Haus »Sonnhalde« von Familie Bugger, ca. 1980

Müller-Fotokarten, Freudenstadt | Sammlung Familie Waßmer

Als Haus »Sonnhalde« wird das Haus Bugger (Beim Schneekreuz 3) auf dieser Ansichtskarte bezeichnet. Es gehört Lockführer Paul Bugger (1916-1990) und seiner Ehefrau Maria Bugger (geb. Mayer, 1921-1992). Das freistehende Wohnhaus liegt direkt neben der Wallfahrtskirche Witterschneekreuz inmitten eines großen Gartens und wird von hohen Bäumen und Sträuchern eingerahmt.

Für die Ansichtskarte ist die Szene sorgfältig arrangiert. Im Vordergrund stehen Gartentisch und Stühle bereit, darüber spendet ein geblümter Sonnenschirm Schatten. Gleich daneben ist auf einem Holzpfosten ein kleines Vogelhäuschen angebracht, hinter der Sitzgruppe steht eine Holzbank. Nichts wirkt zufällig: Die Gartenmöbel sollen den Eindruck vermitteln, als könne man sich jederzeit hinsetzen und die Ruhe genießen. Der kurz gemähte Rasen und die üppige Bepflanzung verstärken den Eindruck einer gepflegten Idylle.

Das Haus wird schräg von der Gartenseite aufgenommen, sodass sowohl die lange Balkonfront als auch der Giebel sichtbar sind. Große Bäume rahmen die Aufnahme an beiden Seiten ein, während der blaue Himmel und die sonnige Wiese das Gebäude hell hervortreten lassen.

Paul Bugger wurde 1916 in Busenbach bei Karlsruhe geboren. Mit 14 Jahren ging er in die Schweiz und arbeitete später in Rheinfelden in einer Holz- und Kohlehandlung, bis er 1933 arbeitslos wurde. In den folgenden Jahren hielt er sich mit verschiedenen Gelegenheitsarbeiten über Wasser. 1937 kam er mit einem Bauzug der Eisenbahn nach Löffingen. Im März 1942 heiratete er Maria Mayer, die 1921 in Löffingen geboren worden war und aus dem benachbarten Gasthaus »Engel« stammte. Das Ehepaar bekam drei Töchter. Während des Zweiten Weltkriegs war Paul Bugger Soldat. Nach mehreren Lazarettaufenthalten wurde er im Frühjahr 1944 schwer an Ruhr erkrankt aus dem Militärdienst entlassen. Nach dem Krieg arbeitete er zunächst als Heizer bei der Bahn in Neustadt und später als Lokführer. Paul Bugger stirbt am 14. November 1990, seine Witwe Maria am 2. Februar 1992.

Standort des Fotografen: 47.892267, 8.336902

Blick vom Turm der Kirche Witterschneekreuz, September 1957

Fotograf: Willy Pragher // Staatsarchiv Freiburg

Der Freiburger Fotograf Willy Pragher (1908-1992) besucht am 17. September 1957 Löffingen und hält verschiedene Ansichten der Stadt mit seiner Kamera fest. Dabei steigt er auch auf den Kirchturm der neoromanischen Wallfahrtskirche Witterschneekreuz und fotografiert eine Panoramaaufnahme des Städtchens.

Im Vordergrund ragt das Dach samt Türmchen der alten Kapelle ins Bild, die 1846/47 erbaut wurde. Ursprünglich stand sie an der Stelle der heutigen Wallfahrtskirche, wurde jedoch beim Kirchenbau von 1894 bis 1898 einige Meter versetzt. Das Haus Bugger (Beim Schneekreuz 3) existiert zu diesem Zeitpunkt noch nicht. An der Weggabelung ist eine kleine Holzbude zu erkennen, in der Pilger*innen Souvenirs und religiöse Devotionalien erwerben können.

In der Ferne erstrecken sich die ersten Häuser des Maienlands. Dominant in der Stadtsilhouette sind der markante Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Michael sowie der hohe Schornstein des Sägewerks Benz, die beide in den Himmel ragen.

Standort des Fotografen: 47.893299, 8.335992

Hochwasser im Stettbach beim Witterschneekreuz, 1. März 1990

Sammlung Familie Waßmer

Normalerweise plätschert der Stettbach ganz harmlos dahin: Er fließt unter der Bahnlinie hindurch und dann zwischen den Häusern Bugger (Beim Schneekreuz 3) und Kiechle (Beim Schneekreuz 1) vorbei. Aber heute ist alles anders. Denn in der Nacht zuvor hat ein Orkan mit starken Regenfällen gewütet: Wiebke tobte sich über Deutschland sowie Teilen der Schweiz und Österreichs mit Windgeschwindigkeiten von 130 bis 200 km/h aus.

Am nächsten Tag hat sich der Stettbach in einen großen See verwandelt!

Standort des Fotografen: 47.892876, 8.335551