Erzbischof Gröber vor dem Pfarrhaus in der Unteren Hauptstraße, 19. September 1937

Sammlung Familie Waßmer | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.

Der hohe kirchliche Würdenträger, der hier soeben das katholische Pfarrhaus in der Unteren Hauptstraße verlässt, ist der Freiburger Erzbischof Conrad Gröber (1872-1948). Das Foto wird am Sonntag, den 19. September 1937 aufgenommen, als er anlässlich der Firmung in Löffingen teilt. Gröber schreitet in Chorkleidung unter einem Stoffbaldachin dem Gottesdienst entgegen. Getragen wird dieser von vier sogenannten »Himmelträgern«. Im Hintergrund ist der Eingang des Pfarrhauses (Untere Hauptstr. 10) zu erkennen.

V.l.n.r.: 1 [Gastwirt Ernst Meßmer?], 2 Uhrmachermeister Wilhelm Maier, 3 Alt-Bürgermeister Adolf Kuster, 4 Kaufmann Joseph Benitz

Conrad Gröber war am 20. Juni 1932 zum Erzbischof von Freiburg inthronisiert worden. Wenige Monate später übernahmen die Nationalsozialisten die Macht. Gröbers Haltung gegenüber dem NS-Regime ist bis heute umstritten: Er begrüßte die Machtübernahme und trat 1934 sogar als förderndes Mitglied der SS bei, was ihm im Volksmund den Beinamen »brauner Conrad« einbrachte.

Auch der Löffinger Stadtpfarrer Guido Andris (1879-1974), der am 23. Juni 1934 von den Nationalsozialisten gewaltsam aus seiner Pfarrei vertrieben wurde, zeigte sich später enttäuscht über die mangelnde Unterstützung durch seinen Bischof.

Standort des Fotografen: 47.882614, 8.343357

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert