Andachtsbild mit der Kirche Witterschneekreuz, ca. 1900

Kunstanstalt Franz Schemm, Nürnberg | Sammlung Familie Waßmer

Wie ein kleiner Altar lässt sich das Andachtsbild aufklappen. Auf der Vorderseite sitzt das farbig dargestellte Jesuskind, das eine blaue Weltkugel in der Hand hält und die Rechte zum Segen erhebt. Erst beim Öffnen wird das eigentliche Erinnerungsbild sichtbar: In der Mitte des Triptychon erscheint die Wallfahrtskirche Witterschneekreuz, darüber schwebt das verehrte Gnadenkreuz, von Engeln flankiert.

»Andenken an das hl. Schneekreuz b. Löffingen« lautet die Aufschrift. Gut möglich, dass solche Andachtsbilder in einer der Verkaufsbuden bei der Wallfahrtskirche angeboten werden. Pilger*innen können damit ein kleines, leicht mitzunehmendes Erinnerungsstück von ihrem Besuch mit nach Hause nehmen. Gedruckt wurde die Klappkarte von der Kunstanstalt Franz Schemm in Nürnberg – ausdrücklich »mit oberhirtlicher Druckerlaubnis«.

Auch die Texte dienen der persönlichen Andacht. Neben Engeldarstellungen stehen kurze Gebete an Jesus und Maria, die jeweils mit einem »100 Tage Ablass« verbunden sind. Gemeint ist damit nach katholischem Verständnis nicht die Vergebung von Sünden selbst, sondern ein Erlass zeitlicher Sündenstrafen. Auf der Rückseite ist ein längeres Gebet zum leidenden Christus abgedruckt.

Das kleine Faltbild verbindet damit mehrere Funktionen: Es ist Wallfahrtsandenken, Gebetszettel und zugleich ein kleines Bild der Kirche Witterschneekreuz. Zusammengefaltet passt es problemlos in ein Gebetbuch – und erinnert auch zu Hause noch an den Besuch des Wallfahrtsortes.

Standort des Fotografen: 47.893208, 8.336679

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