Hochzeitszug Eggert / Klaus auf dem oberen Rathausplatz, 31. Mai 1943

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Klaus Eggert zur Verfügung.

Es ist Montag, den 31. Mai 1943. Zum Wonnemonat Mai passt das Schmuddelwetter nicht gerade. Doch geheiratet wird trotzdem und das Brautpaar feiert mit seiner Festgesellschaft das freudige Ereignis – so fröhlich eine Hochzeit im dritten Kriegsjahr sein kann.

Der Bräutigam ist Willi Eggert (1912-?), der Sohn des verstorbenen Schrankenwärters Konrad Eggert (1870-1942) und dessen Ehefrau Theodora (geb. Frei, 1877-1964). Die Braut ist Emma Eggert (geb. Klaus, 1918-1950), die gebürtig aus Engen stammt und als Kontoristin in der Weinhandlung Hogg / Benitz arbeitet. Eben zieht der Hochzeitszug über den oberen Rathausplatz. Man kommt von der katholischen Pfarrkirche, wo das Paar getraut wurde, und geht in Richtung Gasthaus »Linde«, wo die Hochzeitsfeier stattfinden wird. Vom Haus Rebholz (Rathausplatz 3) aus fällt der Blick auf den vorüberziehenden Hochzeitszug und das Gasthaus »Ochsen«, das vis-à-vis steht.

Standort des Fotografen: 47.884075, 8.344566

Klassentreffen des Jahrgangs 1905/06, 1980

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Einige Angehörige des Jahrgangs 1905/06 sind zu einem Klassentreffen zusammengekommen. Gemeinsam unternehmen sie einen Ausflug. Auf einem alten Klassenfoto, das in ihrer Volksschulzeit aufgenommen wurde, sind 37 Kinder zu sehen. Neun von ihnen posieren für dieses Erinnerungsfoto.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Josefine Waibel, 2 Mathilde Schmitt (geb. Heiler), 3 ???, 4 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ??? (verdeckt), 3 ???, 4 ??? (verdeckt), 5 Albert Benitz (1905-1996)

Datieren lässt sich das Foto sehr genau. Es muss im September oder Oktober 1980 aufgenommen sein. Anhaltspunkt dafür ist ein kleines Detail am rechten Bildrand. Dort ist ein Teil eines Wahlplakates zu sehen, dessen vollständige Inschrift »Für Frieden und Freiheit« lautet. Mit dieser Parole tritt der Kanzlerkandidat der CDU/CSU, Franz Josef Strauß, bei der Wahl zum 9. Bundestag gegen Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) an. Die Wahl findet am 5. Oktober 1980 statt. Hier scheint schon die heiße Wahlkampfphase begonnen zu haben – oder die Wahl ist schon vorüber und die Plakate noch nicht wieder abgebaut.

Doch wo wird das Foto aufgenommen?

Standort des Fotografen: ???

Eugen Fehrenbach als Schüler, 1949

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Sigrid und Eugen Fehrenbach zur Verfügung.

Der Schulfotograf ist da! Und er fotografiert nicht nur ganze Schulklassen, sondern nimmt auch Einzelporträts von Schüler*innen auf. Das Arrangement des Fotoshootings ist immer das gleiche. Die Schulkinder werden an einer Schulbank sitzend platziert und beim Schreiben mit dem Tintenfüller abgelichtet. Im Hintergrund hängt eine Landkarte.

Hier ist Eugen Fehrenbach (geb. 1937) zu sehen. Er wurde an Ostern 1943 in die Volksschule eingeschult und besucht gerade die sechste oder siebte Klasse.

Standort des Fotografen: 47.882425, 8.347919

Weihnachtsmarkt mit Eine-Welt-Waren-Stand, Dezember 1996

Sammlung Familie Waßmer

Die Klassen 10a und 10b der Realschule haben sich im Ethikunterricht von Lehrer Werner Waßmer mit dem Thema »Eine Welt – Fairer Handel« beschäftigt. Daraus ist das Projekt entstanden, auf dem Weihnachtsmarkt fair gehandelte Waren anzubieten. Irmela Herrenbrück, die Ehefrau des evangelischen Pfarrers, die durch ihren Verkaufsstand in der evangelischen Kirche Erfahrung mit dem fairen Handel hat, half den Schüler*innen beim Aussuchen der Waren, die auf Kommission bezogen wurden. Jetzt heißt es, in der Kälte am Markstand auszuharren und hoffentlich viele Produkte zu verkaufen.

V.l.n.r.: 1 Sonja Hillebrand, 2 Eva Beha (verh. Wiggert), 3 Andrea Morath (verh. Kienzler)

2004 wird im Städtchen schließlich ein Weltladen in der Kirchstraße eröffnet, der vom Verein Weltladen Löffingen e.V. betrieben wird.

Standort des Fotografen: 47.884147, 8.344955

Kriegerdenkmal mit viel Schnee, ca. 1945-1954

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rudi Straetker zur Verfügung.

Auf dem unteren Rathausplatz türmt sich der Schnee. Die Tanne vor dem Haus Siefert (Rathausplatz 6) mutet wie ein Weihnachtsbaum an, obgleich sie das ganze Jahr über dort im Vorgarten steht. Auch auf dem Kriegerdenkmal zu Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 liegt Schnee. Der Reichsadler auf der Spitze trägt ein weißes Winterkleid. Vor dem Zweiten Weltkrieg war das Denkmal durch ein schmiedeeisernes Gitter eingefasst, das aber für die Kriegsproduktion abgebaut und eingeschmolzen wurde. Ein schmuckloser Maschendrahtzaun ersetzt das Gitter nun.

Im Hintergrund ist schemenhaft im Dunkeln das Gasthaus »Adler« (Untere Hauptstr. 2) zu sehen. Noch befindet sich im Erdgeschoss keine Filiale der Sparkasse.

Um das Foto aufzunehmen, kommt vermutlich ein Scheinwerfer zum Einsatz. Denn die Dunkelheit der Nacht scheint weder von der Straßenlaterne auf dem unteren Rathausplatz noch vom Blitzlicht des Fotografen aufgehellt zu sein.

Standort des Fotografen: 47.883868, 8.344104

Nikolaus und Knecht Ruprecht bei der Weihnachtsfeier des VdK im Gasthaus »Linde«, 1956

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Im Gasthaus »Linde« veranstaltet der VdK seine jährliche Weihnachtsfeier. Die Abkürzung steht für »Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands e. V.«. Eine Schar Kinder führt zur Unterhaltung ein buntes Bühnenprogramm auf. Aber natürlich darf auch der Nikolaus (gespielt von Arno Adrion) mit Bischofsmütze und Stab nicht fehlen. Er tritt mit seinem Begleiter, dem Knecht Ruprecht, in Erscheinung. Damit die beiden nicht gleich erkannt werden, tragen sie Sonnenbrillen.

Standort des Fotografen: 47.884259, 8.346557

Blick vom Alenberg auf das Städtchen, ca. 1970-1980

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Vom Alenberg aus bietet sich ein sagenhafter Blick wie im Märchenbuch: Auf den Ästen und Zweigen der Bäume im Vordergrund liegt Schnee. Auch auf den Dächern der Häuser liegt die weiße Pracht, sofern der Schnee noch nicht runtergerutscht ist. Eine weiße Schicht liegt darüberhinaus auf den Staffelgiebeln, die das Dächermeer untergliedern. Deutlich zu erkennen sind das Rathaus mit dem Rathausturm und die katholische Pfarrkirche St. Michael, deren Kirchturm bis in den Himmel ragt. Vis-à-vis des Alenbergs ist der Reichberg zu sehen, auf dem sich das Neubaugebiet immer weiter ausbreitet.

Standort des Fotografen: 47.885750, 8.344556

2 Fotos: Wegkreuz beim Dreschschuppen im Nebel, ca. 1970-1980

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Neben dem Dreschschuppen steht seit mehr als 100 Jahren ein altes Wegkreuz aus Sandstein. Gestiftet wurde es im Jahr 1866 durch Maria Egy (geb. Bader). Die Inschrift am Sockel lautet: »Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand komt [sic!] zum Vater als durch mich.« Der Vers stammt aus dem Neuen Testament (Johannes 14,6).

Doch um das Kreuz, geschweige denn die Inschrift, geht es dem Fotografen hier nicht. Stattdessen gilt sein Interesse den beiden Bäumen, die das Wegkreuz einrahmen. Durch den Nebel und Frost haben sie sich in eine bizarre Formation verwandelt. Geheimnisvoll mutet die Szenerie an. Und man denkt unweigerlich an Hermann Hesses Gedicht »Im Nebel«: »Seltsam, im Nebel zu wandern! / Einsam ist jeder Busch und Stein, / Kein Baum sieht den andern, / Jeder ist allein.«

Standort des Fotografen: 47.887816, 8.352860

Weihnachtsfeier des Männergesangvereins in der Festhalle, 1958

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Bei der Weihnachtsfeier in der Festhalle tritt der Männergesangsverein auf. Er hat sich Verstärkung von einer Schar Kindern und Jugendlichen geholt, von Jungen und Mädchen. Gemeinsam bringen sie ihre Lieder dar, dirigiert von Berthold Ganter.

V.l.n.r.: Karl Binder, Karl Hasenfratz, Adolf Sibold (1906-2000), Erich Zepf (1929-2003), Walter Maier, Wilhelm Willmann (1910-1999), Franz Maier (1923-2006), Hermann Schelling (1914-1998), Alfred Bader (1923-2008), Josef Bayer (1930-2005), Joseph Benitz (1928-2012)

Bei den Kindern und Jugendlichen sind zu sehen: Roswitha? Lux, Lucia Bader, Annemarie Vogt, Anni Jordan (verh. Kaiser), Dieter Vierlinger

Standort des Fotografen: 47.883030, 8.347885

Eisabschlagen auf dem Eisgalgen im Maienland, 1940

Dieses Foto stellte dankenswerterweise M. und R. Rosenstiel zur Verfügung.

Die Rosenstiels betreiben im Maienland neben ihrer Landwirtschaft auch ein Gasthaus. Das »Witterschnee« (Maienlandstr. 26) ist neben dem »Pilgerhof« und dem »Engel« eines von drei Gasthäusern im Maienland, in die Pilger*innen auf ihrem Weg zur gleichnamigen Wallfahrtskirche einkehren können. Noch gibt es keine Kühlschränke und Tiefkühltruhen. In Eiskellern werden die Lebensmittel und Getränke kühl gelagert. Hier ist gerade Johann Rosenstiel (1917-2007) zu sehen, wie er am Eisgalgen Eis macht: Er besprüht im Winter dazu den Eisgalgen mit Wasser, schlägt dann die Eiszapfen ab und bringt sie in den Eiskeller.

Als die Rosenstiels später ihre Gastwirtschaft aufgeben, verschwindet auch der Eiskeller. Auf dem Areal wird die Schreinerwerkstatt erbaut.

Standort des Fotografen: 47.887430, 8.341509

3 Fotos: »Mostli« und »Stutzli« als Ansager beim »Öschabend« in der Festhalle, Januar 1988

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Ein knapp vierstündiges Bühnenprogramm wird beim »Öschabend« in der Festhalle dargeboten. Über 200 Akteure wirken daran mit und begeistern das Publikum. Einen erheblichen Anteil am Erfolg der Veranstaltung haben die beiden Moderatoren Michael Kasprowicz und Franz Hofmeier. Wie in den Jahren zuvor führen sie als »Mostli« und »Stutzli« gekonnt durch das Programm. In der Berichterstattung der Presse werden sie als »Garant für einen lustigen und unterhaltsamen Abend« bezeichnet.

Standort des Fotografen: 47.882922, 8.347826

4 Fotos: Bekanntgabe des Fasnachtsmottos am Hexenbrunnen, 11. November 1995

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Es ist der 11. November. Pünktlich um 11.11 Uhr treten die Laternenbrüder mit Narrenvater Josef (»Jupp«) Hoitz am Hexenbrunnen an, um das Fasnachtsmotto für die kommende Fasnacht bekannt zu geben. Eine große Schar Neugieriger hat sich versammelt, um live zu erfahren, wie das Motto lautet: »Mode im Wandel der Zeit – vom Bärenfell zum Tangaslip«. Manch einer hat wohl spontan gleich ein paar Ideen für mögliche Kostüme. Auch für Musik ist gesorgt: Die »Löffelguggis« unter Leitung von Lothar Mühlbauer heizen den rund 300 Närrinnen und Narren, die zum Hexenbrunnen gekommen sind, richtig ein. Die Bewirtung übernimmt traditionell die Hexengruppe: Es gibt Brezeln, Speckwecken und Glühwein.

Bei den Laternenbrüdern sind u.a. zu sehen: Narrenvater Josef (»Jupp«) Hoitz, Conrad Bader, Johann Fritsche, Franz Scholz, Rudolf Gwinner, Franz Riede, Manfred Mayer, Jörg Wider, Hermann Nägele und Norbert Gottwalt. Für Narrenvater Josef (»Jupp«) Hoitz ist es die letzte Bekanntgabe eines Fasnachtsmottos. Er amtiert seit 1972 und wird 1996 sein Amt abgeben.

Bei den Musiker*innen der »Löffelguggis« sind u.a. Dietmar Hasenfratz und Edith Mühlbauer zu sehen. Unter die Zuschauer*innen haben sich u.a. Heinz Egle, Helga Keßler und Heinz Keßler gemischt.

Im Hintergrund ist das »Edeka«-Geschäft und »Mode Manock« (Kirchstr. 25) zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883028, 8.344214