An der Einmündung des Schulweges in die Bittengasse steht das Haus Hasenfratz. Es steht außerhalb des mittelalterlichen Stadtrings und schmiegt sich an die Rückseite der ehemaligen Zehntscheuer (Kirchstr. 9).
Als das Foto aufgenommen wird, befindet sich das zweistöckige Haus im Besitz der Stadtgemeinde. Ende der 1990er Jahre dient es als Wohnung für Flüchtlinge aus dem Kosovo. Danach wird es abgerissen und schafft Leerraum für einen Parkplatz.
Modernisiert präsentiert sich das große Haus in der Bittengasse. Die Fassade ist frisch verputzt und hell gestrichen, an den Kanten zieren einfache geometrische Ornamente das Mauerwerk. Der steile Satteldachfirst und die großen Scheunentore links erinnern daran, dass hier über Generationen Landwirtschaft betrieben wurde. Rechts im Erdgeschoss sind inzwischen zwei Garagen eingebaut – Zeichen dafür, wie sich das bäuerliche Anwesen dem Wandel der Zeit angepasst hat.
1903 ist das Gebäude im Feuerversicherungsbuch verzeichnet, damals noch unter der Adresse »im Bittengraben«. Seit langem gehört es der Familie Bader. 1959 übernahmen es der Landwirt Alfred Bader (1923-?) und dessen Ehefrau Hilda Bader (geb. Hermann, 1928-?).
Die Scheune in der Bittengasse gehört zum Haus Huber (Obere Hauptstr. 6). Sie ist freistehend. Will man in die Scheune hineinfahren, muss man zwei Bretter als Fahrspur in die tiefer liegende Straße herunterklappen.
Am linken Bildrand ist zu erkennen, dass das Haus Welte abgerissen ist und gerade das neue Kultur- und Fremdenverkehrszentrum (KFZ) errichtet wird.
Dicht an die Rückwand der Häuser des Altstadtrings schmiegt sich das Haus Hasenfratz (Bittengasse 8). Der Abstand zum Nachbarhaus Krieg ist so gering, dass sich die Dachrinnen fast berühren. Errichtet wurde das Gebäude 1909. Seine Fassade ist holzverschindelt, im Erdgeschoss führt ein Scheunentor hinein. Ein kleines Vorgärtchen trennt das Haus von der Gasse. Seit 1919 ist es im Besitz der Familie Hasenfratz. Zuletzt wohnten hier der Stadtmüller Josef Hasenfratz (1899-1967) und seine zweite Ehefrau Emma Hasenfratz (geb. Hermann).
Im Hintergrund erkennt man die Rückseiten der Häuser Krieg und Maier. Am Haus Maier ist ein Bretterverschlag angebaut – dahinter verbirgt sich das frühere Abtrittshäuschen.
Dieses Foto entsteht nur wenige Jahre bevor das Haus von Landwirt Adolf Sibold bei einem Brand 1982 zerstört und die Brandruine anschließend abgetragen wird. Gerade einmal 50 Jahre stand dieses Gebäude, denn es war erst nach dem Großbrand 1929 errichtet worden.
In der rechten Gebäudehälfte befindet sich der Wohnbereich, der sich bis in das Dachgeschoss erstreckt, wie die Gaubenfenster zeigen. Links ist der Ökonomieteil, deutlich zu erkennen an den Scheunentoren. Das Foto wurde von der gegenüberliegenden Straßenseite aufgenommen, als die beiden Gebäude Kirchstraße 8 und 10 abgerissen waren und sich an ihrer Stelle eine Brache mit Gras befand, auf der kurze Zeit später ein Neubau errichtet wurde.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Anita Stephani zur Verfügung.
Es ist der 13. September 1936, ein Sonntag. Die Sonne steht warm über der Kirchstraße, und am alten Steinbrunnen sammeln sich die Kühe. Sie senken ihre Köpfe zum Wasser, während ein junger Mann danebensteht und das Treiben beobachtet. Für die Menschen im Städtchen ist das ein alltägliches Bild – und doch lohnt es sich, an diesem Tag den Fotoapparat hervorzuholen.
Der Brunnen dient seit vielen Jahren als Viehtränke. Immer wieder werden die Tiere aus den nahen Ställen hierhergetrieben, um ihren Durst zu stillen. Asphalt gibt es noch keinen, die Straße ist unbefestigt, nur rund um den Brunnen liegt ein Pflaster aus groben Steinen.
Fast alle Familien in der Kirchstraße betreiben eine Landwirtschaft, viele neben ihrem eigentlichen Beruf. Auf dem Foto sind links die Anwesen von Josef Heiler II (Kirchstr. 8), von Schmiedemeister Hermann Brunner (Kirchstr. 6), von Landwirt Theodor Hasenfratz (Kirchstr, 4) und Franz Zepf (Kirchstr. 2) zu erkennen. Rechts bewirtschaften Landwirt Johann Laufer (Kirchstr. 17), Kaufmann Theodor Walz (Kirchstr. 15), Bäckermeister Jakob Zahn (Kirchstr. 13) und Wagnermeister Adolf Schelling (Kirchstr. 11) ihre Landwirtschaft. Vieh, Werkstatt und Laden gehören hier selbstverständlich zusammen.
Schutt, Staub und ein klaffendes Mauerwerk: 1988 verschwindet das Haus Fehrenbach (Kirchstr. 4) aus dem Straßenbild der Kirchstraße. Generationenlang war es im Besitz der Familie Hasenfratz, ehe es durch die Heirat von Lina Hasenfratz mit Franz Fehrenbach an die Familie Fehrenbach überging. Das Gebäude war eines der ältesten der Straße, seine Baugeschichte reichte weit zurück – und doch war es nun dem Abbruch geweiht.
An seine Stelle tritt ein Neubau, der mit drei Geschossen und einer zusätzlichen Wiederkehr im Dachgeschoss die Höhe seiner Nachbarhäuser deutlich überragt. Markante Staffelgiebel trennen das neue Wohn- und Geschäftshaus von den angrenzenden Gebäuden. Links daneben das Haus Schlenker (Kirchstr. 6) wird fast puppenstubenartig klein.
Ein letzter Blick, bevor die Abrissbirne kommt: 1988 wird das Haus Fehrenbach (Kirchstr. 4) fotografisch dokumentiert, ehe es aus dem Stadtbild verschwindet. Das Gebäude der Familie Fehrenbach, einst im Besitz von Landwirt Franz Fehrenbach (1897-1976) und seiner Ehefrau Lina Fehrenbach (geb. Hasenfratz, 1901–1991), besteht aus zwei Teilen – einem Wohnbereich und einem landwirtschaftlichen Teil. Auffällig ist, dass der Wohntrakt im Laufe der Jahre um ein Stockwerk erhöht wurde. Die veränderte Dachneigung verrät den Umbau und unterscheidet das Haus deutlich von seinen Nachbarn.
Links schließt sich das Haus Schlenker (Kirchstr. 6) an, seit Jahrzehnten unverändert. Hier wohnen Landwirt Fritz Schlenker (1912-?) und seine Ehefrau Helene Schlenker (geb. Rösch, 1927-2019). Vor den Häusern zeigt sich die neu gestaltete Kirchstraße: Pflaster wechselt sich mit Asphalt ab, und frisch gepflanzte kleine Bäume sollen dem Straßenraum wieder ein grünes Gesicht geben.
Das Haus von Christine Welte ist frontal zu sehen. Wohnhaus und Ökonomiegebäude sind zu dieser Zeit in einem desolaten Zustand. Das Scheunentor rechts gehört zu der Gemeindescheuer, die an das Haus Welte angebaut ist.
Die beiden Häuser bilden bis zum Abbruch 1988 den Eckpunkt in der Häuserfront der Kirchstraße. Ende der 1980er Jahre kauft die Stadt Löffingen beide Gebäude und reißt sie ab. An ihrer Stelle entsteht ein Neubau, in dem die Tourist-Information, die Bücherei, das Heimatmuseum und das Stadtarchiv untergebracht sind.
Das Haus von Richard Kirner ist der ehemalige Mayerhof des Klosters St. Blasien. Von hieraus verwaltete der vom Kloster eingesetzte Verwalter die Klosterbesitzungen der Umgebung. Links hinten im Bild fehlt das Haus Welte. Für das Kultur- und Fremdenverkehrzentrum (KFZ) werden gerade die Fundamente ausgehoben.
Baufällig ist das Haus des Landwirts Karl Maier, als dieses Foto 1989 entsteht. Unübersehbar ist der Riß im Mauerwerk, der sich über dem Scheunentor erstreckt. Wenige Jahre nach dem Entstehen dieser Aufnahme wird das Gebäude abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.
Dabei kann das landwirtschaftliche Anwesen auf eine lange Geschichte zurückblicken. Das Haus gehörte ursprünglich zum Nachbargebäude, dem Mayerhof des Klosters St. Blasien. 1811 wurde dieser Teil des Hofes mit Stall und Scheune abgetrennt und verkauft.
Das Haus des Viehhändlers Karl Krieg ist eigentlich eine Scheune. Sie hatte einige Vorbesitzer. Das Gebäude wurde als Zehnscheuer der fürstenbergischen Herrschaft errichtet. Hier mussten die zinspflichtigen Bauern ihren jährlichen Getreidezehnt abliefern. Das Getreide wurde eingelagert und ausgedroschen. Mit dem Ende der Fürstentums Fürstenberg 1815 wurde das Gebäude an den »Löwen«-Wirt verkauft. 1933 erwarb Karl Krieg die »Löwenschier«, wie sie fortan genannt wurde, und nutzte sie für sein Gewerbe.
Die Häuserzeile setzt sich fort mit dem Haus Maier (Kirchstr. 7) und dem Haus Kirner (Kirchstr. 5), in dem sich die Fahrschule Mogel befindet. Das anschließende Haus an der Ecke wurde kürzlich abgerissen. Dort entsteht gerade das städtische Gebäude mit dem Tourismusbüro, der Stadtbibliothek und dem Heimatmuseum.