Haus Stephani in der Kirchstraße, ca. 1985

Sammlung Familie Waßmer

Durch den kleinen Tordurchgang beim Haus Hecht fällt der Blick hinüber zum Haus Stephani (Kirchstr. 21). Erbaut nach dem Großbrand 1929 hat es sich seitdem äußerlich wenig verändert. Es gehört Anita Stephani geb. Koch, die es von ihrem Vater, dem Sattler Karl Koch, übernommen hat.

Im Erdgeschoss befindet sich das Spielwarengeschäft Koch-Stephani, das vor allem ein Paradies für Kinder ist, die mit strahlenden Augen die Spielsachen betrachten – sei es von Lego, Playmobil, Steiff, Märklin oder Faller. Darüber hinaus werden hier Leder- und Korbwaren sowie Kunstgewerbe zum Verkauf angeboten. Wenige Jahre später wird das Geschäft aufgegeben und eine italienische Eisdiele eröffnet in den Räumlichkeiten.

Standort des Fotografen: 47.883175, 8.344571

Leitermannschaft in der Festhalle, ca. 1980

Verlag W. Feldmann, Horb am Neckar
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Sie wird sogar als Ansichtskarte vertrieben, die Leitermannschaft! Auf der Rückseite der Karte heißt es: »Turnhumoristische Akrobatik – bekannt durch Auftritte als Turnergruppe und Turnfeuerwehr bei verschiedenen Veranstaltungen!« Die Karte dient Werbezwecken, mit ihren Kontaktdaten angegeben sind Norbert Brugger und Willi Fehrenbach (1941-2018), die beide der Leitermannschaft angehören, damit man über sie die Mannschaft buchen kann.

Drei Fotos, die in der Festhalle aufgenommen sind, zeigen die Turner in Aktion. Gegründet wurde die Mannschaft zwar nicht »anno dazumal«, sondern 1953. Damals waren August Fehrenbach (1906-2000) und Anselm Zepf Ideengeber. Doch bereit 1955 kamen die Aktivitäten zum Erliegen, bis es 1963 zur Wiedergründung der Leitermannschaft kam.

Wer erkennt die Mitglieder der Leitermannschaft, die oben rechts für ein Gruppenfoto posieren?

1.Reihe, liegend, v.l.n.r.: Klaus Ruf, Robert Rosenstiel, Bernd Kaufmann, Paul Heizmann
2.Reihe, hockend, v.l.n.r.: Siegfried Zoller, Axel Fehrenbach (?), Georg Dieterle, Uwe Streit
3.Reihe, stehend, v.l.n.r.: Norbert Brugger, Alfons Schlenker, Heinz Egle, Hugo Schropp, Heinz Hauger, Willi Fehrenbach

Der Kommandant auf dem unteren Bild rechts ist Hugo Schropp.

Standort des Fotografen: 47.882889, 8.347813

Fußballmannschaft, ca. 1985

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Helga Küßner und Christa Egle zur Verfügung.

Während die deutsche Nationalmannschaft für die Fußball-Weltmeisterschaft trainiert, die 1986 in Mexiko stattfindet, posiert diese Fußballmannschaft im Haslachstadion für ein Gruppenfoto. Die »Alten Herren« tragen Adidas-Sportkleidung, auf deren Trikots das Logo des 1920 gegründeten FCL prangt.

1.Reihe, knieend, v.l.n.r.: Josef Gromann, Erich Satler, Torwart Karl-Heinz Kessler, Sigmund Beierer, Dieter Küßner
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: Gerold Bächle, Heinz Gauger, Walter Knöpfle, Norbert Brugger, Wilhelm Pütz, Hans Küßner, Günter Schelb

Standort des Fotografen: 47.882783, 8.350734

Haus Jonner in der Alemannenstraße mit viel Schnee, ca. 1984

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Hoch oben auf dem Alenberg, am Rande des Alenbergwäldchens, steht das Haus Jonner (Alemannenstr. 1). Es war das höchst gelegene Haus, das beim Großbrand 1921 ein Raub der Flammen wurde. Danach wurde es wiederaufgebaut. Mittlerweile gehört es dem Landwirt Albert Jonner (1929-2014).

Dass das Haus heute fotografiert wird, ist dem Schnee zu verdanken. Denn der Fotograf ist auf der Suche nach winterlichen Motiven. Ihn scheinen die Schneeberge im Vordergrund und der Blick auf das Haus mit den Schneeverwehungen auf dem Dach zu gefallen.

Standort des Fotografen: 47.886492, 8.343717

Haus Welte in der Kirchstraße, ca. 1987

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Dieses Haus in der Kirchstraße ist unter dem Namen »Haus Welte« kaum jemandem bekannt, weitaus mehr kennen es als »Ergele-Haus«. Dabei gehört es seit 1964 Christiane Welte geb. Krauß, die es von ihrem Vater, dem Sattlermester Ernst Krauß, übertragen bekommen hat. Sie selbst wohnt aber nicht hier, sondern in Überlingen. Bewohnt wird das sanierungsbedürftige Haus bis zu seinem Abbruch 1987/88 hingegen von dem Junggesellen Albert Ergele (1937-2021).

Das Gemäuer sieht nicht nur altehrwürdig aus, sondern ist es auch: Erbaut wurde es vermutlich nach dem Stadtbrand im Jahre 1571. 1982 erwirbt die Stadtgemeinde das Gebäude. Nachdem der Denkmalschutz 1987 grünes Licht gibt, wird es abgerissen, um Platz für einen Neubau zu schaffen. 1989 öffnet hier das neue Kultur- und Fremdenverkehrszentrum (KFZ) seine Pforten.

Standort des Fotografen: 47.883925, 8.345439

Dekan Litterst im Kindergarten, ca. 1982

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.

Andächtig sitzen die Kinder im Kindergarten an ihren Tischen und lauschen der kleinen Ansprache von Stadtpfarrer und Dekan Hermann Litterst (1929-2013). Erzieherin Ruth Schwarz (1936-2011) steht daneben und passt auf, dass keines der Kinder allzu unaufmerksam ist oder gar Quatsch macht und stört. Im Hintergrund sind außerdem die beiden Erzieherinnen Waltraud Doppschall und Maria Baumann zu sehen.

Auf den Tischen stehen kleine Körbchen. Offenbar naht das Osterfest heran – und Stadtpfarrer Litterst erklärt den Kindern, was die Christen weltweit am Ostersonntag eigentlich genau feiern und was es mit dem Osterhasen und dem Osterei so auf sich hat. Was aber hält er in der Hand?

Unter den Kindergartenkindern sind u.a. Andreas Feser, Yvonne Rogg und Alexandra Scholl zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.883386, 8.346842

Metzgerei Nickel am Rathausplatz, ca. 1980

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Mittlerweile befindet sich die Metzgerei am Rathausplatz in zweiter Generation im Familienbesitz. 1938 hatte das Gebäude der Metzgermeister Max Rohrer und seine Ehefrau Maria geb. Saile käuflich erworben. Rund 40 Jahre später wird das Geschäft von ihrer Tochter Edeltraud Nickel geb. Rohrer und ihrem Ehemann Bernhard (1921-1999) übernommen und fortgeführt.

Erbaut wurde das Haus Nickel nach dem Großbrand 1921. Es wurde auf dem Brandplatz der zerstörten Häuser von Landwirt Johann Riegger und von Landwirt Anton Brunner nach den Plänen der Wiederaufbaukommission errichtet. Rieger betrieb darin dann eine »Metzgerei« und »Wursterei«. Erst viele Jahre später wurde die Ladenfront mit dem Schaufenster in das Erdgeschoss gebrochen. Es grenzt zur Linken an das Café Fuß (Rathausplatz 5) an.

Im Jahr 2009 wird das Gebäude bei einem Feuer beschädigt. Einen traurigen Anblick bietet sich dann viele Jahre. 2018 wird das Haus schließlich zwangsversteigert.

Standort des Fotografen: 47.883989, 8.344575

Laternenbrüder vor dem Hexenbrunnen, ca. 1988

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Brigitte Mayer zur Verfügung.

1989 feiern die »Laternenbrüder« ihr 100. Gründungsjubiläum. Für ein Gruppenfoto versammeln sie sich wenige Monate zuvor am Hexenbrunnen in der Kirchstraße. Sie tragen ihren blauen Kittel zur schwarzen Hose, ihren schwarzen Rundhut – und führen natürlich eine Laterne mit sich. Hinter ihnen ist das Haus Kuster (Kirchstr. 14) zu sehen.

V.l.n.r. Josef Lentz, Conrad Bader, Johann Fritsche, Narrenvater Josef (Jupp) Hoitz, Franz Scholz, Hermann Zahn, Manfred Mayer

Die Gruppe ist unvollständig, es fehlen: Dieter Butsch, Georg Mayer, Franz Riede und Konrad Schwörer.

Im Hintergrund links sind Diethelm Fuß und Martin Lauble zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.882969, 8.344210

Kindergartengruppe mit Ruth Schwarz, ca. 1982/83

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Karin Märkl (geb. Müller) zur Verfügung.

Schon etwas ramponiert ist dieses Gruppenfoto. Es zeigt Kindergartenkinder, bevor die neun kleinen Großen nach den Sommerferien 1983 eingeschult werden. Die linke obere Ecke ist verknickt, das Foto leicht zerkratzt und sogar mit einem Buntstift wurde darauf herumgekritzelt. – Das kommt davon, wenn ein Foto häufig hervorgeholt wird und in Kinderhänden gehalten wird. Dem strahlenden Zahnlücken-Lächeln der Kinder tut dies keinen Abbruch. Und auch ihre Erzieherin, Ruth Schwarz (1936-2011), lächelt in die Kamera.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Denis Leber, 2 Conrad (Conni) Bader, 3 Carmen Vierlinger, 4 Christian Geschwill
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Simone Braun, 2 Marion Mayer (verh. Kuss-Mayer), 3 Sascha Knöpfle, 4 Karin Müller (verh. Märkl), 5
3.Reihe: Ruth Schwarz

Im Hintergrund auf der Kommode stehen ein Tonbandgerät und ein Filmprojektor. Darüber hängt ein Kruzifix an der Wand, schließlich handelt es sich um einen katholischen Kindergarten.

Standort des Fotografen: 47.883477, 8.346662

Öhmd-Heinzen beim Schneekreuz, ca. 1980

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Dr. Wolfgang Dilger zur Verfügung.

Es ist Hochsommer. Der zweite Schnitt (Öhmd) ist fällig. Dabei kommen landwirtschaftliche Maschinen zum Einsatz, aber das Aufschichten des Heus zu Heinzen ist immer noch mühselige Handarbeit. Auf den Holzgestellen trocknet das frischgemähte Heu.

Der Blick fällt von der Bundesstraße 31 aus über die abgemähte Wiese hinweg in Richtung Witterschneekirche. Neben dem angrenzenden Getreidefeld verläuft der Stationenweg, der Pilger*innen zur Wallfahrtskirche geleitet. Auch das Haus Kiechle (Beim Schneekreuz 1) mit seinem roten Dach ist in der Ferne zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.891491, 8.341754

Haus Hecht in der Kirchstraße mit viel Schnee, ca. 1985

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Bis vor wenigen Jahren klaffte in der Häuserzeile in der Kirchstraße eine hässliche Lücke, nachdem die beiden Häuser Funk (Kirchstr. 10) und Hauser (Kirchstr. 8) abgerissen worden waren. Der Arzt Dr. Gebhard Hecht (1920-2008) errichtete an ihrer Stelle ca. 1980 einen Neubau mit Erker und Staffelgiebel. Nicht nur in der Winterzeit, wenn Schnee liegt, fügt sich der Neubau stimmungsvoll in das Gebäudeensemble zur Rechten und zur Linken ein.

Am rechten Bildrand ist das Haus Schlenker (Kirchstr. 6) und ganz links im Hintergrund das Gasthaus »Sonne« (Kirchstr. 29) zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.883295, 8.344980

Krankenhaus mit viel Schnee, ca. 1980

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Noch steht »Krankenhaus« über dem Eingangsportal. Aber dieser Winter dürfte einer der letzten sein, den das Krankenhaus in der Seppenhofer Straße erlebt. Denn im März 1983 stellt es zunächst seinen stationären Betrieb ein, wenig später auch seine Ambulanz. Einer der letzten »Patienten« ist der GRÜNEN-Landtagsabgeordnete Helgo Bran (geb. 1937), der sich an sein Bett kettet, um gegen die Schließung zu protestieren.

Von all dem ist auf dem Foto noch nichts zu erahnen. Noch ist das Krankenhaus geöffnet – und sogar in eine Winterlandschaft getaucht. Das Tauwasser, das an der Fassade herunterläuft, verweist allerdings auch auf den renovierungsbedürftigen Zustand des Gebäudes.

Standort des Fotografen: 47.881808, 8.344891