Haus Fehrenbach in der Bahnhofstraße, 1921

»Badische Heimat«, Heft 1-3, Karlsruhe, 1921

Direkt neben dem 1901 eröffneten Bahnhof steht das im selben Jahr errichtete Haus des Briefträgers Josef Fehrenbach (Bahnhofstr. 2). Der Hausname lautet »Postseppele’s«. Das Gebäude wirkt deutlich repräsentativer als viele ältere Häuser im Städtchen. An der Fassade wächst ein junger Spalierbaum empor, vor dem Haus befindet sich ein kleiner eingefasster Garten. Entlang der Bahnlinie entstanden seit der Jahrhundertwende neue Häuser, die sich architektonisch sichtbar vom historischen Stadtkern unterscheiden. Das Haus Fehrenbach gehört zu dieser jüngeren Erweiterung Löffingens.

In der Zeitschrift »Badische Heimat« erscheint die Aufnahme 1921 als Bild Nr. 21 unter der schlichten Bezeichnung »An der Bahn, Haus Nr. 74«. Der Kunsthistoriker Max Wingenroth (1872-1922) nimmt auch dieses Gebäude in seinen Rundgang durch das Städtchen auf. Als Schriftleiter der vom »Landesverein Badische Heimat e. V.« herausgegebenen Zeitschrift beurteilt er gerade bei neueren Häusern sehr genau, ob sie seiner Vorstellung von einer regional angemessenen Bauweise entsprechen.

Ganz überzeugen kann ihn das Haus Fehrenbach nicht. Zwar sei es »bereits besser gemeint« als manche andere neuere Architektur. Doch die beiden Giebel, das abgewalmte Dach, dessen »starre Führung« ohne Aufschiebling und die Stichbogentür mit ihrer gezackten Quaderung seien »hierzulande niemals üblich«. Hier zeigt sich Wingenroths heimatschützerisches Ideal deutlich: Neubauten sollen nicht nur zweckmäßig und modern sein, sondern sich möglichst eng an vermeintlich überlieferte regionale Bauformen anlehnen.

Standort des Fotografen: 47.883928, 8.341967

Haus Egle in der Talstraße, ca. 1908

Dieses Foto stellte dankenswerterweise die Familien Elfriede Stuff zur Verfügung.

Die Witwe Katharina Egle geb. Trenkle (1870-1952) steht mit ihren Kindern vor ihrem Haus in der heutigen Talstraße. Diesen Straßennamen gab es damals noch nicht, statt dessen lautete die offizielle Bezeichnung »Aschbühlweg«. Das zweistöckige Wohnhaus mit Scheuer und Stallung war 1872 erbaut worden.

Katharina Egle stammte gebürtig aus Behla und hatte sich nach Löffingen verheiratet. Ihr verstorbener Mann Karl Egle (1848-1908) war Schreiner von Beruf. Er war mehr als 20 Jahre älter als sie und starb am 4. Juni 1908 im Alter von 60 Jahren.

1938 kaufte das Ehepaar Anton und Luise Rappenegger das landwirtschaftliche Anwesen.

Standort des Fotografen: 47.884488, 8.349295

Familie Schreiber vor ihrem Haus in der Seppenhofer Straße, ca. 1930-1940

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Martin Schreiber zur Verfügung.

Familie Schreiber steht vor ihrem Haus in der Seppenhofer Straße und nimmt ein Familienfoto auf. Es fehlt die Ehefrau und Mutter Maria Schreiber geb. Benz (1875-1923), die bereits 1923 im Alter von nur 47 Jahren verstorben ist.

V.l.n.r.: 1 Frida Frenzle (geb. Schreiber, 1914-2005), 2 Karl Schreiber jun. (1910-2001), 3 Karl Schreiber sen. (1869-1952), 4 Matthias Greinwald, 5 Anna Greinwald (geb. Schreiber), 6 Jakob Schreiber

Standort des Fotografen: 47.880623, 8.345872

Haus Wölfle in der Oberen Hauptstraße vor dem Umbau, 1992

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Josef Wölfle zur Verfügung.

Wie viele Landwirte gaben die Wölfles auch ihre Landwirtschaft auf. Dieses Foto entstand kurz vor dem Abbruch der linken Gebäudehälfte. Der Ökonomiebereich hatte seine Funktion verloren. Er wurde abgerissen und an seiner Stelle Wohnungen errichtet.

Standort des Fotografen: 47.885231, 8.350538

Haus Jordan in der Oberen Hauptstraße, Dezember 1961

Dieses Foto stellte uns dankenwerterweise Rudi Jordan zur Verfügung.

Anfang der 1960er sieht das Haus Jordan noch weitgehend so aus, wie es 1907 errichtet wurde. Zwischenzeitlich wurde es nur zur Linken um ein paar Meter erweitert. Aber nach wie vor ist das Gebäude in zwei Teile gegliedert: Rechts befindet sich der Wohnbereich, links die Ökonomie. Das Obergeschoss ist verschindelt. Das Dach ist ein Walmdach und zum Seitengiebel abgeschrägt.

Bei der Modernisierung um 1970 wird der Ökonomiebereich zu Wohnungen ausgebaut. Die beiden Scheunentore verschwinden. Fenster werden eingefügt, Balkone vor die Fassade gehängt. Dort, wo sich auf dem Foto noch Haustür und Stalltür befinden, wird ein Treppenhaus errichtet, das mit Glasbausteinen verkleidet ist.

Standort des Fotografen: 47.885153, 8.350163

Haus Jordan in der Oberen Hauptstraße, ca. 1920-1925

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Paula Veith zur Verfügung.

Vor der Haustür stehen zwei Männer im Anzug. Der Jüngere links ist Edmund Jordan (»Bartli«, 1907-1970). Seine Eltern waren der Briefträger Edmund Jordan (1875-1915) und dessen Ehefrau Ida Jordan (geb. Schlatter, 1879-1947). Die Jordans hatten ursprünglich in der Demetriusstraße im Städtchen gewohnt. Ihr Haus war beim Großbrand 1907 abgebrannt und sie hatten daraufhin in der Oberen Hauptstraße dieses zweistöckige Wohnhaus mit Scheuer und Stallung errichtet.

Neben Edmund Jordan jr. steht sein zukünftiger Schwager Franz Schweizer (1899-1971), der später seine Schwester Paula Jordan (1904-1980) heiraten und mit ihr im Maienland wohnen wird.

Standort des Fotografen: 47.885154, 8.350230

Haus Bader in der Oberen Hauptstraße, ca. 1920

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Luzia Bader zur Verfügung.

1848 wurde dieses Haus in der Oberen Hauptstraße erbaut. Es gehört von Anfang an der Familie Bader. Als das Foto aufgenommen wird, befindet sich das Anwesen bereits in der dritten Generation im Familienbesitz: Der Eigentümer ist Konrad Bader (1868-1958), der Landwirt ist, aber auch viele Jahre das Amt des Vorschussvereinsrechners ausübt. Er hat mit seiner Frau Anna geb. Selb (1876-1918) insgesamt acht Kinder. Doch sie ist zu diesem Zeitpunkt bereits tot. Denn sie starb 1918 im Alter von nur 42 Jahren. Der Witwer stellt sich zusammen mit seiner Schwester, die ihm bei der Kindererziehung hilft, und mit drei der Kinder mit auf das Foto.

V.l.n.r.: Konrad Bader sen. (1868-1958), Konrad Bader jr. (1915-1946), Maria Glunk geb. Bader, Elisabeth Bader (1909-1997), Anna Bader (verh. Isele, 1903-1959)

Standort des Fotografen: 47.884997, 8.349327

Wandgemälde »Ritter Heinrich« in der Oberen Hauptstraße, ca. 1955-1960

Verlag Cramers Kunstanstalt KG, Dortmund | Stadtarchiv | Dieses Foto stellte dankenswerterweise Paul Heizmann zur Verfügung.

»Wenn man von Unadingen her nach Löffingen hereinkommt, fällt an einer Hauswand ein Freskobild auf. Es stellt den Ritter Heinrich von Löffingen dar, gleichsam als Beschützer der symbolisch angedeuteten Tore und Häuser des Städtchens. Darunter steht der Spruch: Löffingen in der Baar steht mehr denn tausend Jahr.« Mit diesen Worten beschreibt Karl Hasenfuß in seiner Stadtchronik 1953 das Wandgemälde am Haus von Franz Heitzmann (1900-?). Hasenfuß führt aus, dass im Jahre 1121 der Ritter Heinrich seine Güter im Dorf Löffingen an das Kloster St. Georgen vermacht habe.

50 Jahre später stellt Emil Ketterer in seiner Chronik von 2005 richtig, dass es sich bei diesem Heinrich um einen freien Bauer gehandelt habe. Demnach ist die Figur des Ritter Heinrich eine bloße Erfindung. Das Städtchen wie es auf dem Wandgemälde dargestellt ist, ist ebenso ein reines Phantasieprodukt: Zu sehen ist das 1923 erbaute Mailänder Tor zusammen mit dem 1819 abgerissenen Stadtturm. 

Trotz aller historischen Ungenauigkeit ist das Wandgemälde aber bis heute ein echter Hingucker und gehört nach über 60 Jahren auch fest in das Stadtbild.

Unterhalb des Wandgemäldes ist eine Miste zu sehen. Davor sind landwirtschaftliche Geräte abgestellt, links eine Mähmaschine, vor die zweite Pferde gespannt werden, rechts eine hölzerne Schubkarre, mit der der Mist vom Stall zum Misthaufen transportiert wird.

Standort des Fotografen: 47.884572, 8.347856

Haus Benz in der Oberen Hauptstraße, ca. 1975-1980

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Bärbel Rendina geb. Benz zur Verfügung.

Äußerlich hatte sich das Haus Benz seit seiner Erbauung 1929/30 lange kaum verändert. 1953 übernahm der Schreiner Josef Benz (1914–?) das elterliche Anwesen. Im Laufe der Zeit ließ er die ursprünglichen Sprossenfenster durch schlichtere, moderne Fenster ersetzen. Größere Eingriffe in die Bausubstanz blieben jedoch zunächst aus.

So zeigt sich das Gebäude auf der Aufnahme noch in seiner ursprünglichen Gliederung: rechts der niedrige Wohnteil mit regelmäßig angeordneten Fenstern, auf deren Fensterbänken Blumen blühen, links der deutlich höhere Ökonomieteil mit großem Scheunentor und angebautem Nebentor. Beide Bereiche sind unter einem gemeinsamen, weit heruntergezogenen Satteldach zusammengefasst.

Erst Ende der 1970er bzw. Anfang der 1980er Jahre kommt es zu einem grundlegenden Umbau, der das Erscheinungsbild nachhaltig verändert: Die rechte Haushälfte wird aufgestockt, während der vormals landwirtschaftlich genutzte Teil links abgebrochen und durch eine zweite Wohnhaushälfte ersetzt wird.

Standort des Fotografen: 47.884711, 8.348221

Haus Benz in der Oberen Hauptstraße, ca. 1929/30

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Bärbel Rendina geb. Benz zur Verfügung.

Der Landwirt Otto Benz (1882-1940) hatte mit seiner Familie zunächst »Beim Schlachthaus« in der Bittengasse gewohnt. Beim Großbrand 1929 wurde das Haus ein Raub der Flammen. Daraufhin entschlossen sich er und seine Ehefrau Ida geb. Guth (1875-1953), verwitwete Bader, aus dem Altstadtring wegzuziehen. Sie kauften ein Grundstück in der Oberen Hauptstraße und errichteten darauf ein einstöckiges Wohnhaus mit Scheuer und Stallung.  

Auf dem Foto ist der Neubau noch nicht verputzt. Zwei Frauen stehen in der Haustür. Vor der Hausmauer stehen vier Kinder und aus dem Fenster schauen zwei weitere hinaus. Insgesamt acht Kinder hatte das Ehepaar Benz. Vor dem Haus steht ein Strommast.

Standort des Fotografen: 47.884711, 8.348221

Abbruch vom Haus Koch in der Oberen Hauptstraße, Februar 1971

Dieses Foto stellte dankenswerterweise Paula Veith zur Verfügung.

Das frühere Haus Fechtig in der Oberen Hauptstraße wird abgerissen. 1970 hatte es der Tapeziermeister Karl Koch (geb. 1935) gekauft. Er entschied sich für den Abbruch des renovierungsbedürftigen Hauses. Wieder geht ein Stück »Alt-Löffingen« verloren. Im Haus Fechtig hatte sich vor vielen Jahrzehnten immerhin das Gasthaus »Kranz« befunden! Koch ersetzt das geschichtsträchtige Haus durch einen modernen Neubau, der im Erdgeschoss genügend Raum für sein Spielwarengeschäft bietet.

Standort des Fotografen: 47.884435, 8.346308

Haus Koch in der Oberen Hauptstraße, ca. 1970

Dieses Foto stellte uns dankenswerterweise Karl Koch zur Verfügung.

Viele Jahrzehnte war dieses zweistöckige Haus in der Oberen Hauptstraße mit Scheuer und Stallung im Besitz der Familie Fechtig. Bereits um die Jahrhundertwende war der Zimmermann Johann Fechtig (1869-1943) als Eigentümer eingetragen. Fechtig war in erster Ehe mit Maria geb. Mogel (1869-1928) verheiratet. Mit ihr bekam er einen Sohn Karl, der 1917 als Soldat im Ersten Weltkrieg fiel. 1928 ereilte ihn ein weiterer Schicksalsschlag, als seine Frau im Alter von 60 Jahren starb. Der Witwer verheiratete sich erneut und gab der 25 Jahren jüngeren Maria geb. Vogt (1895-?) das Ja-Wort. Das Paar bekam eine Tochter, die ebenfalls den Namen Maria (1931-1962) erhielt. Sie starb bereits in jungen Jahren im Alter von nur 31 Jahren. Viele Jahre bewohnte die Witwe Maria Fechtig das Anwesen alleine.

1970 erwarb es der Tapeziermeister Karl Koch (geb. 1935). Zu diesem Zeitpunkt entstand diese Fotografie des renovierungsbedürftigen Hauses. Koch entschied sich für den Abbruch. Er ersetzte das Haus durch einen Neubau mit entsprechenden Räumlichkeiten für sein Spielwarengeschäft. 

Standort des Fotografen: 47.884435, 8.346308