Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Maria Göpper zur Verfügung.
Die feierliche Prozession durch das Städtchen ist in der Unteren Hauptstraße vor der Pfarrkirche St, Michael zum Halt gekommen. Einige Frauen haben sich auf die Treppenstufen vor dem »alten Benzbau« (Untere Hauptstr. 8) gestellt, um das Herunterladen der neu gegossenen Kirchenglocken vom Lastwagen verfolgen zu können. Die Ministranten scheinen etwas orientierungslos. Eine Prozession zur Glockenweihe findet schließlich nicht alle Tage statt.
Dieses Foto stellten dankenswerterweise Hilda Hepting und Franz Isele zur Verfügung.
Der Festumzug zur Stadterhebung am 27. Mai 1951 zieht durch die Bahnhofstraße. Ein Ochsengespann zieht einen Karren, auf dem eine junge Frau steht, in einem weißen wallenden Kleid, mit einem Blütenkranz im Haar geschmückt. Ihr folgen zu Fuß Festjungfrauen, die dem nasskalten Wetter trotzen. Sie werden von einigen Männern mit Wikinger-Helmen flankiert, die vermutlich Alemannen darstellen sollen.
Im Hintergrund ist das Haus Vogelbacher (Weberweg 8) zu erkennen, das die Hausnummer »Bahnhofsstraße 117« trägt. Eigentümer des Anwesens sind der Landwirt und Holzhändler Franz Vogelbacher (1906-?) und dessen Ehefrau Berta Vogelbacher (geb. Hoch, 1911-?). Das Haus ist mit Girlanden aus Tannengrün geschmückt. Deutlich sind an der Dacheindeckung Spuren des Krieges zu erkennen: Bei der Bombardierung des Nahe gelegenen Bahnhofes wurde auch das Haus Vogelbacher in Mitleidenschaft gezogen. Dort, wo sich heute eine Garage befindet, sind noch Scheunentore vorhanden. Balkone gibt es noch nicht.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Vera Hepting geb. Walz zur Verfügung.
Der Eisenhändler Heinrich Walz hatte 1913 sein Haus am Unteren Rathausplatz verkauft und in seinem neu erworbenen Haus in der Hafnergasse ein neues Geschäft eröffnet. »Heinrich Walz Eisenhandlung« steht über dem schmiedeeisernen Schild, das zwischen Stalltür und Haustür hängt. Ein Schaufenster im eigentlichen Sinn gibt es noch nicht. Die Waren werden in dem kleinen Fenster und auf dem Gehweg vor dem Haus präsentiert. Ausgestellt sind ein Schubkarrenrad, Sensenstiele mit Worb, Antraggabeln für die Heu- und Garbenernte, ein Waschbrett und mehrere Gitterroste.
Wenige Jahre später wir das Haus Walz umgebaut und modernisiert.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Marie-Luise Schlenker zur Verfügung.
Eine Hochzeitsgesellschaft hat sich in der Alenbergstraße vor dem Haus des Blechnermeisters Otto Ganter aufgebaut. In der Mitte steht das Brautpaar Helmut Winkler (1929-2009) und Luise Winkler (geb. Vogelbacher, 1930-2010).
Diese Fotos stellten dankenswerterweise Elke Moser und Georg Willmann zur Verfügung.
Im Zweiten Weltkrieg mussten vier Glocken für die Rüstungsindustrie abgegeben werden. Am 30. November 1951 geleitet eine kleine Prozession vier neue Glocken zur Pfarrkirche St. Michael. Vorneweg marschieren die Ministranten mit Fahnen, gefolgt von einer Musikkapelle. Dahinter gehen Schulkinder. Es folgt der Lastwagen mit zwei Glocken, flankiert von Ministranten. Verdeckt dahinter gehen Pfarrer Weickhardt, Bürgermeister Benitz und der Gemeinderat.
Am Sonntag, den 2. Dezember 1951 findet dann die feierliche Glockenweihung in der Pfarrkirche statt.
Diese Fotos stellte dankenswerterweise Hermann Geisinger zur Verfügung.
Der obere Rathausplatz ist nicht nur Schauplatz von fröhlichen Ereignissen. Als zentraler Platz dient er auch bei traurigen Anlässen als Versammlungsort. Nachdem bei einem Verkehrsunfall am 15. August 1951 die beiden Einwohner Fritz Zepf (28 Jahre) und Franz Egle (26 Jahre) bei Neustadt tödlich verunglückt sind, wollen so viele Menschen Abschied nehmen, dass Stadtpfarrer Karl Weickhardt die Trauerfeier auf dem Rathausplatz abhält. Von dort setzt sich der Trauerzug anschließend in Richtung Friedhof in Bewegung.
Fritz Zepf war der Sohn von Anna Zepf (geb. Köpfler). Er wurde am 5. Februar 1923 geboren. Er wurde nur 28 Jahre alt. Franz Egle war der Sohn von Landwirt Josef Egle und dessen Ehefrau Maria Egle (geb. Heizmann). Er kam am 21. Oktober 1924 zur Welt und wurde nur 26 Jahre alt.
Diese Fotos stellten dankenswerterweise Franz Isele, Theo Walzund Georg Willmann zur Verfügung.
Drei von vier Kirchenglocken wurden 1942 für die Rüstungsindustrie eingeschmolzen, nur eine Glocke verblieb im Holzglockenstuhl. Am Freitag, den 30. November 1951 wurden die Glocken angeliefert und in einer feierlichen Prozession zur katholischen Pfarrkirche St. Michael geleitet,
Zwei Tage später findet die feierliche Glockenweihe von vier neu gegossenen Glocken statt. Mit Kränzen geschmückt stehen sie aufgereiht im Mittelgang des Langhauses. Sie wurden von der bedeutenden Glockengießerei Heinrich Kurtz in Stuttgart gegossen. Die neuen Glocken sind aus Bronze, die kleinste (mit einem Durchmesser von 818 mm) wiegt 331 kg, die größte Glocke (mit einem Durchmesser von 1.473 mm) hat ein stolzes Gewicht von 1.991 kg.
Auf den beiden Fotos ist der Adventskranz zu erkennen, der von der Kirchendecke hängt: Die vierwöchige Vorweihnachtszeit hat begonnen. Zum Weihnachtsgottesdienst wird das nunmehr wieder vollständige fünfstimmige Kirchengeläut (Molldurquintett) erstmals feierlich erklingen.