2 Fotos: Wegkreuz bei der »Ziegelhütte«, ca. 1990-2000

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Regina Hasenfratz zur Verfügung.

Neben der »Ziegelhütte« steht ein altes Wegkreuz. Das steinerne Kreuz trägt eine vergoldete Christusfigur. In den Sockel ist die Inschrift eingemeißelt: »Madhias / Langenbacher / Hafner / Maria Heizmenin / Sein Haus Frau / 1777«. Das Kreuz ist damit bereits mehr als 200 Jahre alt.

Mathias Langenbacher war allerdings nicht, wie man wegen des Standorts vermuten könnte, Pächter der »Ziegelhütte«. Diese hat 1775 der Ziegler Josef Karle (1743-?) für neun Jahre von der Stadt übernommen. Als jährlichen Pachtzins zahlte er 100 Gulden. Unmittelbar gegenüber der Ziegelhütte stand damals jedoch eine Hafnerhütte mit eigenem Brennofen. Hier ließ sich 1766 der aus Wolterdingen stammende Hafner Mathias Langenbacher (1731-1785) nieder. Er war mit Maria Durst (geb. Heitzmann, 1731-1806), verheiratet, der Witwe des zuvor dort tätigen Hafners Christian Durst (1695-1766).

Damit lässt sich die Inschrift von 1777 heute ziemlich genau einordnen: Das Wegkreuz erinnert an das Ehepaar Mathias Langenbacher und Maria Heitzmann – und zugleich an ein fast vergessenes Handwerk, das einst unmittelbar neben der »Ziegelhütte« betrieben wurde. Der Standort außerhalb des Stadtrings war dabei kein Zufall: Wegen der Feuergefahr durften sich Hafner mit ihren Brennöfen nicht innerhalb des Städtchens ansiedeln.

Standort des Fotografen: 47.897399, 8.336661

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