Von der Vorstadtstraße aus fällt der Blick auf das Haus Waibel (Obere Hauptstr. 3) und das kleine »Eichhäusle« (Obere Hauptstr. 1). Davor steht ein alter Laufbrunnen, der früher die Häuser in der Vorstadt mit Wasser versorgte. Um den Brunnen herum ist die Straße seit jeher gepflastert, damit der Boden vom Wasser nicht aufweicht und matschig wird, insbesondere wenn Vieh am Brunnen getränkt wird.
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.
An Fasnacht zieht der Narrenumzug durch die Vorstadtstraße. Im Anmarsch ist gerade die Stadtmusik, die weiße Zipfelmützen trägt. Eine Schar Kinder läuft neben ihr her. Die Straße ist noch nicht geteert, nur beim Laufbrunnen ist der Platz gepflastert.
Die Häuser im Hintergrund gehören dem Zimmermann Leopold Roth und seiner Ehefrau Apollina geb. Bieler (Vorstadtstr. 4) sowie dem Postschaffner Karl Beha und seiner Ehefrau Luise geb. Bader (Vorstadtstr. 5). Auf das Foto wurde auf die Fassade vom Haus Roth das Aufnahmedatum gestempelt: »24. Febr. 1936«.
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung zur Verfügung.
Malerisch schön sieht diese Ansicht mit dem Brunnen in der Vorstadtstraße aus. Es ist ein sonniger Wintertag. Trotz der Jahreszeit ist der Brunnen nicht abgestellt, sondern das Wasser plätschert ruhig vor sich hin.
Was jetzt nur noch dekorativ aussieht, diente im 19. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch als Trinkwasserversorgung für Mensch und Tier. In einem Protokoll des Bürgerausschusses von 1861 heißt es: »Seit vielen Jahren leiden wir, besonders die Vorstädter Brunnen, am Mangel an Wasser. Die Bewohner müssen ihr Trinkwasser in der Stadt unten holen und das Vieh daselbst tränken. Im Sommer braucht das kostbare Zeit, im Winter ist es bei Glätte für das Vieh gefährlich.« 1873 wurde deshalb in der Vorstadt ein weiterer Brunnen eingerichtet.
Im Hintergrund sind die Häuser Münzer (Vorstadtstr. 1), Effinger (Vorstadtstr. 2) und Willmann (Vorstadtstr. 3) zu sehen. Letzteres gehörte den beiden unverheirateten Schwestern Emma Willmann (1883-1966) und Maria Willmann (1889-1969). Nach dem Tod der beiden Schwestern wechselt der Besitzer zweimal: 1970 wird der Landwirt Willi Mayer neuer Eigentümer. 1978 kauft dann das Ehepaar Dr. Johannes und Gisela Kunze das renovierungsbedürftige Anwesen. Sie lassen es im selben Jahr abreißen und durch einen Neubau ersetzen.
Diese Fotos stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.
Es ist Fasnachtsdienstag. Der Kinderumzug mit vielen kleinen, aber auch einigen erwachsenen Narren zieht durch das Städtchen. Der Weg führt durch die Vorstadtstraße.
Im Hintergrund ist das Haus von Blechnermeister Anton Geisinger und seiner Ehefrau Olga geb. Schmutz (Vorstadtstr. 14) zu sehen. Eine Treppe führt zur – im Hochparterre liegenden – Haustür empor. An der Hausecke stehen einige Gasflaschen.
Auf dem oberen Bild ist ein Hochzeitszug zu sehen. Der Bräutigam führt die Braut, die leider verdeckt ist. Es handelt sich um die beiden Schwestern Veronika Streit und Karin Streit.
Auf dem mittleren Bild, die beiden erwachsenen Fasnachtsnarren, sind Conrad Bader und Dieter Vierlinger.
Die Narren auf dem unteren Foto spielen aus aktuellem Anlass auf die so genannte Nagold-Affäre an. Die Fallschirmjäger-Ausbildungskompanie 6/9 war kurz zuvor aufgelöst worden, nachdem ein Rekrut bei einem Gewaltmarsch zu Tode gekommen war. Weitere Ausbilder hatten sich wegen der Misshandlung Untergebener vor Gericht verantworten müssen. Zu sehen sind v.l.n.r.: Alfons Schlenker, Klaus Wider, Horst Fehrenbach, Fritz Sibold. Dahinter marschieren Heinz Egle und Hans Hasenfratz (?).
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Rita Willmann zur Verfügung.
Von der Kreuzung Alenbergstraße / Ecke Vorstadtstraße fällt der Blick auf die Häuser der Vorstadt. Schnee liegt auf den Dächern, einige Eiszapfen hängen von den Regenrinnen. Schneeberge türmen sich links und rechts der Straße. Die Fahrbahn selbst ist freigeräumt, aber nicht gesalzen. Ein Mann geht über den leicht rutschigen Untergrund.
Dieses Foto stellten uns dankenwerterweise Dorothea und Michael Kasprowicz zur Verfügung.
Vor dem Haus Effinger (Vorstadtstr. 2) ist eine Holzbiege aufgestapelt. Bleibt zu hoffen, dass der Winter bald zu Ende geht, denn das Brennholz scheint zur Neige zu gehen. Noch liegt Schnee und von den Dachgauben hängen dicke Eiszapfen. Das Haus gehört dem Landwirt Wilhelm Effinger (1906-1990) und seiner Ehefrau Luise geb. Oschwald (1914-2009).
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Alexandra Scholl zur Verfügung.
Am Brunnen in der Vorstadtstraße steht Mariele Schweizer geb. Ganter (1909-?) mit ihrem Sohn Hans-Jürgen (geb. 1941). Der Kleine blickt nicht in die Kamera, zu sehr ist er von dem plätschernden Wasser abgelenkt. Am Brunnentrog ist ein Blechschild angebracht, auf dem steht: »Verunreinigung des Brunnens bei Strafe verboten.« Im Hintergrund sind das Haus des Zimmermanns Leopold Roth (Vorstadtstr. 4) und das Haus der Witwe Lina Herrenweger geb. Beha (Vorstadtstr. 5) zu sehen.
Noch existiert das Scheunentor im Haus Effinger (Vorstadtstr. 2). Das Anwesen gehört dem Landwirt Wilhelm Effinger (1906-1990) und seiner Ehefrau Luise Effinger geb. Oschwald (1914-2009), die es 1947 von der Elterngeneration übernommen hatten. Anders ist dies beim Nachbarhaus (Vorstadtstr. 3): Die Landwirtschaft wurde bereits in den 1970er Jahren aufgegeben. Seit einem Umbau ist das Scheunentor verschwunden, immerhin blieb sein Umriss erhalten und wurde verglast. Statt einer Landwirtschaft befinden sich hier nun Wohnungen.
Dieses Foto stellten uns dankenswerterweise Walter und Johanna Nägele zur Verfügung.
Der Postschaffner Karl Beha (1874-1941) und seine Ehefrau Luise Beha geb. Bader (1874-1958) lassen sich mit ihren vier Töchtern vor ihrem Haus in der Vorstadtstraße fotografieren. Das Ehepaar hatte am 18. September 1900 geheiratet.
Karl Beha stirbt im Alter von 66 Jahren am 24. Januar 1941. Seine Witwe Luise Beha geb. Bader folgt ihm am 31. Juli 1958 im Alter von 83 Jahren.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Ursula Moch-Weiss zur Verfügung.
Die jüngere Tochter von Karl und Maria Häusle heiratet: Maria Häusle (1921-2006) und der Kaufmann Hans Kuster (1918-1967) geben sich das Ja-Wort. Gemeinsam betreiben sie nach der Hochzeit die Kolonialwarenhandlung in der Kirchstraße, die schon um die Jahrhundertwende von den Eltern des Bräutigams gegründet wurde. Für das Familienfoto versammelt sich das Brautpaar mit der Hochzeitsgesellschaft vor dem Elternhaus der Braut in der Vorstadtstraße.
1.Reihe: 1 Karl Beha (Nr. 1), 2 ???, 3 Rudolf van den Heuvel, 4 ???, 5 ???, 6 Maria Kuster (geb. Häusle), 7 Hans Kuster, 8 ???, 9 ???, 10 ???, Maria Häusle (geb. Schultheiß, 1883-1966), 12 Karl Häusle (1878-1956), 13 ??? 2.Reihe, v.l.n.r.: 14 Franz Hilpert, 15 Lina Hilpert (geb. Kuster), 16 ???, 17 Elisabeth van den Heuvel (verh. Laule), 18 ???, 19 [evtl. Hans Herrmann], 20 Franziska Fritsche (verh. Heiler 1925-2021) 3.Reihe, v.l.n.r.: 21 ???, 22 Else Weiss (geb. Häusle), 23 Käthe van den Heuvel (geb. Beha, 1917-1972) 4.Reihe, v.l.n.r.: 24 Anna Hasenfratz (geb. Beha), 25 ??? 5.Reihe, v.l.n.r.: 26 Josef Weiss, 27 Josef Beha
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Ursula Moch-Weiss zur Verfügung.
Der Steinmetzmeister Karl Häusle (1878-1956) kaufte das kleine Haus in der Vorstadtstraße 1918. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Maria geb. Schultheiß (1883-1966), die Hebamme ist, und den drei Töchtern Hilde (später verh. Leppert), Else (1911-?, später verh. Weiss) und Maria (1921-2006, später verh. Kuster), lebt er in dem Häuschen, das damals die Hausnummer 223 trägt.
Idyllisch mutet das am Berg gelegene Haus mit dem Obstspalier und dem weiß gestrichenen Holzzaun an. Oben am geöffneten Fenster sitzt eine der Töchter und blickt hintunter zum Fotografen. Nach Karl Häusles Tod 1956 übernehmen seine Tochter Else und ihr Mann Josef Weiss (1913-?) das Anwesen. Wie schon sein Schwiegervater ist auch Josef Weiss Steinmetzmeister.
Der Misthaufen im Vordergrund gehörte zum Nachbargrundstück. Heute befindet sich an seiner Stelle eine Parkbucht für Autos.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Walter Nägele zur Verfügung.
Ein Schild mit der Hausnummer »219« ist über der Haustür angebracht. Agatha Geisinger geb. Beha (1906-?) steht mit ihrer Schwester Lina und ihrer Tochter Johanna vor dem Hauseingang. Es ist ihr Elternhaus: Von ihren Eltern Karl und Luise Beha hat sie es übernommen, sie wohnt hier nun mit ihrem Ehemann Alfred Geisinger (1903-?), der Sägearbeiter ist. Ihre Tochter steht in der Mitte und trägt eine Uniform der Jungmädel für 10- bis 14- Jährige, mit weißer Bluse, dunklem Rock und Krawatte.
Das Foto wird in den letzten Kriegsmonaten aufgenommen. Am rechten Bildrand ist eine Mauer zu erkennen, die vor der Hausfassade errichtet wurde, um einen Splitterschutz gegen Bomben zu bieten.