Pferdefuhrwerk vor dem Haus Ganter in der Maienlandstraße, 1936

Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Else Egle und Hermann Egle zur Verfügung.

Vor dem Haus von Schneidermeister Hermann Ganter (Maienlandstr. 8) steht ein Pferdefuhrwerk. Vier Pferde sind vorgespannt, um einen massiven Baumstamm zu transportieren.

Im ersten Stock schaut Amalie Ganter geb. Fahrer (1855-1936) aus dem geöffneten Fenster heraus. Sie ist die Witwe von Schneidermeister Karl Ganter, der bereits 1917 starb, und Mutter von acht Kindern. Es ist vermutlich das letzte Foto, auf dem sie zu sehen ist, denn sie stirbt am 6. Dezember 1936 im Alter von 81 Jahren.

Standort des Fotografen: 47.885184, 8.342636

Ausflug mit dem Reichspostbus, ca. 1920-1930

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Petra Nobs zur Verfügung.

Auf der Seite des offenen Omnibusses prangt selbstbewusst das Wort »Reichspost«. Das Kennzeichen »RP–3012« verrät: Hier ist nicht irgendein Gefährt unterwegs, sondern ein offizieller Postkraftwagen, der Menschen ebenso wie Briefe und Pakete durchs Land bringt. Doch an diesem Tag transportiert er vor allem gute Laune.

Dicht an dicht sitzen und stehen die Ausflügler im offenen Wagen. Männer mit Schiebermützen und Filzhüten, Frauen mit Glockenhüten, Tüchern und hellen Sommermänteln. Einige lehnen lässig am Rand, andere drehen sich neugierig zur Kamera. Fast alle lächeln. Es ist dieser Moment kurz vor der Abfahrt.

Der Bus ist nach hinten offen, die Sitzbänke quer eingebaut. Man spürt förmlich das Ruckeln auf den damals noch holprigen Straßen. Der Fahrtwind fährt durch die Kleidung, Gespräche müssen laut geführt werden. Und doch: Solche Ausflüge sind etwas Besonderes. Kaum jemand besitzt ein eigenes Fahrzeug, gemeinsame Fahrten mit dem Postbus bedeuten Abenteuer, Gemeinschaft, ein Stück Moderne.

Wer genau hier mitfährt, wissen wir nicht. Die Personen sind bislang nicht identifiziert, auch der genaue Ort bleibt offen. Doch vieles spricht dafür, dass sich unter den fröhlichen Gesichtern einige Löffingerinnen und Löffinger befinden. Vielleicht ein Vereinsausflug oder eine private Gesellschaft?

Standort des Fotografen: ???

Oberer Rathausplatz mit Gewerbeschule, ca. 1910-1916

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Dieses Foto stellten dankenswerterweise Werner Lubrich und Rita Willmann zur Verfügung.

Das Interesse des Fotografen galt weniger dem früheren Fürstenbergischen Amtshaus (Rathausplatz 2 und 3). Dieses 1739 erbaute Gebäude hatte den Platz lange Zeit beherrscht. Als dieses Bild in den Jahren 1910 bis 1916 entsteht, hat es seine Bedeutung als Sitz des Obervogtes allerdings bereits seit 100 Jahren eingebüßt und das Gebäude ist mittlerweile in zwei Gebäudehälften geteilt.

Statt dessen richtet der Fotograf die Kamera auf den Platz mit dem neu erbauten »Stadtbau«: Nach dem Brand von 1907 wurde das repräsentative Gebäude im Jugendstil errichtet. Hinter dem Rathausbrunnen ist ein vollbeladener Heuwagen zu sehen.

Standort des Fotografen: 47.883821, 8.344871

Ausschnitt: Unterer Rathausplatz, 1906

Verlag Theodor Mayer, Löffingen | Verlag Gebr. Metz, Tübingen | Dieses Foto befindet sich im Stadtarchiv.
Sammlung Familie Waßmer

Durch den niederen Torbogen des alten Mailänder Tores fällt der Blick auf die »Partie am Rathaus«. Das schräg gegenüber stehende Eckhaus von Kaufmann Cölestin Schmutz ist noch ein typisches Ackerbürgerhaus mit kleinem Laden. Es brennt am 11. Dezember 1909 bis auf die Grundmauern ab.

In der Platzmitte steht noch ein alter Laufbrunnen, der 1912 durch den Demetriusbrunnen ersetzt wird. Menschen flanieren über den unteren Rathausplatz, eine Pferdekutsche fährt in Richtung der heutigen Unteren Hauptstraße.

Die Darstellung der Menschen und der Kutsche ist keine realistische Wiedergabe. Der Postkartenverlag Gebrüder Metz, der diese Ansichtskarte herstellte, machte von der Möglichkeit der Retusche und Collage intensiven Gebrauch. Die Ansichten wurden zumeist künstlerisch bearbeitet, verfremdet und ästhetisiert.

Das Bild ist ein Ausschnitt aus einer Mehrbildkarte.

Standort des Fotografen: 47.883986, 8.343695

Straßenarbeiten vor dem Gasthaus »Sonne«, ca. 1916-1920

Verlag A. Rebholz
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Werner Lubrich zur Verfügung.

Nur eine kleine Fläche rund um den Rathausbrunnen ist gepflastert. Der übrige Rathausplatz und die zuführenden Straßen sind weitgehend unbefestigt. Die Aufnahme zeigt Straßenarbeiter, die einen neuen Belag aufbringen. Das Interesse des Fotografen, der dieses Ereignis festhält, gilt vermutlich der qualmenden Dampfwalze als einem Symbol des Fortschritts, der in Löffingen Einzug hält. Die »Schnitterin« auf dem Rathausbrunnen zeigt sich davon unbeeindruckt.

Schön zu erkennen ist das alte Gasthaus »Sonne«, an dem noch das schmiedeeiserne Wirtshausschild hängt. 1920 findet die 300-jährige Geschichte als Gasthaus ein Ende. Die Stadtgemeinde kauft das Gebäude und richtet darin die Stadtmühle und Mietwohnungen ein. 

Standort des Fotografen: 47.884081, 8.344520

Gasthaus »Ochsen«, ca. 1970-1976

Dieses Foto befindet sich im Stadtarchiv.

Das Foto entsteht nach dem erneuten Umbau und einer weiteren Modernisierung des Gasthauses »Ochsen«. Der frühere Zwerchgiebel auf der linken Seite wurde beseitigt, der einstige Ökonomieteil auf der rechten Seite wurde um ein Stockwerk aufgestockt, sodass sich nun eine einheitliche Geschosshöhe bildet. Das bis dahin steil aufragende Dach wurde abgeflacht. Verschwunden sind die Fensterläden und die Sprossenfenster. Der Rundbogen des Garagentores wurde durch eine quadratische Form ersetzt. Ein Staffelgiebel trennt nun das Gebäude vom angrenzenden Gasthaus »Löwen«.

Standort des Fotografen: 47.884121, 8.345016