Krankenhaus in der Seppenhofer Straße, ca. 1921-1925

Verlag Cramers Kunstanstalt K.G., Dortmund | Stadtarchiv

In den Jahren 1890/91 war das Krankenhaus in der Seppenhofer Straße erbaut worden. Es war aber damals noch bedeutend kleiner als auf dem Foto, das in den frühen 1920er Jahren aufgenommen wird. Ursprünglich enthielt es neben den Kellerräumen eine Waschküche, im Erdgeschoss die Küche mit Nebenraum, vier Zimmer, ein Baderaum und eine Toilette und im 1. Obergeschoss fünf Krankenzimmer, ein Arztzimmer und eine Toilette. Über eine Galerie war der Neubau mit dem alten Krankenhaus verbunden, das am rechten Bildrand zu sehen ist, wenngleich es von einem Baum verdeckt wird.

1921 vergrößerte die Stadt das Krankenhaus durch einen Anbau in westlicher Richtung. Nach dem Abschluss der Baumaßnahmen entsteht dieses Foto. Durch den Umbau wurden im Erdgeschoss vier Zimmer und ein Baderaum und im 1. Obergeschoss drei Zimmer, ein Operationssaal, ein Verbandszimmer und ein Baderaum hinzugewonnen. Das Dachgeschoss wurde ausgebaut, darin befindet sich eine Kapelle und ein Mädchenzimmer. Der Eingang zum Krankenhaus wurde zur Straßenseite verlegt und mit einer Altane versehen, auf der der Schriftzug »Krankenhaus« angebracht ist.

Das Foto wird von der gegenüberliegenden Straßenseite aus aufgenommen. Der Fotograf wählt einen tiefen Kamerastandort und fotografiert mit Untersicht, sodass die Wiese im Vordergrund die Seppenhofer Straße gänzlich verdeckt. Offenbar will er den Eindruck erwecken, das Krankenhaus liege ganz im Grünen, was der Genesung der Patienten förderlich sei.

Standort des Fotografen: 47.881509, 8.345082

Blick von der »Breiten« auf das Städtchen mit Neujahrsgruß, ca. 1927/28

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Sammlung Familie Waßmer

»Herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel« ist auf diese Ansichtskarte gedruckt, die das Städtchen vom Gewann »Breiten« aus zeigt. Der Sägearbeiter Alois Breimaier schickt die Neujahrsgrüße nach Oggelshausen in Oberschwaben. Da die Briefmarke nicht mehr erhalten ist, ist auch kein Poststempel mehr vorhanden, sodass unklar ist, zu welchem Jahreswechsel Alois Breimaier die Karte versendet.

Ziemlich präzise datieren lässt sich allerdings, wann die Gesamtansicht des Städtchens fotografiert wurde. Ein erster Anhaltspunkt sind die Festhalle und die Volksschule bei der »Hasle«, die sich noch im Rohbau befinden. Noch sind nicht alle Fenster eingesetzt. In der Seppenhofer Straße steht bereits das 1927 erbaute Haus von Blechnermeister Robert Geisinger (Seppenhofer Str. 4), aber das 1929 errichtete Haus »Schönblick« (Stadionstr. 6) ist noch nicht gebaut. Und in der Kirchstraße sind noch Häuser zu erkennen, die bei einem Brand 1929 zerstört werden. Folglich muss das Foto 1927/28 aufgenommen worden sein.

Standort des Fotografen: 47.880780, 8.340002

Blick vom Reichberg auf das Städtchen, ca. 1908

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Stadtarchiv

Diese colorierte Ansichtskarte wird am 11. November 1939 von Löffingen nach Leipferdingen versendet. Das Motiv auf der Vorderseite ist aber rund 30 Jahre älter. Die Karte scheint ein echter Ladenhüter gewesen zu sein. Denn das Aussehen des Städtchens hat sich seitdem merklich verändert. Am Alenberg sind noch deutlich die Häuser zu erkennen, die beim Großbrand 1921 zerstört werden. Und in der Oberen Hauptstraße steht noch das Haus Selb, das 1915 abbrennt und danach in veränderter Form wiederaufgebaut wird.

Der Fotograf steht unterhalb des Reichbergs im Gewann »Im kleinen Brühl«. Sein Blick fällt über die Bahnlinie in Richtung Städtchen. Entlang der Göschweiler Straße sind kleine Bäume gepflanzt. Häuser stehen diesseits der Bahnlinie noch keine, weder im Bereich der Göschweiler noch der Bonndorfer Straße. Am linken Bildrand ist das Bahnwärterhaus in der Rötenbacher Straße zu erkennen. Am rechten Bildrand steht das 1871 erbaute Krankenhaus (Seppenhofer Str. 7), das 1921 in westlicher Richtung erweitert wird.

Standort des Fotografen: 47.880065, 8.343601

Luftbild auf das Städtchen, ca. 1933/34

Verlag A. Rebholz, Löffingen | Stadtarchiv | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Monika Huber zur Verfügung.

Das Luftbild zeigt »Löffingen im badischen Schwarzwald« Anfang der 1930er Jahre. Das Städtchen ist längst über seinen historischen Altstadtring hinausgewachsen. Die Häuser im Maienland und auf dem Alenberg, in der Vorstadt, im »Schlempental« und in der Seppenhofer Straße übersteigen zahlenmäßig die Häuser der Altstadt. Neu war zu diesem Zeitpunkt das Gebäude der Turn- und Festhalle sowie der Schule, das am rechten Bildrand zu sehen ist. Mit dem Bau war bereits 1923 begonnen worden, fertiggestellt und eingeweiht wird das Gebäude an der »Hasle« aber erst 1936.

Dass das Städtchen im Begriff ist, sich auch jenseits der Bahnlinie weiter auszudehnen, zeigt sich an der Bebauung in der Bonndorfer Straße. Die beiden Villen rechts entstanden bereits Anfang der 1920er Jahre. Das Haus von Postschaffner Karl Kuster (Bonndorfer Str. 3) ist gerade neu gebaut. Wenige Jahre später werden weitere Häuser folgen: 1935 baut Bauunternehmer Heinrich Wider an der Einmündung zur Göschweiler Straße sein Wohnhaus (Göschweiler Str. 1). Ein Jahr später errichtet die Gemeinnützige Baugenossenschaft ein Beamtenwohnhaus (Bonndorfer Str. 6), in das Bürgermeister Heinrich Andris mit seiner Familie und Lehrer Lipps einziehen.

Mehrbildkarte mit Gasthaus »Gebert« und Gesamtansicht, 1907

Verlag R. Märklin, Freiburg | Stadtarchiv

»Hier bin ich«, schreibt Fanny in Kurrentschrift auf das kleine Bildchen unten links auf der Mehrbildkarte, die seit 1907 verlegt wird. Darunter ist die älteste bekannte Ansicht des »Restaurant J. Gebert« in der heutigen Oberen Hauptstraße zu sehen. Betreiberin ist Emma Gebert geb. Rosenstiel (1865-1936). Sie ist die Witwe des einige Jahre zuvor verstorbenen Gast- und Landwirts Johann Gebert (1863-1895).

Fanny schickt die Karte am 11. November 1915 von Löffingen an »Fräulein Marie« nach Donaueschingen. Sie sendet ihr die »herzlichsten Grüße« und jammert über das »schlechte Wetter«, denn: »Schnee hat es hier wie mitten im Winter.«

Über dem kleinen Bildchen ist eine Gesamtansicht des Städtchens abgebildet. Sie wird vom Gewann »Im kleinen Brühl« jenseits der Bahnlinie aus aufgenommen. Zu sehen ist u. a. das Krankenhaus (Seppenhofer Str. 7).

Luftbild auf das Städtchen vom Reichberg aus, ca. 1970

Thorbecke-Luftbild | Fotoprint-Verlag A. Mauthe, Balingen | Stadtarchiv

Der Fotograf Franz Thorbecke (1922-2011) nimmt dieses Luftbild vom »Höhenluftkurort Löffingen im Hochschwarzwald« auf. Die Ansicht wird als Ansichtskarte verbreitet. Bekannt wurde Thorbecke, der aus Lindau am Bodensee stammt, seit 1953 mit seiner Luftbildfotografie. 1960 erwarb er einen Privatpilotenschein und eine eigene einmotorige »Super Cub« des US-amerikanischen Flugzeugherstellers Piper Aircraft Corporation. Mit dieser Maschine kreist er vermutlich über dem Reichberg und nimmt das Foto vom tief verschneiten Städtchen auf.

Der Reichberg ist noch gänzlich unbebaut. Aber im Gewann »Breiten« stehen bereits zahlreiche neu gebaute Mehrfamilienhäuser. Das Sägewerk Benz mit dem hoch aufragenden Kamin ist deutlich zu erkennen. Das Krankenhaus in der Seppenhofer Straße ist bereits erweitert, das katholische Pfarrhaus im Pfarrweg schon gebaut, ebenso der Kindergarten im Schulweg. Aber das Realschulgebäude existiert noch nicht. Hinter dem Alenberg ist die »B31« zu sehen, die nicht mehr durch das Städtchen, sondern als Umgehungsstraße von Neustadt nach Donaueschingen führt. Das »Motel« steht bereits, ebenso das Mehrfamilienhaus (Fürstenbergstr. 26/28), das 1969 von der Baugenossenschaft errichtet wurde.

Am Horizont grüßt Dittishausen in der Ferne. Das 1973 fertiggestellte Appartmenthochhaus ist noch nicht zu sehen. Mitte der 1960er Jahre ist Dittishausen noch eine selbständige Gemeinde. Sie wird erst zum 1. Januar 1975 nach Löffingen eingemeindet.

Blick vom Kurpark zum Städtchen, ca. 1940

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Hermann Egle zur Verfügung.

Vom Kurpark fällt der Blick über die Alemannenstraße und die Dächer des Städtchens hinweg in Richtung Seppenhofen. In der Bildmitte sind die »Bittenwiesen« zu erkennen, die von der Bahnlinie zerschnitten werden.

Links ist die »Hasle« mit der Festhalle und der 1936 eingeweihten Volksschule zu sehen. Die Außenanlage scheint frisch angelegt. Ein Fahnenmast steht vor dem Schulgebäude. Die 1953 erbaute Evangelische Kirche ist noch nicht erbaut. Im Städtchen sticht das markante Gebäude des Städtischen Krankenhauses (Seppenhofer Str. 7) ins Auge. In der Bonndorfer Straße stehen bereits die beiden Villen (Bonndorfer 7 und 8).

Standort des Fotografen: 47.885338, 8.345666

2 Fotos: Blick vom Reichberg auf das verschneite Städtchen, 1962

Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Wolfgang Lüdemann-Ravit zur Verfügung.

Es ist ein sonniger Wintertag. Still und friedlich liegt das Städtchen in der Talmulde zwischen Reichberg und Alenberg. Schon seit einigen Jahren wächst das Städtchen über die Bahnlinie hinaus. Zunächst entstanden die Häuser in der Bonndorfer Straße, jetzt wird das Gewann »Im kleinen Brühl« bebaut. Mehrfamilienhäuser entstehen, neue Straßen wie die Gartenstraße und die Scheffelstraße werden angelegt. Das Gewann »Breiten« wird kurze Zeit später ebenfalls als Neubaugebiet erschlossen.

Standort des Fotografen: 47.879007, 8.342917

Blick vom Reichberg zum Städtchen, ca. 1965-1967

Sammlung Familie Waßmer

Immer wieder wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts vom Reichberg aus das Städtchen fotografiert. Denn der erhöhte Standort bietet einen guten Blick. Fiel er früher ungehindert über Wiesen, Felder und die Bahnlinie hinweg in Richtung der katholischen Pfarrkirche St. Michael und der Häuser in der Seppenhofer Straße, so verändert sich der Blick vor allem in den 1960er Jahren rapide.

Zusätzlich zu den Häusern in der Bonndorfer Straße, die bereits einige Jahre zuvor gebaut wurden, wird nun das Gewann »Im kleinen Brühl« als Neubaugebiet erschlossen. Mehrfamilienhäuser werden gebaut, neue Straßen wie die Gartenstraße und die Scheffelstraße angelegt. Nur wenige Jahre später wird sich dem Fotografen wieder ein ganz neuer Blick bieten.

Standort des Fotografen: 47.879007, 8.342917

Mehrbildkarte mit vier Ansichten, ca. 1900-1904

Verlag Th. Schmutz-Mayer, Löffingen

»Auch einmal von hier mögen Sie & Ihre so werthe Familie beste Grüße empfangen«, heißt es auf dieser Ansichtskarte, die am 18. Oktober 1904 von Löffingen aus versandt wurde.

Die Mehrbildkarte zeigt vier Ansichten des Städtchens. Unter einer Gesamtansicht, die vom »Reichberg« aus aufgenommen wurde, sind drei Einzelbilder zu sehen: Ganz links ist das »Warenhaus z[um] Kasten« (Untere Hauptstr. 7) abgebildet, das seit 1900 dem Kaufmann Thomas Schmutz gehört, der auch als Verleger diese Ansichtskarte fungiert. Kein Wunder, dass er sein eigenes Kaufhaus so prominent abbildet. Daneben ist die 1898 vollendete »Wallfahrtskirche z[um] Schneekreuz« zu sehen. Und ganz rechts ist eine idealisierte Darstellung des Kriegerdenkmals abgebildet. Das 1894 geschaffene Denkmal zur Erinnerung an die Kriegsteilnehmer des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 ist übergroß dargestellt, was im Größenvergleich mit den Menschen deutlich ins Auge springt.

Mehrbildkarte mit drei Ansichten, ca. 1909

Sammlung Familie Waßmer

»Hier siehst Du die Heimat im Bild«. Diese Zeile hat die Absenderin dieser Ansichtskarte zwischen die beiden kleinen Bildchen geschrieben und dazu ein Herzchen auf die Dächer des Städtchens gemalt. Die Mehrbildkarte zeigt insgesamt drei Ansichten. Oben ist eine Gesamtansicht abgebildet, die vom Gewann »Breiten« aufgenommen wurde. In der Rötenbacher Straße steht bereits das Forstamt (Rötenbacher Str. 8) und links dahinter ist, leicht verdeckt, der 1901 eröffnete Bahnhof (Bahnhofstr. 1) zu sehen.

Links unten ist die »Gewerbliche Fortbildungs- und Industrieschule« (Demetriusstr. 1) zu sehen, die nach dem Brand von 1907 erbaut wurde. Dass es sich um einen Neubau handelt, der gerade fertiggestellt wurde, ist leicht zu erkennen. Rechts unten ist das 1890 erbaute »Krankenhaus« (Seppenhofer Str. 7) zu sehen, neben dem das alte Spital steht.

Blick vom Reichberg auf das Städtchen, ca. 1961

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.

Eine rege Bautätigkeit herrscht im Neubaugebiet »Im kleinen Brühl«. Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser werden in der Gartenstraße gebaut. Auch jenseits der Bahnlinie sind bauliche Veränderungen sichtbar: Der 1957 errichtete Anbau an das Städtische Krankenhaus (Seppenhofer Str. 7) sticht genauso ins Auge wie der 1961 frisch verputzte Kirchturm der katholischen Pfarrkirche St. Michael.

Standort des Fotografen: 47.879496, 8.342515