Leo Ratzer vor seinem Haus in der Dittishauser Straße, 1926

aus Leo Ratzer: Sammlung heimatgeschichtlicher Arbeiten und Gedichte

Vor seinem Haus in der Dittishauser Straße steht Leo Ratzer (1881-1948). Eigentlich ist er Krankenkassenrechner von Beruf. Seine Leidenschaft ist aber die Lokalgeschichte. Als »Heimatforscher« forscht er nicht nur, sondern veröffentlicht auch regelmäßig seine heimatkundlichen Arbeiten in der Zeitung.  Er macht sich auch einen Namen, als er zusammen mit dem Lehrer Karl Ehret das Löffinger Heimatmuseum aufbaut.  

Leo Ratzer wurde am 24. Februar 1881 als Sohn des Landwirts und Schneiders Johann Ratzer und dessen Ehefrau Katharina geb. Schalk in Löffingen geboren. Als 16-Jähriger erkrankte er an einer Knochenhautentzündung, die ihn bis zum 28. Lebensjahr quälte und 12 Jahre ans Bett fesselte. Während dieser Zeit las er viel und entwickelte sich zum Autodidakten. 1921 wurde er mit dem Amt des Rechners der Allgemeinen Ortskrankenkasse vertraut. Ratzer, der sein Leben lang ledig bleibt, stirbt am 9. Mai 1948 im Alter von 67 Jahren.

Standort des Fotografen: 47.884837, 8.348408

Handarbeitsklasse der Gewerbeschule, 1926

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Arthur Waibel zur Verfügung.

In drei Reihen haben sich die Mädchen aufgestellt, die der Handarbeitsklasse der Gewerbeschule angehören. 22 Schülerinnen blicken in die Kamera, daneben ihre Lehrerin. Die Aufnahme entsteht vor dem Hintereingang des »Stadtbaus« in der Ringstraße, dessen Eingangstür im Hintergrund zu sehen ist. Die Schülerinnen gehören den Jahrgängen 1910/11 an. Nach dem Abschluss der Volksschule besuchen sie die Gewerbeschule, wo Handarbeit auf dem Stundenplan steht: Nähen, Stricken, Sticken – Fähigkeiten, die für die meisten jungen Frauen im Alltag unverzichtbar sind. Die Mädchen wirken ernst, nur wenige erlauben sich ein angedeutetes Lächeln. Ihre Kleidung ist schlicht, viele tragen Schürzen oder dunkle Kittel, an den Füßen fest geschnürte Stiefel. Die erste Reihe sitzt auf einfachen Stühlen, dahinter reihen sich die anderen auf.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Monika Baader (verh. Wehrle, 1910-?), 3 ???, 4 ???, 5 ???, 6 Klara Egle (1910-1991, später Sr. Confirmata), 7 ???, 8 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Elise Schultheiß (1911-?), 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Berta Schmid (1911-?), 4 ???, 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 Lydia Nägele (verh. Jordan, 1910-2004), 9 ???

Links neben dem Eingang prangt ein kleines Messingschild: »Gugelberger prakt. Arzt«. Noch hat Dr. Franz Gugelberger hier seine Praxisräume. Erst Mitte der 1930er Jahre wird er in die neu erbaute Villa in der Maienlandstraße umziehen.

Standort des Fotografen: 47.884383, 8.345236