Haus Limb in der Maienlandstraße, ca. 1900

Sammlung Familie Waßmer

Das holzverschindelte Haus mit geöffneten Fensterläden steht in der Maienlandstraße. Vor der Fassade reihen sich Möbelstücke auf. Betten, ein Schrank, ein Tisch – sorgfältig platziert, als wären sie Teil einer Ausstellung. Das Handwerk, das in dem Haus und seiner Werkstatt ausgeübt wird, wird für den Fotografen in Szene gesetzt.

Errichtet wurde das zweigeschossige Wohnhaus mit vollständig verschindelter Fassade von dem Schreiner Konrad Limb (1832-1874) im Jahr 1874, seinem letzten Lebensjahr. Im Erdgeschoss richtete er seine Schreinerwerkstatt ein. Limb wurde am 26. November 1832 geboren und heiratete 1863 Josefa Ritter (1825-1887). Das Leben von Konrad Limb endete tragisch: Am 15. November 1874 nahm er sich das Leben; im Sterbebuch ist vermerkt, dass er sich »im Irrsinn« erschossen habe.

Nach dem Tod des Ehepaares Limb ging das Haus an die Schwägerin Cäcilia Ritter (1833-1904) über. Sie ist unverheiratet und führt das Anwesen weiter. Offensichtlich wird auch die Schreinerei fortgeführt. Das Foto zeigt Schreiner, Gesellen und Lehrlinge, die sich stolz mit den gefertigten Möbeln vor dem Haus aufstellen. Es ist ein selbstbewusstes Bild handwerklicher Arbeit – nicht im Inneren der Werkstatt, sondern nach außen getragen, sichtbar für die Öffentlichkeit.

Cäcilia Ritter stirbt am 18. März 1904 im Alter von 71 Jahren. Ein Jahr später, 1905, erwerben der Landwirt Julius Fehrenbach (1877-1967) und seine Ehefrau Luise Fehrenbach (geb. Jordan, 1879-1945) das Anwesen. Mit ihnen beginnt ein neues Kapitel. Links wird ein landwirtschaftlicher Ökonomieteil angebaut, das Haus wird den Bedürfnissen der neuen Besitzer angepasst. Aus dieser Zeit stammt auch der Hausname »S’Julius usse«.

Standort des Fotografen: 47.888616, 8.341866

2 Fotos: Möbel vor einer Schreinerwerkstatt, ca. 1910-1920

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vor einem Haus werden dem Fotografen Holzmöbel präsentiert. Zu sehen sind Betten, Nachttischchen und Stühle. Stolz stehen die Schreiner der Möbelstücke bei ihren geschaffenen Werken.

Vermutlich handelt es sich um die Schreinerwerkstatt von Leo Münzer. Die Hausnummer ist zwar kaum zu entziffern, scheint aber die Nr. 157 zu sein. Das Haus Münzer befindet sich auf dem hinteren Alenberg, es ist nan das Haus von Schreinermeister August Limb angebaut. Beide Gebäude werden beim Großbrand 1921 zerstört.

Standort des Fotografen: 47.886506, 8.342982

Schreinermeister Leopold Strobel, ca. 1950

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Sabine Hornstein zur Verfügung.

Sein Markenzeichen scheint der kunstvolle Schnurrbart zu sein. Stolz trägt der Schreinermeister Leopold Strobel seinen Schnauzer.

Geboren wurde er am 14. November 1875 als Sohn des Zimmermanns Johann Strobel (1845-1908) und dessen Ehefrau Sabine geb. Welte (1847-1916). Leopold Strobel war der Zweitgeborene, er wuchs an der Seite seines älteren Bruders August und seiner jüngeren Geschwister Carl, Anna, Maria, Theres, Josef, Anselm und August auf. Er heiratete Martina geb. Maier (1881-1949), die aus Reiselfingen stammte. 1906 errichtete er in der Maienlandstraße ein zweistöckiges Wohnhaus, in dem sich auch seine Schreinerei befand. Im Alter von 80 Jahren starb er am 17. Juni 1956.

Standort des Fotografen: ?