Gasthaus »Linde« in der Oberen Hauptstraße, 1926

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Dr. Konrad Schlude zur Verfügung.

»Gasthaus zur Linde« steht auf dem Schild, das an der Fassade angebracht ist. Erbaut wurde das Gebäude 1823, nachdem das Vorgängergebäude abgebrannt war. Der Wirt Thaddäus Meßmer (1786-1863) und dessen Ehefrau Maria Anna Meßmer (geb. Bleiler, 1794-1836) eröffneten darin die Gastwirtschaft.

Seitdem sind rund 100 Jahre vergangen – und die »Linde« ist immer noch ein Gasthaus und befindet sich auch immer noch im Familienbesitz der Meßmers. Mitte der 1920er Jahre gehört die Gastwirtschaft mit dazugehörigem landwirtschaftlichem Anwesen dem Gast- und Landwirt Ernst Meßmer jg. (1897-1950) und dessen Ehefrau Paula Meßmer (geb. Kaier, 1903-1984).

Vor dem Gasthaus stehen sechs Personen, drei Kinder und drei heranwachsende Frauen. Ein landwirtschaftlicher Karren steht geparkt. Der Boden vor dem linken Gebäudeteil, in dem sich die Gastwirtschaft befindet, ist gepflastert, vor dem rechten Teil des Anwesens, der landwirtschaftlich genutzt wird, besteht er nur aus Schotter. Links und rechts des großen Scheunentores befinden sich Poller, um die Einfahrt beim Rangieren von Fahrzeugen zu schützen.

Standort des Fotografen: 47.884417, 8.346811

Stadtmusik, 18. Mai 1920

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Bernhard Adrion, Dorothea und Michael Kasprowicz sowie Daniela Scherzinger zur Verfügung.

Nachdem sie bereits viele Jahre als »Feuerwehrkapelle« existiert hatte, wurde die Stadtmusik Löffingen am 7. Februar 1920 offiziell gegründet. Ihr Dirigent ist bis zu seinem Tod 1933 Rupert Wehrle (1870-1933). Drei Monate nach ihrer Gründung versammeln sich die Mitglieder am Dienstag, den 18. Mai 1920 mit ihren Musikinstrumenten zu einem Gruppenfoto. Als Ort für das Foto wählen sie die Anhöhe im Bereich des heutigen Kurparkes, sodass man im Hintergrund den Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Michael sehen kann.

Bei ihrer Gründung 1920 schloss die Stadtmusik mit der Stadtgemeinde einen Vertrag. Darin wurde vereinbart, dass die Stadtmusik aus der Gemeindekasse Probegeld erhält. Außerdem verpflichtete sich die Stadtgemeinde zur Besoldung des Dirigenten, zur Anschaffung der Musikinstrumente und Musikalien und zur Verfügungstellung des Probelokals. Die Stadtmusik sicherte im Gegenzug die musikalische Mitwirkung bei den Proben der Feuerwehr, bei der Prozession an Fronleichnam, bei Begräbnissen von Feuerwehrmännern und Kriegsveteranen, beim Patrozinium und am Weißen Sonntag zu. Außerdem verpflichtete sie sich, im Sommer an fünf Tagen Konzerte auf dem oberen Rathausplatz zu geben.

1.Reihe, liegend, v.l.n.r.: 1 Konrad Sibold, 2 Rupert Hepting (1905-?)
2.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 3 Viktor Sibold, 4 Wilhelm Brugger, 5 Ferdinand Schultheiß, 6 Johann Preuß, 7 Karl Berger, 8 Karl Hepting, 9 Johann Fehrenbach oder Johann Beha, 10 August Strobel
3.Reihe, v.l.n.r.: 11 Josef Strobel, 12 Josef Bader, 13 Leo Münzer, 14 Dirigent Rupert Wehrle, 15 Karl Sibold, 16 Ernst Guth, 17 Johann Maier
4.Reihe, v.l.n.r.: 18 Johann Laufer, 19 Heinrich Thoma, 20 August Limb, 21 Timotheus Schmid (1903-1984), 22 Wilhelm Götz oder Josef Spiegelhalder, 23 Ernst Heiler

Standort des Fotografen: 47.885541, 8.345646