Haus Ganter in der Alenbergstraße, Fronleichnam 1941

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Das Haus Ganter (Alenbergstr. 14) ist an Fronleichnam festlich geschmückt. Unterhalb der Fenster im ersten Obergeschoss hängen sechs Reisigkränze an der Fassade. In der Haustür stehen Blechnermeister Otto Ganter, seine Ehefrau Johanna Ganter (geb. Selb, 1875-1962) sowie ihre Tochter Johanna Ganter (verh. Rebholz). Das Haus ist das Elternhaus der Ehefrau und Mutter. Ihr Vater Josef Selb (1839-1916) war Glasermeister von Beruf, weshalb der Hausname »s’Glasers« lautet.

In der Zeit des Nationalsozialismus ist das Schmücken von Wohnhäusern zu katholischen Feiertagen keine Selbstverständlichkeit, sondern Ausdruck von innerer Distanz zum Regime. Otto Ganter war vor 1933 Vorsitzender der Zentrumspartei. Er und seine Tochter Johanna gehören dem Kirchenchor an; Johanna Ganter wirkt seit 1937 zudem als Organistin der katholischen Pfarrgemeinde.

Standort des Fotografen: 47.885579, 8.343861

Ehrung beim Fanfarenzug im Gasthaus »Linde«, 1988

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Der Fanfarenzug hat zur Mitgliederversammlung ins Gasthaus »Linde« eingeladen. Heute geht es nicht ums Musizieren, sondern um Anerkennung und Dank. Der Verein besteht seit 1975 und hat sich in diesen Jahren fest im Löffinger Vereinsleben verankert. Proben, Auftritte, Umzüge und Feste prägen den Alltag der Mitglieder. Ohne das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder wäre dies alles nicht möglich. Umso wichtiger ist es, besonders engagierten Mitgliedern zu danken.

In der ersten Reihe sitzen die Verantwortlichen des Vereins: Wilfried Münzer als 1. Vorstand, daneben Heidi Wiedensohler, zuständig für die Kassenführung, und Michael Fehrenbach, der als Schriftführer die organisatorischen Fäden zusammenhält. Hinter ihnen stehen vier aktive Mitglieder, die den Fanfarenzug mittragen und prägen. Ganz rechts steht Günter Schelb, der als Tambormajor eine zentrale Rolle im musikalischen Auftreten des Zugs übernimmt.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 Wilfried Münzer (1. Vorstand), 2 Heidi Wiedensohler (Kassenführung), 3 Michael Fehrenbach (Schriftführer)
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 Cordula Bernauer, 2 Michael Heizmann, 3 Barbara Ludwig, 4 Manfred Blume, 5 Günter Schelb (Tambormajor)

Standort des Fotografen: 47.884226, 8.346540

Umzugswagen in der Maienlandstraße, Fasnacht 1938

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Karl-Heinz Guderian zur Verfügung.

Der Umzugswagen rollt durch die Maienlandstraße. Auf seinem Aufbau prangt gut sichtbar die Jahreszahl »1525«. Wir schreiben die Fasnacht des Jahres 1938, und an diesem »Fasnet Mändig« zieht kein gewöhnlicher Narrenumzug durch Löffingen. Stattdessen wird ein großes Fasnachtsspiel in drei Akten aufgeführt. Unter dem Titel »Die rote Fasnacht 1525« greift es den Bauernkrieg auf und verwandelt das Städtchen für einen Nachmittag in eine historische Bühne. Der Wagen, den wir hier sehen, ist Teil dieser Inszenierung.

Das Spiel beginnt mit der Erbhuldigung der Löffinger an die Grafen von Fürstenberg, doch schon bald bricht Unruhe aus: Aufständische Bauern kündigen den herannahenden Bauernhaufen an. Im zweiten Akt ziehen die Bauern, angeführt von ihrem General Hans Müller von Bulgenbach, in die Stadt ein und erzwingen die Übergabe der Stadtschlüssel. Die Herrschaft scheint gebrochen – zumindest für kurze Zeit. Doch der Triumph währt nicht lange. Die Nachricht vom Anmarsch des landgräflichen Heeres bringt die Wende.

An der Straßenkreuzung von Maielandstraße und Ringstraße ist ein Misthaufen zu sehen. Am Schopf vom Haus Roth (Ringstr. 6) ist ein Hinweisschild angebracht, das den Weg zum Gasthaus »Pilgerhof« weist. Das Nachbarhaus gehört der Familie Strobel (Maienlandstr. 3).

Standort des Fotografen: 47.883953, 8.343718

Kindergruppe im Gasthaus »Linde«, ca. 1960

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Christoph Müller und Marlies Müller sowie Rita Bölle zur Verfügung.

Die Kinder stehen im Gasthaus »Linde« dicht beieinander. Einer scheint gerade einen Witz gemacht zu haben, denn mehrere Gesichter sind mitten im Lachen eingefroren. Die Gruppe setzt sich aus Mädchen und Jungen der Jahrgänge 1947 bis 1952 zusammen. Ordentlich gekleidet stehen sie zwischen Tischen und Stühlen, die für Erwachsene gemacht sind. Die Großen stehen hinten, die Kleinen vorne.

Was genau der Anlass dieses Zusammenseins ist, bleibt offen. Wird hier ein Kindergeburtstag gefeiert? Vielleicht von einem der Kaltenbrunner-Kinder? Und wenn ja – welches Kind steht heute im Mittelpunkt? Sicher ist nur: Es ist ein besonderer Moment.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Manfred Kaltenbrunner, 2 Marlies Müller (verh. Eberle, geb. 1951), 3 Franz Müller (geb. 1952), 4 Marianne Kaltenbrunner (verh. Löffler), 5 Gretel Bader (verh. Kaltenbach, geb. 1952)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Veronika Kaltenbrunner (verh. Ruf, geb. 1951), 2 Rosmarie Bader (verh. Straub, geb. 1949), 3 Christel Mayer (verh. Wehrle, geb. 1949), 4 Alice Mayer (verh. Ganter, 1947-2026)

Standort des Fotografen: 47.884219, 8.346500

Unbekannter Mann mit Sohn und Tochter, ca. 1880

Fotograf: Atelier Johann Nepomuk Heinemann, Hüfingen | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Christa Egle und Hans-Peter Hepting zur Verfügung.

Der Mann sitzt fest auf dem Stuhl, die Hände ruhig auf den Knien, den Blick direkt nach vorn gerichtet. Neben ihm stehen ein Junge und ein Mädchen, dicht bei ihm, als suchten sie Halt. Der Moment ist sorgfältig inszeniert – so, wie es sich für ein Familienporträt gehört. Aufgenommen wird das Bild im Atelier von Johann Nepomuk Heinemann in Hüfingen.

Der Mann trägt Vollbart und dunklen Rock, die Kinder sind ordentlich gekleidet und blicken ernst. Lächeln ist hier nicht gefragt. Ein Foto ist kein flüchtiger Schnappschuss, sondern ein Ereignis, das Bestand haben soll.

Wer diese Familie ist, lässt sich heute nicht mehr mit Sicherheit sagen. Vermutlich ist es Johann Baptist Klotz. Geboren wurde er am 2. Mai 1835 in Zoznegg bei Stockach. Er ist Bäcker und Bierbrauer von Beruf, in anderen Dokumenten wird er als Feldhüter und als Küfer bezeichnet. 1873 heiratete er Wilhelmine Klotz (geb. Wider, 1846-1878), die aus Löffingen stammt. Die Familie wohnt in der Alenbergstraße. Der Mann posiert mit seinen beiden Kindern, mit Sohn und Tochter. Die Tochter könnte Emma Klotz (geb. 1873) sein, der Sohn Emil Klotz (geb. 1875). Nach dem Tod seiner Ehefrau heiratet der Witwer in zweiter Ehe Anna Klotz (geb. Riedlinger), die aus Göschweiler stammt. Johann Baptist Klotz stirbt am 6. Januar 1901 im Alter von 62 Jahren.

Standort des Fotografen: Hüfingen

Haus Limb in der Maienlandstraße, ca. 1900

Sammlung Familie Waßmer

Das holzverschindelte Haus mit geöffneten Fensterläden steht in der Maienlandstraße. Vor der Fassade reihen sich Möbelstücke auf. Betten, ein Schrank, ein Tisch – sorgfältig platziert, als wären sie Teil einer Ausstellung. Das Handwerk, das in dem Haus und seiner Werkstatt ausgeübt wird, wird für den Fotografen in Szene gesetzt.

Errichtet wurde das zweigeschossige Wohnhaus mit vollständig verschindelter Fassade von dem Schreiner Konrad Limb (1832-1874) im Jahr 1874, seinem letzten Lebensjahr. Im Erdgeschoss richtete er seine Schreinerwerkstatt ein. Limb wurde am 26. November 1832 geboren und heiratete 1863 Josefa Ritter (1825-1887). Das Leben von Konrad Limb endete tragisch: Am 15. November 1874 nahm er sich das Leben; im Sterbebuch ist vermerkt, dass er sich »im Irrsinn« erschossen habe.

Nach dem Tod des Ehepaares Limb ging das Haus an die Schwägerin Cäcilia Ritter (1833-1904) über. Sie ist unverheiratet und führt das Anwesen weiter. Offensichtlich wird auch die Schreinerei fortgeführt. Das Foto zeigt Schreiner, Gesellen und Lehrlinge, die sich stolz mit den gefertigten Möbeln vor dem Haus aufstellen. Es ist ein selbstbewusstes Bild handwerklicher Arbeit – nicht im Inneren der Werkstatt, sondern nach außen getragen, sichtbar für die Öffentlichkeit.

Cäcilia Ritter stirbt am 18. März 1904 im Alter von 71 Jahren. Ein Jahr später, 1905, erwerben der Landwirt Julius Fehrenbach (1877-1967) und seine Ehefrau Luise Fehrenbach (geb. Jordan, 1879-1945) das Anwesen. Mit ihnen beginnt ein neues Kapitel. Links wird ein landwirtschaftlicher Ökonomieteil angebaut, das Haus wird den Bedürfnissen der neuen Besitzer angepasst. Aus dieser Zeit stammt auch der Hausname »S’Julius usse«.

Standort des Fotografen: 47.888616, 8.341866

Organistin Johanna Rebholz, Mai 1962

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Johanna Rebholz (geb. Ganter, 1913-2003) sitzt an der Orgel, den Blick auf die Noten gerichtet, die Hände sicher auf den Tasten. Kaum jemand sieht sie hier oben auf der Orgelempore der katholischen Kirche St. Michael, denn dieser Bereich bleibt meist dem Kirchenchor vorbehalten. Und doch ist sie allen Kirchgängerinnen und Kirchgängern vertraut: Seit Jahrzehnten prägt ihr Spiel die Gottesdienste der katholischen Pfarrgemeinde Löffingen.

Johanna Rebholz spielt seit 1937 die Orgel. Dass sie dieses Amt übernahm, war keineswegs geplant. Als 23-Jährige sprang sie spontan ein – ohne formale Ausbildung. Am 23. März 1937 traf sich der Kirchenchor, dem sie bereits seit zehn Jahren angehörte, zur Gesangsprobe. Der Chorleiter und Organist, Hauptlehrer Emil Willig, erschien nicht. Der NSDAP-Kreisleiter hatte ihm untersagt, seinen kirchlichen Dienst weiter auszuüben, sofern er seine Stelle als Lehrer nicht gefährden wollte. Schneidermeister Hermann Ganter übernahm daraufhin die Leitung des Chores und bestimmte kurzerhand seine Nichte Johanna Ganter zur Organistin. In den folgenden Monaten und Jahren erhielt sie Orgelunterricht von ihrem Cousin August Ganter, der 1933 zum Priester geweiht worden war und als Pfarrer in Ewattingen wirkte. Unterstützt wurde sie zudem von Schreinermeister August Limb, der sich als versierter Registrateur an der Orgel erwies.

Als dieses Foto am 5. Mai 1962 anlässlich der Primiz von Pater Alfred Benz entsteht, wirkt Johanna Rebholz bereits seit 25 Jahren als Organistin. Sie sitzt noch an der »alten Orgel«. Wenige Jahre später, bei der Kirchenrenovierung 1968/69, wird die Orgelempore abgerissen. Die alte Orgel verlässt Löffingen und wird am 15. Januar 1969 nach Überlingen überführt. Stattdessen erhält die Kirche eine neue 30-Register-Orgel der Firma Orgelbau Schwarz (Inhaber Eugen Pfaff), wobei die alten Pfeifen weiterverwendet werden. Johanna Rebholz muss sich zunächst an das neue Instrument gewöhnen. Doch sie bleibt der Kirchenmusik treu. Über weitere zwei Jahrzehnte engagiert sie sich mit großer Hingabe. Nicht selten zieht sie sich abends oder nachts allein in die Kirche zurück, um Orgelmessen einzustudieren und zu üben. Ihr Wirken bleibt meist im Hintergrund – und ist doch aus dem musikalischen Leben der Gemeinde nicht wegzudenken.

Standort des Fotografen: 47.882533, 8.344125

2 Fotos: Werkstatt der Küferei Benitz in der Alenbergstraße, 2008

Sammlung Familie Waßmer

Das Werkzeug hängt ordentlich an seinem Platz, Hobel und Beitel liegen griffbereit auf der Werkbank, als würde die Arbeit gleich weitergehen. Doch hier rührt sich nichts mehr. In der Werkstatt der Küferei Benitz scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Dabei wird die Werkbank schon seit Jahren nicht mehr benutzt. Die Weinhandlung und Küferei haben ihren Betrieb eingestellt. Und doch ist alles noch da: die abgenutzte Holzplatte, die Spuren zahlloser Arbeitsgänge, das sorgfältig sortierte Werkzeug.

Besitzer Klaus Benitz (1938-2015) zeigt dem Fotografen die Kellerräume des Hauses Benitz (Alenbergstr. 7/9). Es ist ein seltener Blick hinter die Kulissen eines Handwerks, das längst zur Vergangenheit gehört. Küfer stellten Fässer her, reparierten sie, hielten sie dicht – unverzichtbar für Weinhandel und Landwirtschaft. Heute ist die Werkstatt still. Doch gerade diese Stille macht den Raum so eindrucksvoll.

Standort des Fotografen: 47.885140, 8.344038

Fünf Freundinnen bei einem Ausflug bei der Ziegelhütte, Herbst 1933

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Fünf junge Frauen schieben ihre Fahrräder nebeneinander her, lachen, halten kurz inne. Vom Stadtwald kommend passieren sie die Ziegelhütte und die Jungviehweide. Ihr Ausflug nach Oberbränd liegt hinter ihnen, nun geht es zurück in Richtung Städtchen.

Die Freundinnen tragen Röcke und Jacken. Die Räder sind schwer, die Strecke zieht noch einmal an. Bis hinauf zur Anhöhe am Witterschneekreuz heißt es schieben oder kräftig in die Pedale treten. Danach wird es leicht, dann rollt der Weg fast von selbst bergab. Zeit zum Durchatmen, für Gespräche und gemeinsames Lachen. Das Foto hält einen unbeschwerten Moment ihrer Freundschaft fest. Ein Ausflug wie dieser bedeutet auch Abwechslung vom Alltag und ein Stück Freiheit.

V.l.n.r.: 1 Josefine Schweizer (verh. Kühn), 2 ???, 3 Luise Straub (verh. Bader, 1914-2009), 4 Johanna Ganter (verh. Rebholz, 1913-2003), 5 ???

Standort des Fotografen: 47.897084, 8.336641

3 Fotos: Grillparty von Stadtbediensteten, 1984

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Beate Lubrich zur Verfügung.

Ein Sommerabend im Jahr 1984. Das Feuer knistert leise, Holzscheite liegen im Kreis, und der Geruch von Rauch hängt in der Luft. Auf Bierbänken sitzen die Stadtbediensteten beisammen, das Bierglas oder die -flasche in der Hand, den Blick ins Feuer oder zu den Kolleg*innen gerichtet. Im Stadtwald, vor der »Stierhütte«, kommt man – jenseits von Dienstplänen – bei einem gemeinsamen Grillabend zusammen. Im Hintergrund stehen Bierkästen bereit.

Oberes Bild
V.l.n.r.:
1 Veronika Riesterer (Dittishausen), 2 Rita Bölle (geb. Schmid), 3 Gertrud Heitzmann (geb. Brugger, 1921-2005), 4 Ratschreiber Fritz Adrion (1920-2004), 5 Bernhard Wolf (Unadingen), 6 Gerhard Bader

Mittleres Bild
V.l.n.r.:
1 ??? Oschwald (Reiselfingen), 2 Artur Klausmann, 3 Sabine Hornstein (geb. Strobel), 4 Theobald Bausch (Unadingen), 5 Thomas Dickhaut (Bubenbach), 6 Lothar Baader

Unteres Bild
V.l.n.r.: 1 Gertrud Heitzmann (geb. Brugger, 1921-2005), 2 Werner Lubrich (1927-2010)

Standort des Fotografen: 47.927771, 8.319454

Trümmerstätte im Städtchen nach dem Großbrand, 1921

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Der Großbrand vom 28. Juli 1921, bei dem 36 Gebäude im Städtchen ein Raub der Flammen wurden, liegt nun schon einige Wochen zurück. Mitte September sind die Aufräumarbeiten abgeschlossen, der Brandschutt abgetragen. Zurück bleibt eine gewaltige Lücke mitten im Stadtbild.

Der Blick fällt von der Unteren Hauptstraße hinüber zum unteren Rathausplatz. Links stehen das Haus Limb (Untere Hauptstr. 4) und das Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2). Friseurmeister Julius Limb ist in seinem weißen Kittel vor die Tür getreten. Auf dem Rathausplatz ragt der Demetriusbrunnen in die Höhe – fast wie ein letzter Fixpunkt in einer aufgerissenen Stadtlandschaft.

Was fehlt, ist die vertraute Häuserkulisse mit dem Mailänder Tor. Das Torgebäude von 1580 ist zwar nicht abgebrannt, wurde aber beschädigt und im Zuge der Aufräumarbeiten abgebrochen. Man will Platz schaffen für ein neues Tor mit breiterer Durchfahrt. Doch das ist noch Zukunftsmusik. Der Wiederaufbau nach Plänen des Freiburger Architekten Carl Anton Meckel (1875-1938) hat noch nicht begonnen. Aus den Trümmern geborgene Ziegel liegen ordentlich aufgeschichtet, einzelne Gerüste stehen bereits auf dem Rathausplatz – vielleicht als erste Markierungen dessen, was kommen soll.

Noch ist der Blick frei hinauf zum Alenbergwäldchen und zum Haus Ganter (Alenbergstr. 14), das nur knapp dem Feuer entgangen ist. Blechnermeister Otto Ganter verteidigte sein Haus entschlossen gegen die Flammen und löschte das brennende Dach mit Jauche. Auch das Wohnhaus und der Schopf von Familie Fehrenbach (Alenbergstr. 11 und 13) konnten gerettet werden, während durch Funkenflug andere Häuser auf dem hinteren Alenberg ein Raub der Flammen wurden.

Standort des Fotografen: 47.883372, 8.343812

Schulklasse der Grundschule auf der Eisbahn, 1993

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Warme Jacken, dicke Mützen und rote Wangen bestimmen das Bild. Die kalten Füße und klammen Finger muss man sich dazudenken. Auf der Eisbahn unterhalb der Grundschule haben sich zwei Schulklassen versammelt. Der Winter zeigt sich von seiner kalten, aber einladenden Seite. Die Eisfläche garantiert jede Menge Spaß. Die Kinder tragen zwar keine Schlittschuhe, doch das hält sie nicht davon ab, über das Eis zu rutschen, zu schlittern und das Gleichgewicht zu verlieren – und wiederzufinden.

Mitten unter den Kindern stehen die beiden Klassenlehrerinnen Inari Boehm und Elfriede Krämer (geb. Ghiraldin, 1952-2024). Sie haben den Ausflug begleitet und posieren nun mit ihren Schüler*innen für ein Gruppenfoto. Hinter ihnen erhebt sich das Schulgebäude, vertrauter Rahmen des Alltags, während hier unten für einen Moment der Unterricht pausiert.

Standort des Fotografen: 47.882345, 8.346996