Mehrbildkarte mit drei Ansichten, ca. 1925

Verlag Franz X. Geiger, Löffingen
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Georg Willmann zur Verfügung.

Diese colorierte Mehrbildkarte zeigt oben eine Gesamtansicht des Städtchens, das vom Alenberg aufgenommen wurde, von wo sich ein schöner Blick bietet: Zu sehen ist der Altstadtring mit dem Rathaus und der katholischen Pfarrkirche. Der Schrecken des Großbrandes 1921 liegt schon einige Jahre zurück: Die Häuser in der Demetriusstraße sind wieder aufgebaut und an ihren Staffelgiebeln zu erkennen. Jenseits der Bahnlinie stehen noch kaum Häuser, nur in der Bonndorfer Straße sind bereits die beiden Villen der Holzindustriewerke Josef Benz AG gebaut. 

Links unten ist die »Straßenpartie« am Unteren Rathausplatz mit dem Demetriusbrunnen im Vordergrund abgebildet. Als Vorlage für das colorierte Foto diente eine Schwarz-Weiß-Aufnahme aus den Jahren 1912-1916

Rechts unten ist das »Krankenhaus« in der heutigen Seppenhofer Straße zu sehen, das 1921 erweitert wurde.

Hebamme Emma Kienzle mit Neugeborenem, ca. 1960-1970

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Emma Kienzle zur Verfügung.

Ein stiller Moment nach einer Geburt: Hebamme Emma Kienzle hält ein Neugeborenes behutsam in ihren Armen. Das Baby liegt eingewickelt in ein helles Tuch, die Augen geschlossen, die winzigen Hände halb geöffnet – noch ganz versunken im ersten Schlaf. Neben ihr steht vermutlich die junge Mutter. Ihr Blick ruht voller Staunen auf dem Kind. Im Vordergrund deutet ein Blumenstrauß an, dass hier gerade ein neues Leben willkommen geheißen wird.

Emma Kienzle (geb. Geisinger, 1915-2003) ist Hebamme mit Leib und Seele. Von 1948 bis zur Schließung des Krankenhauses 1983 arbeitet sie in der Geburtsabteilung in der Seppenhofer Straße. Jahr für Jahr begleitet sie rund 150 Kinder bei ihrem ersten Atemzug. Viele Familien verbinden mit ihr einen der prägendsten Momente ihres Lebens. Und auch bei Hausgeburten ist sie zur Stelle – ruhig, erfahren, zugewandt.

Dass sie diesen Beruf ergreift, scheint fast vorgezeichnet: Sie ist die Tochter des Landwirts Leopold Geisinger (1878-1938) und der Hebamme Veronika Geisinger (geb. Mauthe, 1878-1958). Das Handwerk wird ihr gewissermaßen in die Wiege gelegt. Früh verwitwet, lebt Emma Kienzle bis zu ihrem Tod in ihrem Elternhaus in der Alenbergstraße 6 – und bleibt vielen als die Hebamme in Erinnerung, die Generationen von Löffinger Kindern ins Leben begleitet hat.

V.l.n.r.: 1 ???, 2 Emma Kienzle

Standort des Fotografen: 47.881736, 8.345268

Hebamme Emma Kienzle mit Neugeborenem, 1961

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Emma Kienzle zur Verfügung.

Emma Kienzle (geb. Geisinger, 1915-2003) ist Hebamme mit Leib und Seele.  Von 1948 bis zur Schließung 1983 arbeitet sie in der Geburtsabteilung im Krankenhaus in der Seppenhofer Straße. Im Durchschnitt kommen jährlich etwa 150 Neugeborene zur Welt, denen sie hilft, das Licht der Welt zu erblicken. Auch bei Hausgeburten ist die beliebte Hebamme dabei.

Emma Kienzle ist die Tochter des Landwirts Leopold Geisinger (1878-1938) und der Hebamme Veronika Geisinger (geb. Mauthe, 1878-1958). Ihr späterer Beruf ist Emma Kienzle also bereits in die Wiege gelegt. Sie ist seit jungen Jahren verwitwet und wohnt bis zu ihrem Tod in ihrem Elternhaus in der Alenbergstraße 6.

Von 1956 bis 1986 engagiert sie sich auch als Leiterin der Dorfhelferinnenstation. Das Dorfhelferinnenwerk Sölden e.V. wurde 1954 gegründet, um Frauen und Familien zu unterstützen.

Standort des Fotografen: 47.881668, 8.345370

Blick vom Reichberg auf das Städtchen, Ölgemälde, 1861

Das Original befindet sich im Besitz von Christel Wehrle.
Sammlung Familie Waßmer

Der Maler H. Glunk malt 1861 vom Reichberg aus dieses Ölbild. Die Stadtansicht, die sich ihm bietet, ist neu. Erst seit 1857 steht der Kirchturm am Westgiebel des Langhauses. Bis 1845 hatte er an der Südseite des Kirchenschiffes gestanden, in den zehn Jahren dazwischen hatte eine Lücke im Panorama geklafft.

Deutlich wird außerdem, wie weit sich zu Zeiten Glunks die Bebauung bereits über den mittelalterlichen Stadtkern hinaus ausgedehnt hat. Häuserzeilen erstrecken sich in der Vorstadt, sie reihen sich auf dem Alenberg und im Maienland. Zwei Häuser stehen im heutigen Pfarrweg. In der Straße nach Seppenhofen sind die 1840 erbaute Kaplanei und etwas abseits ein kleines Gebäude zu erkennen, das ab 1871 als Krankenhaus dient. Zu sehen sind auch die beiden Barockhäuser am Ortseingang. Die Pfarrscheune daneben mit ihren hohen Scheunentoren muß im Jahre 1900 dem Bau der Eisenbahn weichen. Die Bahngleise zerschneiden später die Wiese im Vordergrund.

Die Identität des Malers H. Glunk ist unbekannt. Eventuell handelt es sich bei ihm um Heinrich Glunk, der am 30. Juni 1827 als Sohn des Schneidermeisters Jacob Glunk und dessen Ehefrau Maria Agatha geb. Müller in Löffingen geboren wurde. Familie Glunk lebte in der heutigen Demetriusstraße. Heinrich Glunk studierte und wurde Schullehrer. 1860 heiratete er in Mannheim. Er stirbt am 26. Februar 1868 im Alter von 40 Jahren.  Es ist gut möglich, dass er dieses Ölgemälde schuf.

Standort des Malers: 47.880673, 8.342872

Krankenhaus in der Seppenhofer Straße, ca. 1925

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Stadtarchiv | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Luzia Bader zur Verfügung.

Die Ansichtskarte, die vom Verlag Anton Rebholz (»ARL«) vertrieben wird, trägt den Titel »Städt. Krankenhaus«. Der Schriftzug »Krankenhaus« steht denn auch in großen Lettern über dem Eingangsportal. 

1890 war das Gebäude in der Seppenhofer Straße errichtet worden. Als es 1921 zu klein geworden war, wurde es erweitert. Man baute u.a. das Dach aus, hier an den Gaubenfenstern zu erkennen, und fügte eine Wiederkehr sowie das vorspringende Eingangsportal an. Im Innern erhielt das Krankenhaus eine moderne chirurgische Einrichtung. 

Auf dem Foto blicken im Erdgeschoss und im Obergeschoss zwei Personen neugierig aus dem Fenster. Eine davon ist eine katholische Nonne in Ordenstracht, eine der »Spitalschwestern«. Schaut man am Krankenhaus vorbei, erblickt man im Hintergrund den Rohbau der Volksschule an der »Hasle«. Die Aufnahme muss also Mitte der 1920er Jahre entstanden sein.

Standort des Fotografen: 47.881883, 8.344814