Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.
Das Nachtleben im Städtchen wirkt überschaubar. So viel steht fest. Frisch gefallener Schnee liegt auf dem unteren Rathausplatz, bedeckt die Fahrbahn und legt sich auch auf den 1954 neu errichteten Demetriusbrunnen. Offenbar sollte hier eine stimmungsvolle Nachtaufnahme entstehen – vielleicht mit winterlich-weihnachtlicher Atmosphäre. Doch das Foto wirkt anders als erwartet.
Vor allem Stille bestimmt die Szenerie. Nur eine einzelne Straßenlaterne beleuchtet den Platz und wirft ihr kaltes Licht auf Schnee und Hausfassaden. Die Untere Hauptstraße verliert sich in der Dunkelheit. Eine zweite Lichtquelle fehlt – kein erleuchtetes Fenster, kein warmer Schein aus einer Gaststube, nichts, was Behaglichkeit ausstrahlen könnte. Die Fenster des Gasthauses »Adler« (Untere Hauptstr. 2) sind genauso dunkel wie das Schaufenster der Sparkassenfiliale im Erdgeschoss. So präsentiert sich das Städtchen menschenleer und beinahe unwirklich.
Standort des Fotografen: 47.883867, 8.343753
