Blick vom Turm der Kirche Witterschneekreuz, September 1957

Fotograf: Willy Pragher // Staatsarchiv Freiburg

Der Freiburger Fotograf Willy Pragher (1908-1992) besucht am 17. September 1957 Löffingen und hält verschiedene Ansichten der Stadt mit seiner Kamera fest. Dabei steigt er auch auf den Kirchturm der neoromanischen Wallfahrtskirche Witterschneekreuz und fotografiert eine Panoramaaufnahme des Städtchens.

Im Vordergrund ragt das Dach samt Türmchen der alten Kapelle ins Bild, die 1846/47 erbaut wurde. Ursprünglich stand sie an der Stelle der heutigen Wallfahrtskirche, wurde jedoch beim Kirchenbau von 1894 bis 1898 einige Meter versetzt. Das Haus Bugger (Beim Schneekreuz 3) existiert zu diesem Zeitpunkt noch nicht. An der Weggabelung ist eine kleine Holzbude zu erkennen, in der Pilger*innen Souvenirs und religiöse Devotionalien erwerben können.

In der Ferne erstrecken sich die ersten Häuser des Maienlands. Dominant in der Stadtsilhouette sind der markante Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Michael sowie der hohe Schornstein des Sägewerks Benz, die beide in den Himmel ragen.

Standort des Fotografen: 47.893299, 8.335992

Blick vom Kirchturm in Richtung Bahnhof und Maienland, ca. 1957

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

In der Bildmitte sticht der strahlend weiß gestrichene »neue Benzbau« (Ringstr. 8) ins Auge. Das Mehrfamilienhaus wurde 1922/23 von der Firma Benz erbaut, um darin Werksangehörige mit ihren Familien unterzubringen. Bei einem Fliegerangriff 1945 beschädigt, sind die Spuren des Krieges bereits beseitigt. Auf dem Grundstück davor hängt frisch gewaschene Wäsche auf der Leine.

Neu erbaut ist auch das Bahnhofsgebäude: Der alte Bahnhof war von einer Bombe komplett zerstört worden. Lange Zeit diente daraufhin eine hölzerne Behelfsbaracke als Bahnhof. doch damit ist jetzt Schluss, denn 1957 wurde das neue Stationsgebäude eingeweiht.

Im Vordergrund sind die Häuser des Altstadtrings zu sehen, besonders schön die Häuserzeile der Demetriusstraße bis zum Mailänder Tor. Dahinter öffnet sich der Blick zum Maienland hin. In der Ferne sind die Wallfahrtskirche Witterschneekreuz und die Aussiedlerhöfe im »Stettholz« zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.882603, 8.343920

Kapelle Witterschneekreuz, ca. 1960

Sammlung Familie Waßmer

Im April 1894 hob man die alte Kapelle auf Baumstämme und rollte sie an den heutigen Standort. Die angebaute Kreuznische, in der sich das Gnadenkreuz befunden hatte, entfernte man dabei, denn das Kreuz wurde in die neue Kirche überführt.

Sichtbar blieb für über 100 Jahre am rückseitigen Schindelanschlag die Stelle, an der die Kreuznische ursprünglich angefügt gewesen war. Erst mit dem letzten neuen Schindelanschlag an der alten Kapelle 1994 wurden diese Spuren beseitigt.

Standort des Fotografen: 47.893232, 8.336240

Wallfahrer vor der Kirche Witterschneekreuz, ca. 1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Stadtpfarrer Karl Weickhardt (1905-1977) steht vor dem Portal der Wallfahrtskirche Witterschneekreuz. Vor ihm ist eine Schar Ministranten zu sehen. Zahlreiche Gläubige sind im Gebet versammelt, die Frauen stehen links, die Männer stehen rechts. Das Foto entsteht also weder zur Frauen- noch zur Männerwallfahrt, sondern vermutlich anlässlich des Patroziniums des Schneekreuzes am 14. September (Kreuzerhöhung).

Im Hintergrund rechts ist das neu gebaute Trafohäuschen zu sehen, das an der Abbiebung nach Stettholz steht.

Standort des Fotografen: 47.893269, 8.336420

Lina Egle an ihrem Verkaufsstand am Witterschneeschneekreuz, ca. 1960

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Pia Durst zur Verfügung.

Direkt vor dem Eingang zur alten Witterschneekapelle hat Lina Egle geb. Mäder (-1966) ihren Verkaufsstand aufgebaut. Auf zwei Böcken ruht eine Tischplatte, über die eine Tischdecke gebreitet liegt. Ein Teil der Devotionalien ist in einer Vitrine ausgelegt. Daneben sind Andachtsbildchen und Heiligenbilder zu erkennen, Kruzifixe und mehrere Rosenkränze, die feinsäuberlich an einer Holzlatte aufgefädelt sind.

Unter dem Tisch steht ein Korb, in dem sich sicherlich auch ein Vesperbrot für Zwischendurch befindet. Lina Egle betreibt als letzte Händlerin einen Verkaufsstand am Witterschnee. Als sie damit aufhört, findet auch diese Geschäftstradition ein Ende.

Lina (eigentlich Pauline) Egle ist die Witwe von dem Müller Gustav Egle (1881-1954). Geboren wurde sie am 20. Juni 1887 in Löffingen. Sie stirbt im Alter von 79 Jahren am 31. Mai 1966.

Standort des Fotografen: 47.892984, 8.336309

Luftbild der Kapelle und Kirche Witterschneekreuz, ca. 1960

Sammlung Familie Waßmer

Aus der Vogelperspektive ist auf diesem Bild die Wallfahrtskirche Witterschnee und die alte Kapelle zu sehen. Bis 1894 hatte die alte holzverschindelte Kapelle anstelle der großen Kirche gestanden. Im April 1894 hob man sie auf Baumstämme und rollte sie an ihren heutigen Standort, um Platz für den Neubau der neoromanischen Kirche zu schaffen. Hinter der Kirche sind das Bahnwärterhaus und die Straße zu den Aussiedlerhöfen in Stettholz zu erkennen.

Luftschiff über der Witterschneekirche, 1964

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Wolfgang Lüdemann-Ravit zur Verfügung.

Hoch oben am Himmel gleitet ein Luftschiff dahin. In den 1960er Jahren dienen Luftschiffe als Werbeträger oder sie werden zur Aufnahme von Luftbildern benutzt. Gut möglich also, dass hier gerade nicht nur von unten nach oben fotografiert wird, sondern auch von oben nach unten.

Richtet man den Blick nicht nur empor in den Himmel, sondern lässt ihn auch vom »Ochsenberg« über die goldenen Getreidefelder schweifen, dann entdeckt man in der Ferne auch das Witterschnee mit der Kirche und der hölzernen Kapelle.

Standort des Fotografen: 47.884539, 8.330711

Kapelle und Kirche Witterschneekreuz, August 1970

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Die alte Witterschneekapelle aus Holz ist bereits über 120 Jahre alt. Errichtet wurde sie 1846/47, um den zahlreichen Pilger*innen, die das Schneekreuz aufsuchten, einen geschützten Raum für ihre Gebete zu schaffen. Ihr ursprünglicher Standort war allerdings dort, wo zwischen 1894 und 1898 die neue Witterschneekirche im neoromanischen Stil erbaut wurde. Denn dort hatte der im Schneesturm verirrte Mann zum Dank für seine Errettung sein »Schneekreuz« aufgestellt.

Der Schindelbeschlag ist längst verwittert. Das Glasfenster über dem Eingangsportal ist teilweise zerbrochen. 1977 wird zunächst die Außenfassade der Witterschneekirche renoviert. Erst 1994 wird ein neuer Schindelbeschlag an der Kapelle angebracht.

Standort des Fotografen: 47.892911, 8.336313

Mehrbildkarte mit acht Ansichten, ca. 1973

Verlag Schöning & Co
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Willi Pütz zur Verfügung.

Mit diesen acht Ansichten auf einer Mehrbildkarte stellt sich »Löffingen im Schwarzwald« vor. Ein Image soll damit geprägt werden. In der oberen Reihe sind drei Ansichten des Städtchens zu sehen: In der Mitte eine Gesamtansicht, die vom Neubaugebiet »Breite« aus aufgenommen ist, links und rechts zwei Ansichten vom unteren Rathausplatz, das die markanten Gebäude des Rathauses, des Mailänder Tores und des Café Fuß zeigt. Die neue Sparkasse ist bereits gebaut – und am oberen Rathausplatz ist eine Baustelle eingerichtet, wie am Bildrand zu erkennen ist: Der Neubau der Volksbank wird gerade errichtet.

In der unteren Reihe werden einzelne Bauwerke und Sehenswüdigkeiten beworben: Die Festhalle und Schule an der »Hasle«, die neoromanische Witterschneekirche und schließlich das Waldbad, in dem sich augenscheinlich vor allem Kinder und Jugendliche tummeln. In der mittleren Reihe ist die – immer noch – recht neue Attraktion zu sehen, die sich mehr und mehr zu einem Ausflugsziel für die weitere Umgebung entwickelt: der »Wildpark«. Noch werden gar keine Fahrgeschäfte beworben, sondern einzig und allein die Tiere, die die Besucher*innen dort sehen können.

Über sechs Ansichten sticht ein leuchtend hellblauer Himmel in die Augen. Er ist genauso retuschiert wie die pittoresken Wölkchen, die ihm eine lebendige Struktur geben.

2 Fotos: Erzbischof Schäufele vor der Kirche Witterschneekreuz, 1974

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Eine große Schar Gläubiger hat sich vor dem Hauptportal der neoromanischen Wallfahrtskirche Witterschneekreuz versammelt. Fast alle knien auf dem Gras oder neigen zumindest ihren Kopf, viele bekreuzigen sich.

Im Mittelpunkt steht Erzbischof Hermann Schäufele (1906-1977), der auf den Treppenstufen der Kirche den Segen spendet. Es ist ein seltenes Ereignis, dass der Oberhirte der Erzdiözese Freiburg persönlich nach Löffingen kommt – umso größer ist die Ehre für die versammelte Gemeinde. Er steht umgeben von Geistlichen und Ministranten. Stadtpfarrer Karl Weickhardt (1905-1977) und Friedenweilers Pfarrer Werner Lederer (1929-2023) sind zu erkennen. Meßmer Gerhard Scholz (1925-1998) reicht dem Erzbischof das Mikrofon.

Auffällig ist der hohe Frauenanteil unter den Pilgernden – vielleicht handelt es sich um die traditionelle Frauenwallfahrt. Schließlich pilgern Männer und Frauen meist getrennt zur Kirche auf der Anhöhe.

Standort des Fotografen: 47.893188, 8.336384

2 Fotos: Renovierung der Kirche Witterschneekreuz, 1977/78

Diese Fotos stellte uns dankenwerterweise Werner Lubrich zur Verfügung.

76 Jahren nach der feierlichen Weihung der neoromanischen Wallfahrtskirche wird die Außenfassade der Witterschneekirche 1977/78 unter Stadtpfarrer Hermann Litterst renoviert. Als das Gerüst entfernt wird, erstrahlt das Kirchengebäude in neuem Glanz.

1983 erfolgt dann noch eine Innenrenovierung, bei der Verputz- und Feuchtigkeitsschäden an der Decke und den Wänden behoben werden.

Standort des Fotografen: 47.892913, 8.336620

Öhmd-Heinzen beim Schneekreuz, ca. 1980

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Dr. Wolfgang Dilger zur Verfügung.

Es ist Hochsommer. Der zweite Schnitt (Öhmd) ist fällig. Dabei kommen landwirtschaftliche Maschinen zum Einsatz, aber das Aufschichten des Heus zu Heinzen ist immer noch mühselige Handarbeit. Auf den Holzgestellen trocknet das frischgemähte Heu.

Der Blick fällt von der Bundesstraße 31 aus über die abgemähte Wiese hinweg in Richtung Witterschneekirche. Neben dem angrenzenden Getreidefeld verläuft der Stationenweg, der Pilger*innen zur Wallfahrtskirche geleitet. Auch das Haus Kiechle (Beim Schneekreuz 1) mit seinem roten Dach ist in der Ferne zu erkennen.

Standort des Fotografen: 47.891491, 8.341754