Haus Hall und Haus Heizmann in der Maienlandstraße, ca. 1988

Stadtarchiv

Zu Zwecken der Dokumentation werden – vermutlich im Auftrag des Denkmalamtes – einzelne Häuser und Straßenzüge des Städtchens fotografiert. Hier werden gerade die Fassaden der Häuser Hall (Maienlandstr. 20), Heizmann (Maienlandstr. 18) und Geisinger (Maienlandstr. 16) fotografisch festgehalten. Sie gehören zu diesem Zeitpunkt Maria Hall (1924-2014) und Agnes Heizmann (geb. Benz, 1927-2005) sowie Hans Geisinger (1921-1993) und Ursula Geisinger (geb. Selb, 1922-1992). Im Haus Hall war zeitweilig eine Getränkehandlung untergebracht. Im Haus Geisinger befand sich viele Jahre ein Elektrowarengeschäft. Das Hinweisschild hängt noch über der Eingangstür.

Das landwirtschaftliche Anwesen der Witwe Agnes Heizmann wird kurze Zeit später abgerissen und ein Neubau an seiner Stelle errichtet.

Standort des Fotografen: 47.886058, 8.342171

Haus Storz in der Maienlandstraße, ca. 1985

Sammlung Familie Waßmer

Der Pflästerer Ludwig Storz (1902-1987) wohnt seit 1958 in dem kleinen Wohnhaus (Maienlandstr. 10) zusammen mit seiner zweiten Ehefrau Elisabeth Storz (geb. Thoma), die aus Wahlwies bei Stockach stammt. Neben dem Haus steht ein alter Schopf, in dem sich seine Werkstatt befindet. Ludwig Storz sammelt darüber hinaus allerlei Schrott, der sich vor dem Haus stapelt. Tatsächlich werden Leute immer wieder bei ihm fündig, wenn sie für Reparaturen irgendwelche seltenen Ersatzteile benötigen.

Das Haus ist bis Ende der 1980er Jahre nicht an die Kanalisation angeschlossen, sondern verfügt über eine Güllegrube. Nach dem Tod von Ludwig Storz 1987 zieht seine Witwe Elisabeth Storz ein Jahr später zu ihrem Bruder in ihren Heimatort. Das Haus und Grundstück werden von Hajo und Andrea Hofmann gekauft.

Standort des Fotografen: 47.885294, 8.342619

2 Fotos: Realschüler beim Anlegen eines Hügelbeets bei der »Hasle«, ca. 1981

Archiv der Realschule

Gewerbeschüler mit ihrem Lehrer Karl Ehret (1897-1974) hatten 1935 in der »Hasle« einen kleinen Schulgarten angelegt. Fast ein halbes Jahrhundert später sind Schüler*innen der Realschule wieder in der »Hasle« mit Gartenarbeit beschäftigt. Unter Leitung von Lehrer Wolfgang Jarvers bauen sie diesmal hinter der evangelischen Kirche ein Hügelbeet.

Laut Lehrbuch wird das Beet idealerweise in Nord-Süd-Richtung angelegt. Die Breite soll etwa 150 Zentimeter, die Länge vier Meter und die Höhe maximal einen Meter betragen. Die Schüler*innen graben zunächst eine Vertiefung und schichten dann verschiedene Lagen, bestehend aus Ästen und Zweigen, etwas Stroh sowie feuchtes Laub und decken das Ganze dann mit Erde ab. Anschließend bepflanzen sie ihr Beet.

Leider hat das Hügelbeet keinen langen Bestand. Das Grundstück, auf dem es sich befindet, wird kurze Zeit später verkauft und der neue Besitzer ebnet es wieder ein.

oberes Foto
1.Reihe, hockend, v.l.n.r.:
1 Maik Schropp, 2 ???
2.Reihe, beim Heuballen stehend/sitzend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Nicoletta Mariani (sitzend), 3 Stefanie Leber (sitzend), 4 Sabine Rieple (Unadingen), 5 Heike Sättele (Unadingen)
3.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 Lehrer Wolfgang Jarvers, 8 Oliver Schröter, 9 ???, 10 ???

Standort des Fotografen: 47.880861, 8.348750

Maienlandstraße mit viel Schnee, ca. 1980-1985

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

In der Maienlandstraße türmen sich die Schneeberge. Ein kleiner Junge, warm eingepackt in einem Skianzug, spielt vor dem Haus Fritsche im Schnee. Es ist der kleine Stefan Fritsche. Auf der linken Straßenseite sind das Haus Isele (Maienlandstr. 37), Haus Lasson (Maienlandstr. 39) und das Haus Rebholz (Maienlandstr. 41) zu sehen. Eiszapfen hängen von den Regenrinnen hinab. Auf der rechten Seite stehen das Haus Schreiber (Maienlandstr. 28) und weiter oben – an der Einmündung zur Alenbergstraße – das Haus Schiehle (Maienlandstr. 32).

Standort des Fotografen: 47.887718, 8.341302

Gemälde »Löffingen im Jahre 1950«, ca. 1980

Stadtarchiv

Das Gemälde zeigt wie in einer Collage verschiedene Stadtansichten. Im Mittelpunkt steht der untere Rathausplatz mit dem Demetriusbrunnen, dem Mailänder Tor und dem Café Fuß (Rathausplatz 5). Links ist die Wallfahrtskirche Witterschneekreuz und die alte Kapelle zu sehen. Sogar der Stationenweg ist abgebildet. Rechts ist die katholische Pfarrkirche St. Michael zu erkennen, hinter der die Festhalle und die Grund- und Hauptschule an der »Hasle« aufragen.

»Löffingen im Jahre 1950« lautet der Titel des Gemäldes. Wenn man genau hinblickt wird aber deutlich, dass die miteinander kombinierten Stadtansichten jüngeren Datums sind. So steht z. B. schon der 1954 geschaffene Demetriusbrunnen, der Kirchturm wurde 1961 verputzt und die Fassadengestaltung des Café Fuß stammt aus den 1970er Jahren, während 1950 noch der Name des damaligen Inhaber Viktor Fuss an die Fassade geschrieben stand.

Im Stadtarchiv wird ein Foto des Gemäldes aufbewahrt. Das originale Gemälde hängt über 6.000 Kilometer entfernt in den USA. Es befindet sich im Besitz von Familie Moesch. Handelt es sich um Nachfahren von August Mösch, der sich als Spieler des FC nach seiner Gründung 1921 hervorgetan hat?

Der Maler des Gemäldes ist unbekannt. Eine Signatur ist nicht zu erkennen.

Angestellte der »Gottlieb«-Filiale bei einer Feier, ca. 1980/81

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Tanja Raufer zur Verfügung.

Bis November 1972 befand sich die Filiale des Supermarkts »Gottlieb« am oberen Rathausplatz. Nach dem Abbruch des Hauses Fehrenbach (Demetriusstr. 18) entstand dort ein Neubau, der über eine deutlich größere Verkaufsfläche verfügt. Sie umfasst 400 m² für Lebensmittel sowie eine Abteilung für Wurst und Fleisch. Alles ist viel moderner und großzügiger gestaltet. Am Donnerstag, 23. November 1972 wurde die neue Geschäftsfiliale eröffnet.

Seitdem ist ein gutes Jahrzehnt vergangen. Die Angestellten versammeln sich zu einer Weihnachtsfeier in den Geschäftsräumen. Die Inhaberin Frau Dr. Ellen Gottlieb-Schramm (1925-2011) hatte um Fotos von den Weihnachtsfeiern gebeten. Im Gegenzug übernimmt sie die Kosten für Speisen und Getränke.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Mathias Rösch, 2 Josefa Durst, 3 Adelheid (Heidi) Jonner, 4 Melanie Meier, 5 Maria Vogt (geb. Biehler), 6 Jutta Ungefehr (verh. Müller) [oder Karin Fehrenbach (verh. Klausmann)?], 7 [Hedwig Bretzke? oder ??? Benz?], 8 Irmgard Wälde

2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Erika Raufer (Göschweiler), 2 Elfriede Kaltenbrunner, 3 Margot Benz (Unadingen), 4 Marktleiter Harald Riesterer, 5 Elisabeth Isele (geb. Zepf), 6 Doris Kech (geb. Ganter)

3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Clemens Jordan, 2 Roswitha Steidle (geb. Schmid), 3 Gerda Isele (geb. Honold), 4 Metzger Hans-Peter Asal, 5 Jutta Bausch (geb. Hasenfratz, 6 Susanne Hasenfratz (verh. Wölfle, Dittishausen) [oder ??? Riedlinger?], 7 Ruth Henkel, 8 Pia Greuter (Unadingen)

Standort des Fotografen: 47.883238, 8.343344

Herrenmannschaft des Kegelvereins, ca. 1985

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Christa Egle zur Verfügung.

Nein, das ist keine Werbeaktion von »Jägermeister«, jenes Kräuterlikörs, der seit 1935 auf dem Markt ist. Die 12 Männer auf dem Foto tragen zwar T-Shirts mit dem Logo, das aus dem Kopf eines Hirschs mit einem leuchtenden Kreuz zwischen seinem Geweih besteht. Und auch eine runde 1-Liter-Flasche wird wie eine Trophäe in die Kamera gehalten. Tatsächlich ist hier aber die Männermannschaft des Sportkegelclubs zu sehen. Die 12 Spieler sind allesamt Gründungsmitglieder des am 16. Juli 1985 an der Kegelbahn an der Wanne gegründeten Vereins. Sie lassen sich zusammen mit »Wanne«-Wirt Eugen Liebermann fotografieren, der bei der Gründungsversammlung erstes passives Mitglied wurde.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1. Rudolf Meister, 2. Ernst Knöpfle, 3. Ludwig Ratzer, 4. Hermann Knöpfle, 5. Franz Schätzle

2.Reihe, v.l.n.r.: 1. Gerold Bächle, 2. Harald Strobel, 3. Roland Müller, 4. Klaus Effinger (1953-2015), 5. Otmar Egle, 6. Kurt Dominke, 7. Helmut Maier, 8. Eugen Liebermann (»Wanne«-Wirt)

Im Jahr 2009 verpflichtet sich »Jägermeister« übrigens zu folgendem Marketing Kodex: »Wir bei Jägermeister sind gegen die Verharmlosung der Wirkung von Alkohol. Alkohol und aktiver Sport gehören nicht zusammen. Daher spielt Sponsoring von aktivem Sport in unserer Vermarktung keine Rolle.«

Standort des Fotografen: 47.882322, 8.336181

Damenmannschaft des Kegelvereins, ca. 1985-1990

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

»SKC Löffingen 85« steht auf den weißen T-Shirts, die die Frauen tragen. »SKC« steht für Sportkegelcub. Der Verein wurde am 16. Juli 1985 gegründet, die erste Damenmannschaft wenig später am 17. Dezember 1985 ins Leben gerufen. 1987 hat der Verein bereits 76 Mitglieder, darunter 21 aktive Herren und 15 aktive Damen. Dass sich die Damenmannschaft großen Zuspruchs erfreut, lässt das Gruppenfoto erahnen! Dank der 1983 gebauten Kegelbahn an der »Wanne« haben die Kegler*innen auch optimale Bedingungen, um ihrem Sport zu frönen.

1.Reihe, kniend, v.l.n.r.: 1 Marlene Münzer, 2 Bärbel Effinger, 3 Tina Klein, 4 Alexandra Bröde, 5 Doris Kech
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 Jutta Müller, 2 Gudrun Neudeck (aus Eisenbach), 3 Silvia Bächle, 4 Rosa Effinger, 5 Manuela Rogg (Schweizer), 6 Ursula Schiesel (geb. Zürcher, 1958-2023)
3.Reihe, stehend, v.l.n.r.:
1 Veronika Fetz, 2 Claudia Beha

Standort des Fotografen: 47.882338, 8.336111

Weinhandlung im Haus Benitz in der Alenbergstraße, ca. 1989

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Über der Tür in der Alenbergstr. 9 steht die Inschrift: »Kleinverkauf«. Links daneben über dem Schaufenster erfährt man, was hier verkauft wird: »Badische Weinschatzkammer« – also Weine! Und zwar badische! Und die sind auch im liebevoll gestalteten Schaufenster zu sehen. Passend dazu der Werbespruch, der an der Glasscheibe angebracht ist: »Badischer Wein – von der Sonne verwöhnt«.

Die Weinhandlung wird von 1976 bis 2007 von Klaus Benitz (1938-2015) und seiner Ehefrau Inge geb. Sauter geführt.

Standort des Fotografen: 47.885217, 8.344301

Luftbild mit Neubaugebiet Reichberg, ca. 1980-1983

Verlag Schöning & Co / Sammlung Familie Waßmer

Das Neubaugebiet auf dem Reichberg wächst. Nach und nach füllen sich die Baulücken mit Einfamilienhäusern. Von der Wachtbuckstraße gehen bereits die Leffostraße und die Martinstraße ab. In einem weiteren Bauabschnitt wird später die Martinstraße in einem Bogen bis zur Gallusstraße fortgeführt.

Die Ansichtskarte wird am 8. April 1986 versendet. Aber die Luftaufnahme auf der Kartenvorderseite wird bereits ein paar Jahre vorher aufgenommen. In der Ferne ist auch die »Hasle« mit der Festhalle, der Grundschule und der evangelischen Kirche zu erkennen. Daneben steht die Realschule. Weiter hinten im »Schlempental« ragt das Firmengebäude von Studer-Revox hervor.

Kirchstraße mit viel Schnee, ca. 1985

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Unkundige Besucher*innen des Städtchens könnten glauben, dass das hellblaue Haus und das rosafarbige Haus in der Kirchstraße Altbauten sind, dabei sind beide erst ca. 1980 erbaut worden. Die beiden Vorgängergebäude Funk (Kirchstr. 10) und Hauser (Kirchstr. 8) waren Mitte der 1970er Jahre abgerissen worden. Der Arzt Dr. Gebhard Hecht (1920-2008) errichtete an ihrer Stelle zwei Neubauten mit Staffelgiebel, die sich stimmungsvoll in das Gebäudeensemble des Straßenzuges einfügen.

Ganz links ist das Haus von Maschinenarbeiter Erich Freund (Kirchstr. 12) zu sehen, das in den vergangenen Jahren mehrfach umgebaut wurde. Wo früher das Scheunentor war, ist jetzt ein Garagentor. Darüber befand sich früher ein kleines Fenster, jetzt befindet sich dort ein Balkon mit Balkontür.

Standort des Fotografen: 47.882938, 8.344455

Weihnachtsbaum auf dem unteren Rathausplatz, ca. 1985

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

»Überall auf den Tannenspitzen sah ich goldene Lichtlein blitzen«, heißt es in einem bekannten Nikolaus-Gedicht. Und die Zeile passt zu dem Weihnachtsbaum, der auf dem unteren Rathausplatz neben dem Kriegerdenkmal zur Erinnerung an den Krieg 1870/71 aufgestellt ist. Denn auch hier brennen die elektrischen Lichter auf der Tannenspitze.

Im Dunkeln wird das Foto aufgenommen, damit die Beleuchtung stimmungsvoll zur Geltung kommt. Auch die Straßenlaterne in der Mitte des Platzes strahlt – und man sieht sogar in ihrem Lichtschein das Kabel, das über die Straße gespannt ist, um den Baum mit Elektrizität zu versorgen.

Im Hintergrund ist das Mailänder Tor mit seinen beiden Nachbarhäusern in der Demetriusstraße zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883754, 8.344145