Mehrbildkarte »Gruß aus Löffingen« mit fünf Ansichten, ca. 1898

Verlag Gebr. Metz, Tübingen | Verlag Theodor Mayer, Löffingen | Stadtarchiv

Diese lithografische Mehrbildkarte »Gruß aus Löffingen« findet um die Jahrhundertwende Verbreitung. Sie wird am 18. August 1898 auf dem Postamt Löffingen aufgegeben und nach Freiburg geschickt. Die lithografischen Ansichten wurden von einer Kunstverlags-Anstalt in Tübingen gefertigt, die Ansichtskarte vom Löffinger Kaufmann Thomas Mayer vertrieben.

Zu sehen sind fünf Motive: Oben in der Mitte ist eine Gesamtansicht des Städtchens von der »Breiten« aus abgebildet. Darunter neben dem Löffinger Stadtwappen ist das »Rathaus« zu sehen. Links unten ist eine Ansicht des oberen Rathausplatzes zu sehen mit den beiden Gasthäusern »Löwen« (Rathausplatz 11) und »Sonne« (Rathausplatz 9-10).

Oben links und rechts sind zwei neue Sehenswürdigkeiten abgebildet, die erst kurze Zeit existieren und der ganze Stolz der Stadtgemeinde sind: Auf der einen Seite die 1898 geweihte Wallfahrtskirche »Schneekreuz«, auf der anderen Seite das überdimensional große »Kriegerdenkmal« zum Gedenken an den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Die in das Bildchen hineinkopierten Menschen sind kleiner als der Gitterzaun, der das Denkmal umgibt.

Die Postkarte wird an einen Rechtsanwalt in Freibug versandt und trägt den Vermerk »Eilt!«. Der Absender ist Peter F. Seine Nachricht beginnt mit den Worten: »Bitte um baldige Uebersendung von 1 duzend Stehkragen, Weite 39, Höhe wie die höchsten doppelten in meinem Waschtisch«.

Mehrbildkarte mit Innen- und Außenansicht von der Kirche Witterschneekreuz, ca. 1898

Verlag Carl Zanger, Freiburg / Lithografie von L. Zorn, Freiburg
Dieses Foto stellten dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.

Großer Beliebtheit erfreut sich diese colorierte Ansichtspostkarte von der »Schneekreuz-Kirche bei Löffingen« um die Jahrhundertwende. Sie zeigt eine Außenansicht der ab 1894 im neoromanischen Stil neu erbauten Wallfahrtskirche Witterschneekreuz und eine Innenansicht des Gotteshauses mit den beiden Seitenaltären und dem Hochaltar. Der linke Seitenaltar zeigt die Schmerzensmutter, der rechte den thronenden Christus. Der 1897 geschaffene Hochaltar integriert das alte Kruzifix, das dem Schneekreuz seinen Namen gibt.

Am 15. Juli 1894 war die feierliche Grundsteinlegung erfolgt. Die Konsekration des Gotteshauses erfolgte schließlich am 31. August 1901 durch den Freiburger Erzbischof Thomas Nörber. Doch diese Ansichtspostkarte war bereits ab 1898 im Umlauf.

Standort: 47.893276, 8.336123

Innenraum der Kapelle Witterschneekreuz, ca. 1898

Aus: Kurzer Abriß der Geschichte, Entstehung und Entwicklung der Wallfahrt zum Schneekreuz beim Witterschnee in Löffingen im badischen Schwarzwalde, 1898

Diese Lithographie zeigt die älteste bekannte Darstellung des Inneren der Kapelle Witterschneekreuz. Sie wird in einer Schrift veröffentlicht, die anlässlich der Segnung der neu erbauten neoromanischen Wallfahrtskirche erscheint. Darin wird nicht nur die Geschichte des Wallfahrtsortes erzählt, sondern auch die mündlich überlieferten Wundergeschichten – im Vergleich zur kürzeren Fassung von Stadtpfarrer Anselm Friedrich Kaier aus dem Jahr 1866 – ausführlich ausgeschmückt.

Abgebildet ist das Innere der alten Kapelle, die 1846/47 errichtet und 1894 an ihren heutigen Standort verschoben wurde. Die Wände sind mit Holz verkleidet. Im Zentrum steht der Altar mit einem Kruzifix – allerdings nicht mit dem verehrten »Schneekreuz«, das sich seit dem Bau der steinernen Wallfahrtskirche in deren Innerem befindet. Auffällig sind die zahlreichen Bilder, vor allem Votivbilder, die von Gläubigen als Dank für erfahrene Hilfe gestiftet wurden. Auf Gesimsen sind Statuen von Christus, der Gottesmutter und verschiedenen Heiligen aufgestellt. Schon damals wird die Kapelle regelmäßig geleert und immer wieder neu gestaltet. Die später charakteristische Anordnung mit drei großen Kreuzen – Christus in der Mitte, flankiert von den beiden Schächern – ist hier noch nicht vorhanden.

In der Publikation mit dem Titel »Kurzer Abriß der Geschichte, Entstehung und Entwicklung der Wallfahrt zum Schneekreuz beim Witterschnee in Löffingen im badisch« wird das Innere der Kapelle eindrücklich beschrieben: »Daß in ungeahnter Zahl von Leiden, Nöthen, Beschwerden und Drangsalen die Hilfe des göttlichen Erlösers am Kreuze, beim Schneekreuze, aus weiten Gegenden bis zur unmittelbaren Nähe angerufen wird und daß ebenso in ungeahnter Weise und Zahl Gebeterhörungen und Begnadigungen bei der Gnadenstätte zum Schneekreuze den andächtig gläubig Rufenden vom göttlichen Heiland am Kreuze unläugbar zu Theil wird, liegt der antrügliche Beweis in den nach Hunderten zählenden Votiv-Tafeln, die geopfert werden, vor Augen. Votiv-Tafeln mit Augen, Mund, Nase, Ohren, Händen, Armen, Füßen, Köpfen,
Körpern, alles Theile vom Menschen; aber auch mit Häusern, Feldern und Hausthieren, wie Fuhrwerken bemalt, zieren die Wände oder behängen solche innert der Kapelle. […] Nebst diesen unläugbaren Beweisstücken über erlangte Hilfe im christlich gläubigen Gebete zeugen auch die Menge geopferter Krückenstöcke und Krücken davon.«

Standort: 47.893007, 8.336204

Kirche Witterschneekreuz, ca. 1900

Sammlung Familie Waßmer

Die Ansichtskarte zeigt die neu erbaute Wallfahrtskirche Witterschneekreuz. Am 16. Oktober 1898 wurde die Kirche gesegnet und für die Gläubigen freigegeben. Geweiht wurde sie fast drei Jahre später, am 31. August 1901, durch den Freiburger Erzbischof Thomas Nörber (1846-1920). Die Ansicht ist stilisiert, tatsächlich würde links vor der Kirche die alte Holzkapelle ins Bild ragen und auch das Schrankenwärterhäuschen müsste rechts neben der Kirche im Hintergrund zu erkennen sein. Aber das alles hätte gestört: In dieser Darstellung erhebt sich die Wallfahrtskirche allein auf weiter Flur auf der Anhöhe. Im Hintergrund sind die Berge des Schwarzwaldes zu erahnen.

Die Ansichtskarte ist im Jugenstil gestaltet. Links sind ein paar Stechpalmenzweige mit roten Beeren zu sehen. Ein blaues Ornament fasst die Ansicht vom »Schneekreuz« ein.

Standort des Fotografen: 47.893312, 8.336967

Kapelle und Kirche Witterschneekreuz, ca. 1900

Sammlung Familie Waßmer

Neben einem floralen Motiv ist diese frühe Aufnahme der neuen Witterschneekirche und der alten Kapelle abgebildet. Von jenseits der Bahnlinie fällt der Blick auf die 1894-1897 erbaute Kirche, deren Langhaus und angebaute Sakristei zu sehen sind. Die Kastanienbäume sind noch klein und verdecken daher den Blick nicht. Rechts davor steht die alte Kapelle, die beim Bau der neuen Kirche von ihren ursprünglichen Standort verschoben wurde.

Standort des Fotografen: 47.892704, 8.333207

Kapelle und Kirche Witterschneekreuz, ca. 1900

Verlag Franz X. Geiger, Löffingen | Sammlung Familie Waßmer
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Willi Pütz zur Verfügung.

Die farbige Ansichtskarte fängt den Blick ein, der sich Pilgern am Ende des Prozessionsweges darbietet: Links steht die alte Kapelle, die 1846/47 erbaut wurde. Sie ist holzverschindelt und von einem kleinen Türmchen gekrönt. Ursprünglich stand sie einige Dutzend Meter weiter nördlich. Im April 1894 hob man sie auf Baumstämme und rollte sie an den heutigen Standort. An ihrem früheren Standort baute man in den Jahren 1894-1898 die neoromanische Wallfahrtskirche nach Plänen des Freiburger Architekten Max Meckel (1847-1910).

Ansichtskarten vom Witterschneekreuz fanden insbesondere nach dem Bau der neuen Wallfahrtskirche 1898 und ihrer feierlichen Weihung 1901 Verbreitung in großer Zahl. Um die Jahrhundertwende waren Ansichtskarten mit verschiedenen Motiven im Umlauf: Auf ihnen waren entweder die alte Kapelle und die neue Kirche gemeinsam dargestellt, oder nur die neue Kirche, neben Außenaufnahmen gab es auch Innenaufnahmen des Gotteshauses, mehrfach wurde die Kirche auch in Kombination mit dem Gnadenkreuz abgebildet. Das »Schneekreuz« war auch auf zahlreichen Mehrbildkarten, die die wichtigsten Ansichten und Sehenswürdigkeiten Löffingens zeigten, vertreten.  

Standort des Fotografen: 47.892986, 8.336781

Kirche Witterschneekreuz mit Gnadenbild, ca. 1900

Verlag Wilhelm Nimis (Walldürn) /// Stadtarchiv

Die colorierte Ansichtspostkarte zeigt die ab 1894 erbaute und 1901 geweihte »Wallfahrtskirche zu Löffingen« und rechts daneben das »Gnadenbild Schneekreuz«. Die alte hölzerne Kapelle aus den Jahren 1849/50 ist auf der Ansicht weggelassen, statt dessen ist das kleine Bahnwärterhaus rechts hinter der Kirche dargestellt.

Die Figur des gekreuzigten Jesus Christus wurde 1740 von einem Mann gestiftet, der sich in einem Schneesturm verlaufen und schon fast jede Hoffnung verloren hatte, als er doch noch gerettet wurde. Das Kruzifix fand nach dem Neubau der neoromanischen Wallfahrtskirche Witterschneekreuz seinen Platz über dem Hochaltar. Es wurde zu einer Kreuzigungsgruppe erweitert und mit den Figuren der heiligen Maria und des heiligen Johannes ergänzt. Bildhauer Franz Josef Simmler (1846-1926) überarbeitete das Kreuz und versah die Kreuzendungen mit vergoldeten Vierpässen und mit den Symbolen der vier Evangelisten.

Am 15. Juli 1894 war die feierliche Grundsteinlegung erfolgt. Die Konsekration des Gotteshauses erfolgte schließlich am 31. August 1901 durch den Freiburger Erzbischof Thomas Nörber.

Der Verlag Wilhelm Nimis, der die Postkarte verlegt, heißt offiziell »Devotionalien- und Bilderfabrik«. Er hat seinen Sitz in Walldürn.

Standort des Fotografen: 47.893276, 8.336123

Kirche Witterschneekreuz mit »Gruß aus Löffingen«, ca. 1900

Kunstanstalt Franz Schemm, Nürnberg | Sammlung Familie Waßmer

»Als ich gekniet hier im Gebet / Und bei Maria Hilf erfleht, / Erbat ich auch viel Segen Dir / Dies meldet schlicht die Karte hier!« Das Motiv einer Schwalbe, die ein Briefchen im Schnabel hält, war um die Jahrhundertwende als Ansichtskarte im gesamten Deutschen Reich in zahlreichen Variationen im Umlauf.

Hier fliegt die Schwalbe über die Wallfahrtskirche Witterschnee hinweg, die in den Jahren 1894-1897 im Stil der Neoromanik erbaut worden war. Obwohl Löffingen kein Marienwallfahrtsort war, versandten Pilger Ansichtskarten mit diesem Vers an die Daheimgebliebenen.

Standort des Fotografen: 47.893254, 8.336564

Ablassbild vom Witterschneekreuz, ca. 1900

Sammlung Familie Waßmer

Vermutlich wurde dieses Ablassbildchen in einer der Verkaufsbuden beim Witterschnee verkauft. Auf der Vorderseite ist das Gnadenkreuz mit der 1740 gestifteten Christusfigur zu sehen. »Andenken an Schneekreuz bei Löffingen«, ist darunter zu lesen.

Auf der Rückseite ist das kurze Stossgebet abgedruckt: »Süßes / Herz Jesu sei / meine Rettung.« Dahinter ist vermerkt, dass man durch das Beten dieser Formel »300 Tage Ablass« erlangen könne. Dies hatte Papst Pius IX. (1792-1878) in einem Dekret vom 31. Mai 1875 verkündet.

Mit Ablass bezeichnet man einen Gnadenakt, durch den nach kirchlicher Lehre zeitliche Sündenstrafen erlassen werden. Gläubige konnten einen Ablass unter von der Kirche bestimmten Bedingungen erlangen. Der mit diesem Stoßgebet verbundene Ablass war ein Teilablass im Unterschied zum vollkommenen Ablass.

Standort: 47.893480, 8.335836

Mehrbildkarte mit vier Ansichten, ca. 1900-1904

Verlag Th. Schmutz-Mayer, Löffingen

»Auch einmal von hier mögen Sie & Ihre so werthe Familie beste Grüße empfangen«, heißt es auf dieser Ansichtskarte, die am 18. Oktober 1904 von Löffingen aus versandt wurde.

Die Mehrbildkarte zeigt vier Ansichten des Städtchens. Unter einer Gesamtansicht, die vom »Reichberg« aus aufgenommen wurde, sind drei Einzelbilder zu sehen: Ganz links ist das »Warenhaus z[um] Kasten« (Untere Hauptstr. 7) abgebildet, das seit 1900 dem Kaufmann Thomas Schmutz gehört, der auch als Verleger diese Ansichtskarte fungiert. Kein Wunder, dass er sein eigenes Kaufhaus so prominent abbildet. Daneben ist die 1898 vollendete »Wallfahrtskirche z[um] Schneekreuz« zu sehen. Und ganz rechts ist eine idealisierte Darstellung des Kriegerdenkmals abgebildet. Das 1894 geschaffene Denkmal zur Erinnerung an die Kriegsteilnehmer des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 ist übergroß dargestellt, was im Größenvergleich mit den Menschen deutlich ins Auge springt.

Mehrbildkarte »Gruß aus Löffingen« mit drei Ansichten, ca. 1900-1905

Kunstanstalt Fr. Schmidt, Lahr

Diese lithografische Mehrbildkarte wird am 13. April 1906 per Post versandt. W. Vogt schreibt darauf folgende handschriftlichen Zeilen: »Lieber Herr Seidenkranz! Vergnügte Feiertage sendet Ihnen & dem ganzen Unteroffizier-Corps Ihr ergebener W. Vogt, Gefreiter der Reserve«. Am oberen Bildrand fügt er einen »Gruß an Sectionstreiber Foerster!« hinzu. Bei dem Absender handelt es sich vermutlich um den Kaufmann Wilhelm Vogt, der am oberen Rathausplatz ein Geschäft betreibt.

Auf der Karte sind drei Motive zu sehen: Oben ist eine »Gesamtansicht« des Städtchens abgebildet. Eine Lokomotive fährt auf der 1901 eröffneten Bahnlinie. Rechts darunter ist die 1898 geweihte »Wallfahrtskirche Schneekreuz« zu sehen. Und unten links ist eine Ansicht vom »Warenhaus zum Kasten« (Untere Hauptstr. 7) dargestellt.

2 Fotos: Mehrbildkarte mit Kirche Witterschneekreuz und Gnadenbild, ca. 1900

Kunstanstalt Franz Schemm, Nürnberg | Stadtarchiv

Nach dem Bau der neuen Wallfahrtskirche im Jahr 1898 und ihrer feierlichen Weihe 1901 verbreiten sich Ansichtskarten vom Witterschneekreuz in großer Zahl. Um die Jahrhundertwende sind verschiedene Motive im Umlauf: Einige Karten zeigen sowohl die alte Kapelle aus Holz als auch die neue Kirche aus Stein, andere konzentrieren sich ausschließlich auf das neue Gotteshaus. Neben Außenaufnahmen werden auch Innenansichten veröffentlicht, oft in Kombination mit dem Gnadenkreuz. Der Überlieferung nach soll die Jesusfigur an dem Kruzifix die historische Figur sein, die ein im Schneesturm verirrter Mann 1732 oder 1740 zum Dank für seine Rettung stiftete.

Diese lithografische Grußkarte kombiniert zwei zentrale Elemente: Links ist das Gnadenkreuz mit der Christusfigur, flankiert von Maria und Johannes, in einem goldenen Strahlenkranz zu sehen. Rechts befindet sich eine Ansicht der neoromanischen Witterschneekirche, umrahmt von kunstvollen floralen Jugendstilmotiven.

Standort des Fotografen: 47.893287, 8.336620