Ausschnitt: Blick von der »Breiten« auf das Städtchen, 1898

Verlag J. A. Binder Nachfolger, Bonndorf / Stadtarchiv

Diese lithografische Ansicht mit einem Blick auf das Städtchen hat Seltenheitswert. Denn noch gibt es keine Bahnlinie, die das Gelände im Vordergrund zerschneidet. Von der Rötenbacher Straße fällt der Blick über eine Wiese in Richtung der Häuser in der Seppenhofer Straße und des Pfarrwegs.

Zu erkennen ist außerdem das Barockhaus, das vis-à-vis des Pfarrhauses in der Unteren Hauptstraße steht und beim Bombenangriff 1945 zerstört wird. Es gehört dem praktischen Arzt Josef Schmelcher (1854-1923), der seit 1882 in Löffingen tätig ist und unter dem das Krankenhaus vergrößert wird. Am linken Bildrand ist das Haus von Landwirt Jakob Bader (Rötenbacher Str. 2) zu sehen.

Dieses Bild ist ein Ausschnitt aus einer Mehrbildkarte.

Standort des Fotografen: 47.882106, 8.342220

Ausschnitt: »Restauration« Benz und Kaufhaus »Kasten« in der Unteren Hauptstraße, 1898

Verlag J. A. Binder Nachfolger, Bonndorf / Stadtarchiv

Das Aussehen dieser Straßenkreuzung hat sich nur wenige Jahre zuvor stark verändert. Rechts steht das Haus Benz (Untere Hauptstr. 8), der »alte Benzbau«, wie er heute genannt wird. Es wurde nach dem Brand von 1887 neu errichtet und gehört dem Holzhändler und Gastwirt Johann Benz (1850-1908) und seiner Ehefrau Katharina geb. Maier (1850-?). Im Erdgeschoss betreiben sie ein Gasthaus, eine »Restauration«, wie auf dem Schild zu lesen ist. Offenbar ist dieser Neubau der Grund, warum diese Bildperspektive für eine Ansichtskarte attraktiv erscheint.

Links neben dem »alten Benzbau« ist das Gasthaus »Lamm« (Kirchstr. 29) zu sehen, hinter dem die katholische Pfarrkirche St. Michael hochragt. Am linken Bildrand steht das dreistöckige Warenhaus »Zum Kasten« (Untere Hauptstr. 7), das von Sofie Traber von 1894 bis 1899 betrieben wird.

Dieses Bild ist ein Ausschnitt aus einer Mehrbildkarte.

Standort des Fotografen: 47.883280, 8.343513

Stadtpfarrer Stephan Wehrle auf dem Totenbett, 1898

Pfarrarchiv Löffingen

Der katholische Stadtpfarrer Stephan Wehrle stirbt am 23. Juli 1898 im Alter von 77 Jahren. Nach seinem Tod wird er in der Pfarrkirche St. Michael aufgebahrt, damit sich die Gläubigen von ihm verabschieden können. Wehrle war auch Kämmerer des Kapitels Villingen. Er wird nicht auf dem Friedhof in Löffingen, sondern zwei Tage nach seinem Tod in seiner Heimatstadt Bräunlingen beerdigt. Sein Grab existiert bis heute.

Wehrle wurde 1821 in Bräunlingen geboren. Im Alter von 30 Jahren wurde er vom Freiburger Erzbischof Hermann von Vicari (1773-1868) zum Priester geweiht. Er wirkte zunächst als Seelsorger in Untersimonswald und Kirchdorf, bevor er 1891 nach Löffingen kam. Von Anfang an betrieb er mit viel Tatkraft den Bau der neoromanischen Wallfahrtskirche Witterschnee. Kurz vor ihrer Fertigstellung stirbt er, weshalb die für den Herbst 1898 geplante Einweihungsfeier verschoben wird.

Standort des Fotografen: 47.882578, 8.344232