2 Fotos: Brautpaar Bayer / Schmid vor dem Kirchenportal, ca. 1951

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Christoph und Marlies Müller sowie Rita Bölle zur Verfügung.

Nach der Trauung in der katholischen Pfarrkirche St. Michael tritt das frisch vermählte Brautpaar vor das Kirchenportal und damit vor die Kamera. Der aus Dittishausen stammende Gipser Josef Bayer (1930-2005) und Hedwig Schmid (1924-1996) aus Löffingen haben sich das Ja-Wort gegeben.

Auf dem oberen Foto sind Braut und Bräutigam zusammen mit den beiden Brautjungfern zu sehen, links Elisabeth Egle (verh. Müller, 1927-2020) und rechts Elisabeth Bayer (verh. Schiehle, 1929-2002). Die beiden Kinder, die ganz vorne stehen, sind die Nichte und der Neffe der Braut, Christel Riese und Klaus Kuhlmann (geb. 1942).

Auf dem unteren Foto drängt die Hochzeitsgesellschaft nach. Zu sehen sind u.a. der Braut-Vater Karl Schmid (1878-1955), unverkennbar wegen seines Vollbarts, sowie mehrere Geschwister der Braut: ihr ältester Bruder Timotheus Schmid (1903-1984 ) sowie die beiden Schwestern Bertel Schmid und Friedel Schmid. Außerdem sind die Eltern des Bräutigams Franz (?) Bayer und Elisabeth Bayer sowie sein Bruder Franz Bayer zu sehen.

Das Ehepaar Bayer bekommt 1952 Nachwuchs und Sohn Christian wird geboren. Es folgen die Kinder Annette und Walburga (»Babusch«). 1964 bauen die Bayers ein Wohnhaus im Neubaugebiet in der Feldbergstraße. Hedwig Bayer stirbt 1996, Josef Bayer 2005.

Standort des Fotografen: 47.882678, 8.343908

Blick vom Alenberg auf das Städtchen, ca. 1932

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Eberhard Müller zur Verfügung.

Rund ein Jahrzehnt nach dem verheerenden Großbrand vom 28. Juli 1921 ist der Wiederaufbau des Städtchens längst abgeschlossen. Blickt man vom Alenberg auf die Altstadt mit dem Rathaus und der katholischen Pfarrkirche St. Michael, dann erinnert nichts mehr an den Schrecken. Die Ruinen sind verschwunden. Idyllisch liegt das Städtchen da.

Jenseits der Bahnlinie existieren nur wenige Häuser. In der Bonndorfer Straße stehen bereits die beiden Villen der Holzindustriewerke Josef Benz AG. Der Reichberg und das Gewann »Breite« sind noch gänzlich unbebaut.

Standort des Fotografen: 47.885566, 8.344699

Blick vom Stationenweg zum Städtchen, ca. 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Im Vordergrund ist die XIII. und damit vorletzte Station des Kreuzweges zu sehen, die zur 1901 geweihten Wallfahrtskirche Witterschnee führt. Dargestellt ist, wie Jesus vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt wird. Auf dem Foto sind solche Details freilich nicht zu erkennen, die Kreuzwegstation und die Bäume links und rechts rahmen nur den Vordergrund ein.

Der Blick des Fotografen richtet sich in Richtung Städtchen, das in der Ferne zu sehen ist. Die Häuser im Maienland und auf dem Alenberg sind zu erkennen. Die ersten Neubauten sind bereits in der Feldbergstraße gebaut. Im Städtchen ragt der Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Michael schlank in den Himmel. Eine Dampflokomotive fährt gerade auf der Bahnlinie entlang und stößt eine große Rauchwolke aus.

Standort des Fotografen: 47.892784, 8.337636

Haus Ganter in der Seppenhofer Straße, 7. Mai 1933

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Das Haus von Schneidermeister Edmund Ganter (1879-1956) und seiner Ehefrau Maria Ganter geb. Bader (1881-1962) in der Seppenhofer Straße ist festlich geschmückt. Girlanden aus Tannreisig rahmen die Haustür ein und sind unter den Fenstern im Erdgeschoss und 1. Stock angebracht. Kleine Tännchen flankieren die Eingangstreppe.

Überlicherweise würde man vermuten, dass eine Hochzeit gefeiert wird. Aber dies ist hier nicht der Fall. Ganters haben ihr Haus so geschmückt, weil ihr Sohn August Ganter (1907-1970) vor wenigen Tagen zum Priester geweiht wurde. Heute, am Sonntag, den 7. Mai 1933 feiert er seine Heimatprimiz in der katholischen Pfarrkirche St. Michael. Der Kirchturm ist am linken Bildrand zu erkennen.

Aus den Fenstern im 1. Stock schauen ein Mann und eine Frau heraus, vermutlich die stolzen Eltern Edmund und Maria Ganter.

Standort des Fotografen: 47.882042, 8.344276

3 Fotos: Blick durch das Mailänder Tor zum unteren Rathausplatz, ca. 1953

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Hübsch eingerahmt durch den Torbogen des Mailänder Tores fällt der Blick auf den unteren Rathausplatz und in die Untere Hauptstraße – bis hin zum Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Michael.

Vis-à-vis des Tores ist das 1911 erbaute Haus Siefert (Rathausplatz 6) zu sehen, in dessen Erdgeschoss sich eine Filiale des Lebensmittelgeschäfts »Gottlieb« befindet: Vor dem Eingang werden Waren präsentiert, über den Schaufenstern sind Markisen herausgefahren. In dem Vorgärtchen steht eine Tanne, die bis über das Dach hinausragt.

Daneben steht das – ebenfalls 1911 erbaute – Haus Guth (Rathausplatz 7), das 1953 vom Kaufmann Karl Guth erworben wurde. Noch ist kein breites Schaufenster in die Fassade gebrochen. Das Erdgeschoss gliedert sich noch in den Ladeneingang und zwei schmale Fenster. »Bekleidung – Aussteuer« steht auf dem Werbeschild, das darüber angebracht ist.

Auf dem Rathausplatz parkt ein Auto. Noch ist der neue Demetriusbrunnen nicht gebaut, sodass die Fläche zum Parken genutzt werden kann.

Standort des Fotogrfen: 47.884001, 8.343655

2 Fotos: Pavillon im Kurpark, ca. 1955

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Von zwei Seiten wird der neu gebaute Pavillon am Kurpark fotografiert. Elegant wirkt er, wie er auf dem Alenberg thront. Es bietet sich ein grandioser Blick in Richtung »Hasle« mit der Festhalle, Volksschule und der 1953/54 erbauten evangelischen Kirche, aber auch auf die Häuser des Städtchens und auf die katholische Pfarrkirche.

Der alte hölzerne Pavillon, der bis vor Kurzem hier stand, ist abgebaut und an das Gewann »Wanne« versetzt. Der neue Pavillon ist aus Steinmauern gebaut, sein Dach ist mit richtigen Dachziegeln eingedeckt, gekrönt wird er von einer Wetterfahne, die das Löffinger Wappen enthält und die Himmelsrichtung Nord-Süd anzeigt.

Löffingen ist als Luftkurort anerkannt und wirbt um Kurgäste. Da darf ein richtiger Kurpark mit Pavillon, in dem bei schlechtem Wetter Konzerte dargeboten werden können, nicht fehlen.

Standort des Fotografen: 47.885775, 8.344579

Unterer Rathausplatz mit Demetriusbrunnen und viel Schnee, ca. 1955

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Hoch türmen sich die Schneeberge auf dem unteren Rathausplatz. Der 1954 neu geschaffene Demetriusbrunnen thront Mitten in der weißen Pracht. Im Haus Siefert (Rathausplatz 6) befindet sich eine Filiale des Lebensmittelgeschäfts »Gottlieb«. Ein paar Lebensmittel stehen links und rechts vor der Tür. Bei den eisigen Temperaturen dient die Außenfläche wohl zugleich als Kühlschrank. Die Tanne, die vor dem Haus steht, verleiht dem Foto gleich eine weihnachtliche Note.

Der Blick fällt die Untere Hauptstraße entlang bis zur katholischen Pfarrkirche St. Michael, deren Kirchturm über dem verschneiten Dach des Kaufhauses A. Zimmermann (Untere Hauptstr. 7) emporragt. Begrenzt wird das Foto auf der rechten Seite durch das Gasthaus »Adler«, das angeschnitten ist. Aber das schmiedeeiserne Wirtshausschild ist komplett zu sehen und kommt vor dem weißen Hintergrund schön zur Geltung.

Standort des Fotografen: 47.883800, 8.343713

Zwei Frauen am Demetriusbrunnen, ca. 1938

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hans-Martin Konhäuser zur Verfügung.

Zwei junge Frauen haben sich auf den Beckenrand des Demetriusbrunnens gesetzt und lassen die Beine baumeln. Die Sonne scheint. Hätte der Fotograf geahnt, dass der Brunnen fünf Jahre später bei einem Bombenangriff zerstört würde, hätte er vermutlich den gesamten Brunnen fotografiert und nicht die Brunnensäule abgeschnitten. So aber gilt sein Augenmerk den beiden Frauen. Links sitzt ??? und rechts die Modistin Rosalie Egle (verh. Konhäuser, 1917-2014).

Im Hintergrund sind das Geschäft »Gottlieb« (Rathausplatz 6) und das »Warengeschäft« von Franz X. Geiger (Unter Hauptstr. 1), die »Metzgerei & Wursterei« Seilnacht (Untere Hauptstr. 3), das Uhrengeschäft von Wilhelm Maier (Untere Hauptstr. 5) und das Kaufhaus von Alfred Zimmermann (Untere Hauptstr. 7) zu sehen. Ein Geschäft reiht sich an das andere, die Untere Haupstraße ist eine wirkliche Einkaufsstraße! Außerdem sind gleich zwei Gasthäuser auf dem Foto zu sehen: Das Gasthaus »Adler« mit seinem schmiedeeisernen Wirtshausschild und das Gasthaus »Sonne«, an der Einmündung der Kirchstraße.

Standort des Fotografen: 47.883808, 8.343725

Blick von der »Hasle« auf das Städtchen, ca. 1955

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Sammlung Familie Waßmer

Nicht zu unrecht trägt das Café »Schönblick« (Stadionstr. 6) seinen Namen. Von hier oben hat man tatsächlich einen schönen Blick auf das Städtchen. Am linken Bildrand ist die Festhalle zu erkennen. Der Blick wandert über die Gärten hinüber zur Bittengasse, in der der neue Farrenstall steht, aber noch nicht der Bauhof, der erst kurz später erbaut wird. Daneben das kleine weiße Häuschen ist das 1968 abgerissene Schlachthaus, das am Bittenbach steht.

Schön zu erkennen ist die Rückseite der Häuser in der Kirchstraße, die den mittelalterlichen Stadtring bilden. Aus der Dächerlandschaft ragt die katholische Pfarrkirche St. Michael empor. Hinter dem Städtchen ist das Sägewerk Benz zu erkennen: Vor allem der rauchende Benz-Kamin sticht gleich ins Auge. Aber auch der Späneturm, an der Rötenbacher Straße gelegen, ist zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883469, 8.349080

Haus Gwinner und Haus Ganter mit viel Schnee, ca. 1951/52

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Noch gibt es den heutigen Pfarrweg nicht, denn das (neue) katholische Pfarrhaus ist noch nicht gebaut. Der kleine Weg wird noch der Seppenhofer Straße zugeschlagen. Hier steht der Fotograf und nimmt dieses winterliche Foto auf. Sein Blick fällt über verschneite Gärten hinweg. Die katholische Pfarrkirche St. Michael ragt zwischen dem Haus Gwinner (Seppenhofer Str. 2) und dem Haus Ganter (Seppenhofer Str. 1) empor.

Das Haus Gwinner wurde 1949 von dem Dentist und Zahnarzt Paul Gwinner erbaut. Auf dem Foto ist die Fassade noch nicht verputzt, weshalb das Foto in den frühen 1950er Jahren entstanden sein muss, vermutlich im schneereichen Winter 1951/52. Das Haus Ganter gehört dem Schneidermeister Edmund Ganter (1879-1956) und seiner Ehefrau Maria Ganter geb. Bader (1881-1962). Später übernimmt ihre Tochter Maria Schweizer geb. Ganter ihr Elternhaus.

Standort des Fotografen: 47.881656, 8.344074

Stadtmusik, 18. Mai 1920

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Bernhard Adrion, Dorothea und Michael Kasprowicz sowie Daniela Scherzinger zur Verfügung.

Nachdem sie bereits viele Jahre als »Feuerwehrkapelle« existiert hatte, wurde die Stadtmusik Löffingen am 7. Februar 1920 offiziell gegründet. Ihr Dirigent ist bis zu seinem Tod 1933 Rupert Wehrle (1870-1933). Drei Monate nach ihrer Gründung versammeln sich die Mitglieder am Dienstag, den 18. Mai 1920 mit ihren Musikinstrumenten zu einem Gruppenfoto. Als Ort für das Foto wählen sie die Anhöhe im Bereich des heutigen Kurparkes, sodass man im Hintergrund den Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Michael sehen kann.

Bei ihrer Gründung 1920 schloss die Stadtmusik mit der Stadtgemeinde einen Vertrag. Darin wurde vereinbart, dass die Stadtmusik aus der Gemeindekasse Probegeld erhält. Außerdem verpflichtete sich die Stadtgemeinde zur Besoldung des Dirigenten, zur Anschaffung der Musikinstrumente und Musikalien und zur Verfügungstellung des Probelokals. Die Stadtmusik sicherte im Gegenzug die musikalische Mitwirkung bei den Proben der Feuerwehr, bei der Prozession an Fronleichnam, bei Begräbnissen von Feuerwehrmännern und Kriegsveteranen, beim Patrozinium und am Weißen Sonntag zu. Außerdem verpflichtete sie sich, im Sommer an fünf Tagen Konzerte auf dem oberen Rathausplatz zu geben.

1.Reihe, liegend, v.l.n.r.: 1 Konrad Sibold, 2 Rupert Hepting (1905-?)
2.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 3 Viktor Sibold, 4 Wilhelm Brugger, 5 Ferdinand Schultheiß, 6 Johann Preuß, 7 Karl Berger, 8 Karl Hepting, 9 Johann Fehrenbach oder Johann Beha, 10 August Strobel
3.Reihe, v.l.n.r.: 11 Josef Strobel, 12 Josef Bader, 13 Leo Münzer, 14 Dirigent Rupert Wehrle, 15 Karl Sibold, 16 Ernst Guth, 17 Johann Maier
4.Reihe, v.l.n.r.: 18 Johann Laufer, 19 Heinrich Thoma, 20 August Limb, 21 Timotheus Schmid (1903-1984), 22 Wilhelm Götz oder Josef Spiegelhalder, 23 Ernst Heiler

Standort des Fotografen: 47.885541, 8.345646

Blick von der »Hasle« zum Städtchen, ca. 1968-1970

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Wir lassen von der »Hasle« aus den Blick auf das Städtchen schweifen. Rund 300 Jahre früher wählte der Hüfinger Maler Martin Menrad eine ähnliche Perspektive, als er 1680 das Städtchen malte. Im Vordergrund liegt der 1965 errichtete Kindergarten am Schulweg – ein flacher, moderner Baukörper, der sich deutlich von der älteren Bebauung abhebt. Daneben befinden sich der Bauhof und der Farrenstall, Zweckbauten, die vom Arbeitsalltag der Gemeinde erzählen. Das 1968 abgerissene Schlachthaus fehlt bereits im Bild.

Dahinter erhebt sich die katholische Pfarrkirche St. Michael, deren Turm das Stadtbild prägt. Gut erkennbar sind die Rückseiten der Häuser in der Kirchstraße, die noch immer den Verlauf des mittelalterlichen Stadtrings markieren. Hier zeigt sich die historische Struktur des Ortes besonders deutlich.

In der Ferne ragen der Kamin und der Späneturm des Sägewerks Benz in den Himmel – sichtbare Zeichen eines wichtigen Arbeitgebers und der wirtschaftlichen Bedeutung des Holzgewerbes für die Region.

Standort des Fotografen: 47.883448, 8.348515