2 Fotos: Kinder mit Rehkitz im Stettholz, 1971

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilie Runge zur Verfügung.

Sommer 1971 im »Stettholz«. Die Sonne steht hoch, das Gras ist trocken, hinter der Hecke blitzt ein weiß verputztes Wohnhaus (Stettholz 2) mit braunen Fensterläden hervor. Eigentlich prägen Kühe, Stallgeruch und landwirtschaftliche Maschinen den Alltag auf den Aussiedlerhöfen – doch an diesem Tag sorgt ein ganz anderes Tier für Aufregung.

Mitten im Gras steht ein kleines Rehkitz. Sein geflecktes Fell leuchtet im Sonnenlicht, die dünnen Beine wirken noch etwas wackelig. Und doch scheint es keine Angst zu haben. Neugierig streckt es den Kopf nach oben, während eine junge Frau ihm vorsichtig ein Fläschchen hinhält. Offenbar wird es mit der Hand aufgezogen.

Vier Kinder haben sich um das Tier geschart. Ein Junge mit Brille und karierten Kniestrümpfen beobachtet das Geschehen aufmerksam. Zwei Mädchen im Sommerkleid streicheln behutsam über das weiche Fell. Ein weiterer Junge schaut halb verborgen hinter ihnen hervor. Ein Rehkitz auf einem Bauernhof ist keine Alltäglichkeit – deswegen ist auch schnell ein Fotoapparat zur Hand, um den besonderen Moment festzuhalten.

Der Aussiedlerhof gehört Adolf Heiler, der auch Tierpfleger im »Wildpark« ist. Hin und wieder nimmt er ein besonders pflegebedürftiges Tier für einige Zeit mit auf seinen Hof, um es rund um die Uhr zu pflegen. 

V.l.n.r.: 1 Rudolf Heiler, 2 ???, 3 Petra Zepf, 4 ???, 5 Cäcilia Rebholz (verh. Runge)

Standort des Fotografen: 47.895790, 8.326115

8 Gedanken zu „2 Fotos: Kinder mit Rehkitz im Stettholz, 1971

  1. Guten Tag Herr Wassmer,

    es handelt sich um den Hof vom damaligen Stettholzbauer, Adolf Heiler (Vater von Rudolf Heiler), der gleichzeitig auch jahrelang Tierpfleger im „Wildpark“ von Löffingen war.
    Auf dem Foto sieht man am Ende der Hofeinfahrt, im Hintergrund in Richtung Norden, den Löffinger Stadtwald.
    In einem Gespräch mit Helmut Laufer (Jahrgang 1933) hat mir dieser gesagt, daß der Adolf Heiler manchmal ein besonders pflegebedürftiges Tier für einige Zeit auf seinem Hof hatte, um es „rund um die Uhr“ zu pflegen. Der Helmut Laufer ist der Bauer des letzen Hofes auf der linken Seite (Südseite in Richtung Rötenbach), während der Hof von Adolf Heiler (Foto) der erste Hof auf der rechten Seite (Nordseite) ist.

    Gruß: Bernhard Adrion

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