Belegschaft des Sägewerk Benz, ca. 1930

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Maria Hall zur Verfügung.

Arbeiter des Sägewerk Benz haben sich vor einer Werkshalle zu einem Gruppenfoto aufgestellt. Darunter sind Jugendliche, die gerade die Volksschule beendet haben, aber auch Kinder, die noch jünger als 14 Jahre zu sein scheinen.

Weiß jemand, wer die Personen sind? 
V.l.n.r.: ???, ???, Karl Hall (geb. 1913), ???, ???, ???, ???

Standort des Fotografen: 47.883477, 8.339647

Schulklasse bei der Sprengung des Benz-Kamins, 5. Oktober 1984

Sammlung Familie Waßmer

Die Schüler*innen der Grund- und Hauptschule sowie der Realschule strömen auf den Alenberg, in Richtung Bahnlinie und auf die »Wanne«, um aus sicherem Abstand die Sprengung des Benz-Kamins zu beobachten. Innerhalb weniger Sekunden ist alles vorüber. Nur noch eine große Rauchwolke erinnert dann an den Schornstein, der über 60 Jahre zur »Skyline« Löffingens gehörte. Danach heißt es, wieder zurück zur Schule ins Klassenzimmer.

Standort des Fotografen: 47.886987, 8.342483

Belegschaft des Sägewerk Benz, ca. 1920-1928

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Johanna und Walter Nägele zur Verfügung.

Spricht man über die Geschichte des Sägewerks Benz, dann läuft man allzu schnell Gefahr, nur über den Unternehmensgründer Josef Benz (1882-1932) und über die Geschichte des Werksanlagen, ihre Erbauung, ihre Zerstörung bei verschiedenen Bränden, ihren Wiederaufbau zu sprechen. Aus dem Blick geraten schnell, diejenigen Menschen, die das Sägewerk Benz mit ihrer täglichen Arbeit überhaupt erst möglich machten. Die Holzindustriewerke Josef Benz AG waren Arbeitsplatz für Hunderte von Menschen, deren Lebensunterhalt von diesem Werk abhing.

Vor dem Großbrand 1928 waren hier rund 350 Arbeiter und Angestellte beschäftigt. Etwa 100 von ihnen haben sich für dieses Gruppenfoto vor der Werkshalle versammelt. Vor ihnen verlaufen die Gleise der Werksbahn. Auf den Gleisen wurden Schmalspurloren geschoben, in denen Baumstämme nach dem ersten Gatterdurchlauf transportiert wurden, damit sie im zweiten Durchlauf erneut beschnitten werden konnten. Desweiteren benutzte man die Wagen um die fertigen Hölzer aus der Sägehalle zum Lagerplatz zu transportieren. Auf dem Dach der Werkshalle sind Verteilermasten für den elektrischen Strom zu erkennen. Darüber verlaufen Rohre der Absauganlage.

Standort des Fotografen: 47.883251, 8.339492

Werkshalle des Sägewerks Benz mit Kamin, ca. 1915

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Franz Rosenstiel zur Verfügung.

Die älteste Ansicht des 1911/12 von Josef Benz (1882-1932) errichteten Sägewerkes ist auf diesem Foto zu sehen. In der Anfangszeit bestand das Werk aus einem zweigattrigen Sägewerk mit einer angeschlossenen Kistenfabrik. Auf dem Giebel der aus Holz errichteten Fabrikhalle steht mit großen Buchstaben geschrieben: »JOSEF BENZ – Dampfsäge Hobelwerk Holzhandlung Kistenfabrik«. Hinter der Halle ragt der Benz-Kamin in die Höhe, aus dem gerade dunkler Rauch aufsteigt. Die Halle brannte beim Großfeuer am 7. Juli 1928 ab und wurde beim Wiederaufbau durch ein massives Steingebäude ersetzt.

Das Foto wurde von der Rötenbacher Straße aus aufgenommen, vom Grundstück der »Benz-Villa« (Rötenbacher Str. 12) aus, deren Gartenzaun zu sehen ist. Im Hintergrund ist das Haus von Landwirt Ernst Göhry (Hohlgasse 2) zu erkennen. Als diese Aufnahme entstand, war Ernst Göhry nicht zu Hause, sondern stand als Soldat im Feld. Er gehörte dem Infanterie-Regiment Nr. 445 an. Im Mai 1918 fiel der Gefreite im Alter von nur 38 Jahren. Er hinterließ Frau und Kinder. Seine Witwe Wilhelmina Göhry geb. Guth verheiratete sich später in zweiter Ehe mit dem Landwirt und Schmied Franz Amann.

Standort des Fotografen: 47.882752, 8.340017

Blick auf das Sägewerk Benz von der »Breiten«, ca. 1925

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Georg Willmann zur Verfügung.

Von der »Breiten« aus fällt der Blick auf die Rötenbacher Straße mit dem Sägewerk Benz und auf die Häuser des Städtchens dahinter. Datieren lässt sich die Aufnahme auf die Mitte der 1920er Jahre: Das Foto entstand nach dem Großbrand 1921, da es die wiederaufgebauten Häuser in der Alenbergstraße zeigt. Es wurde aber auch vor dem Großfeuer im Juli 1928 aufgenommen, das die Holzindustriewerke Josef Benz AG  zerstörte. Auf diesem Bild sind noch Hallen aus Holz zu sehen, die beim Wiederaufbau 1928/29 durch massive Gebäude aus Stein ersetzt wurden.

Entlang der Rötenbacher Straße ist der Lagerplatz mit Langholz zu erkennen. Die Anlieferung erfolgte über die Landstraße. Die Stämme wurden abgeladen und dann entlang der Straße gelagert. Diese Arbeit war nicht nur körperlich anstrengend, sondern auch gefährlich. Immer wieder kam es zu Arbeitsunfällen, die teilweise tödlich endeten.

Standort des Fotografen: 47.883219, 8.335817

Blick vom Kirchturm auf das Sägewerk Benz, ca. 1930-1940

Stadtarchiv

Nach den beiden verheerenden Großbränden im Juli 1928, die die Holzindustriewerke Josef Benz AG fast komplett zerstörten, wurde schnell der Wiederaufbau der Werksanlage in Angriff genommen. Die Anlage wurde verkleinert, aber nach modernsten Gesichtspunkten neu aufgebaut. Statt der früheren Holzhallen wurden nun massive Gebäude aus Stein errichtet. Nach dem Abschluss des Weideraufbaus entstand diese Fotografie, die vom Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Michael aufgenommen wurde.

Zu sehen ist der Bahnhof, der im Frühjahr 1945 einem Bombenangriff zum Opfer fällt, die Bahnlinie und dahinter das Werksgelände. Gut zu erkennen sind das Sägewerk mit dem Kesselhaus, die Kistenfabrik, die Kyanisier- und Imprägnieranstalt sowie diverse Maschinenhäuser und Schuppen sowie im Hintergrund den Schälspäneturm. Am linken Bildrand ist die Villa Benz (Rötenbacher Str. 12) zu sehen, die am Rande des Firmenareals direkt an der Landstraße steht.

Standort des Fotografen: 47.882618, 8.344001

Blick auf das Sägewerk Benz von der »Breiten«, ca. 1925

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Carola Hannes, Hans-Martin Konhäuser und Georg Willmann zur Verfügung.

Vor dem Großfeuer, das im Juli 1928 das Werksgelände zerstört, entsteht diese Ansicht des »Sägewerks J. Benz«. Zwei Schornsteine ragen in den Himmel und geben einen Anhaltspunkt zum Ausmaß des Firmengeländes. In den 1920er Jahren zählt das Löffinger Werk mit rund 350 Arbeitern und Angestellten zu den größten im Südschwarzwald. Es ist nicht nur eine Holzgroßhandlung, sondern auch ein Dampfsäge- und Hobelwerk, eine Kistenfabrik und eine Kyanisieranstalt. In ihr wird Holz in einem großen Becken mit hochgiftigem Quecksilberchlorid imprägniert.

Entlang der Rötenbacher Straße, die in der Bildmitte verläuft, wird das angelieferte Langholz gelagert. Rechts ist die Villa des Firmenbesitzers Josef Benz zu sehen (Rötenbacher Str. 12).

Standort des Fotografen: 47.881689, 8.338805

Betriebsfeuerwehr vom Sägewerk Benz, ca. 1930

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Lore Sibold zur Verfügung.

Nachdem die Holzindustriewerke Josef Benz AG im Juli 1928 gleich zweimal von verheerenden Großbränden heimgesucht und dabei das gesamte Werksgelände zerstört worden war, gründet man 1930 eine Betriebsfeuerwehr. Sie bezieht ihr Löschwasser aus Quellen, die sich noch heute auf dem Areal befinden. Die Mitglieder der Betriebsfeuerwehr sind von der städtischen Feuerwehrabgabe befreit.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Hermann Auer, 2 ??? Kunz, 3 Johann Sibold, 4 Josef Kopp, 5 Wilhelm Peter, 6 ??? Baumann, 7 Albert Veith, 8 Josef Greuter, 9 Martin Nobs
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Karl Gross, 2 Wilhelm Grohmann, 3 Karl Berger, 4 Heinrich Ganter, 5 Josef Vogelbacher, 6 August Mösch, 7 ??? Vogelbacher, 8 Franz Kaltenbrunner, 9 Paul Schonhardt
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Wilhelm Berger, 2 ???, 3 Xaver Sperrer, 4 Karl Schwanz

Standort des Fotografen: 47.883360, 8.340659

Sägewerk Benz mit rauchendem Kamin, ca. 1920

Dieses Foto stellten uns dankenwerterweise Johanna und Walter Nägele zur Verfügung.

Von der »Breiten«, etwa vom Bereich der heutigen Hebelstraße aus, wird diese Fotografie aufgenommen. Der Blick fällt auf das Firmengelände der Holzindustriewerke Josef Benz AG mit dem rauchenden Schornstein. Die meisten Fabrikgebäude sind noch nicht aus Stein, sondern nur aus Holz gebaut. Vorne rechts ist die Villa des Firmengründers (Rötenbacher Str. 12) zu sehen. Auf dem Alenberg stehen noch Häuser, die beim Großbrand 1921 zerstört werden.

Josef Benz wurde 1882 als Sohn von Johann und Katharina Benz geb. Maier in Löffingen geboren. Als er fünf Jahre alt war, brannte sein Elternhaus in der Unteren Hauptstraße zusammen mit zwei Nachbargebäuden ab. Auf dem Brandplatz errichte sein Vater ein neues Gebäude (Untere Hauptstr. 8), das bis heute als »alter Benzbau« bezeichnet wird. Von seinem Vater übernahm er ein kleines Holzhandelsgeschäft. In den Jahren 1911/12 errichtete Josef Benz dann auf einem Gelände jenseits der Bahnlinie, zwischen Hohlgasse und Rötenbacher Straße gelegen, ein zweigattriges Sägewerk und eine Kistenfabrik. Nach und nach baute er das Unternehmen aus und wandelte es 1921 in eine Aktiengesellschaft um. In erster Ehe war Josef Benz mit Emma geb. Langenbacher (1885-1917) verheiratet. Sie hatten zwei Söhne: Walter (1908-1990) und Hans (1914-1957), denen später die beiden Villen in der Bonndorfer Straße gehören sollten. Emma Benz starb 1917 im Alter von nur 32 Jahren. Nach ihrem Tod heiratete der Unternehmer Anna geb. Bauer (1892-1963), die aus der Gegend von Stockach stammte. Sie bekamen eine Tochter, Inge (1920-1948), die 1920 geboren wurde. Josef Benz starb nach einer Operation in der Klinik in Freiburg am 7. März 1932 und wurde auf dem Friedhof in Löffingen beerdigt. Er wurde nur 49 Jahre alt.

Standort des Fotografen: 47.881316, 8.338814

Lithografische Ansicht des Sägewerk Benz, ca. 1927

Stadtarchiv

Diese lithographische Ansicht des Sägewerks Benz schmückt das Briefpapier des Unternehmens, das in den 1930er Jahren Verwendung findet. Der offizielle Name der Firma lautet: »Holzindustrie-Werke Josef Benz Aktiengesellschaft«. Unter der Ansicht ist aufgeführt, aus welchen Anlagen das gesamte Werk besteht: »Sägewerke, Hobel- und Spaltwerk, Kistenfabrik, Trocken- und Dampf-Anlagen, Imprägnieranstalt«.

Die Lithografie ist stilisiert und keine 100% realistische Wiedergabe. Während das Werksareal selbst weitgehend detailgenau wiedergegeben und auch die Villa Benz in der Rötenbacher Straße am rechten Bildrand gut zu erkennen ist, sind vor allem die Häuser im Hintergrund frei erfunden. Sie sind im Bereich der Hohlgasse dargestellt, entsprechen äußerlich aber einer Mischung aus den beiden Villen in der Bonndorfer Straße und dem neuen »Benzbau« in der Ringstraße.

Auf dem Briefpapier, dessen Briefkopf in dem Foto zu sehen ist, wirbt der Sägewerksbesitzer Josef Benz weiterhin mit seinen Produkten. Als »Haupt-Erzeugnisse« werden aufgezählt: »Kistenteile in allen Ausführungen, Imprägnierte Telegraphen-, Licht- und Leitungsmasten, Eisenbahnschwellen, Waggonbohlen, Hobelbretter, Kiefern- und Fichtenblochware«. Auch die »Neben-Erzeugnisse« werden aufgelistet: »Baustangen, Grubenholz, Papierholz, Latten, Spalierlatten, Reb- und Baumpfähle roh und kyanisiert, Schal- und Sägespände, Bundelholz«.

Standort: 47.883978, 8.330484

Blick vom »Ochsenberg« auf das Städtchen mit dem Sägewerk Benz, ca. 1935

Verlag A. Rebholz 

Als Ansichtskarte findet diese Gesamtansicht des Städtchens in den 1930er Jahren Verbreitung. Das Foto wird vom »Ochsenberg« aus aufgenommen. Über Wiesen und Felder wandert der Blick zum Städtchen, das idyllisch in einem sanften Tal liegt.

Die Idylle wird allerdings getrübt: Im Vordergrund ist das Sägewerk Benz zu sehen, das den Großbrand 1928 überstanden hat und wiederaufgebaut ist. Während die meisten Menschen heute mit dem Anblick eines Fabrikschlots mit aufsteigendem schwarzen Qualm vor allem Luftverschmutzung assozieren und das Foto deshalb kaum als geeignetes Werbemittel für das Baarstädtchen verstehen werden, ist dies in der damaligen Zeit anders. Der rauchende Schornstein steht symbolisch für wirtschaftliche Prosperität. Löffingen hat Industrie und damit Arbeitsplätze, hier ist gut leben, lautet die Aussage des Fotos.

Standort des Fotografen: 47.883978, 8.330484

Blick vom Kirchturm auf das brennende Sägewerk Benz, 7. Juli 1928

Dieses Foto stelle uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Einen dramatischen Augenblick hält dieses Foto fest, das vom Kirchturm aufgenommen wird. Der Blick fällt über den Bahnhof und die Bahnlinie hinweg auf die Holzindustriewerke Josef Benz AG. Das Sägewerk steht lichterloh in Flammen. Ein Großteil des Werksgeländes wird bei der Brandkatastrophe in Schutt und Asche gelegt.

Der Feuer bricht am Abend gegen 21.45 Uhr im Späneturm aus und breitet sich in rasender Geschwindigkeit aus. In kürzester Zeit stehen drei Maschinenhäuser, die Sägerei, das Hobelwerk, mehrere Schuppen, die Kantine, die Schlosserei, die Kistenmacherei und weitere Gebäude in Flammen. Der gegenüberliegende Bahnhof ist lange Zeit stark gefährdet, kann von den Feuerwehren aber gerettet werden. Die Hitze und Glut ist so groß, dass die Schienen der Anschlussgleise, die in das Werk führen, schmelzen, sodass sie vollkommen verbogen sind.

In dem 1911/12 errichteten Werk sind zu diesem Zeitpunkt rund 350 Arbeiter und Angestellte beschäftigt. Die meisten von ihnen werden arbeitslos, und das nur ein Jahr vor dem Beginn der Weltwirtschaftskrise.

Standort des Fotografen: 47.882620, 8.344027