Herrenmannschaft der Tennisgilde, 1990

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Für das Gruppenfoto rücken die Tennisspieler auf dem Platz zusammen. Einige stehen, andere hocken mit Schlägern in der ersten Reihe.

Noch ist die Tennisgilde ein ganz junger Verein. Zwar wird in Löffingen bereits seit 1977 Tennis gespielt, als beim Waldbad die ersten Plätze angelegt wurden. Anfänglich ging es nur um gelegentliche Matchs. 1990 erfolgt dann die Vereinsgründung. 48 Mitglieder gehören der Tennisgilde im Gründungsjahr an. Die Herrenmannschaft bildet damit einen wichtigen Teil des neuen Vereins.

1.Reihe, knieend, v.l.n.r.: 1 Marc Brugger, 2 Michael Straetker, 3 Hermann Föhrenbach, 4 [Frank Köpfler?], 5 Thomas Hofmeier, 6 Axel Laule
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 Bruno Laule, 2 Norbert Brugger, 3 Dieter Küssner, 4 Wolfgang Schmitt, 5 Walter Föhrenbach, 6 Richard Kaltenbach, 7 Peter Rieck, 8 Franz Hofmeier

Standort des Fotografen: 47.900605, 8.333646

Badende Kinder im Waldbad, ca. 1942

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Inge Mayer zur Verfügung.

Die Kinder stehen im flachen Wasser und haben sich für ein Erinnerungsfoto versammelt. Vorne sitzt Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995) als einzige Erwachsene im Wasser. Sie trägt einen Badeanzug und eine Badekappe. Bei ihr sind mehrere Kinder, darunter ihre kleine Tochter Inge Hepting (verh. Mayer, geb. 1939) und ihr Sohn Ewald Hepting (1933-2010).

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Lisel Vogt, 2 Inge Hepting (verh. Mayer, geb. 1939), 3 Sofie Hepting (geb. Jonner, 1909-1995)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Ewald Hepting (1933-2010), 3 [Egon Bader (1933-1999?]

Das Wasserbecken des Waldbades wirkt auf der Aufnahme erstaunlich groß. Das dürfte an der Perspektive liegen: Der Fotograf befindet sich dicht über der Wasseroberfläche, während sich das Becken weit in den Hintergrund erstreckt. Dahinter beginnt unmittelbar die offene Landschaft mit Wiesen und dem Waldrand am Horizont.

So unbeschwert die sommerliche Szene erscheint, entsteht sie mitten im Zweiten Weltkrieg. Für Sofie Hepting und ihre Kinder gehört die Trennung von ihrem Ehemann und Vater zum Alltag, denn Rupert Hepting (1905-1990) ist Soldat bei der Wehrmacht. Auf dem Foto ist davon jedoch nichts zu spüren: Für einen Moment zählen nur Wasser, Sonne und ein gemeinsamer Sommertag im Waldbad.

Standort des Fotografen: 47.899667, 8.332308

Badegäste im Waldbad, ca. 1935

Sammlung Familie Waßmer

Das Liegewiese ist gut gefüllt, im Wasser wird geplanscht, geschwommen und getobt. Kinder, Jugendliche und Erwachsene genießen einen warmen Sommertag im neu eröffneten Waldbad. Dass sich die Anlage schon kurz nach ihrer Eröffnung großer Beliebtheit erfreut, ist auf diesem Foto unübersehbar.

Das Gras lädt zum Sonnenbaden ein, das kühle Wasser zur willkommenen Erfrischung. Manche sitzen plaudernd am Beckenrand, andere wagen den Sprung ins Wasser. Noch wirkt alles neu: das Schwimmbecken, die Umkleidekabinen und die gesamte Anlage, die erst 1935 fertiggestellt wurde.

Der Nadelbaum im Vordergrund zeigt, dass sich das Waldbad direkt am Waldrand befindet. Im Hintergrund öffnet sich der Blick in Richtung des Gewanns »Burg« – auf Hügel, Wiesen und vereinzelte Bäume. Die idyllische Szenerie lässt beinahe vergessen, in welcher Zeit das Bad eröffnet wurde: Das Waldbad ist auch ein Prestigeprojekt des nationalsozialistischen Bürgermeisters Heinrich Andris und dient der NS-Propaganda als sichtbarer Beleg angeblicher Aufbauleistung im »Dritten Reich«. Zur propagierten »Volksgemeinschaft« gehören allerdings nicht alle — Juden und Jüdinnen z.B. bleibt der Zugang, wie andernorts auch, verwehrt.

Standort des Fotografen: 47.899706, 8.331935

2 Fotos: Freunde im Waldbad, ca. 1950-1955

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Hermann Egle und Beatrix Russo zur Verfügung.

Vier junge Leute stehen eng beieinander, legen sich die Arme über die Schultern und lachen in die Kamera. Man spürt sofort ihre Vertrautheit. Es ist kein steifes Gruppenfoto, sondern eine Momentaufnahme von Freundschaft.

V.l.n.r.: 1 ??? Hasenfratz, 2 Julius Wider (Seppenhofen), 3 Else Ganter (verh. Egle, 1923-2011), 4 Andreas Nobs (»Pan«, 1926-2005)

Dass die Aufnahme im Waldbad entsteht, wirft Fragen auf. Das 1935 eröffnete Bad war während des Zweiten Weltkriegs verwahrlost und wurde erst 1955 wieder offiziell eröffnet. Möglicherweise ist das Bad zu diesem Zeitpunkt also noch gar nicht regulär für Besucher*innen geöffnet. Auffällig ist auch die Kleidung: Nur Andreas Nobs ganz rechts trägt einen Bademantel, darunter ist Badekleidung zu erkennen. Die anderen drei sind vollständig angezogen. Das spricht eher für ein Treffen am Waldrand als für einen klassischen Badetag.

Gerade das macht den Reiz der Fotos aus: Sie erzählen weniger vom Waldbad selbst als von einer Freundschaft. Vielleicht ist das Wasser an diesem Tag fast nebensächlich — wichtiger ist, dass man zusammen ist.

Standort des Fotografen: 47.899900, 8.332150

3 Fotos: Badegäste im Waldbad, ca. 1955

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Kinderstimmen hallen über das Wasser. Es wird geplanscht, getaucht, gesprungen und gelacht. Das Waldbad ist an einem warmen Sommertag fest in Kinderhand. Überall tummeln sich junge Badegäste im Wasser oder am Beckenrand, während Erwachsene eher selten zu sehen sind. Nur auf einem der Fotos steht ein Mann am Rand des Beckens. Sommerlich gekleidet ist er nicht — er trägt einen schwarzen Anzug und wirkt fast fehl am Platz zwischen all den Badenden.

Erst 1955 ist das Waldbad wieder öffentlich zugänglich. Während des Zweiten Weltkriegs verwahrloste das 1935 eröffnete Bad. Zehn Jahre nach Kriegsende kann hier nun endlich wieder geschwommen, gespielt und die Freizeit genossen werden. Das Becken wird vom dunklen Tannenwald eingerahmt, der dem Bad seinen Namen gibt.

Noch wirkt die Anlage schlicht. Liegewiesen, Beckenrand und Umkleidegebäude sind funktional gehalten — Luxus sucht man hier vergeblich. Doch genau das scheint niemanden zu stören. Entscheidend ist vor allem eines: Das Becken ist wieder mit Wasser und das Bad mit Leben gefüllt. 1969/70 wird die Anlage dann grundlegend modernisiert; dabei erhält das Waldbad auch eine Wasserheizung.

Standort des Fotografen: 47.899808, 8.332274

5 Fotos: Auftritt der Waldbadener bei der Waldbadparty, August 1983

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Am Beckenrand wird es eng. Fünfzehn Männer und Frauen in weiß-rot geringelten Badekostümen von anno dazumal nehmen Aufstellung. Dann geht es los: Die »Waldbadener« beginnen ihren Auftritt bei der Waldbadparty des Sportvereins – und das Publikum ist sofort begeistert.

Mit viel Witz, Tempo und Körpereinsatz liefert die Truppe um Gruppenführer Andreas Nobs (»Pan«, 1926-2005) eine Show, die es in sich hat. Synchron springen die Akteur*innen ins Wasser, turnen akrobatische Figuren am Beckenrand und im Wasser und wagen sogar Saltos. Selbst ein Sonnenschirm mit der Aufschrift »Afri Cola« geht unfreiwillig baden. Andreas Nobs feuert seine Truppe immer wieder lautstark an.

Die mehrfach verschobene Waldbadparty findet an diesem Augustabend endlich bei gutem Wetter statt – und zahlreiche Besucher*innen strömen ins Waldbad. Der Sportverein Löffingen, in dem Fußballclub, Skiclub, Tischtennisverein und Volleyballclub zusammengeschlossen sind, hat ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt. Doch die »Waldbadener« gehören ohne Zweifel zu den Höhepunkten des Abends.

Den Schlusspunkt ihres Auftritts setzt die Gruppe mit einer Fackeleskorte durchs Schwimmbecken – ein spektakuläres Finale, das den Gästen noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.

erstes Bild

zweites Bild: zu sehen sind u.a. Andreas Nobs (»Pan«, 1926-2005), Alfons Durst, Dagmar Mayer

drittes Bild: zu sehen ist u.a. Alfons Durst

viertes Bild

fünftes Bild

Standort des Fotografen: 47.899908, 8.332740

Eingangsbereich des Waldbades, ca. 1935

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Stadtarchiv

Noch wirkt alles neu. Der lange Holzbau am Eingang des Waldbades trägt in großen weißen Buchstaben den Schriftzug »WALDBAD LÖFFINGEN«. Der Kiesweg davor ist sauber angelegt, der Holzzaun frisch gestrichen. Einige Erwachsene stehen mit Kindern vor dem Eingang. Über dem Gebäude flattern zwei Fahnen im Wind. Fast könnte man sie übersehen.

Doch die Hakenkreuzfahnen gehören selbstverständlich dazu. Das neue Waldbad ist nicht nur ein Ort der Freizeit und Erholung, sondern auch Teil der nationalsozialistischen Selbstdarstellung. Die Anlage dient der NSDAP-Ortsgruppe und dem nationalsozialistischen Bürgermeister Heinrich Andris als sichtbarer Beweis der angeblichen »Aufbauleistung« des NS-Staates. Moderne Freizeitanlagen, Sportstätten und öffentliche Bauprojekte sollen den Eindruck einer fürsorglichen und leistungsfähigen Volksgemeinschaft vermitteln.

Gerade darin liegt der »schöne Schein« der Diktatur. Das NS-Regime präsentiert sich modern, ordentlich und volksnah. Die Menschen sollen erleben, dass etwas geschaffen wird: ein neues Bad, saubere Anlagen, gemeinschaftliche Freizeitangebote. Viele Einwohner*innen nehmen dies durchaus positiv wahr. Nach den wirtschaftlich schwierigen Jahren der Weimarer Republik erscheinen solche Projekte als Zeichen von Aufbruch und Stabilität.

Doch die propagierte »Volksgemeinschaft« schließt längst nicht alle Menschen ein. Juden*Jüdinnen ist beispielsweise der Besuch öffentlicher Freibäder verboten. Politische Gegner*innen und Menschen, die nicht in das nationalsozialistische Weltbild passen, werden ausgegrenzt, entrechtet und verfolgt.

Standort des Fotografen: 47.899535, 8.331755

Damenmeisterschaft der Tennisgilde, September 1990

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Bei den Tennis-Damenmeisterschaft der Tennisgilde nehmen acht Paare teil. Unter der Turnierleitung von Sportwart Peter Rieck siegt das Nachwuchsdoppel Christine Amann und Tanja Riedlinger. Auf Platz 2 kommen Andrea Meutner und Bärbel Wider. Auf Platz 3 folgen Marianne Brugger und Martina Masuch und auf Platz 4 Ella Studer und Marina Pfaff.

1.Reihe, hockend, v.l.n.r.: 1 Martina Masuch, 2 Andrea Meutner, 3 Silvia Grieshaber (geb. Sibold), 4 Christine Amann
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 Bärbel Wider, 2 Ursula Kramer (geb. Rieck), 3 Ella Studer (geb. Beck), 4 Marina Pfaff (geb. Studer), 5 Tanja Riedlinger, 6 Marianne Brugger (geb. Fehrenbach)

Standort des Fotografen: 47.900605, 8.333646

Zwei Tennisspieler auf dem Tennisplatz, 1979

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Noch hat Boris Becker nicht Wimbledon gewonnen, Steffi Graf steht noch am Anfang ihrer Karriere – doch in Löffingen wird schon Tennis gespielt! Zu verdanken ist dies vor allem Bruno Laule (1938-2021): Er ist die prägende Figur für den Tennissport in Löffingen. Bereits 1977 lässt er beim Waldbad drei Tennisplätze errichten – eine mutige Investition. Besonders ist: Die Plätze stehen allen offen. Wer spielen möchte, kann bei seiner Ehefrau Lisbeth Laule (1937-2025) buchen. Damit wird Tennis frühzeitig in Löffingen zum Breitensport. 1985 gründet Bruno Laule dann die Tennisgilde, die fünf Jahre später zum eingetragenen Verein wird.

Im Hintergrund des Bildes ist gut die Werbebande des Schuhgeschäfts Hasenfratz zu erkennen, betrieben ebenfalls von Lisbeth Laule.

V.l.n.r.: 1 Peter Rieck, 2 Bruno Laule

Standort des Fotografen: 47.900556, 8.333722

Betriebssportgemeinschaft von Studer Revox auf dem Tennisplatz, 1979

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Die Betriebssportgemeinschaft Studer Revox hat für zwei Tage die Betriebsfußballer der AEG Telefunken aus Konstanz zu Gast. Sie veranstalten zwei Freundschaftsspiele im Haslachstadion. Aber es geht nicht nur um Fußball. Am letzten Tag stehen sich je vier Tennisspieller auf dem Tennisplatz beim Waldbad gegenüber. Die Löffinger gewinnen klar mit 8:0 Sätzen und 49:17 Spielen. Für die Betriebssportgemeinschaft Studer Revox spielen Gerold Bächle, Hermann Heitz, Dieter Küßner und Bertil Weißenberger.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Bertil Weißenberger
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Dieter Küßner, 2 ???, 3 Hermann Heitz, 4 ???, 5 ???, 6 Gerold Bächle

Im Team der AEG Telefunken Konstanz spielen Paco Domenee, Heinrich Schultheiß, Dieter Sprenger und Benno Werner.

Standort des Fotografen: 47.900556, 8.333722

Abschwimmen im Waldbad, August 1981

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung

Mit dem letzten Wochenende im August 1981 endet die Badesaison im Waldbad. Außer einer Schlechtwetterperiode, die aber weite Teile Deutschlands im Griff hatte, sind die Verantwortlichen des Waldbades mit der diesjährigen Saison und den Besucherzahlen sehr zufrieden. Sie konnten im Vergleich zum Vorjahr sogar gesteigert werden. Zum traditionellen Abschwimmen des Sportvereins wagen noch einmal Jung und Alt den Sprung ins Wasser.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 Bernhard Nägele (1969-2019), 4 ???, 5 ???, 6 ???

Standort des Fotografen: 47.899855, 8.332657

Tischtennisplatten beim Waldbad, 1974

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Silvia und Gerold Bächle zur Verfügung.

Großer Beliebtheit erfreuen sich die Tischtennisplatten, die beim Waldbad aufgestellt sind. Hier sind nicht etwa Jugendspieler des 1959 gegründeten Tischtennisclubs zu sehen, sondern Mitglieder des Jugendrotkreuzes. Offensichtlich wird gerade ein Turnier veranstaltet. Kinder in Badehosen sind wohl vom Waldbad rübergekommen und springen zwischen den Tischtennisplatten herum.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 Marietta Wehrle, 5 Eugen Münzer, 6 Pia Walz

Im Hintergrund liegt Alfons Durst im Gras.

Standort des Fotografen: 47.900028, 8.333500