Auch dieses Gebäude ist mittlerweile aus dem Stadtbild verschwunden. Es wurde vor einigen Jahren abgerissen. Das zweistöckige Wohnhaus mit Scheuer und Stallung gehörte über viele Jahrzehnte der Familie Sperer.
Maria Sperer geb. Lohmüller übernahm das Anwesen 1921 von ihren Eltern Johann Lohmüller (1863-1902) und Anna Lohmüller geb. Gsell (1854-1946). Zusammen mit ihrem Ehemann, dem Säger und Gärtner Franz Xaver Sperer, wohnte sie hier.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Michael Rösch zur Verfügung.
Nach dem Großbrand vom 28. Juli 1921 wurde auch das Haus Geisinger (Alenbergstr. 6) entsprechend den Vorschlägen der Wiederaufbaukommission und den Plänen des Freiburger Architekten Carl Anton Meckel (1875-1938) neu erbaut. Um für die Zukunft ein ähnliches Brandunglück zu verhüten, wurden die Neubauten mit Staffelgiebeln errichtet, die im Falle eines Falles das Übergreifen des Feuers auf die Nachbarhäuser erschweren sollen.
Für das Foto haben sich das Ehepaar Leopold und Veronika Geisinger zusammen mit ihren Kindern zu einem Gruppenbild vor ihrem Haus aufgestellt.
V.l.n.r.: Franz Geisinger (1919-1992), Veronika Geisinger geb. Mauthe (1878-1958), Elfriede Geisinger (1929-?), Leopold Geisinger (1878-1938), Lina (Leopoldine) Geisinger (1901-1989), Maria Geisinger (verh. Rösch, 1916-2001), Karl Geisinger (1903-1946)
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Matthias Frank zur Verfügung.
»Hohlgasse 130«, so lautet in den 1950er Jahren die Adresse des Hauses Mayer. Gebaut wurde das Anwesen nach dem Großbrand 1921: Familie Julius Heer, in deren Haus in der Demetriusstraße das Brandunglück ausgebrochen war, beschloss im Zuge des Wiederaufbaus, aus dem Altstadtring zu ziehen und ihren Neubau als letztes Haus in der Hohlgasse zu erbauen.
Auf den Plänen der Wiederaufbaukommission unter Leitung des Freiburger Architekten Carl Anton Meckel (1875-1938) ist das Gebäude deutlich kleiner gezeichnet: Es gibt nur ein Scheunentor, was darauf hindeutet, dass der Ökonomiebereich in späteren Jahrzehnten erheblich erweitert wurde. Auf dem Foto sind bereits drei Scheunentore zu erkennen.
Laut Feuerversicherungsbuch erwirbt Familie Mayer 1937 das landwirtschaftliche Anwesen. Als das Luftbild aufgenommen wird, lebt in dem Haus der Fuhrunternehmer Willy Mayer (1907-1994) mit seiner Ehefrau Frieda Mayer geb. Dietsche (1918-1979) und den vier Kindern: Annelis (geb. 1941), Gerda (geb. 1943), Hedwig (geb. 1944) und Willi (1947-1970).
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Michael Rösch zur Verfügung.
Auch das Haus des Landwirts Leopold Geisinger (1878-1938) und seiner Ehefrau Veronika Geisinger geb. Mauthe (1878-1958) brannte beim Großbrand am 28. Juli 1921 ab und die Familie verlor all ihr Hab und Gut. Zwei Jahre nach dem verheerenden Brandunglück steht der Neubau der Familie Geisinger in der Alenbergstraße, ein zweistöckiges Wohnhaus mit Ökonomiegebäude. Die Familie versammelt sich zu einem Gruppenfoto vor ihrem neuen Zuhause.
Vor der Haustür stehen v.l.n.r.: ???, Tochter Emma Geisinger (verh. Kienzle, 1915-2003), Leopold Geisinger, Sohn Franz Geisinger (1919-1992), Tochter Lina (Leopoldine) Geisinger (1901-1989), ???, Tochter Maria Geisinger (verh. Rösch, 1916-2001).
Aus dem Fenster im ersten Stock schaut Veronika Geisinger geb. Mauthe heraus. Sie ist Hausfrau und Mutter, aber darüberhinaus auch als Hebamme tätig.
Frisch renoviert steht es da, das Haus Göhry in der Oberen Hauptstraße. Die Fassade ist neu gestrichen, die Fensterläden erstrahlen in einem dunklen Grün, das Dach ist mit roten Ziegeln neu eingedeckt. Unverändert erhalten geblieben ist der frühere Ökonomiebereich mit seinem Scheunentor und daneben die alte Schlosserwerkstatt.
Das Haus gehörte viele Jahrzehnte dem Schlosser und KFZ-Mechaniker Franz Josef Göhry (1914-2002) und seiner Ehefrau Adele geb. Winterhalder (1912-1983). Ihr einziger Sohn, Peter (1940-1957), verunglückte am 26. Dezember 1957 auf der Bundesstraße 31 zwischen Döggingen und Hüfingen bei einem Verkehrsunfall. Er wurde nur 17 Jahre alt.
Später übernahmen der jüngere Bruder Ernst Göhry (1919-2014) zusammen mit seiner Ehefrau Maria geb. Honold (1921-1997) das Haus. Sie verunglückt beim Umbau des Ökonomiebereiches Ende der 1990er Jahre auf tragische Weise.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Erika Fritsche zur Verfügung.
Während auf dem Bückeberg bei Hameln das Reichserntedankfest als eine der größten Massenveranstaltungen der NSDAP inszeniert wird, finden auch in den Dörfen und Städten im Hochschwarzwald und auf der Baar Festzüge statt. Auf Grundlage der nationalsozialistischen Blut-und-Boden-Ideologie soll die Bedeutung der Bauernschaft für das Reich propagiert werden.
Die »N.S. Bauernschaft Löffingen« hat diesen Wagen dekoriert, der von vier Pferden gezogen wird: Zu sehen ist das »Kaufhaus« und die »Fruchthalle«, die rund 100 Jahre zuvor im neu erbauten Rathaus eröffnet wurden. »Löffingen annno D[omini] 1832«, steht denn auch auf dem Schild. Der Wagen ist mit Hakenkreuzfahnen und einer schwarz-rot-weißen Reichskriegsflagge geschmückt.
Im Hintergrund ist das Haus von Landwirt Johann Fehrenbach (Demetriusstr. 18) zu sehen.
Wer erkennt die Männer, die vor dem Festwagen stehen? V.l.n.r.: ???, Johann Laufer (1888-1951) in Tracht, ???, Ernst Fritsche (1895-1968), ???, ???
Dieses Foto stellten dankenswerterweise Emma Binder sowie Klemens Rebholz und Cäcilia Runge zur Verfügung.
Die Kinder stehen dicht gedrängt vor einem Lastwagen, der für diesen Tag zum Ausflugsfahrzeug umfunktioniert wurde. Auf der Ladefläche sind Bänke montiert, das Heck ist offen und nur mit Planen verhängt. Gleich beginnt der Ausflug, eine sogenannte »Fahrt ins Blaue«. Das Ziel ist Breisach. Vor der Abfahrt haben sich die Jungen und Mädchen des Jahrgangs 1913/14 in der Demetriusstraße zu einem Gruppenfoto versammelt. Zu sehen sind u.a. Johanna Ganter (verh. Rebholz, 1913-2003) und Emma Limb (verh. Binder, 1913-2005). Für viele von ihnen ist es eine der seltenen Gelegenheiten, gemeinsam weiter wegzufahren – mit einem motorisierten Fahrzeug, organisiert und begleitet, ein kleines Abenteuer.
Der Blick in den Hintergrund erzählt eine zweite Geschichte. Die Häuser entlang der Straße sind neu. Frisch verputzt und gestrichen stehen sie da, sichtbare Zeichen des Wiederaufbaus nach dem Großbrand von 1921. Bei Metzger Wilhelm Werne (Demetriusstr. 11) ist der Rollladen heruntergelassen. Daneben sind das Anwesen von Landwirt Emil Fürst (Demetriusstr. 10) und das Haus mit der Schuhhandlung von Karl Hasenfratz II (Demetriusstr. 9) zu sehen. Dort weht eine Fahne, die zu einem Fest herausgehängt wurde. Vielleicht wurde das Sängerfest kurz vorher begangen. Vielleicht gehören die Kinder dem Kinderchor an, die beim Fest mitwirkten.
Wenige Jahre vor seinem Abbruch entsteht diese Aufnahme vom Haus Willmann in der Vorstadtstraße. Das Foto wird von der Denkmalschutzbehörde aufgenommen, um den baulichen Zustand von alten Gebäuden im Städtchen zu dokumentieren. Das zweistöckige Wohnhaus mit Scheuer und Stallung, das für mehrere Generationen der Familie Willmann gehörte, ist ein solches altehrwürdiges Gebäude.
Josef Willmann wurde 1852 in Löffingen geboren. Sein Elternhaus stand in der Vorstadtstraße, allerdings in der unmittelbaren Nachbarschaft (Vorstadtstr. 5) Der Landwirt heiratete 1879 die ein Jahr jüngere Amalia geb. Jehle, die aus Staufen bei Bonndorf stammte. Sie bekamen vier Kinder. Josef Willmann starb 1936 im Alter von 83 Jahren. Seine Witwe starb 1939 86-jährig. Nach ihrem Tod ging das Gebäude an die beiden unverheirateten Töchter Emma Willmann (1883-1966) und Maria Willmann (1889-1969). Nach dem Tod der beiden Schwestern wechselte der Besitzer zweimal: 1970 wurde der Landwirt Willi Mayer neuer Eigentümer. 1978 kaufte dann das Ehepaar Dr. Johannes und Gisela Kunze das renovierungsbedürftige Anwesen. Sie ließen es im selben Jahr abreißen und durch einen Neubau ersetzen. Einzig die vergläserte Silhouette des einstigen Scheunentores erinnert bis heute an das frühere landwirtschaftliche Anwesen.
Dieses Foto stellte dankenswerterweise Hedwig Kienzler zur Verfügung.
»Bei des Mahlers Kreuz«, lautete die Adresse von Familie Strobel im »Schlempental«. Der Gipsermeister Bernhard Strobel (1886-1970) und seine Ehefrau Anna Strobel (geb. Fehrenbach, 1886-1970) lebten hier mit ihren Kindern. Beide sterben im Jahr 1970, zunächst Bernhard Strobel am 15. März 1970. Seine Witwe Anna Strobel folgt ihm kurze Zeit später am 4. Juni 1970.
Ihre Tochter Hedwig Kienzler (geb. Strobel, geb. 1923), die mit dem Holzfacharbeiter August Kienzler (geb. 1914) verheiratet ist, lässt ihr Elternhaus 1968 abreißen und an seiner Stelle ein modernes Wohnhaus errichten. Das Foto entsteht kurze Zeit vor dem Abbruch.
Die Eigentümer des Hauses Alenbergstraße 13 waren seit vielen Generationen Landwirte: Hermann Fehrenbach, Josef Vogelbacher (1905-1946), der mit der Haustochter Karolina Fehrenbach (1906-1993) verheiratet war, und Gottfried Vogelbacher (1933-2008).
Neben dem Wohnhaus stand ein zweistöckiges Ökonomiegebäude mit Scheuer und Stallung, das sogar den Großbrand 1921 überstand. Doch nachdem die Landwirtschaft stillgelegt wurde, waren auch die Tage de Ökonomie gezählt. Im Sommer 2006 wird sie abgerissen. Dabei kommt unter dem verputzten Mauerwerk die Holzkonstruktion zum Vorschein. Vor der Baustelle steht Bernhard Vogelbacher.
Das Wohnhaus Alenbergstraße 13 und das dazugehörige Ökonomiegebäude haben sich äußerlich all die Jahrzehnte hindurch wenig verändert. Schon auf den alten Gesamtansichten des Städtchens aus der Zeit der Jahrhundertwende sind beide Gebäude Dank ihrer exponierten Lage auf dem Alenberg gleich auf den ersten Blick zu erkennen. Den Großbrand 1921 überstanden das Wohnhaus und das Ökonomiegebäude unbeschadet, während andere Häuser weiter oben am Alenberg durch Flugfeuer eingeäschert wurden.
Natürlich wurden die beiden Gebäude mehrfach modernisiert. Die größte Veränderung steht 2006 an, als Scheuer und Stallung abgerissen werden, um einem Neubau mit Wohnungen Platz zu machen.
Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Prof. Dr. Petra Hörner zur Verfügung.
Anfang der 1930er Jahre dürfte dieses Foto entstanden sein. Das Haus gehörte damals dem Landwirt Severin Kirner (1875-1958), der in Seppenhofen geboren war. Gemeinsam mit seiner aus Friedenweiler stammenden Frau Maria geb. Trescher (1884-1961) führte er das Anwesen. Das Ehepaar Kirner übergab das Haus 1953 an den Sohn Johann Kirner (geb. 1920), der die Landwirtschaft zusammen mit seiner Frau Luzia (geb. 1927) weiter betrieb.