geisinger (1949-2024)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Angela Reichenbach (geb. 1948), 2 Marianne Zepf (verh. Grieshaber, geb. 1948), 3 Gretel Jordan
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Ursula Rieck (verh. Kramer), 2 Anita Greuter, 3 Annemarie Vierlinger (geb. 1946)

Das Gruppenfoto findet als kolorierte Ansichtskarte Verbreitung. Herausgegeben bzw. vertrieben wird sie von der St. Michaels-Drogerie von Rosa Pacher. So reisen die jungen Trachtenträger*innen samt Löffinger Panorama als Gruß aus dem Schwarzwald weit über das Städtchen hinaus.

Standort des Fotografen: 47.879693, 8.343186

Kinder im Hof vom Haus Benitz in der Alenbergstraße, 1942

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Fünf Kinder haben sich im gepflasterten Hof des Hauses Benitz zum Erinnerungsfoto aufgestellt. Zwei der Mädchen halten ihre Puppen fest im Arm – natürlich müssen auch sie mit aufs Bild. Die Kinder stehen fein säuberlich nebeneinander und blicken gut gelaunt in die Kamera. Zu sehen sind die Benitz-Geschwister Elisabeth Benitz, Joseph Benitz und Lioba Benitz sowie ihr Cousin Klaus Benitz und ein weiteres, bislang nicht identifiziertes Kind. Die Aufnahme entsteht mitten im Zweiten Weltkrieg. Davon ist in diesem Augenblick nichts zu spüren: Für einen kurzen Moment bestimmen Kindheit, Spielzeug und familiäre Nähe die Szene.

V.l.n.r.: 1 Lioba Benitz (verh. Andritzke, geb. 1936), 2 Anna Benitz (1934-2021), 3 Elisabeth Benitz (verh. Burger, 1930-2019), 4 Joseph Benitz jun. (1928-2012), 5 Klaus Benitz (1938-2015)

Rechts hinter den Kindern steht das Wohn- und Geschäftshaus Benitz (Alenbergstr. 7/9). Es wurde nach dem Großbrand von 1921 als Doppelhaus neu errichtet. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite sind die ebenfalls nach dem Brand entstandene Ökonomie Benitz (Alenbergstr. 8) und das Haus Kienzle (Alenbergstr. 6) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.885256, 8.344184

Andachtsbild mit der Kirche Witterschneekreuz, ca. 1900

Kunstanstalt Franz Schemm, Nürnberg | Sammlung Familie Waßmer

Wie ein kleiner Altar lässt sich das Andachtsbild aufklappen. Auf der Vorderseite sitzt das farbig dargestellte Jesuskind, das eine blaue Weltkugel in der Hand hält und die Rechte zum Segen erhebt. Erst beim Öffnen wird das eigentliche Erinnerungsbild sichtbar: In der Mitte des Triptychon erscheint die Wallfahrtskirche Witterschneekreuz, darüber schwebt das verehrte Gnadenkreuz, von Engeln flankiert.

»Andenken an das hl. Schneekreuz b. Löffingen« lautet die Aufschrift. Gut möglich, dass solche Andachtsbilder in einer der Verkaufsbuden bei der Wallfahrtskirche angeboten werden. Pilger*innen können damit ein kleines, leicht mitzunehmendes Erinnerungsstück von ihrem Besuch mit nach Hause nehmen. Gedruckt wurde die Klappkarte von der Kunstanstalt Franz Schemm in Nürnberg – ausdrücklich »mit oberhirtlicher Druckerlaubnis«.

Auch die Texte dienen der persönlichen Andacht. Neben Engeldarstellungen stehen kurze Gebete an Jesus und Maria, die jeweils mit einem »100 Tage Ablass« verbunden sind. Gemeint ist damit nach katholischem Verständnis nicht die Vergebung von Sünden selbst, sondern ein Erlass zeitlicher Sündenstrafen. Auf der Rückseite ist ein längeres Gebet zum leidenden Christus abgedruckt.

Das kleine Faltbild verbindet damit mehrere Funktionen: Es ist Wallfahrtsandenken, Gebetszettel und zugleich ein kleines Bild der Kirche Witterschneekreuz. Zusammengefaltet passt es problemlos in ein Gebetbuch – und erinnert auch zu Hause noch an den Besuch des Wallfahrtsortes.

Standort des Fotografen: 47.893208, 8.336679

Schulklasse des Jahrgangs 1918/19 mit Lehrer Steidlinger, ca. 1933

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Ordentlich haben sich 18 Schüler*innen des Jahrgangs 1918/19 auf den Treppenstufen vor der Festhalle aufgestellt. Damit alle auf dem Klassenfoto gut zu sehen sind, verteilen sie sich auf drei Reihen. Die Jungen stehen oben, die Mädchen davor. Ganz rechts hat Oberlehrer Eugen Steidlinger (1873-1939) seinen Platz eingenommen. Ernst blickt die Klasse in die Kamera – nur einzelne Gesichter verraten ein kleines Lächeln.

Die Festhalle ist zu diesem Zeitpunkt noch unverputzt. Das rohe Mauerwerk und die großen Rundbogenportale bilden eine fast monumentale Kulisse für die Schulklasse.

Für Eugen Steidlinger gehört das Unterrichten seit Jahrzehnten zum Alltag. Seit 1905 ist er an der Löffinger Volksschule tätig und begleitet mehrere Generationen von Kindern durch ihre Schulzeit. Am 1. Februar 1934 geht er in den Ruhestand.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 Olga Schmutz (verh. Geisinger, 1919-?), 5 ???, 6 ???, 7 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Franz Keller (1918-2006), Arthur Egle (1918-1991), 5 Viktor Sibold (1919-2000), 6 ???, 7 ???, 8 Lehrer Eugen Steidlinger (1873-1939)

Zum Jahrgang gehören u.a.: Anna Bader (1919-2003), [Hans Wehrle (1919-?)], Ferdinand Egle (1919-2010), Maria Höcklin (verh. Winter, 1919-2006), ??? Armbruster, Adolf Rappenegger (1919-2011); evtl. auch Alfons Egle (?-1944 vermisst)

Standort des Fotografen: 47.883000, 8.347660

Musikkapelle »Rio Combo« in der Festhalle, ca. 1955

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Hans-Peter Hepting und Christa Egle zur Verfügung.

Noch kommt die Tanzmusik bei Veranstaltungen nicht vom Band. Kein DJ legt auf – stattdessen spielt eine Kapelle live. In der Festhalle sorgt die »Rio Combo« für Stimmung und Tanzmusik. Schon der Name klingt Mitte der 1950er-Jahre ein wenig nach großer weiter Welt.

Die Besetzung ist vielseitig: Saxophon, Kontrabass, Schlagzeug, Gitarre und Akkordeon liefern gemeinsam den typischen Klang einer Tanzkapelle. Vor den Musikern stehen Notenpulte mit dem schwungvollen Schriftzug »Rio«, Mikrofone sind aufgebaut, und ein Blumenstrauß schmückt den Bühnenrand.

Die »Rio Combo« ist in Löffingen und im Ösch bekannt und spielt bei Festen und Tanzveranstaltungen auf. Für viele gehört solche Live-Musik selbstverständlich zu einem geselligen Abend. Erst später werden Schallplatten, Tonbänder und schließlich DJs die Tanzkapellen nach und nach ablösen.

V.l.n.r.: 1 Ewald Hepting (1933-2010), 2 Werner Hepting (1928-2011), 3 Adolf (»Adi«) Metzger (Neustadt), 4 Erich Adrion (»Drilli«, 1926-2001), 5 Paul Siefert (geb. 1935)

Standort des Fotografen: 47.882873, 8.347844

Musikkapellen »Rio Combo« und »Die lustigen Alenberger«, Juli 1996

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Bernhard Adrion zur Verfügung.

In »Drillis Hütte« im Gewann Hardt wird musiziert. Zwischen Tannengrün, Blumen und Lautsprechern haben die Musiker ihre Instrumente aufgebaut. Am Kontrabass steht der Jubilar selbst: Gipsermeister Erich Adrion (1926-2001), genannt »Drilli«, feiert am 15. Juli 1996 seinen 70. Geburtstag – und lässt es sich nicht nehmen, an diesem Tag selbst mitzuspielen.

Musik gehört seit Jahrzehnten zu seinem Leben. Bereits seit den 1950er-Jahren spielt Erich Adrion in den Kapellen »Rio Combo« und »Die lustigen Alenberger«. Beide Formationen gestalten nun seine Geburtstagsfeier mit. Die Notenständer tragen die Namen der Kapellen und erinnern an viele gemeinsame Auftritte bei Festen und geselligen Veranstaltungen.

V.l.n.r.: 1 Erich Adrion (»Drilli«, 1926-2001), 2 Ewald Hepting (1933-2010), 3 Andreas Nobs (»Pan«, 1926-2005), 4 Paul Siefert (geb. 1935)

Nicht im Bild ist Bernhard Adrion (Schlagzeug).

Fünf Jahre später, am 14. Mai 2001, stirbt Erich Adrion – nur wenige Wochen vor seinem 75. Geburtstag.

Standort des Fotografen: 47.877689, 8.376368