2 Fotos: Lagerschuppen in der Bahnhofstraße, 2009

Sammlung Familie Waßmer

Die Tage des hölzernen Lagerschuppens in der Bahnhofstraße sind gezählt. Jahrzehntelang diente er als Kohlenlager für den Brennstoffhandel von Theo Walz (1927-2015). Jetzt wird er abgerissen. Der Blick fällt von der Güterstraße über die Bahnlinie hinweg zur Bahnhofstraße und dem Kohlenlagerschuppen. Es ist ein sonniger Herbsttag.

Standort des Fotografen: 47.884668, 8.340797

2 Fotos: Sitzungssaal im Rathaus mit Wandgemälde, 2009

Sammlung Familie Waßmer

Der Sitzungssaal des Gemeinderates im Rathaus präsentiert sich rund 50 Jahre lang mit dieser Innengestaltung, die aus den 1960er Jahren stammt. Neben der bleiverglasten Eingangstür ist ein Wandgemälde zu sehen. Es erinnert an die jahrhundertelange Tradition Löffingens als »Kornmarkt der Baar«. Schließlich diente das 1832 erbaute Rathaus viele Jahre auch als Kaufhaus mit Markthalle. Das Gemälde zeigt das Rathaus mit dem Rathausbrunnen davor, daneben das 1973 abgerissene Gasthaus »Sonne« und ein Pferdefuhrwerk.

In den Jahren 2016-2018 wird das Rathausgebäude durch das Architekturbüro Gäbele & Raufer grundlegend saniert. Dabei wird auch der Ratssaal in den ehemaligen Kornspeicher im Dachgeschoss verlegt, wo der Gemeinderat fortan in repräsentativen Räumlichkeiten tagt.

Standort des Fotografen: 47.883850, 8.344208

Sitzungsaal im Rathaus, 2009

Sammlung Familie Waßmer

Bis zur grundlegenden Sanierung des Rathausgebäudes in den Jahren 2016-2018 und der Verlegung des Ratssaales in den ehemaligen Kornspeicher im Dachgeschoss, tagt der Gemeinderat in diesem Sitzungssaal. Die Innengestaltung (Kronleuchter und Wandverkleidung) stammt aus den 1960er Jahren. Eng geht es in dem Saal zu, wenn die 25 Mitglieder zusammen kommen. Für Besucher*innen der öffentlichen Sitzungen ist kaum Platz vorgesehen.

Der Saale, wie er auf dem Foto zu sehen ist, ist für eine Trauung hergerichtet. Denn der Sitzungssaal dient zugleich als Trauzimmer. Das Mobiliar wurde um das Jahr 2000 angeschafft. Die dekorative Wanduhr im Hintergrund hing ursprünglich im Grundbuchamt und fand dann im Sitzungssaal ein neues Zuhause.

Standort des Fotografen: 47.883850, 8.344208

Rückseite der Kapelle Witterschneekreuz, 2009

Sammlung Familie Waßmer

Auf älteren Ansichten waren an der Rückseite der Witterschneekapelle noch deutlich die Spuren der ehemaligen Kreuznische zu erkennen. Der Schindebeschlag war nämlich unterschiedlich und markierte dadurch den Ort, an dem das namensgebende »Witterschneekreuz« ursprünglich gestanden hatte. Bei einer Neuverschindelung 1994 beachtete man dies nicht. Dadurch verschwand die historische Spur unwiederbringlich.

Standort des Fotografen: 47.893176, 8.336068

Farrenstall in der Bittengasse, 2009

Sammlung Familie Waßmer

Die Tage des Farrenstalls in der Bittengasse sind gezählt. Bereits 1996 wurde der letzte Bulle der Stadtgemeinde abgeschafft. Seitdem dient das Gebäude nur noch als Lagerraum und als Schauplatz von Flohmärkten, die der Tierschutzverein in den Räumlichkeiten veranstaltet. 2018 findet der Ausverkauf statt und das Gebäude wird schließlich abgerissen, nachdem der benachbarte Bauhof bereits 2015 abgebrochen wurde.

Standort des Fotografen: 47.883134, 8.345355

Gedenkstein für Stadtpfarrer und Dekan Markus Bosch, 2009

Sammlung Familie Waßmer

Der verwitterte Gedenkstein am östlichen Chor der katholischen Pfarrkirche St. Michael erinnert an die Baugeschichte des Gotteshauses. Darauf steht geschrieben: »ANNO 1713 /  IST ALLHIESIGER CHOR / 1715 / DIE KIRCHE GEBAUET / UNT DEN 25 WE / INMONAT GEWEIH / ET DER THURN ABER / 1721 / ERHOEHET WORTEN / ALLES UNTER MARX / BOSH PFARRERN UNT / DES VILLINGEN CAP / TULS CAMERERN«.

Stadtpfarrer Markus Bosch, der auch Kämmerer und Dekan des Kapitels Villingen war, wirkte von 1701 bis zu seinem Tod am 31. Dezember 1742 in Löffingen. Er entschloss sich, die Pfarrkiche umzubauen und zu vergrößern. Dazu wurde der Chor verlängert und der Kircheninnenraum barockisiert. Das ehemalige Kirchenschiff konnte nicht nach Westen erweitert werden, weil das Gelände direkt anstoßend an den Westgiebel dem »Adler«-Wirt gehörte. So konnte die umgebaute Kirche wie vorher nur durch die Nebeneingänge betreten werden. Am 25. Oktober 1715 konnte die Kirche mit vier Altären und die angebaute Muttergotteskapelle mit drei Altären durch den Konstanzer Weihbischof geweiht werden. 1721 ließ Pfarrer Bosch dann den Kirchturm, der sich am Standort der heutigen Sakristei befand,  erhöhen und mit einem barocken Turmhelm krönen. Nach 42-jährigem Wirken starb Bosch 1742 im Alter von 69 Jahren.

Der heutige Haupteingang der Kirche konnte erst angelegt werden, als der »Adler«-Wirt Johann Georg Lutz sein Gartengrundstück 1855 für 2.000 Gulden verkaufte. Daraufhin wurde der heutige Kirchturm an der Westseite neu erbaut und der Durchgang unter dem Turm diente fortan als Haupteingang.

Standort des Fotografen: 47.882652, 8.344490

Innenraum der Pfarrkirche St. Michael, 2009

Sammlung Familie Waßmer

Seit der letzten Innenrenovation Mitte der 1990er Jahre präsentiert sich die katholische Pfarrkirche St. Michael wie auf diesem Foto. Die Veränderungen im Kirchenraum gegenüber älteren Ansichten waren infolge der Liturgiereformen des Zweiten Vatikanischen Konzils notwendig geworden: Die Kanzel wurde entfernt und durch einen Ambo ersetzt, ein Zelebrationsaltar wurde geschaffen, damit die Messe nicht mehr am Hochaltar mit dem Rücken zur Gemeinde gefeiert werden musste.

Stadtpfarrer Hermann Litterst (1929-2013), der 22 Jahre in Löffingen wirkte, war nicht nur Seelsorger, sondern auch ein begeisterter Bauherr.  Von 1993 bis 1996 erfolgte die Innenrenovation. Dabei wurde auch ein neuer Zelebrationsalter und ein neuer Ambo geschaffen: Der Altar verweist auf den brennenden Dornbusch. Auf seiner Vorderseite ist der hebräische Schriftzug »Jahwe« und auf der Rückseite die lateinische Insignie »JHS« zu lesen. Der Ambo zeigt die Symbole der vier Evangelisten als Halbreliefs. Der Adler steht für Matthäus, der Stier für Markus, der Löwe für Lukas, der Mensch für Johannes. Der neue Altar und Ambo fügen sich auf gelungene Art und Weise in das barocke Gesamtensemble ein.

Standort des Fotografen: 47.882588, 8.344173

Missionskreuz am Beginn des Kreuzweges zum Witterschnee, 2009

Sammlung Familie Waßmer

»Wer ist es, der / die Welt über- / windet, als der, / welcher glaubt, / daß Jesus der / Sohn Gottes ist.« Dieser Bibelvers aus dem Neuen Testament (1. Johannes 5,5) ist auf den Sandsteinsockel des 1895 gestifteten Missionskreuzes eingemeißelt. Das Kreuz steht in der Maienlandstraße am Beginn des Kreuzweges, der zur Wallfahrtskirche Witterschnee führt.

Standort des Fotografen: 47.889779, 8.341678

Station vom Witterschneekreuzweg, 2009

Familie Waßmer

Die Kreuzwegstationen am Prozessionsweg entstanden gleichzeitig mit dem Bau der neuen Wallfahrtskirche und wurden ausschließlich durch Spenden finanziert. Am 30. Juni 1895 fand die feierliche Einweihung mit einer Prozession statt. Die Stationen und das Missionskreuz am Eingang zum Prozessionsweg sind im Besitz der katholischen Pfarrgemeinde, der Weg ist Gemeindeeigentum und muss von ihr unterhalten werden.

Die 14 Bildstöcke bestehen aus Fischbacher Sandstein, ihre Sockel aus Schönwalder Granit. Die originalen Terrakottabilder wurden von der Mayer’schen Hofkunstanstalt in München geschaffen. 1995 mussten die Kreuzwegstationen, denen die Witterung zugesetzt hatte und die auch teilweise mutwillig von Vandalen zerstört worden waren, renoviert werden. Zu ihrem besseren Schutz wurden Glasscheiben angebracht.

Auf diesem Foto ist die XIII. Station zu sehen: »Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt.«

Standort des Fotografen: 47.892779, 8.337640

Geschlossener Hauptaltar der Kirche Witterschneekreuz, 2009

Familie Waßmer

Der Hauptaltar in der Witterschneekirche ist ein Werk des Offenburger Bildhauers und Malers Franz Joseph Simmler (1846-1926).

Der Flügelaltar wird heute nur noch zu besonderen Anlässen geöffnet. Meist sind die Altarflügel geschlossen und die Altarbilder zeigen dann links eine Darstellung des Abendmahles und rechts die Grablegung Christi. Aus Sicherheitsgründen bleibt der Altar meist geschlossen, denn vor über 40 Jahren wurden schon einmal sechs Apostelfiguren aus dem geöffneten Altar gestohlen.

Unter den beiden Gemälden sind in die Altarwand sechs Brustbilder von Heiligen eingelassen. In ihrer Brust befinden sich Reliquien aus Rom: links die Heiligen Stephanus, Alexander und Bischof Ignatius, rechts die Heiligen Agatha, Agnes und Cäcilia. In der Mitte ist der goldene Tabernakel, der Aufbewahrungsort der geweihten Hostien.

Standort des Fotografen: 47.893440, 8.335851

Votivbild mit Kühen und Pferden in der Kapelle Witterschneekreuz, 2009

Familie Waßmer

In der alten Witterschneekapelle hängen bis heute einige alte Votivbilder, die aufgrund eines Gelübdes gefertigt und als symbolisches Opfer in der Kapelle dargebracht wurden. Sie stellen Notsituationen dar und sind Zeugnisse der Volksfrömmigkeit.

Auf diesem Votivbild ist eine Kuhherde dargestellt, die sich um eine Viehtränke schart. Davor sind zwei Pferde zu sehen und im Hintergrund ist ein Pferdewagen zu erkennen, der gerade einen Hang hinunterfährt. Das Bild wurde vermutlich als Dank für die Genesung des Vieh nach einer Rinderseuche gemalt. Oben in einem Wolkenkranz ist Jesus dargestellt, der das Kreuz trägt.

Im Laufe der Jahrzehnte haben sich Menschen mit ihrer Unterschrift und mit dem Datum ihres Besuches in der Wallfahrtskapelle auf dem Gemälde verewigt. Obgleich das Bild dadurch erheblich beschädigt wurde, sind die Inschriften auch interessant: »Hilf mir«, schrieb eine unbekannte Person etwa im April 1944.

Standort des Fotografen: 47.893042, 8.336188

Votivbild mit Kühen in der Kapelle Witterschneekreuz, 2009

Familie Waßmer

In der alten Witterschneekapelle hängen bis heute einige alte Votivbilder, die aufgrund eines Gelübdes gefertigt und als symbolisches Opfer in der Kapelle dargebracht wurden. Sie stellen Notsituationen dar und sind Zeugnisse der Volksfrömmigkeit.

Auf diesem Votivbild sind im Vordergrund drei Kühe dargestellt, die an einer Tränke stehen. Vermutlich ging es um eine grassierende Tierseuche, zu deren Bekämpfung göttlicher Beistand angefleht wurde.

Interessant ist die Darstellung der Kapelle im Hintergrund: Es handelt sich um die 1846/47 errichtete Witterschneekapelle, in der das Votivbild heute hängt. Sie ist an ihrem Türmchen und ihren Fenstern eindeutig zu erkennen. In der angebauten Apsis befand sich die Nische mit dem von einem Wanderer 1740 gestifteten Gnadenkreuz. Im April 1894 wurde die Kapelle an ihren heutigen Standort verschoben, um Platz für den Neubau der Witterschneekirche zu schaffen.

Standort des Fotografen: 47.893042, 8.336188