Fünf Festteilnehmerinnen vor dem »Gebertsaal«, ca. 1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Sabine Hornstein zur Verfügung.

Vor dem 1925/26 gebauten »Gebertsaal« (Obere Hauptstr. 11) stehen fünf junge Frauen. Sie stehen dicht nebeneinander, die Arme eingehakt, und blicken selbstbewusst in die Kamera. Ihre Kleider sind sorgfältig gewählt – modisch, mit Volants und leichten Stoffen, dazu passende Schuhe und kleine Handtaschen. An der Brust tragen sie Anstecknadeln, ein weiteres Zeichen, dass hier ein Fest gefeiert wird.

Links und rechts des Eingangs stehen kleine Tannenbäumchen, geschmückt mit Papierstreifen. Offensichtlich wird heute Hochzeit gefeiert! Der »Gebertsaal« bildet den passenden Rahmen für solche Feiern. Er ist Treffpunkt und Festsaal.

V.l.n.r.: 1 Else Häusle (verh. Weiss, 1911-?), 2 ???, 3 Agathe Beha (verh. Geisinger, 1906-1972), 4 Anna Benz (verh. Strobel, 1906-1986), 5 Maria Beha (verh. Maier)

Standort des Fotografen: 47.884471, 8.346889

Turnerbund beim Jugendturntag in Bräunlingen, 19. Juni 1921

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Sabine Hornstein zur Verfügung.

Streng aufgereiht stehen sie da, die Turner des 1905 gegründeten Turnerbundes Löffingen. Weiße Turnkleidung, verschränkte Arme, ernste Blicke – ein Gruppenfoto, das Disziplin und Gemeinschaft ausstrahlt. Einige der Jüngeren haben sich im Vordergrund ins Gras gesetzt oder gelegt, während die Älteren im Hintergrund stehen. In der Mitte im Anzug ist der Vorsitzende Julius Fehrenbach (1877-1967) und rechts neben ihm der Turnwart Fritz Adrion zu sehen, der einen Lorbeerkranz in den Händen hält.

Aufgenommen wird das Bild beim Jugendturntag in Bräunlingen am 19. Juni 1921. Links neben dem Vorsitzenden hält ein Turner ein Schild mit der Aufschrift »Turnverein Löffingen« – ein sichtbares Zeichen der Zugehörigkeit und des Stolzes auf den eigenen Verein. Solche Jugendturntage sind Höhepunkte im Jahreskalender: Wettkämpfe, Begegnungen und das Messen mit anderen Vereinen aus der Region.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ??? (mit Urkunde), 3 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 Otto Schweizer???, 7 Fritz Strobel (1906-1997), 8 ???, 9 Albert Rebholz (1907-1962)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Rupert Hepting (1905-1990), 4 ???, 5 ???, 6 Vorsitzender Julius Fehrenbach (1877-1967), 7 Turnwart Fritz Adrion, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 ???, 12 August Fehrenbach (1906-2000), 13 ???

In der unteren linken Ecke ist das Monogramm des Fotografen zu erkennen: »H.F.«.

Standort des Fotografen: Bräunlingen

Familie Hepting mit Täufling und Hebamme in der Dittishauser Straße, Februar 1941

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.

Die kleine Taufgesellschaft ist auf dem Heimweg. Der Schnee liegt hoch in der Dittishauser Straße, es herrschen Winter und Kälte. Vorsichtig trägt die Patin das Neugeborene im Arm – warm eingehüllt, geschützt vor der Februarkälte. Die kleine Rita Hepting, geboren am 2. Februar 1941, wird an diesem Tag getauft.

Rechts neben der Patin geht der Vater, Rupert Hepting (1905-1990), im Anzug und mit Zylinder. Links ist die Hebamme Maria Häusle (geb. Schultheiß, 1883-1966) zu sehen, die bei der Geburt geholfen hat. Zwei Kinder, vermutlich ein Bruder und eine Cousine, laufen mit – neugierig, vielleicht auch ein wenig stolz.

Und doch fehlt jemand: die Mutter. Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995) ist nicht dabei. Sie befindet sich im Wochenbett. Nach katholischem Verständnis gilt die Frau nach der Geburt als »unrein« und darf die Kirche zunächst nicht betreten. Erst später wird sie im Rahmen der sogenannten »Aussegnung« wieder in die kirchliche Gemeinschaft aufgenommen. Bei der Taufe übernimmt deshalb die Patin ihre Rolle. Ein stilles Detail, das viel über religiöse Vorstellungen und soziale Regeln erzählt.

V.l.n.r.: 1 Hebamme Maria Häusle (geb. Schultheiß, 1883-1966), 2 Patin ??? mit Täufling Rita Hepting (geb. 1941), 3 Rupert Hepting (1905-1990), 4 Ewald Hepting (1933-2010), 5 Else Ganter (verh. Egle, 1923-2011)

Standort des Fotografen: 47.885203, 8.348885

Manfred Lauble mit Computer in DRK-Rettungswache, November 1995

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Der Computer hat Einzug in der DRK-Rettungswache (Bei der Kirche 3) gehalten: Ab jetzt wird hier mit moderner EDV gearbeitet. Am Bildschirm sitzt Manfred Lauble, Schriftführer des Ortsvereins, hauptamtlicher Rettungsassistent und Leiter der Rettungswache. Bestellungen, Inventar, Statistiken oder die Mitgliederverwaltung – all das wird nun am Computer erledigt. Die neue Technik erleichtert die Arbeit und bringt zugleich Ordnung in viele Abläufe.

Die DRK-Ortsgruppe versteht sich als Bindeglied zwischen Ehrenamt und hauptamtlichem Rettungsdienst, dessen Wache rund um die Uhr besetzt ist. Das Engagement ist vielfältig: vom Pflegedienst über Blutspenden und Altkleidersammlungen bis hin zur Seniorenarbeit oder den regelmäßig angebotenen Erste-Hilfe-Kursen.

Standort des Fotografen: 47.882336, 8.345100

2 Fotos: Fronleichnamsprozession in der Unteren Hauptstraße, 1995

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Feierlich setzt sich die Prozession in Bewegung. Von der katholischen Pfarrkirche St. Michael kommend zieht sie durch die Untere Hauptstraße – langsam, geordnet, getragen von Gebet und Gesang. Soben kommt der Zug am Gasthaus »Sonne« vorbei. Voran schreitet die Feuerwehr, die den Zug begleitet und ihm einen würdigen Rahmen gibt. Es folgt der Kirchenchor. Die Sänger*innen halten Notenblätter in ihren Händen. Dahinter schreitet eine Schar Ministrant*innen, die Kirchenfahnen tragen.

Im Mittelpunkt der Prozession steht die Monstranz mit dem Allerheiligsten. Getragen wird sie von Tutilo (Heinz) Burger (geb. 1965), begleitet von Stadtpfarrer Hermann Litterst (1929-2013). Über allem liegt eine besondere Spannung – eine Mischung aus Andacht und öffentlichem Bekenntnis des Glaubens. Auffällig ist das Spalier der Feuerwehrmänner, die mit gezücktem Säbel neben der Monstranz schreiten. Ein durchaus martialisches Auftreten im Namen Jesu Christi, der Gewaltlosigkeit und Feindesliebe predigte. Zugleich ist es ein eindrucksvolles Bild, wie weltliche Ordnung und religiöse Tradition ineinandergreifen.

oberes Foto
Feuerwehr: 1 ???, 2 Albin Zepf, 3 Eugen Hasenfratz (Seppenhofen), 4 dahinter Elisabeth Benz- Keller
Kirchenchor: u.a. Luzia Vogelbacher, Bertel Burger, Alfons Beha, Renate Rosenfelder, Peter Schlegelberger, Margarete Senn, Regina Krupp (geb. Geisinger), Angelika Ganter, Elisabeth Keller (geb. Benz), Josef Burger, Elisabeth Burger, Josef Benitz, Emil Oschwald

unteres Foto
V.l.n.r.:
1 ??? (Ministrant), 2 ???, 3 Gerhard Pfeifer (Feuerwehr), 4 Stadtpfarrer Hermann Litterst (1929-2013), 5 ??? (Feuerwehr), 6 Tutilo (Heinz) Burger (geb. 1965), 7 Hugo Satler (Feuerwehr, Seppenhofen), 8 Christel Kaiser (Gemeinderat)

Standort des Fotografen: 47.883129, 8.343821

Umzug beim Sängerfest auf dem oberen Rathausplatz, 31. Juli 1927

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Else Egle und Hermann Egle zur Verfügung.

Der obere Rathausplatz ist kaum wiederzuerkennen. Fahnen und Girlanden spannen sich zwischen den Häusern, aus allen Richtungen strömen Menschen herbei. Dicht gedrängt stehen die Zuschauer*innen am Straßenrand, während sich der Festzug langsam seinen Weg durch das Städtchen bahnt. Vorneweg zieht eine Musikkapelle – Trompeten, Hörner und Tuben glänzen im Licht. Dahinter folgen weitere Vereine und Festteilnehmer*innen. Männer in Anzügen und Hüten, Frauen in hellen Sommerkleidern, Kinder, die neugierig zwischen den Erwachsenen stehen oder sich am Rand des Geschehens durchschlängeln. Es ist ein lebendiges Bild voller Bewegung, Klang und Stimmengewirr.

An diesem Wochenende steht das Städtchen ganz im Zeichen des Schwarzwaldgau-Sängerbundesfestes. Rund 3.000 Sänger*innen sind angereist, dazu kommen viele hundert Besucher*innen. Bereits am Vorabend füllt ein Festbankett mit etwa 2.000 Teilnehmer*innen die Säle, am Sonntagvormittag folgt das Preiswettsingen mit anschließendem Konzert. Der Festumzug bildet den Höhepunkt der Feierlichkeiten. Schätzungsweise 4.000 bis 5.000 Menschen beteiligen sich daran – eine beeindruckende Zahl, die zeigt, welche Bedeutung das Sängerwesen hat. Singen ist schließlich mehr als Musik: Es bildet auch Gemeinschaft und stiftet Identität.

Im Hintergrund ragt die Gewerbliche Fortbildungsschule (Demetriusstr. 1) auf. Von der Freitreppe aus bietet sich ein Blick auf das dichte Gedränge auf dem Rathausplatz.

Standort des Fotografen: 47.884024, 8.344913

3 Fotos: Sommerfest im Kindergarten in der Bahnhofstraße, 1974

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Dicht an dicht sitzen die Kinder auf kleinen Holzstühlen. Die Beine baumeln, die Hände liegen im Schoß oder spielen nervös mit Kleidern und Knöpfen. Einige schauen aufmerksam nach vorne – dorthin, wo gleich ein Theaterstück aufgeführt wird. Andere haben den Fotografen entdeckt und blicken neugierig direkt in die Kamera. Die Kinder tragen bunte Sommerkleider, karierte Hemden, Kniestrümpfe und Sandalen. Im Kindergarten in der Bahnhofstraße wird an diesem Tag ein Sommerfest gefeiert. Ein Theaterstück gehört dazu, und während ein Teil der Kinder auf der kleinen Bühne steht, bildet der Rest das Publikum – aufmerksam, neugierig und doch nicht immer ganz still.

Dass hier überhaupt noch gefeiert wird, ist keine Selbstverständlichkeit. Eigentlich sollte der alte Kindergarten längst geschlossen sein. Doch die geburtenstarken Jahrgänge machen eine weitere Nutzung notwendig. Seit 1967 ist das 1908 eingeweihte Gebäude wieder in Betrieb. Vor allem Kinder aus Stettholz, dem Maienland, der Hohlgasse und der Bahnhofstraße kommen hierher – aber auch aus Dittishausen, wo erst im selben Jahr ein eigener Kindergarten eröffnet.

oberes Foto
1.Reihe, v.l.n.r.:
1 Matthias von Dungen, 2 Manfred Braunigger, 3 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Gertrud Benz, 2 Annette Benz, 3 Birgit Zimmermann, 4 Petra Vetter (Dittishausen), 5 ???, 6 Birgit Merk (Dittishausen), 7 ???

mittleres Foto
1.Reihe, v.l.n.r.:
1 ???, 2 ???, 3 Christian Isele, 4 Martina Knöpfle
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 Andreas Isele, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???

unteres Foto
1.Reihe, v.l.n.r.:
1 Eric Albiez (Dittishausen), 2 Carsten Prause, 3 ???, 4 Karin Fritsche, 5 Ruth Maier (Dittishausen), 6 Rita Maier (Dittishausen), 7 Helga Fritsche
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ??? (verdeckt), 4 Kurt Fehrenbach, 5 Karin Fehrenbach (verh. Klausmann), 6 Silvia Mayer, 7 ???, 8 ???

Standort des Fotografen: 47.885581, 8.341117

Männergesangsverein in der Festhalle, August 1984

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Die Bühne der Festhalle ist festlich geschmückt. Vorne ein Blumenmeer, darin kleine Fähnchen mit dem Roten Kreuz – ein deutlicher Hinweis auf den Anlass: 75 Jahre DRK-Ortsgruppe Löffingen. Darüber spannt sich ein großes Banner, das das Jubiläum weithin sichtbar macht.

In Reih und Glied stehen die Sänger des Männergesangsvereins »Eintracht«. Dunkle Sakkos, weiße Hemden, in den Händen die Notenblätter. Der Dirigent Berthold Ganter wendet dem Publikum den Rücken zu, hebt die Arme – ein Einsatz, und der Chor setzt ein. Die Männer schauen konzentriert auf ihre Blätter oder zum Dirigenten.

Das Festbankett in der Festhalle wird vom Männergesangsverein musikalisch umrahmt. Unter der Leitung von Dirigent Berthold Ganter erklingen Lieder wie die »Waldandacht«, »Brüder reicht die Hand zum Bunde« und der »Slowenische Weintanz«. Besonders glänzt dabei Solosänger Josef Beha. Es werden Lieder dargeboten, die Gemeinschaft beschwören – passend zu einem Jubiläum, das ganz im Zeichen des Ehrenamts und des Zusammenhalts steht.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Bruno Schwanz, 2 Josef Wölfle, 3 Erich Meier, 4 Hans-Jürgen Schweizer (1941-2021), 5 Josef Willmann, 6 Fritz Strobel, 7 Wilhelm Willmann, 8 Josef Beha
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Gerhard Scholz (verdeckt), 3 Gerhard Meier, 4 Ewald Sibold, 5 Walter Nägele, 6 Adolf Gnädinger, 7 ???, 8 ???

Standort des Fotografen: 47.882932, 8.347874

2 Fotos: 20-Jährige im Stadtwald, Fasnacht 1968

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Beate Lubrich zur Verfügung.

Ein enger Raum aus Holz. In der Mitte ein Ofen, aus dem wohlige Wärme strömt. Es ist ein Ort, an dem man sich sammelt und aufwärmt, bevor es wieder hinausgeht in die Kälte. Um den Ofen herum stehen sie dicht beieinander: eine Gruppe junger Leute, lachend, ein wenig übermütig, ganz offensichtlich mitten in der Fasnacht. Einer hat eine Flasche in der Hand, ein anderer trägt einen Hut. Die Stimmung ist gelöst und vertraut. Ein wichtiger Hinweis hängt um den Hals einer jungen Frau: Ein Täfelchen mit der Aufschrift »20«. Damit ist klar, wer hier feiert – der Jahrgang 1947/48 der 20-Jährigen. Vermutlich sind sie im Stadtwald unterwegs, um den Narrenbaum zu schlagen.

oberes Bild
1.Reihe, v.l.n.r.:
1 Inge Kienzler (verh. Riedlinger), 2 Georg Willmann, 3 Monika Bader, 4 Bernhard Heizmann
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Stefanie Fehrenbach (verh. Zierow), 2 Rudi Selb, 3 Christina (Loni) Sibold, 4 Bärbel Benz (verh. Rendina)

Standort des Fotografen: ???

2 Fotos: Training beim Fußballclub auf dem Sportplatz, 1974

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Ein Kreis aus Spielern, (fast) jeder mit einem Ball vor den Füßen. Die Hände in die Hüften gestützt, die Blicke auf den Mann in der Mitte gerichtet. Es ist Trainingszeit auf dem Sportplatz – vermutlich an einem gewöhnlichen Wochentag, vielleicht am Abend, wenn die Arbeit getan ist. Der Trainer erklärt eine Übung. Noch wird nicht gespielt, noch wird zugehört. Die Spieler stehen locker im Kreis, in Trainingsanzügen, kurzen Hosen und Stutzen. Im Hintergrund ein Tor, dahinter die noch jungen Bäume und vereinzelte Häuser. Der Platz wirkt gepflegt, vielleicht sogar frisch hergerichtet.

Das Bild stammt von einem Lokalreporter – es muss also einen Anlass geben, dass heute fotografiert wird. Wurde der Rasenplatz saniert? Steht ein wichtiges Spiel bevor? Oder soll einfach die Mannschaft einmal für die Zeitung festgehalten werden?

Wer sind die Spieler, die hier im Kreis stehen? Welche Mannschaft trainiert hier? Wer ist der Trainer in der Mitte? Ist es vielleicht Rudi Daubner?

Standort des Fotografen: 47.882773, 8.350708

Trauerfeier in der Pfarrkirche, 1942

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elke Moser zur Verfügung.

In der katholischen Pfarrkirche St. Michael ist der Altarraum in ein dichtes Blumenmeer verwandelt. Zahlreiche Gestecke umgeben eine erhöhte Mitte, aus der Kerzen und ein Kruzifix aufragen. Zwischen den Blumen ist das Porträt eines jungen Mannes aufgestellt – im Zentrum des stillen Gedenkens.

Es handelt sich um ein Seelenamt, eine feierliche Totenmesse. Ob sich unter dem Blumenschmuck ein Sarg befindet oder lediglich eine Tumba (eine Sargattrappe) aufgebaut ist, lässt sich auf der Aufnahme nicht eindeutig erkennen. Auffällig ist, dass der Mann auf dem Foto Zivilkleidung und keine Soldatenuniform trägt. Auch die Gestaltung der Trauerfeier entspricht nicht den üblichen Formen für Kriegsgefallene, die fern der Heimat bestattet werden und denen oft mit schlichteren Symbolen – etwa einem einfachen Feldkreuz – gedacht wird. Alles spricht dafür, dass es sich um einen zivilen Todesfall handelt.

Möglicherweise wird hier Karl Friedrich Meßmer (1903-1942) betrauert. Geboren wurde er am 28. Mai 1903 als Sohn des »Linde«-Gastwirts Ernst Meßmer und dessen Ehefrau Josefine Meßmer (geb. Benitz). Seit Kindertagen litt er an Rachitis, der »englischen Krankheit«, wie es damals heißt. Als lediger Sohn arbeitet er im elterlichen Betrieb mit. Nach einer schweren Verletzung, die ihm ein Ochse zufügt, stirbt er am 10. August 1942 im Alter von 39 Jahren.

Ob es sich tatsächlich um die Trauerfeier für Karl Friedrich Meßmer handelt, bleibt offen. Sicher ist jedoch: Das Foto hält einen Moment intensiver Anteilnahme fest – eine Gemeinde, die sich inmitten des Kriegsjahres 1942 versammelt, um einem ihrer Angehörigen die letzte Ehre zu erweisen.

Standort des Fotografen: 47.882539, 8.344539

2 Fotos: Geschwister bei der Ostereiersuche am Alenberg, 1958

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilie Runge zur Verfügung.

Große Aufregung liegt in der Frühlingsluft: Im Garten der Familie Rebholz am Alenberg sind zwei Kinder eifrig auf der Suche nach den versteckten Überraschungen des Osterfestes. Klemens Rebholz (geb. 1949) und seine kleine Schwester Cäcilie Rebholz (geb. 1953) durchstreifen den Garten zwischen Grasbüscheln und ersten Blüten.

Auf dem ersten Bild hockt Cäcilie mit einem kleinen Weidenkörbchen im Gras und schaut neugierig zur Kamera, während ihr Bruder neben ihr konzentriert den Boden absucht. Überall zwischen den Gänseblümchen könnten sich bunte Eier oder kleine Süßigkeiten verbergen.

Einige Augenblicke später ist die Suche bereits erfolgreich: Stolz zeigt Cäcilie ihre Beute, während Klemens lächelnd danebensteht. Auf einer Holzbank liegt das Körbchen, schon teilweise gefüllt. Was gefunden wird, bleibt nicht lange unberührt – genascht wird sofort.

Standort des Fotografen: 47.885863, 8.344068