2 Fotos: Trauerfeier auf dem oberen Rathausplatz, 19. August 1951

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Hermann Geisinger zur Verfügung.

Der obere Rathausplatz ist nicht nur Schauplatz von fröhlichen Ereignissen. Als zentraler Platz dient er auch bei traurigen Anlässen als Versammlungsort. Nachdem bei einem Verkehrsunfall am 15. August 1951 die beiden Einwohner Fritz Zepf (28 Jahre) und Franz Egle (26 Jahre) bei Neustadt tödlich verunglückt sind, wollen so viele Menschen Abschied nehmen, dass Stadtpfarrer Karl Weickhardt die Trauerfeier auf dem Rathausplatz abhält. Von dort setzt sich der Trauerzug anschließend in Richtung Friedhof in Bewegung.

Fritz Zepf war der Sohn von Anna Zepf (geb. Köpfler). Er wurde am 5. Februar 1923 geboren. Er wurde nur 28 Jahre alt. Franz Egle war der Sohn von Landwirt Josef Egle und dessen Ehefrau Maria Egle (geb. Heizmann). Er kam am 21. Oktober 1924 zur Welt und wurde nur 26 Jahre alt.

Standort des Fotografen: 47.884038, 8.344964

Einweihung des Gefallenendenkmals am Mailänder Tor, 15. Juni 1930

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Hilde Adrion und Franz Scholz zur Verfügung.

Dicht gedrängt füllt eine große Menschenmenge den Platz vor dem Mailänder Tor. Männer in dunklen Anzügen und Hüten, Frauen in langen Mänteln, Kinder zwischen den Erwachsenen – kaum ein freier Fleck ist zu erkennen. Über dem Torbogen wölben sich Reisiggirlanden und Kränze, die Häuser im Städtchen sind beflaggt. Es ist der 15. Juni 1930: Mehr als ein Jahrzehnt nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wird hier das Gefallenendenkmal eingeweiht. In der Menschenmenge stehen auch viele Menschen, die um ihre gefallenen Ehemänner und Väter, Söhne und Brüder trauern.

Unter dem festlich geschmückten Torbogen hat sich der katholische Stadtpfarrer Guido Andris mit einer Schar Ministranten aufgestellt. Fahnenabordnungen flankieren die Szene. Die schwarz-rot-goldenen Fahnen, die links und rechts des Torbogens flattern, verweisen auf die Weimarer Republik – das Kaiserreich ist Vergangenheit, doch die Erinnerung an den Krieg ist noch allgegenwärtig.

Zum Denkmal gehören die beiden Gedenktafeln für die Gefallenen, die nun feierlich enthüllt werden, ebenso wie die Madonna mit dem Jesuskind über dem Torbogen und das kleine Glöckchen in der Turmspitze. Entworfen wurde die Anlage von dem Freiburger Architekten Carl Anton Meckel (1875-1938), der auch den Wiederaufbau des Städtchens nach dem Großbrand 1921 verantwortete. Ausgeführt wurde das Gefallenendenkmal vom Villinger Bildhauer Robert Neukum (1892-1971).

Dass die Denkmalsweihe am selben Tag wie die Verbandstagung des Feldberg-Kriegergaues in der Festhalle stattfindet, verleiht der Feier zusätzliches Gewicht. Zahlreiche Kriegervereine sind mit ihren Fahnen erschienen, sogar Offiziere und Mannschaften der Reichswehr nehmen teil. Ihre Uniformen und die dichten Reihen der Fahnen prägen das Bild ebenso wie die kirchliche Zeremonie.

Standort des Fotografen: 47.883671, 8.344014