Frühjahrsfest im Kindergarten, ca. 1957

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilie Runge zur Verfügung.

Im Kindergarten (Bahnhofstr. 9) wird ein Frühlingsfest gefeiert. Die Tische sind liebevoll dekoriert: Kleine bemalte Ostereier, aus denen zarte Zweige mit ersten Blüten herausragen, schmücken die Mitte. Alles deutet darauf hin, dass Ostern kurz bevorsteht.

Die Kinder sitzen dicht an den Tischen und tragen verschiedene Kostüme – vielleicht führten sie zuvor ein kleines Theaterstück auf. Zu den Kindern hinunter beugt sich Schwester Ediltrudis (1914–2004). Die Ordensfrau ist an ihrer Spitzhaube gut zu erkennen. Sie gehört dem Orden der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul an, den sogenannten Vinzentinerinnen.

Schwester Ediltrudis wurde am 26. Mai 1954 nach Löffingen versetzt und arbeitet seitdem im Kindergarten in der Bahnhofstraße. Für zahlreiche Kinder des Städtchens gehört sie zum festen Bestandteil ihrer frühen Kindheit.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Karin Empel, 4 ???, 5 Renate Adrion (verh. Schelb, geb. 1952), 6 Schwester Ediltrudis (1914-2004), 7 Anni Kühn (verh. Hauger, geb. 1952), 8 Otmar Heiler (geb.1952)

Standort des Fotografen: 47.885578, 8.341115

3 Fotos: »Bunter Abend« in der Festhalle, Fasnacht 1982

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Zur Fasnacht 1982 lädt der Turnerbund in die Festhalle zum traditionellen »Bunten Abend« ein. Unter dem Motto »Talent-Schuppen« erwartet die Besucher*innen ein rund dreieinhalbstündiges Programm, das mit Musik, Tanz und humorvollen Einlagen für beste Unterhaltung sorgt.

Auf der Bühne wechseln sich verschiedene Gruppen mit ihren Darbietungen ab. Zu sehen sind hier (vermutlich) Turnerinnen unter der Leitung von Ute Kaiser. Sie präsentieren eine »Skigymnastik nach herkömmlicher und moderner Art, à la Rock’n’Roll«, wie es später in der Lokalpresse heißt. In bunten Kostümen und mit schwungvollen Bewegungen tanzen sie über die Bühne und sorgen für viel Applaus im Saal.

Für die passende musikalische Begleitung sorgt eine Rockband, die ordentlich Stimmung macht. Mit Sonnenbrillen, Jeans- und Lederjacken geben sich die Musiker betont lässig und liefern den Soundtrack zu den Tanzeinlagen.

Wer erkennt die Musiker der Rockband? Und wer sind die Turnerinnen?

erstes Bild
V.l.n.r.:
1 Clemens Jordan, 2 Johannes Winkler, 3 Ferdinand Riegger, 4 Rainer Zepf

Standort des Fotografen: 47.882924, 8.347869

4 Fotos: Klassentreffen des Jahrganges 1937/38 im Gasthaus »Ganterbräu«, 1981

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

30 Jahre nach ihrer Schulentlassung aus der Volksschule kommt der Jahrgang 1937/38 zu einem Klassentreffen zusammen. Treffpunkt ist das Gasthaus »Ganterbräu«, dessen gemütliche Stube an diesem Abend ganz im Zeichen der Erinnerung steht. An den zusammengestellten Tischen sitzen die ehemaligen Klassenkamerad*innen beisammen, vor sich Bier oder Wein.

Die Stimmung ist gelöst. Man lacht, erzählt und versucht, die vielen gemeinsamen Erinnerungen wieder hervorzuholen: Schulstreiche, Anekdoten von Lehrer*innen, der erste Arbeitsplatz oder die Jugendjahre. Einige haben sich seit Jahren nicht mehr gesehen, andere treffen sich häufiger. Heute versucht man, aus vielen einzelnen Lebenswegen wieder eine gemeinsame Geschichte zu stricken.

erstes Bild
V.l.n.r.:
1 Klaus Benitz (1938-2015), 2 Walter Zeller, 3 Heinz Egle (1937-2025), 4 ??? (verdeckt), 5 ???, 6 Marianne Guth, 7 Fritz Wohlfarth (»s’Gäule«), 8 ??? Wohlfarth, 9 Rita Willmann, 10 Christel Jahndel (geb. Werne), 11 Irma Fritsche (geb. Benz)

zweites Bild
V.l.n.r.:
1 Klaus Benitz (1938-2015), 2 Heinz Egle, 3 Fritz Wohlfarht (»s’Gäule«), 4 ??? Wohlfarth, 6 Rita Willmann, 7 Marianne Guth, 8 Christel Jahndel (geb. Werne)
Neben dem Tisch steht Paul Bugger, der nicht zum Jahrgang gehört, aber gerade im »Ganterbräu« ist.

drittes Bild
V.l.n.r.:
1 Christel Jahndel (geb. Werne), 2 Rolf Fehrenbach, 3 Irma Fritsche (geb. Benz), 4 Anni Zumstein (geb. Fehrenbach), 5 ???, 6 Eugen Beha (1938-2003), 7 Adolf Heiler

viertes Bild
V.l.n.r.:
1 Irma Fritsche (geb. Benz), 2 Anna Zumstein (geb. Fehrenbach), 3 Eugen Beha (1938-2003), 4 Adolf Heiler, 5 ???

Standort des Fotografen: 47.884365, 8.345635

Seniorinnen-Gymnastikgruppe in der Touristeninformation, 2005

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Woche für Woche trifft sich die Seniorinnen-Gymnastikgruppe unter Leitung von Margarete Senn (geb. Zepf, 1932-2021) im »Gebertsaal«. Zu den Übungsstunden kommen durchschnittlich rund 20 Frauen im Alter von 50 bis 78 Jahren – wobei nach oben bewusst keine Altersgrenze gesetzt ist. Die Übungsstunden beginnen mit einer Aufwärmphase, danach folgen Lockerungs- und Dehnübungen, die Beweglichkeit und Kondition fördern sollen. Zum Abschluss der Stunde stehen oft Gemeinschaftstänze auf dem Programm, die neben der körperlichen Bewegung auch für gute Stimmung sorgen.

Das Gruppenfoto entsteht 2005 für die Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum des Turnerbunds. Darin beschreibt Margarete Senn das Anliegen der Gruppe mit einem Satz, der ihr besonders wichtig ist:» Unser Ziel: dem Leben Jahre und den Jahren Leben geben, damit die älteren Menschen bis ins hohe Alter fit und beweglich bleiben, um somit die Lebensqualität zu erhöhen.« Die Gymnastikstunden sind damit weit mehr als nur Sport: Sie sind zugleich ein Treffpunkt, an dem Bewegung, Gemeinschaft und Lebensfreude zusammenkommen.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Renate Bon, 2 Brigitte Schell, 3 Edeltraud Grieshaber, 4 Margret Adrion, 5 Josefa
Durst
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Ruth Straetker, 2 Marietta Müller, 3 Rita Willmann, 4 Inge Mayer, 5 Wilfriede Wolf
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Hildegard Beha, 2 Margarete Senn, 3 Irmgard Modrinzki, 4 Hilde Fehrenbach, 5 Elvira Fischer

Auf dem Foto fehlen: Renate Pirnasch, Erika Bujnoch, Juliane Hilberg, Ella Petelka und Inge Sowa.

Standort des Fotografen: 47.884068, 8.345667

Fußball-Grümpelturnier der BSG Studer-Revox, Juni 1981

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Die Betriebssportgemeinschaft (BSG) der Firma Studer-Revox richtet ihr 7. Fußball-Grümpelturnier aus. Das Turnier entwickelt sich zu einem großen Ereignis: 35 Mannschaften, darunter auch vier Damenmannschaften, treten an. Gespielt wird über drei Tage hinweg auf den Sportflächen der Firmen Studer-Revox und Hogg. Mehr als 200 Zuschauer*innen verfolgen die Spiele und feuern ihre Mannschaften an.

Auf dem Foto posieren nach dem Turnier die beiden bestplatzierten Mannschaften der nichtaktiven Spieler für ein Erinnerungsbild. In der hinteren Reihe stehen die Sieger vom Automobilclub Löffingen (ACL), die sogenannten »ACL-Kicker«. In der vorderen Reihe knien die Zweitplatzierten von der Papierfabrik Neustadt. Das Finale der beiden Mannschaften war spannend: Erst in der Verlängerung fiel die Entscheidung. Mit einem 1:0-Sieg sicherten sich die »ACL-Kicker« den Wanderpokal.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Hans Waldvogel, 2 Mario Haselwander, 3 Mike ???, 4 A. Rashiti, 5 Heinrich Braun, 6 Wilfried Tröndle (1946-2017), 7 Wolfgang Dieterle, 8 Subhi Ibrahim (?-2013)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Richard Kaltenbach (1951-2012), 2 Willi Fürderer (Dittishausen), 3 Konrad Benz, 4 Horst Sibold, 5 Herbert Kienzler, 6 Wolfgang Benz, 7 Bertil Weißenberger

Nach den Spielen verlagert sich das Geschehen in die Werkskantine, die bis auf den letzten Platz gefüllt ist. Bei der anschließenden Siegerehrung werden Preise im Gesamtwert von 905 DM vergeben

Standort des Fotografen: 47.885009, 8.354101

Zwei Frauen beim Café »Schönblick«, ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Ursula Moch-Weiss zur Verfügung.

Neben dem Café »Schönblick« (Stadionstr. 6) stehen zwei junge Frauen auf der Wiese und blicken in die Kamera. Das 1929 erbaute Haus macht seinem Namen alle Ehre: Von hier aus eröffnet sich ein weiter Blick über das Städtchen. Die Dächer der Häuser in der Haslachstraße, der Oberen Hauptstraße und der Vorstadtstraße liegen förmlich zu Füßen. Ist das Feuerwehrhaus (Florianweg 1) noch nicht gebaut? Oder ist es aus dieser Perspektive nicht zu sehen?

Im Hintergrund erhebt sich der Alenberg mit seinem Wäldchen. Zwischen den Bäumen ist die Friedhofskapelle zu erkennen, deren kleines Türmchen mit Kreuz aus dem Grün herausragt. Das Café mit angeschlossener Pension wird von Ernst Wurster und seiner Frau betrieben und ist ein beliebtes Ziel zur Einkehr.

Die beiden Frauen auf der Wiese sind Else Häusle und Mathilde Keller. Sie sind Klassenkameradinnen – und ihre Freundschaft hat offenbar auch die Schulzeit überdauert.

V.l.n.r.: 1 Else Häusle (verh. Weiss, 1911-?), 2 Mathilde Keller (verh. Kranzer, 1911-?)

Standort des Fotografen: 47.883374, 8.349115

Kommunionkind Joachim Laufer mit seiner Familie, 1941

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Vor dem Hauseingang hat sich eine Familie dicht gedrängt für ein Erinnerungsfoto versammelt. Mittig in der vorderen Reihe steht das Kommunionkind, dessen großer Tag hier im Kreis der Familie festgehalten wird. Der Junge trägt einen dunklen Anzug mit weißem Hemdkragen und hält seine Kommunionkerze in der Hand.

Das Kommunionkind ist Joachim (»Jockele«) Laufer (1932-2014), Sohn von Wilhelm Laufer (1897-1958) und Emilie Laufer (geb. Berger, 1904-?). Hinter den Jungen haben sich Eltern, Verwandte und Nachbarn aufgestellt. In der zweiten Reihe fällt ein Mann mit Zylinderhut auf. Am rechten Bildrand steht ein kleiner Junge etwas abseits, als hätte er sich im letzten Moment noch ins Bild geschoben.

Das Haus ist noch unverputzt, das Mauerwerk liegt offen. Der Eingangsbereich mit Holztür und Nebengebäude bildet eine schlichte Kulisse für das Familienfoto. Trotz der Kriegsjahre ist die Erstkommunion für die Familie ein bedeutendes Ereignis geblieben. Das Gruppenfoto zeigt einen Moment des Zusammenhalts: Die Familie versammelt sich, um den festlichen Tag gemeinsam zu begehen.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Hilde Selb (geb. Laufer, 1887-1969), 2 Egon Bader (1933-1999), 3 Joachim (»Jockele«) Laufer (1932-2014), 4 ???, 5 ???, 6 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???

Standort des Fotografen: 47.884642, 8.348550

Hilde Selb auf dem Alenberg, ca. 1935

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Hilde Selb (geb. Laufer, 1887-1969) steht auf dem Alenberg und blickt hinunter auf das Städtchen. Neben ihr breitet eine Fichte ihre Äste aus, während sich unterhalb des Hanges die dicht gedrängten Häuser der Altstadt ausbreiten. In ihrer Hand hält sie eine kleine Handtasche; ihr dunkles Kleid wirkt schlicht und elegant – vielleicht ist sie gerade auf einem Sonntagsspaziergang unterwegs.

Aus dem Dächergewirr ragt der Rathausturm hervor. Dahinter erhebt sich der Turm der katholischen Pfarrkirche St. Michael, der das Stadtbild prägt und weithin sichtbar ist. Jenseits des Städtchens öffnet sich die Landschaft mit Feldern und sanften Hügeln der Baar.

Der Blick vom Alenberg gehört zu den schönsten Aussichtspunkten auf Löffingen. Spaziergänger*innen kommen hierher, um kurz innezuhalten und über das Städtchen zu schauen – so wie Hilde Selb an diesem Tag.

Standort des Fotografen: 47.885624, 8.344861

2 Fotos: Kleider- und Wäschefabrik »Sultan Konfektion« in der Bahnhofstraße, 1995

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

In den ehemaligen Prause-Gebäuden in der Bahnhofstraße eröffnet der Unternehmer Ahmad Waseem die deutsche Filiale seiner Firma »Sultan Konfektion«. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Izmir in der Türkei. Waseem, ein gebürtiger Pakistani, der in Deutschland aufgewachsen ist, betreibt dort bereits seit den 1970er Jahren ein Textilunternehmen. Der Kontakt nach Löffingen kommt eher zufällig zustande. Während eines Aufenthalts in Deutschland trifft Waseem auf Ekkehard Marx (1928-2026), den stellvertretenden Ortsvorsteher von Unadingen. Aus diesem Gespräch entwickelt sich schließlich die Idee, einen Betrieb im Städtchen anzusiedeln.

Zum Zeitpunkt der Eröffnung arbeiten zunächst acht Beschäftigte in der Löffinger Filiale, mittelfristig sollen bis zu 15 Arbeitsplätze entstehen. In der Werkstatt werden Modelle entworfen und Stoffe zugeschnitten. Die eigentliche Produktion erfolgt anschließend in der Türkei. Die fertigen Kleidungsstücke kommen danach zurück nach Löffingen, wo sie gebügelt, verpackt und für den Versand vorbereitet werden. Hergestellt wird Oberbekleidung für Damen, Herren und Kinder. Die Produkte sind vor allem für Versandhäuser bestimmt.

oberes Foto
V.l.n.r.:
1 Doris Schneider, 2 ???, 3 Charlotte Weißer, 4 Ahmad Waseem, 5 ???

unteres Foto
V.l.n.r.:
1 Charlotte Weißer, 2 Ahmad Waseem, 3 Senta Ritzi

Standort des Fotografen: 47.886030, 8.340842

2 Fotos: Kindergartenfest, ca. 1985

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Renate Meder zur Verfügung.

Im Kindergarten wird gefeiert. Auf einer kleinen Holzbühne tanzen Kinder im Kreis um ein Geflecht aus Seilen – ein Bändertanz, bei dem sich die Stränge nach und nach umeinander winden. Die Kinder heben die Arme, drehen sich und folgen aufmerksam den Anweisungen der Erzieherin. Sie halten konzentriert die Seile fest und bewegen sich im Rhythmus. Noch ist das Geflecht ungeordnet, doch mit jeder Runde entsteht langsam ein Muster.

Die Bühne ist liebevoll geschmückt: Rote und gelbe Papiergirlanden spannen sich entlang des Geländers, daneben steht ein großer Sonnenschirm aus Bast – fast wie aus einem Urlaubsort. Im Hintergrund sitzen Eltern und Gäste im Gras oder auf Bänken und verfolgen das Programm.

Wochenlang wurde für das Kindergartenfest geübt: Lieder, kleine Tänze und Spiele. Für die Kinder bedeutet der Auftritt vor Publikum ein großes Abenteuer – und für die Eltern einen Moment, den man gern fotografisch festhält.

Zu sehen sind u.a. Birte Meder.

Standort des Fotografen: 47.883181, 8.346912

Drei Freundinnen vor dem Jahn-Denkmal, Sommer 1934

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Drei junge Frauen machen bei einem Spaziergang durch die »Hasle« Halt am Jahn-Denkmal. Zwischen hohen Nadelbäumen und hellen Waldwegen steht der mächtige Tuffsteinblock, in dessen Mitte ein Rundrelief mit dem Porträt von Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852) eingelassen ist. Seit seiner Errichtung im Jahr 1928 ist das Denkmal ein beliebter Ort für Erinnerungsfotos – so auch an diesem Sommertag.

V.l.n.r.: 1 Luise Straub (verh. Bader, 1914-2009), 2 Josefine Schweizer (verh. Kühn), 3 Johanna Ganter (verh. Rebholz, 1913-2003)  

Errichtet wurde das 3,40 Meter hohe Denkmal vom Turnerbund. Anlass war der 150. Geburtstag des als »Turnvater« bekannten Pädagogen Friedrich Ludwig Jahn, des Begründers der deutschen Turnbewegung. Zugleich sollte das Denkmal an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Turner erinnern. Die Inschrift lautet: „Unserm Turnvater Jahn / Unsern Gefallenen 1914–18 / Turnerbund Löffingen / 1928“.

Jahn spielte nicht nur für das Turnwesen eine wichtige Rolle, sondern auch für die frühe deutsche Nationalbewegung. Seine Ideen zielten darauf, die Jugend körperlich zu stärken und für den Kampf gegen die napoleonische Besatzung zu formen. Heute wird er wegen seiner nationalistischen und völkischen Vorstellungen auch kritisch betrachtet.

Standort des Fotografen: 47.879838, 8.349970

Martin und Luise Laufer, ca. 1900

Fotograf: Leo Molitor, Neustadt | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

Der Landwirt Martin Laufer und seine Ehefrau Luise Laufer (geb. Siefert) lassen sich im Fotostudio fotografieren – ein bewusster Schritt, kein beiläufiger Schnappschuss. Solche Porträts entstehen nicht nebenbei. Man zieht das beste Gewand an, nimmt Haltung an und lässt sich für die Nachwelt festhalten.

Martin Laufer (1854-1922) trägt Uniform. Der hochgeschlossene Waffenrock sitzt tadellos, auf der Schulter die Rangabzeichen. Am Revers ist deutlich das Ordensband des Eisernen Kreuzes zu erkennen – eine Auszeichnung, die er im Krieg 1870/71 erhalten haben dürfte. Für den Ersten Weltkrieg ist er bereits zu alt: Als dieser 1914 beginnt, ist er bereits 60 Jahre alt. Das Foto muss also deutlich früher entstanden sein.

Sein markanter Schnurrbart und der feste Blick verleihen ihm eine würdevolle Strenge. Neben ihm steht Luise Laufer (geb. Siefert, 1864-1929). Ihr Haar ist sorgfältig frisiert, das dunkle Kleid mit Spitzenbesatz und hoher Bluse zeugt von bürgerlichem Selbstverständnis. Ihr Gesicht wirkt ruhig, beinahe sanft – ein Gegenpol zur militärischen Strenge ihres Mannes.

Geheiratet hatten die beiden am 29. Mai 1884. Martin Laufer, geboren am 3. Oktober 1854 als Sohn des Landwirts Martin Laufer sen. und Ursula Laufer (geb. Schneider), führt mit Luise Laufer ihre Landwirtschaft in der Bittengasse. Luise Laufer war am 13. April 1864 als Tochter des Landwirts Albert Siefert und Agnes Siefert (geb. Egle) geboren worden. Zwei alteingesessene Familien verbanden sich.

1919 verkaufen sie ihr Anwesen. Zehn Jahre später, 1929, wird es beim Großbrand in der Kirchstraße ein Raub der Flammen. Martin Laufer erlebt das nicht mehr: Er stirbt am 29. Mai 1922 – auf den Tag genau 38 Jahre nach seiner Hochzeit. Luise Laufer überlebt ihn um sieben Jahre und stirbt am 27. Dezember 1929 im Alter von 65 Jahren.

Standort des Fotografen: Neustadt