3 Fotos: Tanzstunde im Haus Adrion in der Alenbergstraße, ca. 1954/55

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Wenn Fritz Adrion (1897–1971) nicht als Gipsermeister auf Baustellen zugange ist, verwandelt er sein Zuhause in eine kleine Schule der feinen Lebensart. Im Haus der Familie Adrion (Alenbergstr. 21) gibt es einen Raum mit blank gescheuertem Dielenboden. Dort treffen sich an den Abenden der Woche Jugendliche – aufgeregt, herausgeputzt, ein wenig unsicher.

Fritz Adrion bringt ihnen nicht nur Walzer, Foxtrott und Tango bei. Mindestens ebenso wichtig ist ihm, wie man sich als junge Dame oder junger Herr der frühen 50er Jahre zu benehmen hat. Teil der Tanzstunde ist auch Anstandsunterricht. Der Krieg ist erst wenige Jahre vorbei, das Land ist nach all dem nationalsozialistischen Heldenlärm auf der Suche nach anderen Idealen. Die »Halbstarken«, die ein paar Jahre später Furore machen werden, sind noch weitgehend Zukunftsmusik. Die Jugendlichen von 1952 bekommen noch gute Manieren, gepflegte Kleidung und respektvolles Auftreten eingeimpft.

Zur Musik aus dem Grammophon – manchmal auch live zu Musikinstrumenten – drehen die Paare ihre ersten vorsichtigen Runden. Der Höhepunkt jedes Kurses ist das festliche Tanzkränzchen. Dann erscheinen alle in ihrem besten Sonntagsstaat, und die Nervosität steigt. Es wird getanzt, gelacht – und für die Ewigkeit posiert. Die Gruppe rückt zusammen, die Mädchen in Kleidern, die Jungen im Jackett, und für einen Augenblick scheint die Welt der Erwachsenen ganz nah.

erstes Bild
1.Reihe, v.l.n.r.:
1 ???, 2 ???
2.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 Lore Nägele (verh. Bechtler, Dittishausen), 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Inge Hepting (verh. Mayer), 6 Eugen Fehrenbach
3.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 [Karl Heizmann ?], 3 Hermann Beha (1937-2021), 4 ???, 5 Bruno Nägele (1937-2010), 6 ???, 7 ???, 8 Waldemar Zepf (1937-2024), 9 ???, 10 ???, 11 Berta Rappenegger (verh. Maier, Dittishausen), 12 ???, 13 Emil Benz (Stettholz), 14 Irma Benz (verh. Fritsche)

zweites Bild
1.Reihe, v.l.n.r.:
1 Inge Hepting (verh. Mayer), 2 ???, 3 ???
2.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???
3.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 ???, 12 ???, 13 ???

drittes Bild
1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???
2.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???
3.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 ???, 12 ???

Standort des Fotografen: 47.886388, 8.342925

2 Fotos: Ski-Club auf der Loipe in der »Breiten«, 1991

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Nach zwei Wintern ohne ausreichende Schneedecke ist es endlich wieder soweit: Der Skiclub kann zu einem Langlauf einladen. Bei strahlendem Winterwetter stehen 22 Teilnehmer*innen an der Loipe in der »Breiten« bereit. Für viele bietet sich damit die Gelegenheit, die 15-Kilometer-Strecke für das Deutsche Sportabzeichen zu nutzen.

Der älteste Starter ist Walter Egle, Ehrenvorsitzender des Skiclubs. Zu den jüngsten gehören Thomas Volk, Martin Heiler und Thomas Morent. Auch politischer Einsatzwille zeigt sich auf den Skiern: Die Stadträte Theo Walz und Hubert Volk sind mit am Start.

Die Organisation liegt in den bewährten Händen des Vorsitzenden Erich Satler und seines Mitstreiters Peter Conzelmann. Die Zeitmessung übernehmen Karl Schreiber und Irene Egy. Bei der anschließenden Siegerehrung überreicht Erich Satler allen Teilnehmenden eine Urkunde. Ihre gelaufenen Zeiten fließen zugleich in die Dreierkombination des Skiclubs ein – neben Langlauf gehören auch Riesenslalom und Kegeln zu dieser Wertung.

Zu sehen sind u.a. Walter Egle (18), Otmar Heiler (12), Peter Conzelmann, Erich Satler (5) und Fritz Höcklin.

Standort des Fotografen: 47.883152, 8.336272

Umzugswagen »Benz-Kamin« auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht 1985

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Nur wenige Monate ist es her, dass ein Wahrzeichen verschwunden ist, das über Jahrzehnte zur »Skyline« von Löffingen gehört hatte: Der hohe Schornstein des Sägewerks Benz wurde am 5. Oktober 1984 gesprengt und aus dem Stadtbild getilgt.

Doch an Fasnacht lebt er noch einmal auf – zumindest für ein paar fröhliche Stunden. Auf einem Umzugswagen, der am »Fasnet Mändig« über den unteren Rathausplatz rollt, ragt der »Benz-Kamin« wieder in die Höhe, liebevoll aus Backsteinattrappen nachgebaut. Mit auf dem Wagen steht ein als Sprengmeister verkleideter Narr, komplett mit Bauhelm und Lärmschutzkopfhörern. Eine humorvolle Hommage an das verschwundene Industriedenkmal – und ein Beispiel dafür, wie schnell aktuelle Ereignisse in Löffingen zum närrischen Thema werden.

Der Umzugwagen spielt zugleich auf das Sägewerk Krebs im benachbarten Rötenbach an. »… der Krebs ist nicht mehr!!!« lautet die Inschrift, die am Wagen angebracht ist. Das Sägewerk Krebs fiel 1981 einem Großbrand zum Opfer.

Standort des Fotografen: 47.883929, 8.343763

Rupert Hepting bei der Kartoffelernte, ca. 1940

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Ein junger Mann läuft neben einem Kartoffelroder her, den zwei kräftige Pferde über den Acker ziehen. Die rotierenden Zinken des Geräts heben die Kartoffeln aus der Erde und schleudern sie an die Oberfläche, wo sie später von Hand aufgelesen werden. Der Landwirt ist Rupert Hepting (1905–1990).

Er lebt mit seiner Frau Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995) in der Dittishauser Straße. Sein Feld bewirtschaftet er noch ganz in der traditionellen Arbeitsweise, bevor sich in den Nachkriegsjahrzehnten immer mehr Maschinen durchsetzen. Das Foto zeigt einen Moment harter Alltagsarbeit in der Landwirtschaft.

Standort des Fotografen: ???

Schülerchor bei der Einschulung in der Turnhalle, 1971

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Das neue Schuljahr 1971/72 beginnt – und für die Zweitklässler*innen fühlt es sich an, als wären sie plötzlich groß geworden. Bei der Einschulungsfeier in der Turnhalle dürfen sie schon eine wichtige Rolle übernehmen: Sie begrüßen die neuen ABC-Schützen mit einem kleinen Lied, das sie eigens dafür einstudiert haben.

In Reih und Glied stehen sie auf dem Hallenboden. Lehrerin Helen Waßmer steht ihnen gegenüber und dirigiert den Chor. Für die frisch eingeschulten Erstklässler*innen ist es der erste Eindruck vom Schulleben – und die älteren Kinder zeigen stolz, was man nach einem Jahr schon alles kann.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Michael Fritsche (1964-2024), 2 Gabriele Kuntz, 3 Henry Fehrenbach, 4 Helge Wiek, 5 ???, 6 Axel Fehrenbach, 7 Renate Hepting oder Ulrike Glunk, 8 Marietta Wehrle, 9 Hannelore Egle, 10 Andrea Wörner, 11 Sabine Kromer (verh. Benitz, 1963-2017), 12 Wolfgang Hörig, 13 ???, 14 Barbara Bernauer (1963-2009)
2.Reihe, v.l.n.r.:

Standort des Fotografen: 47.882805, 8.347817

3 Fotos: »Laternenbrüder« und Narrenpolizist, Fasnacht 1957

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Heike Soldan-Bölle und Rita Willmann zur Verfügung.

Sechs »Laternenbrüder« sitzen gemütlich um einen Tisch. Der Narrenvater Josef Heiler, der von 1950 bis 1958 amtiert, fehlt in der Runde. Alle tragen ihre blauen Fuhrmannskittel und die typischen schwarzen Rundhüte – das traditionelle Gewand des Narrenrates. Die Männer lehnen sich vor, tauschen Blicke und Kommentare aus und scheinen angeregt in der frisch erschienenen Narrenzeitung zu blättern. Auf dem Tisch stehen Bierflaschen, Gläser und ein Aschenbecher, und mittendrin thront das wichtigste Symbol der Runde: die Laterne.

Sie erinnert an die Entstehung der »Laternenbrüder«. Bereits im Vormärz gab es einen solchen Verein, der aber aufgelöst wurde. Als 1886 in Löffingen ein Fastnachtsspiel aufgeführt wurde, blieb am Ende genau ein einziger Pfennig Überschuss. Dieser Pfennig wurde in eine Laterne gesteckt und damit zum Grundkapital des 1889 wiedergegründeten Narrenrates. Seither gehört die Laterne zu jeder Sitzung dazu.

Rechts steht Narrenpolizist Fritz Göpper (1900-?), mit einem Notizblock in der Hand. Ob er die Namen der »Laternenbrüder« notiert, weil sie sich nicht an die närrische »Polizeisperre« gehalten haben? Oder weil sie ohne den Narrenvater zu einer konspirativen Sitzung zusammengekommen sind?

V.l.n.r.: 1 Edmund Laufer (1922-1990), 2 Julius Limb (1883-1968), 3 Hermann Geisinger (1926-1989), 4 Hans Strobel (1913-1964), 5 Karl Koch (1910-?), 6 Karl Guth

Standort des Fotografen: ???

Familie Jonner mit Täufling und Hebamme in der Alenbergstraße, ca. 1936

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Der jüngste Spross der Familie Jonner ist soeben in der katholischen Pfarrkirche St. Michael getauft worden. Nun macht sich die kleine Taufgesellschaft auf den Heimweg durch die Alenbergstraße. Der Säugling wird – wie üblich – nicht von der Mutter getragen, die nach der Geburt noch im Wochenbett liegt, sondern von der Patentante. Behutsam hält sie das Neugeborene im weißen Taufkleid im Arm.

Neben ihr schreitet ein festlich gekleideter Mann, im dunklen Anzug und mit Zylinder – der Patenonkel des Kindes. Rechts von ihnen geht die Hebamme Veronika Geisinger (geb. Mauthe, 1878-1958), die nicht nur die Geburt begleitet hat, sondern traditionell auch bei der Taufe anwesend ist. In Zeiten, in denen fast ausschließlich zuhause entbunden wird, spielt die Hebamme eine herausragende Rolle: Sie sorgt für Mutter und Kind, kümmert sich in den ersten Lebenstagen – und begleitet die Familie bis zur kirchlichen Aufnahme des Neugeborenen. Die Taufe erfolgt meist sehr zeitnah nach der Geburt, auch aus Sorge, das Kind könne versterben, bevor es getauft ist.

Die Taufgesellschaft und Hebamme Geisinger teilen denselben Heimweg, denn auch sie wohnt auf dem Alenberg. Vermutlich handelt es sich bei dem Täufling um Bernhard Jonner, geboren am 16. Januar 1936 als Sohn von Wilhelm Jonner (1902-?) und Josefine Jonner (geb. Guth, 1905-?).

V.l.n.r.: 1 Patenonkel Oskar Guth, 2 Patentante Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995), 3 Hebamme Veronika Geisinger (geb. Mauthe, 1878-1958)

Standort des Fotografen: 47.884813, 8.344858

Haus Roth in der Ringstraße, ca. 1910-1920

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Emma Kienzle zur Verfügung.

Das Haus Roth in (Ringstr. 6) ist ein zweigeschossiges Wohnhaus mit angebauter Scheune und Stall. Mehrere Spalierbäume wachsen an der Fassade hoch. Vor dem Haus liegen Holzbiegen ordentlich aufgeschichtet. Über eine kleine Treppe gelangt man zur Haustür im Erdgeschoss.

Aufgenommen wird die Szene wohl zwischen 1910 und 1920. Wenige Jahre später brennen die Häuser im Hintergrund beim Großbrand von 1921 ab.

Das Anwesen befindet sich zu diesem Zeitpunkt im Besitz von Theresia Roth (geb. Strobel, 1880-1956). Sie hatte es von ihren Eltern, dem Zimmermann Johann Baptist Strobel und seiner Ehefrau Sabina Strobel (geb. Welte), geerbt. Theresia Roth ist mit dem aus Dittishausen stammenden Landwirt und Maurer Josef Roth (1884-1948) verheiratet, der das Anwesen mit ihr bewirtschaftet. Deshalb hält sich viele Jahrzehnte lang der Hausname »s’Rothe«.

Standort des Fotografen: 47.883972, 8.343054

2 Fotos: Klassentreffen des Jahrgangs 1913/14, 23. August 1953

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge sowie Marietta und Robert Rosenstiel zur Verfügung.

Die Angehörigen des Jahrgangs 1913/14 sind zu einem Klassentreffen zusammengekommen. Ob sie sich in einem Gasthaus (vielleicht in der »Linde«?) oder in einer Privatwohnung versammeln, lässt sich auf dem Foto nicht eindeutig erkennen. Rund 40 Jahre alt sind sie nun – die gemeinsame Schulzeit liegt schon weit zurück.

Mit dabei ist auch Heinrich (»Henner«) Jäger. Er liegt, in eine karierte Decke gehüllt, in seinem Rollstuhl. Seit einer schweren Rheuma-Erkrankung im Jahr 1933 ist er auf Unterstützung angewiesen. Dass seine ehemaligen Klassenkamerad*innen ihm die Teilnahme am Klassentreffen ermöglichen, verleiht dem Treffen eine besondere Note – obwohl es nicht besonders sein sollte: Ein Stück gelebte Inklusion, lange bevor der Begriff üblich wurde. Die fröhliche Stimmung und das enge Beisammensein der Gruppe spiegeln die Verbundenheit wider, die trotz der vielen Jahre geblieben ist.

1.Reihe, sitzend/liegend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 [Karl Rosenstiel?], 3 ???, 4 Heinrich (»Henner«) Jäger (1913-1978), 5 Johanna Ganter (verh. Rebholz, 1913-2003)
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Hans Strobel (1913-1964), 4 ???, 5 ???, 6 Willy Butsch (1913-1991), 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 Josef Benz (»Diesebeppi«, 1914-1962), 12 Karl Müller (1913-1971)

Zum Jahrgang gehören u.a.: Alfons Benz (1913-1985, Seppenhofen), Hildegard Benz (geb. Wiegele, 1914-2006), Emma Binder (geb. Limb, 1913-2005), Anna Frei (geb. Dreher, 1914-1991, Seppenhofen), Annemarie Fürstenwerth, Franz Schlatter (1914-1994, Seppenhofen), Hilda Schulz (geb. Schultheiß)

Standort des Fotografen: ???

Sägewerk Benz im Winter, ca. 1970-1972

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gerhard Pfeifer zur Verfügung.

Das Sägewerk Benz liegt unter einer dicken Schneedecke. Die Bretterstapel auf dem Werksgelände sind fast nicht mehr zu erkennen, so hoch türmt sich der Schnee auf ihnen. Nur der Schornstein verrät, dass hier noch gearbeitet wird: Eine schwarze Rauchfahne steigt in den strahlend blauen Himmel, der so klar ist, dass kein einziges Wölkchen zu sehen ist.

Noch sägt man hier Holz zu – nicht mehr lange. Denn nur kurze Zeit später, im November 1972, wird der Betrieb eingestellt und das Sägewerk stillgelegt. Dieses winterliche Bild bewahrt somit einen der letzten Eindrücke eines Unternehmens, das über Jahrzehnte die Arbeitswelt in Löffingen prägte.

Standort des Fotografen: 47.883761, 8.337756

Mitgerissenes Auto bei der Wäschefabrik Prause beim Hochwasser, 10. Juli 1975

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Dorle Pfister zur Verfügung.

Ein heftiges Sommergewitter entlädt sich über Löffingen. Innerhalb von nur drei Stunden fallen 86 Liter Regen pro m². Der Stettbach, der ab dem Maienland eingedohlt ist und normalerweise unscheinbar unter der Altstadt verläuft, schwillt rasant an. Die Wassermassen stauen sich, weil Stroh und Heu von den angrenzenden Wiesen in den Bach gespült werden und die Tunnelröhre verstopfen.

Hinter der Wäschefabrik Prause in der Bahnhofstraße schießt das Wasser schließlich über das Gelände. Ein Auto, das dort abgestellt ist, wird vom reißenden Strom erfasst und mitgerissen. Die Aufnahme zeigt eindrucksvoll, wie das Fahrzeug halb im Wasser versinkt, während sich Wellen an seiner Karosserie brechen – ein Moment, der die Wucht des Hochwassers eindrücklich vor Augen führt.

Standort des Fotografen: 47.886010, 8.341340

4 Fotos: Eierlaufen der Kinder in der Kirchstraße, Fasnacht 1958

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Der »Fasnet Zieschdig« gehört traditionell den kleinen Närrinnen und Narren. Nachdem der Kinderumzug vorüber ist, verlagert sich das Geschehen in die Kirchstraße, wo die »Laternenbrüder« eine Reihe von Spielen organisieren. Besonders beliebt: das Eierlaufen. Zwischen dicht gedrängten Zuschauer*innen treten die Kinder an, viele von ihnen kostümiert – mal im Wintermantel, mal als Pilz, »Chinesin« oder Cowboy. Die »Laternenbrüder« achten darauf, dass die Absperrung hält und niemand auf die Fahrbahn drängt. Schließlich brauchen die Eierläufer*innen genügend Raum, um ihre fragile Fracht zu balancieren.

Mit angespannter Miene und fester Hand starten die Teilnehmenden. Jeder Schritt muss sitzen. Der Blick bleibt auf den Löffel geheftet, auf dem ein Ei liegt, das bei der geringsten Unachtsamkeit davonrollen und runterfallen würde. Die hölzerne Fasnachtsbühne bleibt ungenutzt – vielleicht auch, weil Schneematsch liegt und die Fahrbahn der Straße weniger rutschig ist. Die Bilderserie fängt die Dynamik des Moments ein: Konzentration, Gelächter und das angespannte Mitfiebern des Publikums.

erstes Bild: Narrenräte Josef Guth und Karl Guth; eierlaufende Kinder, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Anni Jordan, 3 Hedwig Geisinger, 4 ???

zweites Bild: eierlaufende Kinder, v.l.n.r.: 1 Bärbel Benz, 2 Gretel Jordan, 3 Angela Reichenbach, 4 Rosmarie Hauser; Zuschauer*innen, v.l.n.r.: Monika (?) Bader, Gerda Kuttruff (verh. Müller), Rosmarie Guth, Luzia Bader, Wolfgang Schmidt, Herbert van Dungen

drittes Bild: eierlaufende Kinder, v.l.n.r.:1 Barbara (?) Gwinner; Narrenräte Karl Guth und Hans Strobel

viertes Bild: eierlaufende Kinderm v.l.n.r.: 1 Ursula Schelling, 2 ???, 3 ???, 4 Hildegard Hepting; Zuschauer*innen, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Gottfried Hermann

Standort des Fotografen: 47.882945, 8.344387