Aufräumarbeiten auf dem unteren Rathausplatz nach dem Großbrand, 1921

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Stadtarchiv | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Inge Benitz und Franz Scholz zur Verfügung.

Nur wenige Tage zuvor standen hier noch Häuser. Jetzt bietet sich auf dem unteren Rathausplatz ein Bild der Verwüstung: eingestürzte Mauern, Berge von Schutt, verkohlte Balken und die ausgebrannten Reste ganzer Anwesen. Zwischen den Trümmern haben bereits die Aufräumarbeiten begonnen. Einsturzgefährdete Mauerreste werden abgetragen – darunter die Ruine des Hauses von Schmiedemeister Emil Fürst (Rathausplatz 5).

Der Großbrand vom 28. Juli 1921 zerstörte 36 Gebäude. Rund 200 Menschen verloren ihr Zuhause. Wie tief der Schock sitzt, beschreibt die Lokalpresse eindringlich: »Alte Leute, die Stücke ihrer geretteten Habe in den Händen trugen, oder auf einem Sack oder Kiste sitzend, traurig auf die wüste Stätte schauten, wo kurz zuvor noch ihr Heim gestanden, das Ergebnis eines langen, arbeitsamen Lebens in Trümmer lag.«

Die Brandgeschädigten kommen zunächst bei anderen Familien unter. Aus dem ganzen Land treffen Geld- und Sachspenden ein, um die Not zu lindern und den Wiederaufbau zu ermöglichen. Doch trotz des gewaltigen Verlustes muss der Alltag weitergehen. Auf dem Foto wird das besonders anschaulich: Vor dem Demetriusbrunnen steht gerettetes Vieh und wird mit Wasser versorgt. Menschen bewegen sich zwischen den Trümmern, ein Fahrrad lehnt bereit – mitten im zerstörten Städtchen kehren erste alltägliche Handgriffe zurück.

Gerade dieser Gegensatz macht die Aufnahme so eindrucksvoll: Im Hintergrund liegen ganze Häuser in Schutt und Asche, im Vordergrund wird das Vieh getränkt. Während noch abgebrochen und geräumt wird, beginnt zugleich schon der mühsame Weg zurück in einen normalen Alltag.

Standort des Fotografen: 47.883688, 8.343715

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