Familie Benitz beim Autofahren, 1926

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Klaus Eggert zur Verfügung.

Ein Opel mit dem badischen Autokennzeichen »IVB 34412« fährt einen Hang hinunter. Wer am Steuer sitzt, ist auf Anhieb kaum zu erkennen, da die Windschutzscheibe so spiegelt. Auf dem Beifahrersitz jedenfalls sitzt Paul Benitz (1899-1979). Gelenkt wird das Fahrzeug von Josefine Klaus (1903-1991), die er 1931 heiraten wird. Ein Automobil ist Mitte der 1920er Jahre noch ein seltener Anblick in Löffingen! Und eine Frau am Steuer ist noch ungewöhnlicher. Wohin mag die Fahrt gehen? Vielleicht ein Ausflug »ins Blaue«?

Auf dem Rücksitz hocken Pauls Bruder Albert Benitz (1905-1996) und Josefines jüngere Schwester Emma Klaus (1918-1950). Beide lassen sich (Fahrt-)Wind um die Nase wehen.

Standort des Fotografen: ???

Zwei Mädchen vor dem Haus Siefert am Rathausplatz, Fasnacht 1926

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vor dem Gartentörchen, das durch den kleinen Vorgarten zum Haus Siefert (Rathausplatz 6) führt, stehen zwei Mädchen. Sie tragen identische weiße Kleider, die mit plüschigen Borten verziert sind. Das lange Haar tragen sie offen, golden-glitzernde Stirnbänder sind zu erkennen. Offensichtlich ist Fasnacht und die beiden Teenager sind kostümiert.

V.l.n.r.: Maria Ganter (verh. Schweizer, 1909-?), ???

Im Hintergrund ist die Eingangstür zum Haus Siefert zu sehen. Gebaut wurde das Haus 1911 von dem Apotheker Otto Buisson nach Plänen des Architekten Friedrich Kopp. Mittlerweile gehört das Haus dem Kaufmann Wilhelm Siefert.

Standort des Fotografen: 47.883679, 8.344075

Hermann Ganter mit anderen Personen, Silvester 1926

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Das Jahr 1926 neigt sich dem Ende zu. Was wird das neue Jahr bringen? Wird 1927 ein gutes Jahr werden? Schneidermeister Hermann Ganter (1895-1957) sitzt zusammen mit Freund*innen und feiert in das neue Jahr hinein. Vermutlich handelt es sich um Mitglieder des Kirchenchores. Auf dem Tisch stehen Teller, die schon leer gegessen und teilweise zusammengeräumt sind. Mehrere Flaschen »Ganter Bier« verraten, was die Runde trinkt. Na dann: »Prost! Auf ein gutes Neues!«

V.l.n.r.: Willy Siefert (?-1968), Hermann Ganter, Anna Siefert geb. Guth, ???, ???, ???, ???

Die Silvesterfeier scheint in einer Privatwohnung stattzufinden und nicht in einem Gasthaus. Im Hintergrund ist ein Klavier zu sehen, auf dem das gerahmte Porträt einer Frau steht.

Standort des Fotografen: ???

Umzugswagen auf dem unteren Rathausplatz, Fasnacht 1926

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Vor der Bäckerei und dem Café Ritter (Rathausplatz 5) hat sich diese Narrengruppe aufgestellt. Es handelt sich um den Turnerbund. Ein paar Musikinstrumente werden mitgeführt: eine Pauke, eine Tuba und ein Akkordeon sind zu erkennen. Dahinter steht ein Umzugswagen, auf dem sich ebenfalls einige Narren tummeln. Außerdem ist an ihm eine Schnitzelbank angebracht. So heißt die Schautafel, auf der eine Moritat szenisch dargestellt wird, die bei einem Bänkelgesang zum Besten gegeben wird.

1.Reihe, v.l.n.r.: Otto Schweizer (?), ???, ???, ???, ???, ???, ???, ??? (Pauke), Anselm Zepf, ??? (Tuba), ???, ? Heizmann, ???, ???, August Fehrenbach (?), Fritz Strobel (?), ???
2.Reihe, v.l.n.r.:

Standort des Fotografen: 47.883939, 8.343895

Männergruppe vor dem Haus Siefert am Rathausplatz, Fasnacht 1926

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Im Jahr 1911 lässt der Apotheker Otto Buisson (?-1934) am unteren Rathausplatz einen Neubau nach Plänen des Architekten Friedrich Kopp errichten. Davor wird ein kleines Gärtchen angelegt und darin eine Tanne gepflanzt. Sie ist auf dem Foto schon ordentlich gewachsen. Mittlerweile gehört das Haus dem Kaufmann Wilhelm Siefert.

Im offen stehenden Gartentörchen stellen sich drei junge Männer zu einem Gruppenfoto auf. Sie legen die Arme lässig einander auf die Schultern. Die drei tragen Anzug, Schärpen und Mützen, die sie Mitglieder einer Studentenverbindung ausweisen. Ein weiteres Detail sticht ins Auge: Die drei haben sich in ihre Gesichte Striche geschminkt, die offenbar Schmisse darstellen sollen. Offensichtlich handelt es sich nicht um echte Burschenschafter, sondern um Fasnachtsnarren, die vorgeben, welche zu sein.

Erkennt jemand die drei Männer?
V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Willy Siefert

Standort des Fotografen: 47.883702, 8.344015

Akrobatikvorführung auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1926

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Von einem Fenster des Rathauses bietet sich der beste Ausblick auf das närrische Treiben auf dem Rathausplatz. Die Menschen stehen dicht gedrängt und blicken gespannt in Richtung Gasthaus »Löwe« (Rathausplatz 11). Dessen Wirtshausschild ist zweisprachig: »Gasthaus zum goldenen Löwen« und »Hôtel de Lion d’or« ist darauf zu lesen. Aber das Interesse der Menschenmenge gilt freilich nicht dem Schild. Gespannt verfolgen sie die akrobatischen Kunststücke, die vor dem »Löwen« dargeboten werden. Dazu ist ein hölzernes Gestellt aufgebaut, an dem offenbar eine Schaukel in großer Höhe befestigt ist. Weiß gekleidete Turner zeigen ihr Können.

»Löffinger Vieh- und Krämermarkt im 17. Jahrhundert«, lautet das Motto der diesjährigen Fasnacht. Und bei einem Markt dürfen selbstverständlich auch Gaukler nicht fehlen, die ihr artistisches Können dem Publikum präsentieren.

Standort des Fotografen: 47.883930, 8.344500

4 Fotos: Seiltanzvorführung auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1926

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz sowie Karl-Heinz Guderian zur Verfügung.

»Löffinger Vieh- und Krämermarkt im 17. Jahrhundert«, lautet das Motto der diesjährigen Fasnacht. Und bei einem Markt dürfen selbstverständlich auch Gaukler nicht fehlen, die ihr artistisches Können dem Publikum präsentieren. Auf dem oberen Rathausplatz wird ein Seiltanz dargeboten, wie der Fotograf von einem Fenster des Rathauses aus mit dieser Fotoserie dokumentiert.

Vor den Gasthäusern »Löwe« und »Ochsen« ist ein Seil gespannt. Über eine lange Leiter besteigt ein Seiltänzer das straff gespannte Seil. Er trägt eine Balancierstange und bewegt sich Schritt für Schritt in luftiger Höhe. Die Menschen recken ihre Köpfe. Das närrische Treiben verstummt für einen kurzen Moment und alle blicken gespannt. Der Seiltänzer, der sein Können unter Beweis stellt, ist der Pflästermeister Timotheus Schmid (1903-1981).

Am »Ochsen« hängt ein Schild, das für eine angebliche Kinovorführung wirbt (»Achtung – nur heute – Achtung«). Und am »Löwen« wird für einen angeblichen »Zirkus« geworben, der im Städtchen gastiert.

Standort des Fotografen: 47.883930, 8.344500

Haus Egle in der Rötengasse, 1926

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Christa Egle und Hans-Peter Hepting zur Verfügung.

In der Rötengasse stehen drei Kinder händchenhaltend, das kleinste Geschwisterchen in die Mitte genommen. Die Älteste ist Klara Egle (1910-1991, später Sr. Confirmata), die Mittlere Hedwig Egle (1921-1929), die im Alter von 7 1/2 Jahren bei einem häuslichen Unfall tödlich verunglückt, und die Kleine, die gerade laufen lernt, ist Maria Egle (1925-2008).

Die drei Kinder stehen vor ihrem Elternhaus (Rötengasse 6), das 1843 neu erbaut wurde, nachdem das Vorgängergebäude am 8. März 1842 abgebrannt war. Seit 1884 gehörte es dem Landwirt Sebastian Egle und seiner Ehefrau Rosalia geb. Faller, die das Anwesen ihrerseits von ihren Eltern übernommen hatte. Als das Foto aufgenommen wird, gehört das Anwesen, bestehend aus Wohnhaus, Scheuer und Stallung sowie mehreren Schopfs, bereits der nächsten Generation, nämlich dem Maurermeister Karl Egle (1885-1940) und dessen Ehefrau Frieda geb. Klotz (1887-1951), den Eltern der drei Kinder.

Am linken Bildrand ist ein Unterstand zu erkennen, in dem Karl Egle Baumaterial lagert. Säuberlich aufgeschichtet sind Backsteine zu erkennen. Rechts an das Haus Egle grenzt das Haus Ebi (Rötengasse 4) an: Es gehört dem Landwirt Julius Ebi (1866-1939), gebürtig aus Boll bei Bonndorf, und seiner Frau Josefa geb. Hasenfratz (1871-1926).

Standort des Fotografen: 47.885256, 8.341352

Musikkapelle im »Gebertsaal«, Fasnacht 1926

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

Im 1925 erbauten »Gebertsaal« (Obere Hauptstr. 11) haben sich diese Musiker für ein Gruppenfoto versammelt. Die Bläser, die sich mit ihren Musikinstrumenten fotografieren lassen, gehören der Stadtmusik an. Zu sehen sind u.a. ein Flügelhorn, ein Horn, eine Klarinette, eine Posaune, eine Trompete, eine Tuba.

1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 Robert Rosenstiel, 2 Johann Beha, 3 Edmund Jordan (»Bartli«, 1907-1970)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Rupert Hepting (1905-1990), 2 Franz Zepf, 3 Ernst Geisinger, 4 Wilhelm Brugger, 5 Franz Nägele

Vermutlich wird das Foto an Fasnacht aufgenommen. Möglich ist aber auch ein anderer Anlass. Links ist eine Bühne zu erkennen, auf der Bretter gelagert werden und Stühle bereitstehen.

Standort des Fotografen: 47.884524, 8.347082

3 Fotos: Narrenumzug auf dem oberen Rathausplatz, Fasnacht 1926

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz sowie Lore Sibold zur Verfügung.

Der Narrenumzug ist in vollem Gange: Beiderseits der Hauptstraße stehen Schaulustige, um den bunten Zug zu sehen, der auf den oberen Rathausplatz einzieht. Auch auf der Freitreppe vor dem »Stadtbau« (Demetriusstr. 1) drängen sich Menschen, um von dieser erhöhten Position alles sehen zu können. Eine Blaskapelle im Vordergrund schmettert gerade einen Marsch.

»Löffinger Vieh- und Krämermarkt im 17. Jahrhundert«, so lautet das Motto der diesjährigen Fasnacht. Und wen wundert es da, dass der Narrenumzug von Marktbuden gesäumt ist? Schließlich diente der obere Rathausplatz traditionell als Marktplatz! Nicht alle Buden passen freilich ins 17. Jahrhundert. So steht vor dem Gasthaus »Ochsen« (Rathausplatz 12) z. B. eine Bude, die auf einem Banner als »Spielhöhle Monte Carlo« bezeichnet wird. Eigentlich müsste es korrekt »Spielhölle« heißen, aber wen stört das schon an Fasnacht?

Das Foto wird von einem Fenster des Rathauses aufgenommen, dessen Erdgeschoss bis zur Jahrhundertwende auch als Markthalle diente.

Standort des Fotografen: 47.883930, 8.344500

Kommunionkinder des Jahrgangs 1916/17 vor dem Kirchenportal, 1926

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Rita Bölle, Aloisia Huber und Monika Huber zur Verfügung.

Vor dem Kirchenportal der katholischen Pfarrkirche St. Michael haben sich die Kommunionkinder des Geburtsjahrgangs 1916/17 zu einem Gruppenfoto versammelt. Die Mädchen in der ersten Reihe sitzen auf Kirchenbänken, die für das Foto herausgetragen wurden. Die Bänke sind so hoch, dass die Beine der meisten Mädchen in der Luft baumeln. Die Mädchen tragen weiße Kleider, die Jungs schwarze Anzüge. Alle halten ihre Kommunionkerzen in den Händen. Links steht ein Geistlicher. Es handelt sich nicht um den damaligen Stadtpfarrer Richard Thoma (1888-1949), sondern um einen Vikar.

1.Reihe, v.l.n.r.: ???, ???, Christel Schweizer, ???, Anna Maier (verh. Geschwill, 1916-?), Emma Oschwald (verh. Werner, Seppenhofen), Maria Geisinger (verh. Rösch, 1916-2001), Rosa Rappenegger

2.Reihe, v.l.n.r.: ???, ???, ???, Mina Rappenegger (verh. Schreiber, 1917-2004), Else Fehrenbach (verh. Bader), Hermine Strobel (verh. von Dungen, 1917-?), Wilhelm Bader (1916-2014), ???, ???

3.Reihe, v.l.n.r.: ???, ???, Franz Faller (1916-1986), ???, ???, ???, ???, ???, ???

Standort des Fotografen: 47.882727, 8.344233

Gruppenfoto vor Limbs Laden in der Unteren Hauptstraße, 1926

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Gaby Vogt zur Verfügung.

»Alles, was Du suchst auf Erden, / kann bei Limb gefunden werden«, so lautet das Motto und der Werbespruch von Friseurmeister Julius Limb (1883-1968). 1902 hatte er seinen ersten Friseursalon in Löffingen eröffnet, damals noch in seinem Elternhaus auf dem Alenberg. Zwei Jahre später erwarb er die linke Gebäudehälfte vom Gasthaus »Adler« in der Unteren Hauptstraße und eröffnete dort sein neues Geschäft. Neben seiner Tätigkeit als Friseurmeister handelte Limb mit allem, was man sich denken kann: Er führte Elektrogeräte, Fahrräder, Nähmaschinen und Drogerieartikel (»Drogen«).

Auf dem Foto steht Julius Limb zusammen mit seiner Ehefrau Maria Limb (geb. Nägele) und anderen Personen im weißen Friseurkittel vor seinem Geschäft. Das Mädchen rechts ist Hedwig Limb (verh. Vogt, 1919-2010). Ein Gartenzaun rahmt den kleinen Vorgarten ein. Die Fassade ist von einer Kletterpflanze eingewachsen. Werbeschilder sind an dem Lattenzaun angebracht: Sie preisen Kaffee (»Kathreiners Malzkaffee«) und »MAGGI Suppenartikel« an. Davor streunert Limbs Hund herum.

Standort des Fotografen: 47.883467, 8.343782