Schulklasse des Jahrgangs 1934/35 mit Lehrer Manogg, 1948

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Edith Biedenbach zur Verfügung.

Der Junge in der ersten Reihe, mittig, hält eine kleine Tafel in den Händen. Darauf steht in sauberer Schrift: »Schule Löffingen 7. Schuljahr 1948«. Diese Tafel markiert die Zugehörigkeit der Jugendlichen, die hier in Reih und Glied auf den Treppenstufen der Volksschule posieren.

Der Fotograf stellt die Mädchen und Jungen in mehreren Reihen auf. Etwa 13 Jahre sind sie alt. Mädchen in Kleidern oder Schürzenkleidern, mit Zöpfen und weißen Kniestrümpfen, daneben Jungen in kurzen Hosen und Hemden. Manche sind barfuß, ein Zeichen der Zeit und ein Hinweis auf die prekäre wirtschaftliche Situation einiger Familien. Manche Gesichter sind ernst, fast streng, andere lächeln in die Kamera. Hinten überragt Lehrer Manogg mit Anzug und Krawatte die Kinderschar.

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Margarete Kaltenbrunner, 2 Maria Zimmermann (1934-2025), 3 Genoveva Adrion (verh. Kinast, verw. Sevecke, 1935-2025), 4 Rudi Apillo, 5 Margot Leppert, 6 ???, 7 Martin Stöhr (1935-?)
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Anita Gaede (verh, Hoitz) 2 ???, 3 Margaret Gromann (geb. 1934), 4 Paula Schweizer (verh. Veith, 1934-2020), 5 Elisabeth Braun (geb. 1934), 6 Margarete Müller (verh. Maier, geb. 1934), 7 Karl Koch (geb. 1935), 8 Ulrich Fehrenbach (geb. 1935), 9 Anton Maier (1935-2018)
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Frieda Sibold, 2 Gerda Bader (geb. 1934), 3 Maria Frey (verh. Baumann, 1935-2017), 4 Herman Jordan (1935-1998), 5 Adolf Kopp, 6 Lothar Egle (1934-?)
4.Reihe, v.l.n.r.: 1 Lydia Beer (1934-2021), 2 Angela Meßmer (verh. Hölderle, 1934-2023), 3 ???, 4 Walburga Wagner (verh. Griesser, geb. 1934), 5 Wolfgang Walz (1935-2005), 6 Martin Laufer, 7 Karl Glunk (geb. 1935)
5.Reihe: Lehrer ??? Manogg

Zum Jahrgang gehörten auch: Maria und Justina Frey, Philomena Isele (1935-2017), Peter Manogg, Paul Siefert, Rosemarie Springmann (verh. Siefert), Inge Vierlinger (1934-1956), Helmut Wörner

Die Kinder sind in den Jahren 1934/35 geboren. Sie sind in der NS-Zeit aufgewachsen und haben den Zweiten Weltkrieg schon sehr bewusst erlebt: die Abwesenheit ihrer Väter, die als Soldaten eingezogen wurden; die Sorge der Mütter; Verwundungen, Gefallene, Vermisste. Manche Väter sind jetzt, 1948, noch immer in Kriegsgefangenschaft. Den Krieg selbst haben die Kinder im Städtchen nur am Rande gespürt – bis die Bombardierungen im Frühjahr 1945 auch Löffingen erreichten. Nun, drei Jahre später, sitzen sie auf der Schulbank und hoffen auf eine friedlichere Zukunft.

Standort des Fotografen: 47.882353, 8.347809

2 Fotos: Franz Rosenstiel und Familie mit Motorrad, Mai 1948

Diese Fotos stellte dankenswerterweise Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

Franz Rosenstiel (1927-2006) ist 21 Jahre alt. Der junge Mann ist aus dem Krieg in die Heimat zurückgekehrt und arbeitet jetzt als Holzhauer bei einer Schweizer Kolonne in Kappel-Grünwald. Für seine Arbeit wird er in Schweizer Franken entlohnt. Mit dem Geld konnte er sich ein Motorrad kaufen. Es ist sein ganzer Stolz. Die ganze Familie und ein Nachbarsjunge posieren vor dem Haus der Rosenstiels (Obere Hauptstr. 45) auf dem nagelneuen Gefährt.

oberes Foto: Franz Rosenstiel (1927-2006) und Friedhilde Rosenstiel (geb. 1932)
unteres Foto: Cäcilie Rosenstiel (geb. Winterhalder, 1901-?) und Peter Kaiser (1941-2018)

Standort des Fotografen: 47.885233, 8.352707

2 Fotos: Hochzeitspaar Vogt / Limb im »Linden«-Garten, 19. April 1948

Diese Fotos stellten dankenswerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge sowie Gaby Vogt zur Verfügung.

Der Kaufmann Wilhelm Vogt (1910-1990) und Hedwig Limb (1919-2010) geben sich am 19. April 1948 das Ja-Wort. Nach der Trauung in der katholischen Pfarrkirche St. Michael findet die Hochzeitsfeier im Gasthaus »Linde« statt. Im Garten neben dem Gasthaus lässt sich das Brautpaar zusammen mit zwei Brautjungfern und einem Blumenmädchen fotografieren.

oberes Foto
V.l.n.r.: 1 ??? Vogt (aus Hondingen), 2 Hedwig Vogt (geb. Limb), 3 Blumenmädchen Hannelore Willmann (geb. 1941), 4 Wilhelm Vogt, 5 Brautjungfer Gertrud Limb (verh. Geisinger, 1923-2011)

unteres Foto
V.l.n.r.:

1950 werden die Tochter Gabriele und 1951 der Sohn Wilfried geboren.

Standort des Fotografen: 47.884159, 8.347138

Schulentlassung vor der Kaplanei, ca. 1948

Dieses Foto stellten dankenswerterweise Elke Moser und Lydia Zepf zur Verfügung.

Das Foto ist leider unscharf. Aber es ist das einzige Bild, das für diese Schülerinnen und Schüler der Volksschule ein wichtiges Ereignis in ihrem Leben festhält. Sie werden aus der Schule entlassen. In der katholischen Pfarrkirche St. Michael findet ein Gottesdienst statt. Anschließend wird auf den Treppenstufen vor der Kaplanei (Seppenhofer Str. 3) dieses Gruppenfoto aufgenommen. Das Gebäude dient zu diesem Zeitpunkt auch als Pfarrhaus, nachdem das eigentliche Pfarrhaus bei Luftangriffen 1945 stark beschädigt wurde.

Warum das Foto nur in so schlechter Qualität überliefert ist, ist unbekannt. Es könnte auch damit zusammenhängen, dass im Zuge der Besatzung durch die französische Armee Fotoapparate abgegeben werden mussten. Drei Jahre später sind vielleicht kaum Kameras vorhanden, geschweige denn qualitativ hochwertige Modelle. Oder es ist einfach ein schlechter Knipser am Werk!

1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Egon Bader (1933-1999), 2 ???, 3 ???, 4 Albin Zepf (1934-2009), 5 ???, 6 ???, 7 ???, 8 ???, 9 ???, 10 ???, 11 ???, 12 ???, 13 ???, 14 ???
2.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ???
3.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 ???, 3 ???, 4 ???

Standort des Fotografen: 47.882073, 8.344389

Fünf Freunde im Wald, 1948

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

»Wir sind die fünf Freunde: Julian und Dick, Anne und George – und Timmy der Hund…« Die ersten sieben Bände der Kinderbuchreihe »Fünf Freunde«, verfasst von der englischen Kinderbuchautorin Enid Blyton, sind zum Zeitpunkt dieses Fotos bereits erschienen, doch die deutsche Übersetzung kommt erst ab 1953 auf den Markt. Aber auch die fünf Freunde auf dem Foto halten zusammen, »was immer auch kommt«.

1.Reihe, sitzend: Albert Jonner (1929-2014)
2.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1 Franz Rosenstiel (1927-2006), 2 Richard Kirner (1930-2002), 3 Johann Rappenegger (1929-2017), 4 Willi Jonner (1930-2013)

Standort des Fotografen: ???

Anna Zepf als junge Frau, 1948

Fotostudio Leo Molitor, Neustadt
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Bölle zur Verfügung.

Anna Zepf geb. Köpfler kam am 5. November 1920 zur Welt. Ihre Eltern waren die »Ochsen«-Wirte Alfred Köpfler (1880-1939) und Anna geb. Gromann (1897-?). Als ältestes Kind wuchs sie an der Seite von fünf Geschwistern auf. Als sie 18 Jahre alt war, starb ihr Vater.

Sie heiratete 1948 den zwei Jahre jüngeren Kraftfahrer Fritz Zepf (1923-1951). Auf dem Porträtfoto ist ihr Ehering am Ringfinger der rechten Hand zu sehen. Das Ehepaar Zepf hat drei Kinder: Der Sohn Walter (geb. 1946) wird nach Anna Zepfs 1944 gefallenem Bruder Walter (1927-1944) benannt. Es folgen die Töchter Marianne (geb. 1948) und Susanne.

Die Ehe währt nur kurz, denn Fritz Zepf verunglückt bei einem Verkehrsunfall am 15. August 1951 bei Neustadt tödlich. Auch Franz Egle (1924-1951), mit dem er unterwegs ist, kommt bei dem Unfall zu Tode. Er stirbt ein Tag später im Krankenhaus Neustadt. Beide werden am 19. August 1951 auf dem Friedhof in Löffingen beerdigt.

Anna Zepf zieht die Kinder groß und bleibt ihr weiteres Leben Witwe. Sie stirbt 2010.

Standort des Fotografen: Neustadt

2 Fotos: Bauhof der Firma Wider mit Mitarbeitern, 1948

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Maximilian Isele zur Verfügung.

Neben dem großen Areal der Holzindustriewerke Josef Benz AG unterhält die Firma Julius Wider einen kleinen Bauhof. Der von Maurermeister Julius Wider (1869-1956) gegründete Familienbetrieb wird seit 1927 von seinem Sohn Heinrich Wider geleitet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges betreibt er mit viel Energie den Ausbau des Geschäfts. Wegen Mangel an Baustoffen stellt man Schlackensteine her um die schlimmsten Kriegsschäden schnell beheben zu können. 1949 beschäftigt die Firma über 30 Arbeiter.

Der Bauhof befindet sich vis-à-vis des beim Fliegerangriff 1945 zerstörten Bahnhofes in der heutigen Güterstraße. Auf dem oberen Foto ist im Hintergrund der Rathausturm zu erkennen.

Wer erkennt die Mitarbeiter, die auf dem unteren Foto zu sehen sind?
V.l.n.r.:

Standort des Fotografen: 47.882875, 8.340657

4 Fotos: Weihnachtsspiel in der Festhalle, 1948

Diese Fotos stellten uns dankenswerterweise Bernhard Adrion, Sigrid und Eugen Fehrenbach sowie Genoveva Kinast zur Verfügung.

In der Vorweihnachtszeit wird in der Festhalle ein Theaterstück mit biblischem Inhalt aufgeführt. Der Titel des Stücks lautet: »Joseph und seine Brüder«. Dabei handelt es sich vermutlich um das 1857 erschienene »biblisch-historische Schauspiel«, das der katholische Theologe und Dramatiker Rudolf Behrle (1826-1902) verfasste. Darin geht es um die alttestamentatische Geschichte von Jakobs Lieblingssohn Joseph und dessen Lebensweg (Genesis 37–50).

1.Bild:

2.Bild: Brigitte Schweizer (verh. Sahr), Erika Kienzle (verh. Schweizer), Sigrid Bader (verh. Fehrenbach) und Inge Sauter (verh. Benitz)

3.Bild, v.l.n.r.: Josef Heiler III und Arno Adrion

4.Bild: Genoveva Adrion (verh. Kinast, geb. 1935) als »Salome«, Maria Rappenegger (verh. Fischer)

Standort des Fotografen: 47.882959, 8.347856

Ehemaliger NS-Zwangsarbeiter Leo Mientki in Polen, 1948

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

Während des Zweiten Weltkrieges waren in Löffingen 420 ausländische Zwangsarbeiter*innen im Arbeitseinsatz. Viele von ihnen mussten im Sägewerk Benz arbeiten, wo sie z. B. kriegswichtige Munitionskisten produzierten, andere arbeiteten in der Landwirtschaft. Die Bedingungen, unter denen sie Zwangsarbeit leisteten, waren ebenso unterschiedlich wie ihre Behandlung. Gemeinsam war ihnen jedoch, dass sie einem nationalsozialistischen Sonderrecht unterworfen waren, das sie aus rassistischen Gründen für minderwertig hielt und stark diskriminierte.

Auf dem Foto ist Leo Mientki zu sehen, ein ehemaliger NS-Zwangsarbeiter. Das »Polenabzeichen« (ein violetter Buchstabe »P« auf gelbem Grund), das er während der NS-Zeit gut sichtbar auf seiner Kleidung tragen musste, ist verschwunden, denn Leo Mientki ist seit Kriegsende wieder frei. Geboren wurde er am 16. Mai 1912 in Kartschin (Kreis Konitz). Nach dem deutschen Überfall auf Polen wurde er zur Zwangsarbeit in das Deutsche Reich verschleppt. Der 28-Jährige kam in das Stalag-Kriegsgefangenenlager VB nach Villingen. Von dort wurde er am 1. August 1940 nach Löffingen überstellt, wo er der Familie Rosenstiel (Obere Hauptstr. 45) als landwirtschaftlicher Arbeiter zugeteilt wurde. Von den Rosenstiels selbst wurde er ordentlich behandelt, aber das konnte nichts daran ändern, dass er seiner Freiheit beraubt und gewaltsam von seiner Familie getrennt war und gezwungen wurde, für das Land zu arbeiten, das sein eigenes überfallen und in einem Vernichtungskrieg zerstört hatte. Im Oktober 1943 wurde er wegen Kreislaufstörungen neun Tage lang im Löffinger Krankenhaus stationär behandelt. Es folgte ein weiterer, diesmal sechswöchiger Krankenhausaufenthalt in einer »Nervenklinik« im Frühjahr 1944 wegen Depression.

Nach der Befreiung vom NS-Regime blieb Leo Mientki bis zum 11. September 1945 bei Familie Rosenstiel. Danach war er von Januar bis Juni 1946 als Hilfsarbeiter in einer Autoreparatur beschäftigt. Erst dann war es dem jungen Mann möglich, in seine Heimat zurückzukehren. Er blieb noch eine Weile in Kontakt mit Familie Rosenstiel. Das Foto, das ihn beim Einwerfen eines Briefes in einen Briefkasten (»Skrzynka Pocztowa«) zeigt, schickte er zu ihnen nach Löffingen.

Standort des Fotografen: Polen

Familie Rosenstiel beim Gülleausfahren in der Oberen Hauptstraße, 1948

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Elisabeth Rosenstiel zur Verfügung.

Familie Rosenstiel betreibt in der Oberen Hauptstraße ihre Landwirtschaft. Mit einem Güllewagen, vor den zwei Kühe gespannt sind, machen sich Robert Rosenstiel (1900-?) und Franz Rosenstiel (1927-2006) daran, auf ihren Feldern im »Schlempental« Gülle auszufahren. Mit auf dem Foto zu sehen sind Paul Thoma und Lina Rosenstiel geb. Winterhalder (1901-?).

Standort des Fotografen: 47.885238, 8.352759

2 Fotos: Hochzeitsgesellschaft Rebholz / Ganter am »Spritzestägli«, 20. September 1948

Diese Fotos stellten dankenwerterweise Klemens Rebholz und Cäcilia Runge sowie Daniela Scherzinger zur Verfügung.

Eng geht es zu, als sich neben dem Eichhaus (Obere Hauptstr. 1) diese Hochzeitsgesellschaft für ein Gruppenfoto aufstellt. Da das Eichhaus vor dem Bau des Feuerwehrhauses auch als Spritzenhaus gedient hat, wird der Hang, der die Alenbergstraße mit der Vorstadtstraße verbindet, »Spritzestägli« genannt. Jetzt drängt sich hier das Brautpaar mit seinen Gästen, in der Mitte steht der Kassenverwalter Anton Rebholz (1912-2001) als stolzer Bräutigam und seine frisch vermählte Frau Johanna (geb. Ganter, 1913-2003). Ganz rechts steht Pfarrer August Ganter (1907-1970) aus Ewattingen, der mit der Braut verwandt ist und bei der Trauung als Organist eingesprungen ist.

Die Hochzeitsgäste sind insbesondere Mitglieder des Kirchenchores, dem Johanna Rebholz seit mehr als 20 Jahren angehört und als dessen Organistin sie seit einem Jahrzehnt fungiert. Zu sehen sind u.a. in alphabetischer Reihenfolge: Konrad Bader (1868-1958), Hedwig Egle (verh. Hepting), Olga Fehrenbach (verh. Streit), Hermann Ganter, Lotte Groß (verh. Ratzer), Karl Hepting, Werner Hepting (1928-2011), Eugen Hepting (1921-2011), Maria Honold (verh. Göhry, 1921-1997), Maria Kaufmann, August Limb, Julius Limb, Mathilde Schlenker, Albert Trenkle (1910-1960), Hedwig Vogt.

Das Ehepaar wohnt nur wenige Meter vom »Spritzestägli« entfernt, im Haus 206 (Alenbergstr. 14), im Elternhaus von Johanna Rebholz.

Standort des Fotografen: 47.884535, 8.345503