Heimatmuseum mit Bauernstube und Hansele, ca. 1935

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Jutta Knöpfle zur Verfügung.

Im Dezember 1935 eröffnete im Mittelbau, der die Turn- und Festhalle mit der Volksschule verbindet, das Heimatmuseum. Auf Anregung des nationalsozialistischen Bürgermeisters Heinrich Andris schuf Gewerbelehrer Karl Ehret, der seit 1919 an der Schule in Löffingen wirkte, das Museum. Mit großem Engagement sammelte er Objekte, die die lokale Geschichte Löffingens, aber auch die regionale Geschichte der Baar und des Schwarzwaldes repräsentieren.  »Museum« ist freilich ein großes Wort, da die Exponate unwissenschaftlich präsentiert und ihre konkreten Objektgeschichten nicht erzählt wurden. Auch ihre Provenienz (Herkunft) und ihr Zusammenhang zur lokalen Geschichte blieben meist unklar. Angesichts dessen wäre »Heimatstube« wohl ein passenderer Begriff.

Das Foto zeigt den Ausstellungsbereich »Heimat und Frieden«. In der Raumecke ist eine Bauernstube mit originalem Mobiliar zu sehen, ein Holztisch, ein Stuhl und ein Kachelofen mit Ofenbank. Über dem Tisch hängt im »Herrgottswinkel« ein Kruzifix. Für das Foto wurde eine Hansele-Figur mit bemaltem Leinengewand, Geschellriemen und geschnitzter Holzmaske aufgestellt. Eigentlich hatte der Weißnarr sonst an anderer Stelle in der Ausstellung seinen festen Platz. An der Wand hängen allerlei Bilder, Hinterglasmalereien, eine Schwarzwalduhr und verschiedene gerahmte Urkunden, die Karl Ehret mühsam zusammentrug.

Standort des Fotografen: 47.882678, 8.347749

Einzug der »Laternenbrüder« und »Hansele« in die Festhalle, ca. 1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Heike Soldan-Bölle zur Verfügung.

Bei einer Fasnachtsveranstaltung in der Festhalle ziehen die Laternenbrüder und die Hansele ein.

V.r.n.l.: 1 ???, 2 Joseph Benitz sen., 3 Sattlermeister Ernst Krauß (1897-1978), ?

Standort des Fotografen: 47.882931, 8.347890

Narrentreiben auf der Bühne in der Kirchstraße, Fasnacht ca. 1955-1960

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Maria Göpper zur Verfügung.

Die Bühne in der Kirchstraße bebt, Gelächter und Anfeuerungsrufe hallen durch die Gasse. Mit aller Kraft stemmen sich die »Laternenbrüder« und die »Hansele« ins Seil, die Gesichter verzerrt vor Anstrengung, die Füße fest in die Bohlen der Bretter gestemmt. Mal wankt die eine Seite, mal die andere – doch keine will nachgeben. Mitten im Tumult steht der Narrenpolizist Fritz Göpper (1900-?) und wacht über das Spiel. Mit ernster Miene, aber blitzenden Augen spielt er den Schiedsrichter, während um ihn herum die Zuschauer*innen johlen.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 Fritz Göpper (1900-?)

Standort des Fotografen: 47.883193, 8.344708

»Hansele« vor dem früheren Gasthaus »Sonne«, ca. 1925

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Pia und Alfons Durst zur Verfügung.

Als sich die »Hansele« für dieses Foto ablichten lassen, gibt es sie noch gar nicht als eine eigenständige Narrengruppe. Erstmalig erwähnt werden sie kurz zuvor, nämlich 1924. Erst später entsteht das einheitliche »Häs« und die bis heute gängige Holzmaske. »Narro Löffinger!«, hat jemand schwungvoll auf das Foto am unteren Bildrand geschrieben.

In der ersten Reihe stehen »Hansele« und in der zweiten und dritten Reihe hat sich eine bunte Schar sonstiger Narren dazugesellt.

Die Narren stehen vor dem früheren Gasthaus »Sonne« am oberen Rathausplatz, das die Stadtgemeinde wenige Jahre zuvor erworben hat. Darin befinden sich nun Wohnungen und die Stadtmühle.

Standort des Fotografen: 47.883850, 8.344758