

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Else Egle und Hermann Egle sowie Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.
Die Untere Hauptstraße ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Menschen drängen sich am Straßenrand, stehen Schulter an Schulter, blicken erwartungsvoll in die Straße. Zwischen ihnen zieht der Festumzug vorbei, Schritt für Schritt, begleitet von Musik, Gesang und dem Stimmengewirr der Zuschauer*innen.
Anlass ist das Schwarzwaldgau-Sängerbundesfest, das an diesem Wochenende im Städtchen gefeiert wird. Rund 3.000 Sänger aus nah und fern sind angereist, dazu kommen viele Hundert Besucher*innen. Der Festumzug am Sonntag bildet einen der Höhepunkte der drei Festtage. Schätzungsweise 4.000 bis 5.000 Teilnehmer*innen reihen sich in den Zug ein – eine Zahl, die zeigt, welche Bedeutung das Sängerwesen und das gemeinschaftliche Feiern haben.
Der Umzug bewegt sich durch die Untere Hauptstraße in Richtung Unterer Rathausplatz. Die Häuser sind festlich geschmückt: Girlanden, Kränze und Fahnen hängen an den Fassaden, aus den Fenstern schauen Neugierige herab. Die Straße selbst wird zur Bühne, das Städtchen zum Gastgeber für Gäste aus der ganzen Region.
Am oberen Bildrand ist handschriftlich das Datum 31. August 1927 vermerkt – ein Irrtum. Der Umzug findet am 31. Juli statt. Solche kleinen Ungenauigkeiten gehören zu historischen Fotografien dazu und erinnern daran, dass sie nicht nur Zeitzeugnisse, sondern auch persönliche Erinnerungsstücke sind – und dass das menschliche Gedächtnis eben manchmal irrt.
Standort des Fotografen: 47.883740, 8.343724