




Verlag Cramers Kunstanstalt KG, Dortmund | Stadtarchiv
Ein Flugzeug zieht seine Kreise über Löffingen. An Bord befindet sich ein Fotograf im Auftrag der Cramers Kunstanstalt aus Dortmund. Der Verlag vertreibt unter der Bezeichnung »Cekade« Ansichtskarten mit Luftaufnahmen aus Städten und Gemeinden in ganz Deutschland. Vermutlich entsteht das Bild während eines größeren Rundfluges, bei dem mehrere Orte der Region aus unterschiedlichen Richtungen fotografiert werden. Aus einem der Negative wird später diese Ansichtskarte.
Aus luftiger Höhe öffnet sich der Blick über das Städtchen. Der mittelalterliche Stadtring mit seinen dicht gedrängten Häusern ist noch deutlich zu erkennen. In seiner Mitte steht das Rathaus, während die katholische Pfarrkirche St. Michael außerhalb der alten Stadtbefestigung liegt.
Doch Löffingen wächst längst über seinen historischen Kern hinaus. Entlang der Ausfallstraßen entstehen immer mehr Häuser und neue Siedlungen. Das Gewann »Breiten« ist hingegen noch vollständig unbebaut; Wiesen und Felder reichen bis an die bewaldeten Höhenzüge am Horizont.
In der Bittengasse stehen der nach dem Krieg neu errichtete Farrenstall und der städtische Bauhof. Daneben befindet sich das Schlachthaus, unmittelbar dort, wo der unterirdisch verlaufende Stettbach als Bittenbach wieder ans Tageslicht tritt. Das Gebäude wird 1968 abgerissen. Auch der Kindergarten im Schulweg ist noch nicht gebaut; er entsteht erst 1964. Wo später die Realschule ihren Platz findet, erstreckt sich noch die »Linden«-Wiese, die zum gleichnamigen Gasthaus gehört.
Der 1957 eingeweihte Bahnhof ist zu erkennen. Der Neubau ersetzte die provisorische Bahnhofsbaracke, die seit dem Zweiten Weltkrieg als Bahnhofsgebäude diente. Jenseits der Bahnlinie nimmt das Sägewerk Benz ein weitläufiges Areal ein. Der hohe Fabrikschornstein und der markante Späneturm an der Rötenbacher Straße ragen weithin sichtbar aus den Werkhallen heraus.
Hinter dem Städtchen öffnet sich ein weites Panorama. Am Horizont zeichnen sich verschiedene Höhenzüge des Hochschwarzwaldes ab. Besonders markant sind der 1.493 Meter hohe Feldberg und der Hochfirst mit 1.192 Metern. Weiter rechts erhebt sich die 1.190 Meter hohe Weißtannenhöhe.
Luftbilder müssen damals behördlich freigegeben werden; entsprechende Vermerke finden sich auf zahlreichen »Cekade« Ansichtskarten. Die Genehmigungspflicht für Luftaufnahmen besteht in der Bundesrepublik noch bis 1990.
Guten Tag Herr Wassmer,
die wundschönen Luftbilder zeigen am Horizont die verschiedenen Höhenzüge des Hochschwarzwaldes.
Dabei sind u. a. die zwei markantesten Berge, die von Löffingen aus in Richtung Westen zu sehen sind, das Feldbergmassiv (links 1493m) und in der Mitte der Hochfirst (1192m) zu erkennen.
Ganz interessant ist aber zudem, auf der rechten Seite dieser Panorama-Aufnahmen, eine dritte bekannte Anhöhe am Horizont zu sehen. Die Weißtannenhöhe (1190m), die von Löffingen aus gesehen hinter dem Jostal, und vor der Gemeinde Breitnau liegt. Von Löffingen ist die Weißtannenhöhe hauptsächlich nur auf den verschiedenen Anhöhen, wie z. B. das „Aschbühl“ oder dem „Osenberg“ etc. (Modelflugplatz) zu sehen.
Danke, lieber Herr Adrion, dass Sie unsere Aufmerksamkeit auch auf die Höhenzüge im Hintergrund lenken!
Hallo Herr Wassmer,
zu meinem ersten Hinweis möchte ich Ihnen nachträglich nähere Erläuterungen geben.
Von den insgesamt fünf Bildern, welche Sie eingestellt haben, ist am Horizont das erwähnte „Dreigestirn“ (Feldberg, Hochfirst, Weißtannenhöhe), nur auf dem Bild Nr. 01 zu sehen.
Auf dem Bild Nr. 02 ist von links zuerst das Herzogenhorn, dann der Seebuck (die beide gehören zum Feldbergmassiv ), und in der Mitte der eigentliche Feldberg zu sehen.
Rechts davon (vorgelagert) liegt der sanfte Anstieg zum Hochfirst bei Neustadt, wobei der Gipfel am rechte Bildrand leider nicht mehr zu sehen ist.
Auf dem Bild Nr. 04 ist links der Gipfel vom Hochfirst, und rechts die Weißtannenhöhe zu sehen.
Das schöne „Panorama“ in westlicher Richtung ist nicht nur für Gäste von Löffingen interessant, sondern bestimmt auch für manche einheimische Bewohner.
Viele Grüße: Bernhard Adrion
Vielen Dank für die Ergänzungen!