Der Turnergruß »Gut Heil« steht deutlich lesbar auf dem Gürtel der beiden Turner, die sich in einem Freiburger Fotostudio ablichten lassen. Sie gehören dem ein Jahr zuvor gegründeten Turnerbund Löffingen an. Links steht der 28-jährige Karl Häusle (1878-1956) und rechts der 26-jährige Josef Bader (1880-1959).
Fotograf: Photoatelier Jos. Ohlenschläger, Donaueschingen Dieses Foto stellte dankenswerterweise Michael Rösch zur Verfügung.
Am 10. Juni 1901 geben sich der Landwirt Leopold Geisinger (1878-1938) und die Hebamme Veronika Mauthe (1878-1958) das Ja-Wort. Im Photoatelier Ohlenschläger in Donaueschingen lässt sich das junge Paar fotografieren.
Leopold Geisinger ist 22 Jahre alt, er wurde am 20. November 1878 in Löffingen als Sohn der Eheleute Karl Geisinger (1847-1918) und Antonia Geisinger geb. Bader (1848-1907) geboren. Sein Elternhaus stand in der Kirchstraße. Veronika Mauthe ist 23 Jahre alt, sie stammt aus Döggingen, wo sie am 2. Februar 1878 zur Welt kam.
Nach ihrer Eheschließung erwerben die Geisingers das Haus Alenbergstr. 6, das zuvor Karolina Bausch geb. Fahrer gehört hat.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Gaby Vogt zur Verfügung.
Die Laternenbrüder haben sich zu einem Gruppenfoto versammelt. Sie sind in Radolfzell und nehmen am ersten Narrentreffen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs teil. Die Laternen stehen vor ihnen auf dem Tisch und erleuchten den Raum. Sie tragen Fuhrmannskittel und weiße Zipfelmützen und nuckeln gemütlich an ihren Pfeifen.
1.Reihe, sitzend v.l.n.r.: Narrenvater Josef Heiler, Josef Guth, Jakob Zahn (1909-2002), Fritz Seilnacht (1901-1987), Paul Bugger (1916-1990)
2.Reihe, stehend v.l.n.r.: Hermann Geisinger (1926-1989), Franz Isele als 20-Jähriger, Walter Ratzer (1928-1998), Leonhard Vergut, Franz Vogt (1920-1971)
Foto Kühn, Freiburg Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Conrad Bader sowie Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.
Da stehen sie, die »Laternenbrüder«, in ihren blauen Kitteln, mit Zipfelmützen bzw. Rundhut und Tabakspfeifen – und natürlich mit ihrem Markenzeichen, den Laternen! 1889 wurde der Verein gegründet bzw. wiedergegründet, denn bereits 1840 gab es schon einmal einen Narrenverein. Die Jahreszahl »1840« steht denn auch auf der großen Laterne, die die »Laternenbrüder« auf dem Foto mit sich führen. Das Foto wird in Freiburg aufgenommen, wo die »Laternenbrüder« am Narrentreffen teilnehmen.
V.l.n.r.: Josef Fritschi, Paul Benitz, Konrad Bader, Heinrich Wider, Julius Limb, Fritz Seilnacht, Ernst Meßmer, Ernst Ritter, Joseph Benitz
Fotograf: A. Dilger & Sohn, Freiburg Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Conrad Bader zur Verfügung.
Der Landwirt Karl Benz (1875-1916) und Anna Bader (1870-1951) heiraten. Sie geben sich am 20. Oktober 1896 das Ja-Wort. Der Bräutigam ist 21 Jahre alt, die Braut 26. In dem Photoatelier A. Dilger & Sohn in Freiburg lassen sich die beiden anlässlich ihrer Eheschließung fotografieren.
Karl Benz stirbt am 29. März 1916 in Freiburg im Alter von nur 41 Jahren. Die Witwe Anna Benz überlebt ihren Mann um 34 Jahre und stirbt am 3. Februar 1951 im Alter von 80 Jahren.
Fotograf: Leo Molitor, Neustadt | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Margarethe Senn zur Verfügung.
1929 heiratet Klara Fehrenbach (1902-?) den Landwirt August Zepf (1900-?). Anlässlich der Eheschließung entsteht diese Atelieraufnahme der jungen Frau.
Fotograf: Leo Molitor, Neustadt | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Margarethe Senn zur Verfügung.
Als junger Mann lässt sich der Landwirt August Zepf (1900-?) im Fotostudio aufnehmen. Er kam am 22. Juli 1900 als drittjüngstes von zehn Geschwistern zur Welt. Seine Eltern sind der Landwirt Jakob Zepf (1859-1931) und Georgina Zepf (geb. Hilpert, 1861-1953). Er wuchs in der Unteren Hauptstraße auf. Im Ersten Weltkrieg war August Zepf noch kurz vor Kriegsende Soldat geworden.
Er heiratet 1929 Klara Fehrenbach (1902-?), mit der er vier Kinder, ein Sohn und drei Töchter bekommt. Nach dem Tod seines Vaters 1931 übernimmt er das Elternhaus und führt den landwirtschaftlichen Betrieb weiter. Er gehört zu denjenigen mutigen Männern, die 1934 gegen die Vertreibung des katholischen Stadtpfarrers durch die Nationalsozialisten protestieren und deshalb für einige Tage verhaftet werden. Im Zweiten Weltkrieg wird er zunächst einberufen, dann aber freigestellt. Er muss aber 1944 zum »Volkssturm« einrücken. Bei einem Fliegerangriff im Frühjahr 1945 wird sein Haus in der Unteren Hauptstraße komplett zerstört und August Zepf erbaut 1949 ein neues Anwesen in der Dittishauser Straße.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Heiner Wider zu Verfügung.
Nicht in Löffingen, sondern im fernen Flandern entsteht dieses Doppelporträt von Heinrich Wider und Johann Schmitt. Die beiden Löffinger treffen sich dort an der Front während ihres Militärdienstes im Ersten Weltkrieg. Im Fotostudio lassen sie sich in ihrer Uniform ablichten. Auf der Rückseite ist das Foto mit den Worten beschriftet: »Das Wiedersehen in Flandern 1917. Eine Erinnerung aus der Jugendzeit.«
Beide kehren in ihre Heimat und in ihr ziviles Leben zurück. Johann Schmitt (1878-1967), der ursprünglich aus Württemberg stammt, arbeitet weiterhin als Schneidermeister. Der fast 20 Jahre jüngere Heinrich Wider (1896-1975) tritt in das Baugeschäft seines Vaters ein und wird Bauunternehmer.
Fotograf: Leo Molitor, Neustadt | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Paula Veith zur Verfügung.
Ein Soldat steht in feldgrauer Uniform in einem Fotostudio. Seine rechte Hand hat er auf das Tischchen neben sich gelegt, mit seiner linken Hand umfasst er die Koppel seiner Uniform. An seiner Kopfbedeckung sind zwei Kokarden zu sehen, die schwarz-weiß-rote Reichskokarde und eine weitere Kokarde, vermutlich in den badischen Farben.
Vermutlich ist der Soldat Ernst Heiler (1895-1949), geboren am 9. Juni 1895. Er ist Landwirt und verheiratet mit Rosa Heiler (geb. Selb, 1896-1967). Sie betreiben zusammen ihr landwirtschaftliches Anwesen im heutigen Pfarrweg 1. Ernst Heiler stirbt am 15. Februar 1949 im Alter von nur 53 Jahren.
Fotograf: Leo Molitor, Neustadt | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Paula Veith sowie Peter Sackner und Monika Huber zur Verfügung.
Fünf Jugendliche lassen sich in einem Fotostudio aufnehmen. Alle sind herausgeputzt und tragen Anzüge. Warum die jungen Männer ein gemeinsames Foto von sich wollen, ist unbekannt. Es könnte sein, dass das Verbindende der 1905 gegründete Turnerbund ist.
1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Franz Schweizer (1899-1971) 2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 Karl Sibold (1893-1976), 2 Anselm Zepf (1898-?), 3 ? Faller
Dieses Foto stellten dankenswerterweise Alexandra Scholl und Paula Veith zur Verfügung.
Der Gipsermeister Franz Schweizer (1871-1938) ist bereits 43 Jahre alt, als der Erste Weltkrieg im August 1914 beginnt. Geboren wurde er 1871 im schwäbischen Bad Ditzenbach. 1897 hatte er nach Löffingen eingeheiratet und eine Familie gegründet. Jetzt ist er Soldat. Seine Frau Anna Schweizer (geb. Götz) und seine Kinder bangen um ihn und hoffen, dass ihr Ehemann und Vater gesund nach Hause zurückkehrt.
Franz Schweizer stirbt am 22. August 1938 im Alter von 67 Jahren, rund ein Jahr vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Paula Veith zur Verfügung.
Der Briefträger Edmund Jordan (1875-1915) heiratet 1903 die 23-jährige Ida Schlatter (1879-1947). Das Brautpaar wird in einem Fotoatelier abgelichtet. Das Hochzeitsbild ist im so genannten Kabinettformat überliefert (»Cabinet-Portrait«), d.h. in einem Format von 10 × 15 cm, auf Karton aufgeklebt.
Ida Schlatter wurde als Kind von dem Ehepaar Joseph und Berta Schlatter adoptiert, das im »Winkel« in der »Hintergasse« wohnte, dort, wo sich heute die Durchfahrt von der Demetriusstraße in die Ringstraße befindet. Im Zuge ihrer Hochzeit übernimmt Ida Schlatter 1903 das Haus.
Am 23. März 1907 bricht darin ein Feuer aus, das sich rasch ausbreitet und schließlich 15 Häuser einäschert. Nach dem Großbrand entscheiden sich die Jordans, außerhalb des Städtchens im »Schlempental« ein neues Haus zu bauen (Obere Hauptstr. 21). Die Ehe von Edmund und Ida Jordan wird später geschieden.