
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Käthe Kaufmann zur Verfügung.
Fünf Enkelkinder drängen sich um ihre Großmutter Ludowika Nägele (geb. Winter, 1853-1932). Sie sitzt in der Mitte der Gruppe und hält das jüngste Enkelkind auf dem Schoß. Die übrigen stehen dicht neben ihr und blicken mehr oder weniger geduldig in die Kamera. Als schlichte Kulisse dient die Bretterwand hinter dem Haus der Familie in der Oberen Hauptstraße.
Ludowika Nägele ist zu diesem Zeitpunkt bereits Witwe. Ihr Ehemann Peter Nägele (1850-1910), der als Köhler gearbeitet hatte, ist wenige Jahre zuvor gestorben. Hinter ihr stehen ihr Sohn Konrad Nägele (1885-1960) mit seiner Ehefrau Sofie Nägele (geb. Eckert, 1886-?) und rechts ihre Tochter Mathilde Nägele.
Der Erste Weltkrieg hat begonnen, und Konrad Nägele ist Soldat. Offenbar ist er gerade auf Heimaturlaub und nutzt die Gelegenheit für ein Familienfoto. Für einen kurzen Moment ist der Vater wieder bei Ehefrau, Kindern, Mutter und Schwester. Wie lange sein Urlaub dauert und wann er wieder zu seiner Einheit zurückkehren muss, ist nicht bekannt.
Konrad und Sofie Nägele bekommen insgesamt elf Kinder. Auf diesem Foto sind fünf von ihnen versammelt. So hält die Aufnahme nicht nur eine große Familie fest, sondern auch einen jener seltenen Augenblicke während des Krieges, in denen sie für kurze Zeit wieder zusammen ist.
1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???
2.Reihe: 1 Ludowika Nägele (geb. Winter, 1853–1932)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Sofie Nägele (geb. Eckert, 1886-?), 2 Konrad Nägele (1885-1960), 3 Mathilde Nägele
Standort des Fotografen: 47.885591, 8.352209