Mehrbildkarte mit Außen- und Innenansicht der Kirche Witterschneekreuz, 1901

Verlag Ludwig Fuchs, Freiburg | Sammlung Familie Waßmer

Diese Mehrbildkarte kam 1901 auf den Markt und wurde am 16. Oktober 1901 von Löffingen nach Überlingen versandt. Im selben Jahr war die neue Wallfahrtskirche Witterschnee mit dreijähriger Verspätung geweiht worden.

Die Kirche war in den Jahren 1894 bis 1897 im neoromanischen Stil gebaut worden. Treibende Kraft dabei war Stadtpfarrer Stephan Wehrle (1821-1898). Kurz vor der Fertigstellung starb er am 23. Juli 1898 im Alter von 77 Jahren, nur fünf Wochen vor den geplanten Feierlichkeiten zur Einweihung, die daraufhin abgesagt wurden.  Man begnügte sich im Herbst 1898 damit, die Kirche zu segnen, damit sie für Pilger freigegeben werden konnte. Erst im Juni 1901 weihte dann der Freiburger Erzbischof Thomas Nörber (1846-1920) die Kirche. Das Patrozinium der Witterschneekirche wird seitdem am 14. September am Fest der Kreuzerhöhung begangen.

Standort des Fotografen: 47.893326, 8.336795

Kirche und Kapelle Witterschneekreuz mit Schrankenwärterhaus, ca. 1901

Stadtarchiv Titisee-Neustadt

Gleich zwei Neubauten sind auf dieser Fotografie zu sehen: Im Vordergrund steht das Schrankenwärterhaus, das im Zuge des Bahnbaus errichtet wurde. Automatische oder ferngesteuerte Bahnschranken gibt es 1901 noch nicht. Der Schrankenwärter hat deshalb die Aufgabe, die Schranken am Bahnübergang vor der Annäherung eines Zuges zu schließen und nach seiner Vorbeifahrt wieder zu öffnen.

Im Hintergrund sind die 1894-1898 errichtete Wallfahrtskirche Witterschnee und dahinter die alte Kapelle zu sehen. Ursprünglich stand die 1846/47 errichtete Kapelle dort, wo später die Kirche im Stil der Neoromanik gebaut wurde. 1894 hob man die alte Kapelle auf Baumstämme und rollte sie an den heutigen Standort. Die angebaute Kreuznische entfernte man dabei und überführte später das Gnadenkreuz mit der Christusfigur in die neue Kirche. Ihre Apsis steht an der Stelle, an der der Wanderer 1740 im Schneesturm unter einem Lindenbaum Schutz gesucht und sein Gelübdnis abgelegt haben soll, im Falle seiner Errettung ein Kreuz zu stiften. Der Lindenbaum musste dem Neubau des Kirchengebäudes in den 1890er Jahren weichen.

Standort des Fotografen: 47.893899, 8.334270

Mehrbildkarte mit »Warenhaus zum Kasten« und Kirche Witterschneekreuz, ca. 1901

Kunstanstalt Fr. Schmidt, Lahr

Auf der Postkarte ist eine »Gesammt Ansicht« von Löffingen zu sehen. Auf der neueröffneten Bahnstrecke dampft gerade ein Zug in Richtung Bahnhof. Die neuerbaute Wallfahrtskirche zum Schneekreuz wird ebenfalls werbewirksam ins Bild gesetzt. Das »Warenhaus zum Kasten«, für das ebenfalls geworben wird, ist auf einem entrollten Blatt Papier zu sehen. Den Namen hat das Kaufhaus vom fürstenbergischen Getreidespeicher übernommen, der sich früher in diesem Gebäude befand. Das Zehnt-Getreide wurde in der Redensart der Einwohner in den Kasten gefahren. So entstand der Hausname »Zum Kasten«. Der offizielle Name auf dem Kaufhausschild war: »Th. Schmutz-Mayer z. Kasten«. Der Name Mayer verweist auf die Vorbesitzer des Kaufhauses, von denen Thomas Schmutz das Gebäude übernahm. Er war auch der Besitzer des angebauten Hauses. Auf dem Dach ist eine imposante Blitzableiteranlage zu sehen. In der Kirchstraße steht ein mit Pferden bespannter Karren.

Mehrbildkarte mit Gesamtansicht und Kirche Witterschneekreuz, 1901/02

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Stadtarchiv

Diese Mehrbildkarte zeigt eine Gesamtansicht des Städtchens und die »Wallfahrtskirche Witterschnee«. Am 31. August 1902, als diese Karte an »mein liebes Elschen « verschickt wurde, war die Kirche noch eine Besonderheit: Sie war neu gebaut und nur ein Jahr zuvor vom Freiburger Erzbischof Thomas Nörber (1846-1920) im Juni 1901 geweiht worden. Kein Wunder, dass eine Ansicht der Kirche auf einer Grußkarte aus Löffingen nicht fehlen durfte.

Mehrbildkarte mit Kapelle und Kirche Witterschneekreuz sowie Gesamtansicht, 1901/02

Verlag Ludwig Fuchs, Freiburg | Stadtarchiv

»Herzliche Grüße« schickte der Versender dieser Ansichtskarte am 4. Mai 1902 aus Löffingen. Ob es sich um einen auswärtigen Pilger oder einen Einheimischen handelte, ist nicht bekannt. Im Mittelpunkt der Mehrbildkarte stehen zwei Ansichten vom Witterschnee, die einander gegenübergestellt werden: Links ist die »neue Wallfahrtskirche« zu sehen und rechts die »alte Witterschnee-Kapelle«.

Die Gesamtansicht darüber ist so gewählt, dass sie nicht nur das Städtchen mit der Pfarrkirche St. Michael zeigt, sondern im Hintergrund, ganz in der Ferne, die Wallfahrtskirche erkennen lässt. Im Vordergrund sind die Bahnlinie und der Bahnhof zu sehen. Ursprünglich sollte der Löffinger Bahnhof bei den Häusern des heutigen Oberwiesenwegs gebaut werden, in direkter Nähe zur Wallfahrtskirche. Doch 1895, als die Kirche bereits im Bau war, wurde die Planung für die Bahnlinie auf den heute bestehenden Verlauf geändert. 

Ansichtskarten vom Witterschneekreuz fanden insbesondere nach dem Bau der neuen Wallfahrtskirche 1898 und ihrer feierlichen Weihung 1901 Verbreitung in großer Zahl. Um die Jahrhundertwende waren Ansichtskarten mit verschiedenen Motiven im Umlauf: Auf ihnen waren entweder die alte Kapelle und die neue Kirche gemeinsam dargestellt, oder nur die neue Kirche, neben Außenaufnahmen gab es auch Innenaufnahmen des Gotteshauses, mehrfach wurde die Kirche auch in Kombination mit dem Gnadenkreuz abgebildet. Das »Schneekreuz« war auch auf zahlreichen Mehrbildkarten, die die wichtigsten Ansichten und Sehenswüdigkeiten Löffingens zeigten, vertreten.  

Mehrbildkarte mit Gasthaus »Engel« und Kapelle und Kirche Witterschneekreuz, ca. 1902

Verlag E. G. Messmer, Löffingen | Sammlung Familie Waßmer

Dass auf dieser Mehrbildkarte das Gasthaus »zum Engel« und die alte Kapelle und neue Kirche Witterschneekreuz zusammen abgebildet sind, ist kein Zufall. Der »Engel« ist neben den beiden Gasthäusern »Pilgerhof« und »Witterschnee« das dritte Gasthaus im Maienland, das vor allem von Wallfahrern besucht wird. Seit 1873 sind im »Engel« sogar Fremdenzimmer untergebracht. Das Gasthaus wurde bis zur Jahrhundertwende von dem Weber und Restaurateur Joseph Guth (1838-1891) und seiner Ehefrau Agnes Guth (geb. Kopp, ?-?) betrieben.

Im Jahr 1900 übergab die Witwe das Haus an ihren Sohn Johann Guth (1869-1952), der in erster Ehe mit Johanna Guth (geb. Bader, 1875-1903) verheiratet war, die allerdings bereits 1903 starb. Laut Feuerversicherungsbuch von 1898 besteht der »Engel« aus einem zweistöckigen Wohnhaus und Wirtschaftsgebäude, mit Scheuer, Stall und Schopf sowie einer Trinkhalle, die links im Bild zu sehen ist.

Mehrbildkarte mit zwei Ansichten, ca. 1903-1905

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Stadtarchiv

Diese colorierte Postkarte mit zwei Ansichten von Löffingen wird 1905 postalisch befördert. Geschrieben hat sie ein Urlauber, der sich, wie er schreibt, auf einer »Schwarzwaldreise« befindet und im Gasthaus »Löwen« übernachtete, das von Vinzenz Jäger betrieben wird.

Zu sehen ist oben eine Gesamtansicht des Städtchens vom Gewann »Im kleinen Brühl« (heute Göschweiler Straße) aus. Unten links ist die wichtigste neue Sehenswürdigkeit abgebildet: die »Wallfahrtskirche Witterschneee«, die 1898 geweiht wurde.

Stationenweg zur Kapelle und Kirche Witterschneekreuz, 1904

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Stadtarchiv

Zwei Pilgerinnen gehen mit ihren Kindern den Stationenweg in Richtung Witterschnee.  Zwischen den Kreuzwegstationen sind Obstbäume gepflanzt, die noch so klein sind, dass sie keinen Schatten spenden. Die Frauen und die Kinder tragen alle Sonnenhüte. Der Pilgeruppe bietet sich ein Blick auf die alte, holzverschindelte Kapelle von 1846/47 und dahinter auf die in den Jahren 1894-1898 neu errichtete Wallfahrtskirche im Stil der Neoromanik.

Ansichtskarten vom Witterschneekreuz fanden insbesondere nach dem Bau der neuen Wallfahrtskirche 1898 und ihrer feierlichen Weihung 1901 Verbreitung in großer Zahl. Um die Jahrhundertwende waren Ansichtskarten mit verschiedenen Motiven im Umlauf: Auf ihnen waren entweder die alte Kapelle und die neue Kirche gemeinsam dargestellt, oder nur die neue Kirche, neben Außenaufnahmen gab es auch Innenaufnahmen des Gotteshauses, mehrfach wurde die Kirche auch in Kombination mit dem Gnadenkreuz abgebildet. Das »Schneekreuz« war auch auf zahlreichen Mehrbildkarten, die die wichtigsten Ansichten und Sehenswüdigkeiten Löffingens zeigten, vertreten.

Standort des Fotografen: 47.892986, 8.336781

Innenraum der Kapelle Witterschneekreuz, 1904

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Stadtarchiv

Drei Jahre nach der Weihung der neuen Wallfahrtskirche entsteht 1904 diese Innenaufnahme der alten Kapelle. Der Blick fällt von der Kapellentür über die alten Kirchenbänke mit barocken Doggen hinweg in Richtung Altar mit dem Kreuz darüber. Die Altardecke ist mit den Worten bestickt: »Heiliger Antonius bitte für uns«. Die Altarrumrahmung ist umgeben von alten Votivbildern. Die meisten von ihnen sind heute verschwunden.

Heute wird die Kapelle als Sammelstelle für religiöse Gegenstände aller Art zweckentfremdet. Eine Unzahl von entsorgten Kreuzen, Gipsstatuen und großformatigen Bildern verunstalten den Innenraum. 

Standort des Fotografen: 47.893027, 8.336191

Mehrbildkarte mit Kirche Witterschneekreuz und Bahnhof, ca. 1905

Sammlung Familie Waßmer

Die Mehrbildkarte »Gruß aus Löffingen« zeigt zwei Ansichten: Links ist die im Juni 1901 geweihte »Wallfahrtskirche« Witterschnee zu sehen. Rechts ist der »Bahnhof« abgebildet, der mit der Eröffnung der Bahnlinie im August 1901 seinen Betrieb aufnahm.

Beide Gebäude verbindet aber nicht nur die fast zeitgleiche Erbauung. Mit dem Anschluss Löffingens an das Bahnnetz war auch die Hoffnung verbunden, dass Pilger zukünftig nicht nur aus der direkten Umgebung und der Region, sondern auch aus entfernteren Orten zur Wallfahrt nach Löffingen kämen. Die Ansichtskarte mit Bildern der Wallfahrtskirche und des Bahnhofs soll dafür werben.

Hochaltar in der Kirche Witterschneekreuz, 1905

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Michael und Dorothea Kasprowicz zur Verfügung.

Im Mittelpunkt der 1901 geweihten Wallfahrtskirche Witterschnee steht das Gnadenkreuz mit der Christusfigur, die 1740 ein Wanderer nach seiner Errettung aus einem Schneesturm stiftete. Erbaut wurde die Kirche in den Jahren 1894 bis 1897 nach Plänen des Freiburger Architekten Max Meckel (1847-1910).

Der Hauptaltar ist eine Arbeit des Bildhauers und Malers Franz Joseph Simmler (1846-1926) aus Offenburg. Der golden leuchtende Flügelaltar ist gerade geöffnet. Links und rechts vom Tabernakel sind je drei Porträts von Heiligen mit Reliquien aus Rom eingelassen. Zu sehen sind v.l.n.r. Stephanus, Alexander, Ignatius, Agatha, Agnes und Cäcilia. Darüber werden die zwölf Apostel dargestellt, die jeweils von kleinen Säulchen eingerahmt werden. Es folgt ein mit spitzen Türmchen verziertes Kuppeldach, das von dem Gnadenkreuz überragt wird, das der Wallfahrtskirche ihren Namen gibt: Das Schneekreuz von 1740. Die Kreuzigungsgruppe bestehend aus Maria und Johannes wurde hingegen 1897 von Simmler geschaffen.

Bei geschlossenem Zustand zeigt der Hauptaltar zwei gemalte Szenen, links das Abendmahl und rechts die Grablegung Jesu.

Standort des Fotografen: 47.893425, 8.335861

Kirche Witterschneekreuz, 1906

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Stadtarchiv

Die farbige Ansichtskarte zeigt die Außenansicht der neoromanischen Wallfahrtskirche Witterschnee, die unter der Leitung des Freiburger Architekten Max Meckel (1847-1910) entstand. 1894 wurde der Grundstein gelegt, der Rohbau war im Winter 1895/96 fertiggestellt. Im Oktober 1898 wurde die Kirche gesegnet und für die Pilger geöffnet – die feierliche Weihe durch den Freiburger Erzbischof Thomas Nörber (1846-1920) erfolgte jedoch erst im Juni 1901. Seither wird das Patrozinium der Witterschneekirche jedes Jahr am 14. September, dem Fest der Kreuzerhöhung, gefeiert.

Seit dem Bau und der Weihe der neuen Kirche finden Ansichtskarten vom Witterschneekreuz große Verbreitung. Um die Jahrhundertwende sind verschiedene Motive im Umlauf: Karten, die die alte Kapelle und die neue Kirche gemeinsam zeigten, reine Außenaufnahmen der neuen Kirche, aber auch Innenansichten. Häufig ist die Kirche auch zusammen mit dem Gnadenkreuz dargestellt. Das »Schneekreuz« ist zudem auf vielen Mehrbildkarten vertreten, die die wichtigsten Ansichten und Sehenswürdigkeiten von Löffingen präsentieren.

Standort des Fotografen: 47.893287, 8.336620