Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hilde Adrion zur Verfügung.
Die kleine Taufgesellschaft ist auf dem Heimweg. Der Schnee liegt hoch in der Dittishauser Straße, es herrschen Winter und Kälte. Vorsichtig trägt die Patin das Neugeborene im Arm – warm eingehüllt, geschützt vor der Februarkälte. Die kleine Rita Hepting, geboren am 2. Februar 1941, wird an diesem Tag getauft.
Rechts neben der Patin geht der Vater, Rupert Hepting (1905-1990), im Anzug und mit Zylinder. Links ist die Hebamme Maria Häusle (geb. Schultheiß, 1883-1966) zu sehen, die bei der Geburt geholfen hat. Zwei Kinder, vermutlich ein Bruder und eine Cousine, laufen mit – neugierig, vielleicht auch ein wenig stolz.
Und doch fehlt jemand: die Mutter. Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995) ist nicht dabei. Sie befindet sich im Wochenbett. Nach katholischem Verständnis gilt die Frau nach der Geburt als »unrein« und darf die Kirche zunächst nicht betreten. Erst später wird sie im Rahmen der sogenannten »Aussegnung« wieder in die kirchliche Gemeinschaft aufgenommen. Bei der Taufe übernimmt deshalb die Patin ihre Rolle. Ein stilles Detail, das viel über religiöse Vorstellungen und soziale Regeln erzählt.
V.l.n.r.: 1 Hebamme Maria Häusle (geb. Schultheiß, 1883-1966), 2 Patin ??? mit Täufling Rita Hepting (geb. 1941), 3 Rupert Hepting (1905-1990), 4 Ewald Hepting (1933-2010), 5 Else Ganter (verh. Egle, 1923-2011)
Standort des Fotografen: 47.885203, 8.348885

Inge Hepting kann es nicht sein, sie ist 5 Jahre jünger als Ewald. Ich denke, es ist die Cousine Else Ganter (verh. Egle 1923-2011).
Danke für den Hinweis. Dann übernehmen wir mal der Vermutung 🙂