Zaungäste stehen am Rande des Waldbads und werfen einen Blick auf die fertig gestellte Anlage. Im Juni 1935 hat das Waldbad seinen Betrieb aufgenommen. Das Becken ist 45 Meter lang, 25 Meter breit und bis zu 3 Meter tief. Am Rande des Stadtwaldes gelegen, macht es seinem Namen alle Ehre. Die Tannen, die entlang des Zauns gepflanzt sind, sind noch so klein, dass die Zaungäste problemlos darüber hinweg schauen können. Fahrräder sind angelehnt. Ein Auto mit dem alten Kennzeichen »IVB« für »Baden« ist auf der Wiese geparkt. Der Blick schweift bis Dittishausen.
Während die Kinder und Jugendliche im Wasserbecken des Waldbades herumtoben und ihren Spaß haben, stehen zwei Erwachsene am Beckenrand. Trotz sommerlicher Temperaturen sind sie von Kopf bis Fuß gekleidet. Der Mann schaut mit verschränkten Armen vor der Brust zu, die Frau beugt sich, etwas mehr Interesse zeigend, leicht vor.
Die Tannen im Vordergrund sind frisch gepflanzt und noch so klein, dass sie den Badenden keinen Sichtschutz bieten. Vom Waldweg können Passanten noch ungehindert einen Blick in Richtung Schwimmbecken des neu eröffneten Waldbades werfen.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Helene Krauß zur Verfügung.
In der 1905 gebauten Kinderschule (Bahhofstr. 9) ist auch die Nähschule untergebracht. Vor allem 14-jährige Mädchen werden hier nach ihrer Entlassung aus der Volksschule in Handarbeiten ausgebildet. Genäht wird mit Hilfe von Nähmaschinen, aber auch von Hand. Es wird aber auch gestickt. Das Mädchen ganz rechts hält einen Stickrahmen in der Hand und bestickt ein Taschentuch – vermutlich mit ihren Initialen. Traditionell wird die Aussteuer mit einer Stickerei und dem Monogramm verziert, insbesondere die Paradekissen und die oberen Bettlaken.
Wer erkennt die Mädchen? Zu sehen sind u.a. Helene Krauß (Kopf nach vorne gebeugt) und Bertel Schmid.
Die »Kinderschule« in der Bahnhofstraße dient nicht nur als Kindergarten für Kinder unter sechs Jahren. Sie wird auch von jungen Frauen besucht, die die Nähschule besuchen. Sie versammeln sich mit der Handarbeitslehrerin, dem Fräulein Josefa Kuster (1877-1948), zu einem Gruppenfoto hinter dem Gebäude. Nicht nur eine Nähmaschine wird für das Foto herbeigeschleppt, sondern auch eine Schneiderbüste, auf der ein selbst genähtes Kleid drapiert wird.
Dieses Foto stellten dankenswerterweise Lore und Michael Fehrenbachsowie Gertrud Heizmann zur Verfügung.
Vor dem Kindergarten in der Bahnhofstraße haben sich die Schülerinnen der Nähschule zu einem Gruppenfoto versammelt. Einige tragen ein Maßband um den Hals, das sie beim Zuschneiden und Nähen benutzen. Die Puppe, die vorne in die Kamera gehalten wird, deutet darauf hin, dass die Schülerinnen auch ihre Aussteuer – und das bedeutet u.a. Babykleidung – nähen. Oder sie absolvieren zugleich einen Säuglingskurs.
1.Reihe, sitzend, v.l.n.r.: 1. Maria Faller (verh. Selb, 1919-1967), Hermine Strobel (verh. von Dungen, 1917-?) und Josefa Gebert (verh. Mayer) 2.Reihe, knieend, v.l.n.r.: Helene Häusler (verh. Krauß, 1912-2006) 3.Reihe, stehend, v.l.n.r.: 1. Maria Ganter (verh. Fehrenbach, 1920-1998), 2. ???, 3. Martha Brugger (verh. Trenkle, 1919-2013), 4. ???, 5. Maria Kopp (verh. Kiefer, 1919-1978)
Dieses Foto stellten dankenswerterweise Elisabeth und Franz Isele sowie Karlheinz Maier zur Verfügung.
87 Kinder haben sich zu einem Erinnerungsfoto vor der »Kinderschule« in der Bahnhofstraße versammelt. Kaum vorstellbar, dass sie alle bei schlechtem Wetter in den Innenräumen des 1907 errichteten Gebäudes Platz finden konnten.
1907 wurde in Löffingen ein Frauenverein gegründet, der sich an die Stadtgemeinde mit der Bitte wandte, eine Kleinkinderschule zu bauen. Der Gemeinderat und der Bürgerausschuss stimmten für den Bau und stellten die dafür notwendigen finanziellen Mittel bereit. Sie verlangten aber vom Frauenverein, dass er die laufenden Betriebskosten übernehmen werde. Johanna Nägele geb. Wider (1850-1920), die damalige Vereinsvorsitzende, stellte das Grundstück in der Bahnhofstraße zur Verfügung. Im Oktober 1908 entsandte das Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul katholische Nonnen nach Löffingen. Die erste war Schwester Sofia. In ihre Obhut wurden die Kinder gegeben.
Dieses Foto stellten dankenswerterweise Else Egle und Hermann Egle zur Verfügung.
»Zur Erinnerung an meine Schulzeit«, steht auf dem Passepartout-Rahmen dieses Gruppenfotos. Die Kinder, die darauf zu sehen sind, sind alle noch nicht schulpflichtig, sondern besuchen die 1908 eröffnete »Kinderschule« in der Bahnhofstraße. In der angebauten Halle können sie spielen. Eine Schaukel ist auf der rechten Seite zu sehen. Eine Schaukel für 61 Kinder? Im Hintergrund sieht man den Holzvorrat für die kalten Wintermonate.
Dieses Foto stellten dankenswerterweise Christa Egle sowie Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.
49 Kinder auf einem Haufen, die nicht wild durcheinander toben, sondern still sitzend darauf warten, dass der Fotograf den Auslöser drückt. Sie werden von mehreren »Kindergarten-Tanten« betreut, die in der letzten Reihe stehen.
Der Kindergarten bzw. die »Kinderschule« in der Bahnhofstraße wurde 1908 eröffnet. Die Leitung obliegt zwei Ordensschwestern aus dem Mutterhaus vom Heiligen Vinzenz vom Paul.
Wer erkennt die Kinder? 1.Reihe, v.l.n.r.: 1 Marie Trenkle oder Maria Geisinger (verh. Rösch, 1916-2001), 2 ???, 3 ???, 4 Maria Geisinger (verh. Rösch, 1916-2001), 5 Emma Geisinger (geb. Kienzle, 1915-2003) oder Luise Straub (verh. Bader, 1914-2009), 6 Else Schwörer, 7 ??? (»Ketterli«), 8 Hilde Schultheiß (verh. Schulz), 9 ???, 10 ???, 11 ??? Strobel, 12 ??? Strobel 2.Reihe, v.l.n.r.: 1 Else ???, 2 Emma Limb (verh. Binder, 1913-2005), 3 Rosa Kuster, 4 Johanna Ganter (verh. Rebholz, 1914-2003), 5 Hilda Rogg, 6 Adelheid ???, 7 Rosa Häusler, 8 ???, 9 Fränzili Guth, 10 ???, 11 Josepha Roth (verh. Rappenegger, 1915-1998), 12 Luise Strobel (verh. Trescher), 13 Berta Hall 3.Reihe, v.l.n.r.: 1 Resli Fehrenbach, 2 ???, 3 ???, 4 ???, 5 ??? Hasenfratz, 6 Otto Ganter, 7 Fritz Thoma, 8 Konrad Bader (1915-1946), 9 ???, 10 ??? Strobel, 11 ???, 12 Erwin Egle (1915-1948) 4.Reihe, v.l.n.r.: 1 ???, 2 Hans Strobel (1913-1964), 3 ???, 4 ??? Rappenegger, 5 [Hans Jordan?], 6 Josef Benz (1914-1962, genannt »Diesebeppi«), 7 ???, 8 Hermann Schelling (1914-1998), 9 Willy Schmutz (1915-1992), 10 Karl Mogel, 11 Franz Kuster (1913-1943), 12 Hermann Kuster 5.Reihe, v.l.n.r.: 1 ??? Bader, 2 ???, 3 ???, 4 ??? Guth, 5 Hedwig Kraus, 6 ???, 7 Anna Beha (1903-?)
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Theo Walz zur Verfügung.
Diese Kinderschar besucht die Kinderschule in der Bahnhofstraße Anfang der 1930er Jahre. Für ein Gruppenfoto haben sie sich hinter dem Haus versammelt.
Auf dem Gruppenfoto sind u.a. zu sehen: Theo Walz (1928-2015), Gertrud Schmid (verh. Faller, 1925-2005) und Irma Schmid (verh. Adrion, geb. 1927).
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Paula Veith zur Verfügung.
Eine Gruppe kleiner Kinder fasst sich an den Händen und tanzt im Kreis – ein sogenannter Kinderreigen. Die Szene spielt sich vor dem »NSV-Kindergarten« (Bahnhofstr. 9) ab. Über der Tür ist der Name des Kindergartens in Frakturschrift angebracht. Neben der Tür hängt ein kleines Schild mit dem Logo der NSV.
Die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt (NSV) ist eine der wichtigsten Organisationen im sozialpolitischen Bereich des NS-Staates und hat unter anderem die Aufgabe, Kinderbetreuung im Sinne der NS-Ideologie zu organisieren. Dieses scheinbar harmlose Alltagsbild ist deshalb auch ein Beispiel für die Durchdringung aller Lebensbereiche mit nationalsozialistischer Propaganda – selbst in frühkindlichen Institutionen. Die Kleinkinder lernen z.B. den Spruch: »Händchen falten, Köpfchen senken – immer an den Führer denken. Er gibt euch euer täglich Brot und rettet euch aus aller Not.«
Wer erkennt die Kinder? Zu sehen sind u.a. Brigitte Schweizer (verh. Sahr, geb. 1941, 6.v.l.), Elmar Bader (1940-2017) und Gerda Stöhr (1941-2010).
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Petra Nobs zur Verfügung.
Auf der Seite des offenen Omnibusses prangt selbstbewusst das Wort »Reichspost«. Das Kennzeichen »RP–3012« verrät: Hier ist nicht irgendein Gefährt unterwegs, sondern ein offizieller Postkraftwagen, der Menschen ebenso wie Briefe und Pakete durchs Land bringt. Doch an diesem Tag transportiert er vor allem gute Laune.
Dicht an dicht sitzen und stehen die Ausflügler im offenen Wagen. Männer mit Schiebermützen und Filzhüten, Frauen mit Glockenhüten, Tüchern und hellen Sommermänteln. Einige lehnen lässig am Rand, andere drehen sich neugierig zur Kamera. Fast alle lächeln. Es ist dieser Moment kurz vor der Abfahrt.
Der Bus ist nach hinten offen, die Sitzbänke quer eingebaut. Man spürt förmlich das Ruckeln auf den damals noch holprigen Straßen. Der Fahrtwind fährt durch die Kleidung, Gespräche müssen laut geführt werden. Und doch: Solche Ausflüge sind etwas Besonderes. Kaum jemand besitzt ein eigenes Fahrzeug, gemeinsame Fahrten mit dem Postbus bedeuten Abenteuer, Gemeinschaft, ein Stück Moderne.
Wer genau hier mitfährt, wissen wir nicht. Die Personen sind bislang nicht identifiziert, auch der genaue Ort bleibt offen. Doch vieles spricht dafür, dass sich unter den fröhlichen Gesichtern einige Löffingerinnen und Löffinger befinden. Vielleicht ein Vereinsausflug oder eine private Gesellschaft?