Aufführung auf der Fasnachtsbühne auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1914

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Georg Willmann zur Verfügung.

Auf dem oberen Rathausplatz ist die Fasnachtsbühne aufgebaut. Die Holzbretter überspannen den Rathausbrunnen, nur die Brunnensäule mit der »Schnitterin« ragt heraus. Die Bühne wird umringt von einer großen Menge Zuschauern, die die Aufführung neugierig verfolgen. Gerade findet eine Tanzdarbietung von mehreren Frauen in Tracht statt, die Stadtmusik spielt dazu. Heugarben liegen auf der Bühne herum.

Im Protokollbuch des Turnerbunds ist für Februar 1914 vermerkt, dass Turnwart Karl Häusle mit »6 Damen und 6 Herren einen Schnittertanz« eingeübt habe. Die Darbietung verläuft »großartig und zur vollsten Zufriedenheit der Zuschauer«. Es folgen weitere Tanzdarbietungen, u.a. ein »humoristischer Bauernlümmeltanz«. Anschließend begibt man sich ins Gasthaus »Sonne«, wo ein Ball stattfindet und man das Tanzbein schwingt.

In der Bildecke unten links ist vermerkt, dass der Buchbinder Anton Rebholz das Foto »1914« aufgenommen hat. Im Widerspruch dazu steht, dass in der Chronik der »Laternenbrüder« für 1914 vermerkt ist, dass in diesem Jahr »keine Fasnet« stattfand, weil man im Vorjahr das 25. Gründungsjubiläum der Laternenbrüder groß gefeiert und sich offenbar verausgabt hatte. Da die »Laternenbrüder« aber 1889 gegründet wurden, feiern sie 1914 und nicht 1913 ihr Silbernes Jubiläum.

Im Hintergrund sind die beiden Erdgeschosse der Gasthäuser »Löwe« und »Sonne« zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.884037, 8.344699

4 Gedanken zu „Aufführung auf der Fasnachtsbühne auf dem Rathausplatz, Fasnacht 1914

  1. Der Chronist der Laternenbrüder muss sich wohl vertan haben. Denn nach Adam Riese und Eva Zwerg ergibt 1889+25=1914. Dann wäre das Jubiläum in diesem Jahr. Und das wäre auch Grund genug, die Bilder zu datieren.

      1. Man kann natürlich auch anders zählen, dann kommt man wieder auf 1913 als Jubiläumsjahr: 1889 fand die erste Veranstaltung statt, dann folgt 1890 die zweite, 1891 dritte, 1892 vierte, 1893 fünfte, und zwanzig Jahre später ist dann 1913 die fünfundzwanzigste. Narren zählen also anders. Und schwuppdiwupp stimmt die Laternenbrüder Chronik wieder.

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