Diese Fotos stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.
Die Ziegelhütte liegt weit außerhalb des Städtchens, hinter der Wallfahrtskirche Witterschneekreuz im Tal in Richtung Stadtwald. Benachbarte Höfe gibt es nicht. Nur die Jungviehweide, die Stadtsäge und das Waldbad befinden sich in der Nähe. Wer hier lebt, führt ein beinahe abgeschiedenes Dasein – erst recht in einer Zeit ohne Auto, in der man nicht einfach schnell für Besorgungen ins Städtchen fährt.
Der Winter 1952 zeigt diese Abgeschiedenheit besonders eindrücklich. Rund um die Ziegelhütte türmen sich gewaltige Schneemassen. Schon beim Öffnen der Haustür wird klar, wie tief der Schnee liegt: Wege sind kaum gebahnt, Zäune und Geländekanten verschwinden unter einer geschlossenen weißen Decke. Selbst Gebäude und Holzstapel sind nur noch als sanfte Erhebungen im Schnee zu erkennen.
Unter diesen Bedingungen sind Ski das wohl praktischste Fortbewegungsmittel – nicht nur für Wintersport und Freizeitvergnügen, sondern vermutlich auch für ganz alltägliche Wege. Auf zwei der Fotos werden Ski und Stöcke demonstrativ im Schnee aufgestellt, fast wie ein stilles Denkmal dieses Ausnahme-Winters. Offenbar ist der Schneefall in diesem Jahr so außergewöhnlich, dass man ihn für die Nachwelt festhalten will. Interessant sind dabei auch die alten Skibindungen, die von der damaligen Ausrüstung erzählen.
Und mitten in dieser winterlichen Einsamkeit steht ein Hund in der offenen Tür – wachsam, ruhig und offenbar bestens an die Schneemassen gewöhnt.
Standort des Fotografen: 47.897690, 8.336010



